Zooticker

03.06.2013, Wien
China droht mit Abzug der Pandas aus Schönbrunn
Dass Österreichs Kanzler und Vizekanzler im Vorjahr den Dalai-Lama empfangen haben, ärgert China noch immer. Als politisches Druckmittel sollen jetzt auch die Pandas im Zoo Schönbrunn eingesetzt werden.
Offiziell werden die guten Beziehungen zu Österreich zwar gelobt, das Treffen mit dem Dalai-Lama belaste die Beziehung zu China aber immer noch. Das könnte jetzt auch Auswirkungen auf das Panda-Pärchen im Zoo Schönbrunn. Kurz vor Weihnachten hatte der Tiergarten noch verkündet, dass Yang Yang und Long Hui weitere zehn Jahre bleiben dürfen, da eine Einigung mit der „China Wildlife Conservation Association“ erzielt worden sei (die entsprechende Pressemitteilung ist mir entgangen, in der Zoopresseschau des Beutelwolf-Blogs ist sie jedenfalls nicht zu finden. Allerdings hat China den Vertrag bislang nicht unterschrieben. Das wolle man erst tun, wenn es wieder eine entsprechend „gute bilaterale Atmosphäre“ gebe, wie es ein Diplomat ausdrückte.
Was das über den derzeitigen Status der Wiener Pandas aussagt, weiß ich nicht.

05.06.2013, Universität Leipzig
Leipziger Zoodirektor wird Honorarprofessor der Veterinärmedizinischen Fakultät
Leipzigs Zoodirektor Dr. med.vet. Jörg Junhold lehrt ab dem Wintersemester 2013/14 als Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Der Präsident des Weltverbandes der Zoos und Aquarien wird sich an der Veterinärmedizinischen Fakultät den Themengebieten Zootierhaltung und Artenschutz widmen. Bei einer akademischen Festveranstaltung wird die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate Schücking, dem Tierarzt und Absolventen der Veterinärmedizinischen Fakultät die Professorenurkunde verleihen.
„Mit der Bestellung von Dr. Jörg Junhold als Honorarprofessor bindet die Veterinärmedizinische Fakultät einen überaus erfolgreichen Zoodirektor und eine verdiente Persönlichkeit der Stadt Leipzig an die Universität“, sagt der Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät, Prof. Dr. Uwe Truyen. „Seine fachliche Kompetenz verstärkt uns in den Bereichen Zootierhaltung und Artenschutz und erschließt zahlreiche innovative Forschungsrichtungen“, erklärt er weiter. Die Lehre auf den Gebieten Zootierhaltung, Artenschutz und Zootiermedizin werde künftig intensiviert und die Leipziger Veterinärmedizinische Fakultät damit auf diesen Gebieten national und international sichtbar.
„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die mit der Professur zum Ausdruck gebrachte Anerkennung meiner Arbeit. Gleichzeitig gilt mein Dank allen Förderern, Wegbegleitern und Mitarbeitern des Zoo Leipzig für die intensive Unterstützung auf dem zurückgelegten Weg“, sagt Dr. Jörg Junhold und ergänzt: „Die Verbindung zwischen der Fakultät und dem Zoo hat sich über Jahrzehnte bewährt und ich werde alles daran setzen, dass künftige Generationen auf die Herausforderungen eines Zoos im 21. Jahrhundert vorbereitet werden und die Bedeutung und Möglichkeiten des Artenschutzes für den Erhalt der Biodiversität kennenlernen.“Zudem können zahlreiche Forschungsprojekte im Bereich des Artenschutzes, die der Zoo Leipzig als Partner bearbeitet, zukünftig unter Mitarbeit der Veterinärmedizinischen Fakultät bearbeitet werden.
Im Rahmen des Studiums der Veterinärmedizin an der Universität Leipzig gab und gibt es bereits zahlreiche Lehrveranstaltungen des Zoodirektors, zum Beispiel über Zootierkrankheiten. „Diese sind für die Fakultät von großer Wichtigkeit, ebenso die zahlreichen Ausbildungsstunden im Zoo Leipzig selbst, die während des Studiums in Praktika, Kursen oder auch postgradual im Rahmen von Dissertationen stattfinden“, so Truyen weiter.
Den Leipziger Zoo hat Junhold als Zoo der Zukunft konzipiert. Die Tiere leben nicht nur in einer naturnah gestalteten Umgebung und in den kontinentalen Themenbereichen steht auch der Artenschutz im Vordergrund. Diese fachliche Entwicklung führte dazu, dass Junhold in zahlreichen internationalen Gremien mitwirkt – in der International Union for the Conservation of Nature and National Recourses (IUCN), in die EAZA European Association of Zoos and Aquaria, in die ISIS International Species Information System, in den Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) , in die WAZA World Association of Zoos and Aquariums u.a. Als große Auszeichnung ist seine Wahl zum Präsidenten des WAZA für die Periode 2011 bis 2013 zu werten.
Junhold ist seit November 1997 Direktor des Zoologischen Gartens Leipzig und Geschäftsführer der Zoo Leipzig GmbH. Von 1985 bis 1990 hat er in Leipzig Veterinärmedizin studiert und im Jahre 1994 als Forschungsstipendiat der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig mit dem Prädikat summa cum laude promoviert. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit im Management einer Futtermittelfirma hat er die Federführung im Leipziger Zoo übernommen. In den folgenden Jahren führte er den Zoo an die Welt-Spitze der Zoologischen Gärten.
Medieneinladung
Die Akademische Festveranstaltung mit feierlicher Promotion der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig findet am 28. Juni 2013, 14 Uhr, in der Alten Handelsbörse, Naschmarkt, 04109 Leipzig, statt. Es handelt sich um KEINE öffentliche Veranstaltung.
Medienvertreter und Fotografen, die an der Veranstaltung teilnehmen möchten, können sich per E-Mail akkreditieren unter: presse@uni-leipzig.de. Die Übergabe der Professorenurkunde findet voraussichtlich gegen 15 Uhr statt.

