Zooticker

5.06.2013, PETA
Zoo Schönbrunn verstümmelt Flamingo-Küken – PETA kritisiert gängige Praxis
Wien / Gerlingen, 5. Juni 2013 – Der Zoo Schönbrunn in Wien feiert den Brut-Erfolg mehrerer Rosaflamingo-Küken. Doch für die Jungtiere wird sich schon bald die grausame Zoorealität einstellen, warnt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. Denn rechtzeitig zur Flugfähigkeit werden die jungen Flamingos vom Zoopersonal verstümmelt. Um für die Zoobesucher eine angeblich artgerechte Haltung in einer Außenanlage zu inszenieren, ist es in deutschen und österreichischen Zoos – so auch in Wien – gängige Praxis, Vogelarten wie Flamingos und Pelikanen die Flugfedern zu beschneiden. PETA fordert ein generelles Zuchtverbot für Tiere in zoologischen Einrichtungen, um Praktiken wie diese zu vermeiden. Zoos sind ausgestaltete Gefängnisse und kein artgerechter Lebensraum für Tiere. Die zukünftige Rolle zoologischer Einrichtungen sieht PETA als Auffangstationen für Tiere, die sich in Notlagen befinden, wie etwa Tiere aus Zirkusbetrieben.
„Die Flügel eines Vogels zu stutzen ist genauso brutal, wie einem gesunden Menschen grundlos beide Beine zu amputieren“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Flamingos können in einer Nacht bis zu 600 Kilometer weit fliegen und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 60 Stundenkilometern. Im Zoo Schönbrunn werden die Flamingos für immer ihrer Flugfähigkeit beraubt. Jeder Zoobesucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass er diese Vogel-Verstümmelung mit seinem Eintrittsgeld unterstützt“.
(Mehr dazu hier)

Das Beschneiden von Schwungfedern mit der Amputation von Beinen zu vergleichen ist etwas übertrieben. Im Gegensatz zu Beinen wachsen Federn wieder nach. Es stellt sich auch die Frage, ob die Flamingos sowohl die Fluggeschwindigkeit, als auch die Weite unbedingt erreichen müssen.

