Portrait: Kleiner Pinselschwanzbeutler

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beuteltiere (Metatheria)
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler (Dasyuridae)
Gattung: Pinselschwanzbeutler (Phascogale)
Art: Kleiner Pinselschwanzbeutler (Phascogale calura)
Kleiner Pinselschwanzbeutler (John Gould)

Kleiner Pinselschwanzbeutler (John Gould)

Der Kleine Pinselschwanzbeutler erreicht eine Körperlänge von 9,5 bis 12,5 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 12,5 bis 14,5 Zentimeter sowie ein Gewicht von 40 bis 70 Gramm. Weibchen bleiben etwas kleiner und leichter als Männchen. Das Fell weist eine gräuliche bis graubraune Färbung auf, ventral ist das Fell hellgrau bis cremefarben oder fast weißlich gefärbt. Der lange Schwanz endet in einer schwarz gefärbten Quaste mit deutlich längeren Haaren. Diese langen Haare können bei Erregung oder bei Gefahr aufgerichtet werden. Die recht großen Ohren weisen eine spärliche Behaarung auf. Der Kopf ist relativ klein, die Schnauze ist spitz zulaufend. Weibchen verfügen in ihrem Beutel über acht Zitzen, mit denen der Nachwuchs gesäugt wird. Die Beutelöffnung zeigt nach hinten. Die Hinterbeine sind recht kräftig entwickelt, die Vorderbeine wirken hingegen zierlich. Die Zehen enden in kleinen Krallen.

Der Kleine Pinselschwanzbeutler lebt fast ausschließlich in den Bäumen. Seine gesamte Körperstruktur ist an das Leben in den Bäumen angepasst. Sie gelten als ausgesprochen gute Kletterer, Sprünge von 2 Metern und mehr absolvieren sie problemlos. Die Tiere sind terrirorial und kennzeichnen ihr Revier mit Urin und Kot. Weibchen sind dabei deutlich territorialer als Männchen. Die Reviere der Männchen decken sich mit denen der Weibchen. Das Revier eines Weibchens umfasst zumeist 30 bis 40 Hektar, das Revier eines Männchens kann bis zu 50 oder mehr Hektar groß sein. Ritualisierte Kämpfe um Territorien gehen mit Schwanzschlagen, Beissen, Kratzen mit den Vorderbeinen und fauchenden Lauten einher. Zu ernsthaften Verletzungen kommt es dabei jedoch nur selten.

Kleine Pinselschwanzbeutler lebten ursprünglich in weiten Teilen der ariden und halbariden Regionen im zentralen und nordwestlichen Australien. Im Bundesstaat Northern Territory ist die Art bereits ausgestorben. Heute ist die Verbreitung nur noch auf kleine Flächen begrenzt, die noch nicht vom Menschen vernichtet wurden. Kleine Pinselschwanzbeutler bewohnen meist lichte Eukaluptuswälder. Hier suchen sie nach Nahrung und bauen ihre Nester. Als Nistplätze werden hohle Baumstämme bevorzugt.

Pinselschwanzbeutler sind Fleischfresser. Sie ernähren sich von kleinen Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Insekten, Spinnen und anderen Wirbellosen, auch plündern sie manchmal Hühnerställe. Es gibt Berichte, wonach sie manchmal auch Nektar zu sich nehmen.
Auf Trinkwasser sind Kleine Pinselschwanzbeutler nicht angewiesen, da sie ihren Wasserbedarf ausschließlich über die Nahrung stillen.

Die Paarungszeit beginnt meist im frühen Winter und liegt meist im Juli. Zu den Geburten kommt es in der Regel im August. Nur zu dieser Zeit treffen die einzelgängerisch lebenden Geschlechter aufeinander. Während einer Saison kommt es nur zu einem Wurf. Die Männchen sterben nach der Verpaarung.
Das Weibchen richtet ihr Nest in hohle Baumstämme ein. Ein Nest wird mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Nicht selten kommt es unter den Weibchen zu heftigen Kämpfen um die besten Nistplätze. Die Kämpfe enden in der Regel jedoch glimpflich. Nach einer Tragezeit von etwa 28 bis 30 Tagen bringt das Weibchen zwischen drei und acht Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind nur wenig entwickelt und kriechen instinktiv in den Beutel. Hier saugen sie sich für die nächsten sechs bis sieben Wochen an einer Zitze fest. Danach halten sich die Jungtiere im Nest der Mutter auf und suchen den Beutel nur noch zum Säugen auf. Im Alter von fünf Monaten sind die Jungtiere selbständig. Einige Monate später wird auch die Geschlechtsreife erreicht. Weibchen erreichen nur ein Alter von zwei bis drei Jahren. Die Männchen sterben in der Regel meist mit einem Jahr an Krankheiten oder an Entkräftung.

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