Ein Hund zieht ein – Erstausstattung Hund

von Luisa Dziki

Die deutschen Hundehalter haben 2012 für ihre Haustiere 1340 Millionen Euro aus, davon entfallen 164 Millionen alleine auf Hundezubehör, wie Spielzeug, Halsbänder, Leinen und Hundekissen. Hand auf Herz – wie viele Halsbänder hat Ihr Hund? Der bekannte Hundetrainier Martin Rütter macht sich in seiner neuen Comedy-Show „Der tut nix!“ mit einem aufgehäuften Bollerwagen über das viele nutzlose Hundezubehör lustig, das bei so manchen Hundebesitzer durch die Wohnung kullert. Doch was brauchen wir nun tatsächlich alles als „Erstausstattung“ für unseren Hund?

Grundausstattung

Bevor ein neuer Hund bei Ihnen einzieht, gibt es ein paar Dinge an Zubehör, die unter die „Must-have“ Fraktion fallen: Dazu gehören ein Halsband, eine Leine, 2 Näpfe und Futter. Idealerweise bekommt Ihr neues Familienmitglied in den ersten Tagen nach der Übernahme dasjenige Fressen, das er beim Vorbesitzer bekommen hat. Bedingt durch den Besitzerwechsel, die neue Umgebung, neue Regeln und ein neues Auslaufgebiet hat der Hund schon genug Stress zu verarbeiten. Bekommt er nun auch noch eine neue Futtersorte, schlägt das schnell auf den Magen und den Darm und Ihr neuer Mitbewohner bekommt Durchfall. Aus diesem Grund ist es ratsam, vorerst ein paar Tage das gewohnte Futter zu füttern und dann nach und nach die neue Futtersorte unterzumischen und den Anteil immer mehr zu erhöhen. Bei dem Halsband sollten Sie ein genügend breites Modell oder gar ein Brustgeschirr wählen, weil Sie nicht wissen, ob ihr neuer Hund bereits leinenführig ist. Zerrt er an der Leine oder springt gar in diese rein, und das Halsband ist dünn, drückt dieses auf die Luftröhre, den Kehlkopf, die Halswirbelsäule und viele weitere Strukturen, die dabei nachhaltig verletzt werden können. Ein breiteres Hals verteilt den Druck besser, noch hundeschonender ist allerdings ein Geschirr.

Ein breites Halsband verteilt den Druck besser (© Luisa Dziki)

Ein breites Halsband verteilt den Druck besser (© Luisa Dziki)

Sinnvolles Extrazubehör

Genau genommen reichen die oben genannten Artikel als Grundausstattung völlig aus, aber es gibt durchaus noch sinnvolle Extras, die unserem Hund und uns das Leben ein wenig komfortabler machen. Dazu gehört Spielzeug, ein Schlafplatz, Leckerli, ein Leuchthalsband und ein Erste-Hilfe-Set. Beim Spielzeug liegt schon der erste Stolperstein: Erstens sollte es hundegerecht sein – also möglichst stabil, ohne schädliche Stoffe und Kleinteilen, die abgebissen und verschluckt werden können – und vor allem sollte es nicht zu viel sein. 2 – 3 Spielzeuge langen völlig aus, wenn Sie es Ihrem Liebling nur begrenzt zur Verfügung stellen. So bleibt es auf längere Zeit interessant und es wird ganz nebenbei zu einer begehrten „Ressource“, die Sie verwalten und mit der Sie Ihren Hund bei Bedarf belohnen können. Liegt das Spielzeug dagegen ständig in der Wohnung verteilt herum, so wird es in der Regel bereits nach wenigen Tagen uninteressant. Beim Schlafplatz können Sie zwischen einem Kissen, einem Korb und einer einfachen Decke wählen. Eine einfache Fließdecke ist mit Sicherheit die billigste und einfachste Variante, jedoch kuscheln sich viele Hunde gerne an. Für diese Kandidaten ist ein Korb oder eine Kissen-Korb-Mischung ideal. Bei der Auswahl sollten Sie auf eine ausreichende Qualität und vor allem auf Reißfestigkeit des Materials achten, weil sonst das schöne neue Hundebett schon nach wenigen Tagen ein Opfer der Krallen und Zähne des Hundes geworden sein kann. 30 Jahre Garantie auf seine Materialien gibt zum Beispiel der Hundebettenhersteller „Smoothy“. Überprüfen Sie vor dem Kauf auch, ob sich das Hundebett abziehen und waschen lässt.