08.06.2013, animal public
Tierschützer empört über Verband Deutscher Zoodirektoren
Am Mittwoch veröffentlichten die Tierschutzorganisationen animal public e.V., Born Free Foundation und Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. in Brüssel einen Report über die mangelhafte Umsetzung der EU-Zoorichtlinie in Deutschland. Dass der Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) nun in einer Pressemitteilung die Studie anzweifelt, statt sich sachlich mit den Kritikpunkten auseinander zu setzen, empört die Tierschützer.
In der Europäischen Union müssen seit 2002 alle Zoos die Vorgaben der EU-Zoorichtlinie (Richtlinie 1999/22/EG) erfüllen. In den letzten vier Jahren hat das Tierschutznetzwerk ENDCAP im Rahmen einer großangelegten Studie (www.euzooinquiry.eu) in verschiedenen europäischen Mitgliedstaaten untersucht, ob diese Richtlinie umgesetzt wird. Auch in Deutschland wurden 25 zufällig ausgewählte Zoos mit insgesamt 1974 Gehegen in Augenschein genommen.
Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Rund die Hälfte der untersuchten Tiergehege sind nicht geeignet die spezifischen Bedürfnisse der darin gehaltenen Tierart zu erfüllen. Sogar vom Bundesverbraucherschutzministerium veröffentlichte Mindestvorgaben werden bei 31% der Gehege nicht eingehalten. Schlecht schneiden die Zoos auch hinsichtlich ihres Beitrags zum Schutz bedrohter Arten und der Aufklärung der Öffentlichkeit ab. In den 25 untersuchten Zoos waren nur 2% der gezeigten Arten von der IUCN als vom „Aussterben bedroht“ gelistet.
Der Verband Deutscher Zoodirektoren hat in einer Pressemitteilung auf die Kritik reagiert. Darin zweifelt er die Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Untersuchung an. Aus Sicht der Tierschutzverbände empörend. Laura Zimprich, Sprecherin von animal public e.V., erklärt: „Der Verband Deutscher Zoodirektoren verhindert so eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema und somit auch dringend notwendige Verbesserungen zum Wohl der Tiere.“
Daniel Turner, Projektmanager der „EU Zoo Inquiry“ und Mitarbeiter der englischen Tierschutzorganisation Born Free erklärt: „Ich bin nicht überrascht über die unbegründeten Anschuldigungen des VDZ. Um es klar zu sagen, die EU-Zoorichtlinie schreibt vor, dass Zoos ihre Tiere unter Bedingungen halten müssen, die ihren biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen der jeweiligen Art Rechnung tragen. Die Ergebnisse unserer Untersuchung zeigen, dass Tiere nicht unter angemessenen Bedingungen gehalten werden. Die Richtlinie fordert ferner, dass alle Zoos zum Artenschutz beitragen und das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Bezug auf den Erhalt der biologischen Vielfalt fördern. Unsere Untersuchung zeigt, dass deutsche Zoos keinen signifikanten Beitrag zur Arterhaltung leisten und Papageien Fahrrad fahren zu lassen, ist sicherlich kein guter Beitrag um das Bewusstsein der Öffentlichkeit über den Erhalt der biologischen Vielfalt zu fördern. Wir empfehlen, dass der VDZ die Aktivitäten der Zoos sorgfältig untersucht, bevor er unsere Untersuchungsergebnisse kritisiert.“
Die Behauptung des VDZ, dass der Verband auftretende Missstände anprangern und sich konsequent für Verbesserungen einsetzen würde, halten die Tierschutzverbände für nicht glaubhaft. Gerade der VDZ Mitgliedszoo „Tierpark Berlin“ schnitt in der Untersuchung besonders schlecht ab. Dort wurden nicht nur unstrukturierte Käfige ohne Rückzugsmöglichkeiten dokumentiert, sondern auch extrem verhaltensgestörte Bären und widerrechtlich kupierte Vögel.
„Die mangelnde Bereitschaft des Verbands Deutscher Zoodirektoren sich mit den Untersuchungsergebnissen sachlich auseinander zu setzen, macht deutlich, wie wichtig es ist, dass die Zootierhaltung strenger reguliert und kontrolliert wird“, so Laura Zimprich.

Zu meiner Schade muss ich gestehen, dass ich im letzten Zooticker eben jene Studie sträflich vernachlässigt habe. Mit keinem Wort wurde das fragliche Dokument erwähnt, weshalb ich mir erlaube, dieses Versäumnis nachzuholen, damit der Leser sich ein eigenes Bild der Sachlage machen kann.