Das Thema „Haltung von Delfinen beenden“ ist vorläufig beendet. Die Mehrheit im Agrarausschuss des Bundestages lehnte am Mittwoch den Antrag der Grünen „Haltung von Delfinen beenden“ ab. Die SPD enthielt sich. Damit dürfte der Vorstoß auch im Bundestag abgeschmettert werden.
Aber ich bin mir sicher, dass das Thema noch nicht ganz vom Tisch ist.

Erfolg gab es hingegen bei der Unterbindung einer etwas fragwürdigen Delfinshow in Prag.

03.06.2013, PETA
Erfolg nach PETA-Appell: AUS für Delfin-Zirkus in Prag
Tschechisches Umweltministerium lehnt Delfinimport aus der Ukraine ab
Gerlingen, 3. Juni 2013 – Importverbot für Delfine: Der tschechische Zirkus Kaiser darf für sein Prager Gastspiel nicht wie geplant Delfine aus der Ukraine einfliegen. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. hatte mehrfach an den tschechischen Umweltminister Martin Frélich appelliert, Zirkus Kaiser ein Import- und Auftrittsverbot für die Delfine auszusprechen. Rund 30.000 Tierfreunde beteiligten sich an einer Online-Petition der Organisation. Auch die enge Zusammenarbeit mit der tschechischen Organisation „Dolphins belong to the sea“ führte zum gewünschten Erfolg: Vergangenen Freitag hat das tschechische Umweltministerium entschieden, den CITES Importantrag für die drei Tümmler abzulehnen. Folgende Gründe gab das Ministerium PETA gegenüber heute bekannt: „Die Hauptgründe für die Ablehnung sind vor allem der kommerzielle Zweck des Imports und das wissenschaftliche Gutachten der Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik, das einen schädlichen Einfluss des Imports auf die Delfine nicht ausschließen konnte.“
„PETA begrüßt die Entscheidung des tschechischen Umweltministeriums“, so Meeresbiologin und PETA-Kampagnenleiterin Dr. Tanja Breining. „Erst die Schweiz, dann Indien und jetzt Tschechien: Immer mehr Staaten verbieten tierquälerische Delfin-Shows. Ob in Zoos oder in Zirkussen, Delfine gehören in den Ozean und nicht in ein Betonbecken.“
Der Showbeginn des Zirkus Kaiser in Prag war ursprünglich für April angesetzt und nach einem von der Stadt verhängten vorläufigen Auftrittsverbot auf Juni verschoben worden. Zirkusdirektor Artur Kaiser hatte geplant, Besuchern der Vorstellungen das Schwimmen mit Delfinen in kleinen, mit Zelten überdachten Mini-Pools anzubieten. Da der Zirkusbetrieb selbst keine Delfine mitführt, sollten drei Tiere aus der Ukraine importiert werden. Laut CITES/Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Direktive 338/97/EC) ist ein Import von Delfinen zu kommerziellen Zwecken in die EU allerdings nur erlaubt, wenn die Tiere in zweiter Generation in Gefangenschaft geboren sind.
Delfine sind hochsensible Tiere, die in der Natur bis zu 150 Kilometer am Tag schwimmen und bis zu 300 Meter tief tauchen. Im Ozean leben sie in großen Sozialverbänden mit bis zu mehreren hundert Artgenossen. Zirkus Kaiser sucht nun nach neuen Delfinen, die bis September in kleinen, runden Becken auf einem Prager Grundstück mit Besuchern schwimmen sollen. PETA bleibt folglich wachsam.