Eine Hundkorb-Bett Kombination ist bei vielen Hunden sehr beliebt (© Smoothy)

Eine Hundkorb-Bett Kombination ist bei vielen Hunden sehr beliebt (© Smoothy)

Rund um die Sicherheit

Für Spaziergänge in der Dämmerung und im Dunkeln empfiehlt es sich unbedingt ein Leuchthalsband zu kaufen. Gerade an den kurzen Wintertagen kommt man nicht drum herum auch bei Dunkelheit die eine oder andere Gassirunde zu drehen. Mit einem Leuchthalsband sehen Sie – und vor allem auch andere Passanten, sowie Autofahren und Radfahrer – Ihren Hund schon vom Weiten und Unfälle können besser vermieden werden. Bei langhaarigen Hunden reicht ein einfacher Leuchtanhänger in der Regel nicht aus, weil er nicht hell genug durch das Fell scheinen kann. Viele Hundehalter schwören auf das s.g. „Leuchtie“ Halsband, das mit starken LEDs sehr hell strahlt und so selbst langhaarige Hunde im dunklen Wald sichtbar bleiben. Immer im Haushalt und am besten auch im Auto mit dabei sollte ein kleines Erstehilfe-Set mit folgendem Inhalt sein:

  • Zeckenzange
  • Verbandsmaterial
  • Kompressen
  • Desinfektionsmittel
  • Schere
  • Eventuell Maulkorb (notfalls kann auch mit einer Mullbinde das Maul kurzfristig verschlossen werden, wichtig im Notfall, wenn der Hund sich nicht behandeln lassen will)
  • Pflasterspule
  • Fixierbinden
  • Handschuhe

Ein Schildchen mit Ihrer Telefonnummer am Halsband Ihres Hundes ist Gold wert, wenn Ihnen Ihr Liebling einmal abhanden kommt. So können die Finder Sie direkt anrufen und Sie können Ihren Hund schnell abholen. Generell sollten Sie ihn aber auch mit seiner Mikrochip Nummer bei Tasso registrieren, falls er sein Halsband oder den Anhänger verliert. So können Tierärzte, die Polizei oder das Tierheim schnell herausfinden, wem der Streuner gehört. Last but not least, sollten Sie sich noch um die Sicherheit im Auto kümmern. Ein Hundesicherheitsgeschirr verhindert zwar, dass der Hund vorne durch die Windschutzscheibe donnert, beim ADAC Test sind allerdings viele Modelle gerissen oder bewahrten den Dummy nicht davor, dass er an die Sitzrückseite donnert – ein echter Hund wäre schwer oder sogar tödlich verletzt worden. Am sichersten wurden stabile Hundetransportkisten für das Auto eingestuft – allerdings nur wenn diese fachmännisch eingebaut worden sind. Bedenken Sie hierbei bitte auch, dass es nicht nur um die Sicherheit Ihres Hundes geht, sondern auch um Ihre eigene! Schon ein kleiner 3Kilo schwerer Yorkshire Terrier kann bei einer Notbremsung zu einem lebensgefährlichen Geschoss werden.

 

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3 Antworten auf Ein Hund zieht ein – Erstausstattung Hund

  1. Bruno sagt:

    Hallo,
    danke für deinen ausführlichen Artikel.
    Kannst du auch sagen, wie hoch die Kosten für eine solche Erstausstattung sind?
    50€ oder eher 200-300€?

  2. Martin sagt:

    Hallo,
    ich habe den Bericht ja nicht geschrieben, kann dazu als Nichthundebesitzer auch keine Auskunft geben, aber vielleicht antwortet die Autorin ja. Ich wird mal sehen ob ich sie kontaktieren kann, dann kann ich (oder sie) dir auch weiterhelfen.
    Grüße
    Martin

  3. Luisa sagt:

    Hallo Bruno,

    tut mir leid, dass meine Antwort etwas auf sich hat warten lassen.
    Du kannst die Erstausstattung sowohl für 50 € bekommen, allerdings kannst du auch locker 300 € ausgeben.
    Dabei kommt es zum einen darauf an, wie groß dein Hund ist. Ein Hundebett in xs ist nunmal einfach billiger als eines in xxL und auch Halsbänder, Geschirre und Futterkosten sind für einen kleinen Hund nunmal einfach billiger.
    Zum anderen kommt es natürlich auch darauf an, wo du die Sachen und ob du nach Angeboten suchst oder lieber die „Luxus“ Variante haben willst. Ich empfehle zumindest bei den ersten Halsbändern und Körbchen meistens die billige Variante, zumindest wenn ein Welpe einzieht. Der Grund ist einfach, dass sie zum einen recht schnell aus den ersten Halsbändern rauswachsen und zum anderen, dass Anfangs eventuell das eine oder andere Bettchen noch angeknabbert wird. Das ist dann einfach ärgerlich, wenn es das super teure Premium Hundebett war.

    Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.

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