05.06.2013, animal public
Zoo-Report: Deutsche Zoos erfüllen nicht die Anforderungen der EU-Zoorichtlinie
Am 05. Juni 2013 haben die Tierschutzorganisationen animal public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und Born Free Foundation im Europäischen Parlament in Brüssel einen im Auftrag von ENDCAP erstellten Report zur Zootierhaltung in Deutschland vorgestellt. Der im Rahmen der EU Zoo Inquiry 2011 erstellte Report zeigt auf, dass deutsche Zoos nicht hinreichend den Anforderungen der EU-Zoorichtlinie genügen.
In der Europäischen Union müssen Zoos seit 2002 die Vorgaben der EU-Zoorichtlinie (Richtlinie 1999/22/EG) erfüllen. Diese schreibt vor, dass Zoos einen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten und zur Aufklärung der Öffentlichkeit leisten müssen und ihre Tiere in artgerecht ausgestalten Gehegen zu halten haben. Im Rahmen der vom Tierschutznetzwerk ENDCAP in Auftrag gegebenen EU Zoo Inquiry 2011 (www.euzooinquiry.eu) wurde untersucht, ob die Zoos in der EU diese Maßgaben erfüllen. Dafür wurden rund 200 zoologischen Gärten in 21 Mitgliedstaaten besucht, darunter auch 25 zufällig ausgewählte Einrichtungen in Deutschland.
Am 05. Juni 2013 stellten die Tierschutzorganisationen animal public e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. und Born Free Foundation im Europäischen Parlament in Brüssel den Report mit den Ergebnissen der Untersuchung in Deutschland vor.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass der Beitrag deutscher Zoos zum Schutz bedrohter Arten deutlich geringer ist, als man annehmen mag. Die Mehrheit der gehaltenen Arten in den 25 deutschen Zoos haben kaum oder gar keine Priorität für den Artenschutz. Nur 14,92% der Arten gelten als global gefährdet, und speziell sind nur 2% auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ kategorisiert. Zudem erfüllt etwa die Hälfte der von uns untersuchten Tiergehege nicht die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Tierart. In drei der 25 Zoos waren die Haltungsumstände bzw. der Gesundheitszustand bestimmter Tiere derart besorgniserregend, dass schon während der Untersuchung die zuständigen Veterinärbehörden informiert wurden.
Bedenklich ist aus Sicht der Tierschutzverbände, dass es in vielen Zoos dem Publikum möglich ist Tiere unkontrolliert zu füttern und bedrohte Wildtierarten für zirkusähnliche Shows genutzt werden. Diese Aktivitäten laufen dem Bildungsauftrag der Zoos zuwider. Sie vermitteln so einen vollkommen falschen Eindruck vom natürlichen Verhalten der Tiere und gefährden mitunter sogar Besucher und Tiere.
animal public e.V., sieht nicht nur die Zoobetreiber, sondern auch die Bundes- und Landesregierungen in der Verantwortung. Um einen effektiven und einheitlichen Vollzug des Tier- und Artenschutzrechts zu gewährleisten, braucht es konkrete, rechtsverbindliche Haltungsvorgaben, die dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung entsprechen. Die Verbände fordern zudem einheitliche Verfahrensregelungen, die die Vorgaben der EU-Zoorichtlinie bzw. des Bundesnaturschutzgesetzes konkretisieren, damit gewährleistet werden kann, dass die Zoos ihrem Auftrag hinsichtlich ihrer Artenschutz- und Bildungsverpflichtungen gerecht werden.
Die Organisationen hoffen, dass die Ergebnisse der kostenintensiven und langwierigen Untersuchung dazu beitragen werden, dass die EU-Kommission und die Bundesregierung geeignete Maßnahmen treffen, um sicherzustellen, dass zukünftig alle deutschen Zoos zumindest die Anforderungen der EU-Zoorichtlinie erfüllen.

Den Report selber findet man hier.

Und das ist die Reaktion des Verbands Deutscher Zoodirektoren:

07.06.2013, VdZ
„EU-Zoo Report“: Verband Deutscher Zoodirektoren weist Vorwürfe zurück
07.06.2013 – Liebefeld. Die zoofeindlichen Tierschutzorganisationen Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), animal public e.V. und Born Free Foundation haben am 5. Juni 2013 im Europäischen Parlament in Brüssel einen im Auftrag von ENDCAP (= end captivity – Schließt die Zoos) erstellten Report zur Zootierhaltung in Deutschland vorgestellt. Der im Rahmen einer Erhebung in 25 öffentlich zugänglichen Tierhaltungen aus den Jahre 2009/10 erstellte Bericht will aufzeigen, dass deutsche Zoos nicht hinreichend den Anforderungen der EU-Zoorichtlinie genügen.
Angeblich haben die Organisationen drei Jahre benötigt, um die in den 25 Einrichtungen erhobenen Daten zu analysieren. Dass diese Daten mittlerweile veraltet sind, z.B. weil zwei der 25 Einrichtungen gar nicht mehr existieren und in anderen die Leitung gewechselt hat, kümmert sie nicht. Ein Schelm, wer denkt, der Zeitpunkt der Veröffentlichung habe etwas mit den aktuellen Diskussionen um das Säugetiergutachten zu tun.
An dem Anlass nahmen etwa 15 Personen teil, darunter etwa 6-7 Europaparlamentarier oder deren Assistenten. Bei den übrigen handelte es sich hauptsächlich um Vertreter der zoofeindlichen Tierschutz-Organisationen selbst, darunter auch Claudia Hämmerling, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, die die Plattform nutzte, um einmal mehr über den Tierpark Berlin herzuziehen.
Am 6. Juni veröffentlichte der Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ) die unten als PDF verfügbare Pressemitteilung, in der er die in dem Bericht erhobenen Vorwürfe zurückweist. „Der Report arbeitet mit pauschalen Vermutungen und Behauptungen und versucht, die Zoologischen Gärten insgesamt in Misskredit zu bringen. Für die organisierte Tiergärtnerei in Deutschland, also alle im VDZ, der Deutschen Tierpark-Gesellschaft oder im Deutschen Wildgehegeverband zusammengeschlossenen Einrichtungen, sehe ich diese Missstände nicht“, stellt Theo Pagel, Präsident des VDZ dazu fest.
Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Untersuchung sind zweifelhaft. So werden die Namen der für die Studie verantwortlichen Autoren unter Verschluss gehalten. Wissenschaftlich unlauter ist auch die Auswahl der analysierten Zoos, die angeblich „dem Zufallsprinzip“ folgt, was aber aus verschiedenen Gründen nicht stimmen kann. Auch unter zoologischen Gesichtspunkten sind viele der aufgeführten Kritikpunkte nicht haltbar. So wird die Gefahr möglicher Krankheitsübertragungen durch den Kontakt von Wildtieren mit Zoobesuchern maßlos übertrieben dargestellt, oder es wird suggeriert, im Zoo frei laufende Tiere, wie Maras oder Pfauen, würden die einheimische Artenvielfalt gefährden, wofür es überhaupt keine Anhaltspunkte gibt. Auch die Kritik an der Integration von Tieren in Shows- und Fütterungsvorstellungen greift für alle im VDZ organisierten Zoos zu kurz. VDZ-Mitgliedzoos setzen Tiere nur entsprechend ihres natürlichen Verhaltens- und Bewegungsmusters ein, wie der Verbandspräsident betont.
Der VDZ vereinigt die wissenschaftlich geleiteten Zoos im deutschsprachigen Raum und setzt sich für richtig verstandenen Tierschutz, eine gute Zootierhaltung und die Beseitigung von Missständen ein. Dabei unterstützt er die für den Vollzug der Zoo-Richtlinie bzw. des Bundes-Naturschutzgesetzes nach Kräften, wo dies gewünscht wird. Aus Sicht des VDZ wäre es wünschenswert, die Zahl der in Verbänden organisierten Zoos zu erhöhen und als Folge davon einheitlich hohe Standards, wie sie in den großen und durch den VDZ vertretenen Zoos gelten, zu etablieren.