Ich darf mir die Anmerkung erlauben, dass es nicht allein PETA zu verdanken ist, dass die Show erst einmal nicht stattfindet. Dem Veranstalter wurden auch von anderen Seiten Steine in den Weg gelegt. Allerdings scheint es auch nicht aufgeben zu wollen. Irgend etwas wird er wohl auf die Beine stellen, mit oder ohne Delfine.

In allen Medien und Social Networks konnte man in den letzten Tagen die Nachwirkungen der starken Regenfälle verfolgen und die Nachwirkungen werden noch lange zu spüren sein. Der Beutelwolf-Blog wird keine Chronik der vergangenen Tage geben. Ich wüsste auch nicht, was ich schreiben soll und kann. Worte mögen vielleicht helfen, sind aber nur Worte und können nicht über die erlittenen Verluste und entstandenen Schäden hinwegtrösten.

Auch einige Zoos und Wildparks leiden unter den Wassermassen und einige Tiere kamen ums Leben.
Meines Wissens hat es den Zoo in Prag und den Tiergarten in Bernburg besonders schlimm getroffen.

Bernburg

Tiergarten ist noch nicht vom Saale-Hochwasser betroffen
Durch die ergiebigen Niederschläge der vergangenen Tage und Wochen ist der Pegel der Saale auch im Raum Bernburg stark angestiegen. Der Fluss ist dadurch über weite Strecken ausgeufert. Zur Stunde besteht jedoch keine akute Überschwemmungsgefahr für den Bernburger Tiergarten. Auch die Zuwegung ist nicht beeinträchtigt. Die Einrichtung bleibt deshalb am Sonntag, den 2. Juni 2013 geöffnet.
Wie sich die Lage für den Tiergarten in den nächsten Tagen entwickeln wird, ist schwer vorhersagbar. Wir werden deshalb hier kurzfristig über eventuelle Veränderungen berichten.
Als reine Vorsichtsmaßnahme wurden einige Tiere bereits innerhalb des Tiergartens in höher gelegene Gehege umgesetzt. Dies betraf zum Beispiel Zackelschafe und Bunte Bentheimer Schweine. (02.06.2013, 08:45 Uhr)

Tiergarten Bernburg schließt bis auf weiteres wegen Überflutungsgefahr
Als Folge des weiterhin steigenden Oberpegels muss kurzfristig mit dem Beginn der Überflutung des Tiergartengeländes gerechnet werden. Auch die Passierbarkeit der Krumbholzallee wird dann beeinträchtigt sein. Der Tiergarten bleibt deshalb bis auf weiteres geschlossen.
Eine zusätzliche, schwer einzuschätzende Gefahr geht derzeit auch von umstürzenden Bäumen aus. (02.06.2013, 22:30 Uhr)

Das Wasser kommt (1. Hochwassertag)
Seit ungefähr 8:00 Uhr dringt das Hochwasser der Saale in den Tiergarten ein und füllt zunächst die Senken. Letzte Vorbereitungsmaßnahmen wurden getroffen.
Zahlreiche Tiere wurden innerhalb des Tiergartengeländes in höher gelegene Gehege umgesetzt. Ein Teil der tierischen Bewohner wurde in die Zoos von Halle und Aschersleben evakuiert. An einem Wirtschaftsweg wurde eine große Esche entwurzelt und versperrt dort seitdem die Zufahrt.
Die Pegel der Saale entwickeln sich weiterhin besorgniserregend. Es ist damit zu rechnen, dass der Höchststand von 2011 schon bald eingeholt werden könnte. (03.06.2013)

Tiergarten Bernburg bleibt bis auf weiteres wegen Hochwassers geschlossen
Am 3. Juni gegen 8:00 Uhr begann die Überflutung des Tiergartengeländes. Die Krumbholzallee wurde für den Straßenverkehr gesperrt (03.06.2013)

Mehr über die vom Hochwasser betroffenen Zoos und ihren Helfern findet man auf den entsprechenden Seiten bei Facebook.

Der Zoo von Prag hat auch ein Spendenkonto eröffnet.

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