Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

03.07.2013, Deutsche Wildtier Stiftung
Marienkäfer & Co: Tierische Kämpfer gegen den großen Laus-Angriff!
Die Deutsche Wildtier Stiftung rät zu Nützlingen statt Gift im Garten
Hamburg, 3. Juli 2013. Sie tauchen aus dem Nichts auf, verbreiten sich invasionsartig auf Balkon- und Gartenpflanzen, sitzen meist am Stamm und saugen Pflanzensäfte: Blattläuse! Sie hinterlassen ihre klebrigen Ausscheidungen, können Viren und andere Pflanzenkrankheiten übertragen und am Ende des großen Laus-Angriffs bleiben gekräuselte, verkümmerte Blätter zurück. Pflanzenteile vertrocknen, junge Triebe sterben ab und die Blumenpracht ist dahin. Doch im Kampf gegen diese Schädlinge muss der Gärtner nicht gleich zu Chemie greifen. „Die Deutsche Wildtier Stiftung rät zu Nützlingen“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die hungrigen Einzelkämpfer sind tierisch erfolgreich: Eine einzige Marienkäfer-Larve vertilgt beispielsweise bis zu 150 Blattläuse am Tag.“
Die biologische Käfer-Kampfgruppe hat Verbündete: Florfliegen, Gallmücken und Raubmilben sind gegen Feinde wie Spinnmilben, Woll- und Schmierläuse ebenfalls unschlagbar. „Hobbygärtner und Balkonbesitzer müssen die hungrigen Nützlinge im Einsatzgebiet nur freilassen.“ Marienkäfer & Co kann man einfach im Internet bestellen. Sie werden im Larvenstadium verschickt, denn dann sind sie am gefräßigsten. Die tierische Schädlingsbekämpfung hat viele Vorteile: Sie ist selektiv, verschont andere Nützlinge wie Wildbienen und Falter, entlastet Böden und Grundwasser. Außerdem bleibt das Gemüse aus dem eigenen Garten frei von Rückständen durch Pflanzenschutzmittel. „Die Ausbringung der Nützlinge ist kinderleicht, unproblematisch und risikofrei“, sagt die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung.

05.07.2013, WWF Deutschland
Deutschland im Elch-Test
Deutschland ist nach WWF-Informationen „Elch-Einwanderungsland“. In Brandenburg gibt es demnach bereits ein kleines, Standort-treues Vorkommen. Damit ist, so die Freude der Naturschutzorganisation, die einst ausgerottete Tierart von sich aus zurückgekehrt und wieder heimisch geworden. Zugleich seien die Bundesländer jedoch auf die großen Hirsche nicht vorbereitet. In einem am Freitag veröffentlichten Positionspapier warnt der WWF daher vor möglichen Konflikten zwischen Elch und Mensch. Diesen könne nur mit entsprechenden Managementplänen begegnet werden. Bisher habe einzig Brandenburg diese entscheidende Hürde genommen. Und in Bayern gibt es zumindest einen rudimentären Elchplan, der Grundlagen zum Umgang mit den Tieren regeln soll. Ansonsten hätten die Bundesländer offenbar aus der Rückkehr der Wölfe oder dem Drama um Braunbär Bruno nichts gelernt.
„Themen wie Monitoring, Wildschäden und Gefährdung für den Straßenverkehr müssen jetzt endlich öffentlich diskutiert und thematisiert werden. Es braucht wirkungsvolle Managementpläne, bevor sich Elch-Vorkommen dauerhaft etabliert haben“, fordert Dr. Janosch Arnold, Referent Großsäuger beim WWF Deutschland. Arnold lobt hierbei die Vorreiterrolle Brandenburgs, grundsätzlich dürften diese Managementpläne nicht „heimlich, still und leise“ aufgestellt werden. „Für die meisten Deutschen ist der Elch eine relativ unbekannte Tierart. Daher muss man die Bevölkerung informieren und mitnehmen“, so Arnold.
Aus Skandinavien sei bekannt, dass Elche nicht gut mit Straßenverkehr zurechtkommen. Auch in Deutschland sind bereits Tiere überfahren worden. Um die Risiken für Mensch (und Elch) zu minimieren ist es nach WWF-Ansicht entscheidend, vorausschauend Korridore für Großsäuger einzurichten, Autobahn-Zäune zu erhöhen und an der Unfallvermeidung zu arbeiten.
Hinweise auf die anstehende Heimkehr gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Vereinzelt streiften Elche auf der Wanderschaft durch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen oder Bayern. Die stärkste Bewegung ist derzeit in Brandenburg wahrzunehmen. Dort geht man inzwischen von mindestens fünf Standort-treuen Tieren aus.

05.07.2013, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
Stiftung Naturschutzfonds sucht mit Aktion fledermausfreundliche Häuser
Naturschutzminister Alexander Bonde: „Schutz der Fledermäuse ist wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität“
Stuttgart (agrar-PR) – „Fledermäuse sind stark von der Vernichtung ihrer Lebensräume durch den Menschen betroffen. Sämtliche in Baden-Württemberg heimischen 23 Fledermausarten sind gefährdet. Zahlreiche Arten sind auf Gebäude als Unterschlupf angewiesen, und von diesen Unterkünften gibt es beispielsweise durch Sanierungen immer weniger. Dabei ist es relativ einfach, Lebensräume für Fledermäuse zu schaffen – beispielsweise durch Fledermauskästen, Einflugöffnungen oder ganz einfach das Nichtbenutzen von Fensterläden, wenn sich dahinter Fledermäuse befinden“, sagte der Naturschutzminister und Vorsitzende der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Alexander Bonde, am Freitag (5. Juli) in Stuttgart. Die Stiftung Naturschutzfonds zeichne mit ihrer Aktion „Fledermaus, komm ins Haus“ vorbildliche Fledermausquartiere aus.
Bewerbungen noch bis März 2014 möglich
„Wer Fledermäusen die Möglichkeit eines Quartieres bietet, trägt zum Erhalt dieser nachtaktiven und nützlichen Tiere bei und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Land“, so Bonde. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktion hätten bereits die Auszeichnung erhalten. Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Firmen und Institutionen könnten sich noch bis März 2014 um die Auszeichnung als „Fledermausfreundliches Haus“ zu bewerben. „Voraussetzung für eine Bewerbung ist, dass sich Fledermäuse dauerhaft in ihrem Quartier niedergelassen haben“, erläuterte der Minister.
Hintergrundinformationen:
Mit der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz, dem BUND Landesverband, dem Landesnaturschutzverband, dem NABU Landesverband und der Naturschutzverwal-tung Baden-Württemberg als Partner ist die Aktion „Fledermaus komm ins Haus – Quartiere für baden-württembergische Nachtschwärmer gesucht“ breit aufgestellt.
Der Bewerbungsflyer und weitere Informationen sind im Internet unter http://www.naturschutz.landbw.de/servlet/is/75630/ abrufbar oder können bei der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, Kernerplatz 10, 70182 Stuttgart angefordert werden. Bewerberinnen und Bewerber, die ausgezeichnet werden, erhalten eine Urkunde und eine Plakette, die am entsprechenden Gebäude angebracht werden kann.

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