Die Pressemitteilung vom 5. Juni:
„Zoo Report“: Verband Deutscher Zoodirektoren weist Vorwürfe zurück
Köln, 6. Juni 2013. Der Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. (VDZ) weist die von verschiedenen Organisationen im Rahmen des sogenannten „EU Zoo Reports“ erhobenen Vorwürfe zurück. Die Studie unterstellt deutschen Zoos unter anderem mangelnde Fürsorge und die Durchführung nichtartgerechter Tiershows. Untersucht wurden bundesweit 25 Wildtiere haltende Einrichtungen, darunter auch zehn Zoologische Gärten, die dem VDZ angehören. „Der Report arbeitet mit
pauschalen Vermutungen und Behauptungen und versucht, die Zoologischen Gärten insgesamt in Misskredit zu bringen. Für die organisierte Tiergärtnerei in Deutschland, also alle im VDZ, der Deutschen Tierpark-Gesellschaft oder im Deutschen Wildgehegeverband zusammengeschlossenen Einrichtungen, sehe ich diese Missstände nicht“, so Theo Pagel, Präsident des VDZ.
Mangelnde Wissenschaftlichkeit, zweifelhafte Methodik
Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Untersuchung sind zweifelhaft. So werden die Namen der für die Studie verantwortlichen Autoren unter Verschluss gehalten. Wissenschaftlich unlauter ist auch die Auswahl der analysierten Zoos, die angeblich „dem Zufallsprinzip“ folgt. Dem widerspricht, dass einerseits VDZ-Mitgliederzoos überproportional stark vertreten sind. So wurden zehn der insgesamt 50 VDZ-Zoos ausgewählt – und nur 15 der rund 550 übrigen Tiergärten. Auffällig ist andererseits die nicht-repräsentative geographische Verteilung der untersuchten Zoos mit
unverhältnismäßig starkem Schwerpunkt auf Norddeutschland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zudem ist der Report veraltet – der Untersuchungszeitraum liegt bereits drei Jahre zurück.
Fehlende zoologische Urteilskraft
Auch unter zoologischen Gesichtspunkten sind viele der aufgeführten Kritikpunkte nicht haltbar. Die Gefahr möglicher Krankheitsübertragungen durch den Kontakt von Wildtieren mit Zoobesuchern wird äußerst übertrieben dargestellt. Weder dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung noch dem Helmholtz-Institut ist im letzten Jahrzehnt auch nur ein einziger Fall dieser Art aus Deutschland bekannt geworden. Zoos sind darüber hinaus für viele Menschen in Deutschland die einzige Möglichkeit, Wildtiere hautnah erleben und buchstäblich begreifen zu können. Ein Anspruch, mit dem Zoologische Gärten nicht zuletzt ihrem Bildungsauftrag gerecht werden – und Menschen für den Wert von Tier- und Naturschutz sensibilisieren. Die Kritik an der Integration von Tieren in Shows und Fütterungsvorstellungen greift für alle im VDZ organisierten Zoos ebenfalls zu kurz. VDZMitgliedzoos setzen Tiere nur entsprechend ihres natürlichen Verhaltens- und Bewegungsmusters ein. Theo Pagel: „Beispielsweise sind Veranstaltungen mit Kalifornischen Seelöwen, die Bälle jonglieren, alles andere als Zirkus. Solche Vorführungen dienen der Beschäftigung und der Edukation
gleichermaßen. Die Tiere werden auf diese Weise aktiviert ihre Barthaare, die sie im Freiland mit denselben Bewegungen zum Beutefinden nutzen, einzusetzen – ein spielerischer Vergleich“.
Steht für höchste Qualitätsstandards
Der VDZ vereinigt die wissenschaftlich geleiteten Zoos im deutschsprachigen Raum und setzt sich für
richtig verstandenen Tierschutz und gute Zootierhaltung ein. „Dort, wo Missstände auftreten prangern wir diese auch an und setzen uns konsequent für Verbesserungen ein“, erklärt Pagel.
Allerdings liegt die Umsetzung der EU-weit gültigen Zoorichtlinien nicht in Händen des VDZ. Zudem werden Zoos regelmäßig durch die Behörden geprüft. Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus lassen sich im VDZ zusammengeschlossene Zoos zunehmend und nach einem aufwendigen Prozess durch die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), den Europäischen Zoo-Verband, prüfen und somit letztlich zertifizieren. Das durch den VDZ maßgeblich mit vorangetriebene Verfahren trägt dazu bei, die Tierhaltung in Deutschland stets auf neuestem zoologischen Stand zu halten. Verfahren wie diese sind allerdings nur über feste Verbandsstrukturen und -vorgaben umsetzbar. „Von den 600 in Deutschland existierenden Tierparks sind nur rund 200 gemeinschaftlich organisiert. Es ist wünschenswert, diese Zahl zu erhöhen und einheitlich hohe Standards, wie sie in den großen und durch den VDZ vertretenen Zoos gelten, zu etablieren“, erläutert Theo Pagel.

