Berlin, Elefanten, Blaskiewitz …

Ursprünglich sollte der Skandal um HORAS Teil des Zootickers sein, aber nachdem es zu diesem Thema (und zu Berlin und Zoodirektor Blaszkiewitz) sehr viel zu schreiben und sagen gibt (und bei weitem noch viel mehr, aber das spare ich mir vorerst) habe ich mir erlaubt einigen Pressemitteilungen zum Thema Berlin und Horas einen eigenen Beitrag zu „widmen“.
Das letzte Wort zum Zoo und Tierpark in Berlin ist damit aber noch nicht gesagt.

26.07.2013
Elefant HORAS aus dem Tierpark Berlin leidet in der russischen Zoo-Hölle
EndZOO droht jetzt mit einem Boykottaufruf gegen Zoo und Tierpark

Berlin Friedrichsfelde – Seit Jahren kritisiert die Tierrechtsorganisation EndZOO die Abschiebung von Tierbabys und einstigen Publikumslieblingen durch den Zoo- und Tierparkdirektors Blaszkiewitz an dubiose Tierhändler oder in schlechte Tierhaltungen. Jetzt erreicht auch die einstige Abschiebung von Elefant HORAS im ukrainischen Zoo von Kiew ihren traurigen und tierquälerischen Höhepunkt. Mehrere Medien in Russland vermelden, dass HORAS psychisch krank sei, den ganzen Tag nur auf einem Punkt stehe und dort extremste Verhaltensstörungen zeigt. In einem Video ist das ausgeprägte „Weben“ von Horas dann auch deutlich zu erkennen. Solche extremen Verhaltensstörungen gehen nachweislich mit viel Leiden einher.
Im August 2009 wurde der noch viel zu junge HORAS (8), gemeinsam mit CINTA (8) und YOMA (8), brutal aus seinem Familienverband im Tierpark Berlin gerissen und an den Zoo in Rostow verschachert. Viel zu früh! Am 05.06.2012 wird HORAS, für 6000 Dollar und im Tausch für zwei Eisbären, allein nach Kiew abgeschoben, wo er unter der tierquälerischen Einzelhaltung nun offensichtlich zugrunde geht. Der Zoo in Kiew machte in den letzten Jahren mehrmals Schlagzeilen wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen und vielen dubiosen Todesfällen.
EndZOO fordert angesichts der andauernden und skrupellosen Abgabepraktiken des Zoodirektors nun erneut seinen sofortigen Rücktritt. Zudem droht die Tierschutzorganisation erstmals mit einem Tierpark-Boykottaufruf, sollte Blaszkiewitz nicht schnellstmöglich in Ruhestand gehen.
„Elefanten sind hoch entwickelte und sehr soziale Tiere. Diese Haltung, in völliger sozialer Isolation und sozialer Armut, kommt für den noch sehr jungen HORAS einer psychischen Folter gleich. Diese Einzelhaft ist, angesichts der sichtbaren Verhaltensstörungen, mit erheblichen und lang anhaltenden psychischen Leiden verbunden. Horas geht in Kiew gerade eindeutig durch die Hölle“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Viel zu lange war man in Berlin untätig. Unzählige Tierindividuen mussten und müssen noch immer unter dem mittelalterlichen Führungsstil und fragwürdigen Entscheidungen von Blaszkiewitz leiden.“
Aktuelle Aussagen aus Russland zu HORAS psychischen Problemen:
Kiew-Zoodirektor Eugene Kyrylyuk: “Es ist nicht möglich, mehr als einen Elefanten zu halten.” (www.newlife-school.ru vom 13.07.2013)

Ignorante und unsachliche Aussage der Cheftierärztin des Zoos Inna Vasylkivska: “Manchmal manifestiert sich das stereotype Verhalten bei einem Elefanten. Aber es ist keine Krankheit.” (www.korrespondent.eu vom 14.07.2013)

“Aufgrund fehlender Finanzen sind weitere Umbauarbeiten gestoppt worden.” (www.korrespondent.eu vom 14.07.2013)

“Der ehemalige Bürgermeister Alexander Omeltschenko verspricht, HORAS an einen anderen Zoo abzugeben, wenn dessen Zustand sich verschlechtere.” (www.kiev.unian.net vom 15.07.2013)

“Der Kiewer Zoo hat Millionen Schulden, viele Altschulden und kann keine Gehälter an die Mitarbeiter zahlen. Im städtischen Haushalt gibt es ebenfalls kein Geld für den Zoo.” (www.kiev.unian.net vom 15.07.2013)

Aktuell: Nach dem Bekanntwerden über HORAS psychische Probleme in einigen Medien und einem Protestbrief einiger Mitarbeiter an die Stadt, müssen Mitarbeiter einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnen und werden somit mundtot gemacht. (www.cripo.com.ua und www.vesti.ua)

HIER geht es zu einem russischen Artikel, der über die schlechten Haltungsbedingungen im gesamten Zoo berichtet!
HIER geht es zum russischen Artikel der über HORAS psychischen Leiden berichtet!

In den letzten Monaten wurde und wird der Berliner Zoochef gehäuft von den Medien (und Politikern und wer auch immer in Wunden wühlen will) angegriffen. Derzeitiger Höhepunkt ist der Rücktritt der Geschäftsführerin des Tierparks und kaufmännischer Vorstand des Zoologischen Gartens, Gabriele Thöne.

26.07.2013, Hauptstadtzoos
Ausscheiden von Gabriele Thöne aus Vorstand und Geschäftsführung von Zoo und Tierpark Berlin
Gabriele Thöne, seit 2008 kaufmännischer Vorstand der Zoologischer Garten Berlin AG und Geschäftsführerin der Tochtergesellschaft Tierpark Berlin GmbH, scheidet zum 30. September aus der Leitung beider Unternehmen aus. Frau Thöne verlässt die Zoologischer Garten Berlin AG und die Tierpark Berlin GmbH auf eigenen Wunsch.
Der Aufsichtsrat hat die Entscheidung von Frau Thöne heute mit Bedauern und Respekt zur Kenntnis genommen. „Der Arbeit von Frau Thöne gilt unsere höchste Anerkennung. Gabriele Thöne hat in den vergangenen nunmehr fast fünf Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Konsolidierung und Weiterentwicklung von Zoo und Tierpark geleistet“, sagt Aufsichtsratschef Frank Bruckmann, „für ihr Engagement, ihre Verbindlichkeit und ihren Sachverstand gebührt ihr der ausdrückliche Dank des Aufsichtsrats, der Mitarbeiter und all jener, denen Zoo und Tierpark am Herzen liegen“.
Gabriele Thöne fühlt sich den Belangen von Zoo und Tierpark weiter verpflichtet: „Wo immer es mir künftig möglich ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass beiden Gesellschaften und ihren Mitarbeitern mit der ihnen gebührenden Achtung begegnet wird“, betont sie.
Für Fragen steht Ihnen gern Frau Claudia Bienek zur Verfügung.

(gehört eigentlich in die Zoopresseschau, passt aber auch gut in den Zooticker)

Ich bin gespannt welche Konsequenzen sich für Zoo und Tierpark ergeben werden und wie die Reaktion von Dr. Bernhard Blaszkiewitz aussehen wird.
Auch als Nichtberliner bin ich der Meinung, dass sowohl Zoo als auch Tierpark erhalten werden müssen, es sich aber einiges ändern (und verändern) muss, damit das auch pasiert.

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