07.06.2013, Tierpark Zittau
Die Mitarbeiter des Tierparks Zittau verfolgen mit Bestürzung die dramatische Entwicklung der Hochwasserlage, insbesondere im Tiergarten Bernburg.
Die Kollegen dort erleben im Moment wahrscheinlich die schlimmste Zeit ihres Lebens.
Unsere Region hat dieses Mal Glück gehabt, denn entgegen unserer schlimmsten Befürchtungen verursachten die Wassermassen in Mandau und Neisse keine schlimmen Überschwemmungen, und auch die Dämme hielten stand.
Aber wir haben natürlich nicht vergessen, dass wir uns 2010 in einer ebenso furchtbaren Situation befanden wie heute die Menschen in Bernburg . Wir haben damals aber auch die Erfahrung überwältigender Anteilnahme, Unterstützung und Spendenbereitschaft machen dürfen. Und wir wissen nur zu genau, wie wichtig all dies in einer solchen Lage ist, um überhaupt wieder nach vorn schauen zu können.
Natürlich werden wir, sobald es die Situation dort sinnvoll erscheinen läßt, mit einigen Kollegen nach Bernburg fahren, um selbst bei den Aufräumungs- und Aufbauarbeiten mit Hand anzulegen.
Aber wir möchten auch zur dringend notwendigen finanziellen Unterstützung beitragen.
Aus diesem Grund wird es am 23.06.2013 eine Benefizveranstaltung geben, deren Erlös dem Tiergarten Bernburg zugute kommt.
Kreuzen Sie sich diesen Tag im Kalender an, kommen Sie in den Tierpark Zittau.
Das Eintrittsgeld und die Einnahmen aus Pony- und Kamelreiten, Kräuterküche und Bastelstand dienen der Unterstützung des Tiergartens Bernburg.
Auch wenn das genaue Programm noch nicht feststeht, lohnt sich ein Besuch an diesem Tag auf alle Fälle.
Um 10 Uhr beginnt das Kinderprogramm ganz musikalisch mit Leichtfuß und Liederliesel. Eine Hüpfburg, Bastel- und Schminkstände und viele Überraschungen lassen den Tag zu einem besonders schönen Erlebnis für die ganze Familie werden.
Also, gönnen Sie sich und Ihrer Familie ein paar schöne Stunden und tun ganz nebenbei noch Gutes. Wir freuen uns auf viele Besucher!

07.06.2013, AOK
Aktionstag im Tierpark Hellabrunn
Mit allen Sinnen erleben: AOK-Tierpark-Rallye mit Rahmenprogramm am 22. und 23. Juni 2013 von jeweils 9 – 18 Uhr im Tierpark Hellabrunn.
„Mit allen Sinnen erleben“ – das ist das Motto am 22. und 23. Juni 2013 von jeweils 9 – 18 Uhr im Tierpark Hellebrunn. Beim AOK-Aktionstag steht eine spannende Tier-Rallye für die ganze Familie auf dem Programm. Mit speziellen Riech-, Fühl- und Sehtests entdecken die Teilnehmer spielerisch die Unterschiede zwischen Mensch und Tier.
Mitmachen darf jeder. Besucher zahlen lediglich den regulären Eintrittspreis in den Tierpark Hellabrunn.
Alle Rallye-Teilnehmer bekommen eine Urkunde. Wer beim Gewinnspiel richtig tippt, kann sich vielleicht sogar über eine Familienjahreskarte für den Tierpark oder Kinotickets für das Cinemaxx München freuen. Bei den AOK-Experten gibt es Tipps zu den Themen Fitness und Gesundheit. Und auch das AOK-Maskottchen Jolinchen ist im Tierpark mit dabei.
Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung verschoben. Eine Terminverlegung wird ab 19. Juni an dieser Stelle kommuniziert.

12.06.2013, Schwarzwaldzoo Waldkirch
Schlimmer und dreister Tier-Diebstahl im Schwarzwaldzoo Seidenhühnen und Laufenten entwendet!
Der Generationenzoo Schwarzwaldzoo, der sich dank der Initiative des „Freundeskreises Schwarzwaldzoo e.V.“ gerade langsam hin zu einem Erlebniszoo verändert, ist von einem schlimmen und dreisten Tierdiebstahl betroffen. In den ersten beiden Juni-Wochen wurden große und kleine Seidenhühner, sowie große und kleine Laufenten aus den Gehegen entwendet. Im aktuellen Fall des Diebstahls von 5 jungen Laufenten wurde von der Täterin oder dem Täter sogar mit einem scharfen Gegenstand das Schutznetz zerschnitten, bevor die Tiere gestohlen wurden. Das ist kein Kavaliersdelikt!
Wir wollten und wollen aus dem Schwarzwaldzoo keinen Hochsicherheits-Trakt machen und bitten daher alle Tierfreunde und Besucher, uns per Mail zu informieren, falls Seidenhühner oder Laufenten in Ihrer Nachbarschaft oder Umgebung zum Kauf angeboten werden. Im Namen der Tiere sowie der kleinen und großen Besucher danken wir Ihnen schon vorab für Ihre Bereitschaft Augen und Ohren offen zu halten.

12.06. 2013, Tiergarten Schönbrunn
Tiergarten ist bester Zoo Europas 2012
Bereits zwei Mal in Folge (2008 und 2010) wurde der Tiergarten Schönbrunn vom britischen Zooexperten Anthony Sheridan zum „Besten Zoo Europas“ gekürt. 2012 erreicht der Tiergarten in der Gruppe A (Zoos mit mehr als einer Million Besuchern jährlich) erneut den ersten Platz.
37 Kriterien von Artenvielfalt bis Zoopädagogik. Insgesamt hat Sheridan 92 wissenschaftlich geführte Zoos in 23 europäischen Ländern anhand von umfangreichen Fragebögen, Jahresberichten, Gesprächen mit den Zoodirektoren und ausführlichen Zoobesuchen beurteilt. Die Qualitätsbeurteilung stützt sich mittlerweile auf 37 Kriterien – wie etwa Tierhaltung, Artenvielfalt, Artenschutz, Investitionen, Marketing, Besucherzahlen, Zoopädagogik und Personal.
Top-Bewertungen in allen Bereichen. „Als einziger Zoo erreicht der Tiergarten Schönbrunn in allen Kategorien eine hohe Punktezahl. Darüber hinaus besitzt er ein einzigartiges Ambiente, das von Millionen von Besuchern geschätzt wird und auch international Beachtung findet“, so Sheridan. Knapp hinter Schönbrunn folgen auf Platz zwei und drei die Zoos Leipzig und Zürich, die für ihn gemeinsam mit dem Tiergarten Schönbrunn derzeit eindeutig die „Top Zoos in Europa“ sind. Der Experte hat in den vergangenen Jahren 440 Zoobesuche absolviert. Zoos erfüllen für ihn eine wichtige Rolle. „Gute Zoos sind für die Gesellschaft sehr wichtig, da sie Menschen die Vielfalt der Tierwelt erleben lassen, die Bedeutung des Artenschutzes vermitteln und ihnen darüber hinaus ein reizvolles Freizeiterlebnis bieten.“
Fokus auf Artenschutz, Forschung und Bildung. „Nicht nur die Besucherzahlen von jährlich über zwei Millionen, sondern vor allem die wiederholte Auszeichnung zum besten Zoo Europas bestätigen uns, dass sich der Tiergarten auf dem richtigen Weg befindet“, freut sich Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Besonders stolz ist sie, dass der Tiergarten in allen Bereichen, vom Artenschutz bis zur Familienfreundlichkeit, sehr gute Bewertungen erhalten hat. Als wissenschaftlich geführter Vorzeigezoo legt der Tiergarten gemäß seines Mottos „Arten schützen und erhalten“ seinen Fokus aber vor allem auf Arten- und Biotopschutz, Bildung und Forschung. Schratter: „Wir möchten unsere Besucher für die Welt der Tiere begeistern und ihr Bewusstsein für Natur- und Artenschutz fördern. Nur wenn die Besucher sehen, dass sich die Tiere bei uns wohlfühlen, können wir sie auch für unsere Anliegen gewinnen.“
Erfolgsgeschichte dank Investitionen. Um zu den führenden Zoos zu gehören, sind laut Sheridan in Zukunft vor allem große Investitionen nötig. Der Tiergarten, der seit 1992 als GesmbH geführt wird, deckt seine Ausgaben mittlerweile fast zur Gänze durch Einnahmen. Bauprojekte wären jedoch ohne den Einsatz von Bundesgeldern nicht denkbar. „Das Wirtschaftsministerium hat seit Gründung der Gesellschaft 83 Millionen Euro in Baumaßnahmen im Tiergarten investiert. In dieser Zeit hat der Tiergarten eine einzigartige Erfolgsgeschichte geschrieben und sich von einem Zoo, der knapp vor der Schließung stand, zum besten Zoo Europas entwickelt“, so Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner.
Touristen als wichtiger Beitrag. Mittlerweile ist der Tiergarten ein Aushängeschild für Wien und Zugpferd für den österreichischen Tourismus. „Gäste aus dem Ausland leisten einen entscheidenden Beitrag zu den Einnahmen. Im vergangenen Jahr war der Touristenanteil mit durchschnittlich 32% der Tagesgäste höher als je zuvor“, so Mitterlehner. „Als ältester Zoo der Welt ist der Tiergarten mit seinem historischen Ambiente natürlich einzigartig, die Auszeichnung zum besten Zoo Europas macht ihn als Sehenswürdigkeit noch attraktiver.“ Der Familienminister verweist zudem auf den Erfolg der günstigen Jahreskarte für Familien. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass Kinder schon früh Tiere nicht nur aus dem Bilderbuch kennen, sondern sie live erleben können. Daher freut es mich, dass es schon 102.000 Besitzer von Jahreskarten gibt.“

Ich habe damit der nächsten Zoopresseschau vorgegriffen, aber da sich die internationale Tierrechtsorganisation EndZOO ebenfalls zu dieser Auszeichnung äußerte, hat man hier beide Pressemitteilungen im Vergleich.

13.06.2013, EndZOO
Tiergarten Schönbrunn: „Bester Zoo“-Auszeichnung eine Farce?
Wien (OTS) – Die neuerliche Auszeichnung des Tiergarten Schönbrunns zum „Besten Zoo Europas“ trifft auf scharfe Kritik der internationalen Tierschutzorganisation EndZOO. Die Tierschützer bemängeln, dass Anthony Sheridan in seiner reinen Privat-Recherche, wie die Jahre zuvor auch, keinerlei Angaben darüber macht, wie er die Tierhaltungen bemessen und auf welcher Grundlage er sie in Schönbrunn für „gut“ oder „modern“ bewertet hat. Für die Jahre 2008-2010 findet
sich, so EndZOO, kein detaillierter Hinweis in seinen schriftlichen Ausführungen. Besonders sei für EndZOO „die höchste Punktzahl“ oder die „Bestnoten“ in punkto Artenschutz überhaupt nicht nachvollziehbar und stellt die ganze Studie und Schönbrunns Nr. 1 Platzierung in Frage. Denn wie die Tierschützer bereits 2012 veröffentlicht haben,
seien 88% der in der Wiener Zoo-Gefangenschaft lebenden Tierarten ohne einen Bedrohungsstatus. „Wenn Schönbrunns Artenschutz, der in Wirklichkeit keiner ist, als bester in Europa gilt, dann ist die gesamte europäische Zoo-Gefangenschaft als Ganzes in Frage zu stellen“, so die Organisation kritisch.
„Sheridans Ranking sagt nicht wirklich etwas über die Tierhaltung aus. Wer aber mit offenen und kritischen Augen durch Schönbrunn geht, findet alles andere als eine moderne und gute Tierhaltung vor. Diese Auszeichnung ist nur eine Augenauswischerei und soll das schlechte Image der Zoos aufpolieren“, so Zoo-Experte und EndzOO-Sprecher Frank Albrecht kritisch. „Sheridan, Bachelor of Economics, war zuvor in der Elektroindustrie tätig und begann erst
2007 damit, Zoos zu besuchen und zu analysieren. Zudem stützt sich seine Bewertung und Beurteilung großenteils auf die Zuarbeit der Zoos. Das spricht nicht gerade für eine kritische und unabhängige Bewertung.“

Übrigens habe ich einen interessanten Artikel über Frank Albrecht gefunden. Wer wissen will, wer dieser Zoo-Experte ist findet hier einige Antworten.

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