Portrait: Kurol

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Leptosomiformes
Familie: Kurole (Leptosomidae)
Gattung: Kurole (Leptosomus)
Art: Kurol (Leptosomus discolor)
Kurol, Männchen (John Gerrard Keulemans)

Kurol, Männchen (John Gerrard Keulemans)

Der Kurol ist ein rackenähnlicher Vogel, der endemisch auf Madagaskar und den Komoren vorkommt. Traditionell wird er den Rackenvögel in einer eigenen Familie zugeordnet.
Neuere phylogenetische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass der Kurol kein Rackenvogel sondern systematisch isoliert ist. Er wird als einziger Vertreter in eine eigene Familie (Leptosomatidae) und Ordnung (Leptosomiformes) gestellt.

Kurole werden zwischen 38 bis 50 Zentimeter groß und erreichen ein Gewicht von 192 bis 270 Gramm. Im Aussehen besteht zwischen Weibchen und Männchen ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus. Das Weibchen ist größer als das Männchen und hat ein rotbraunes bis bräunliches Oberseitengefieder; an der Unterseite ist es gelbbraun. Das Rückengefieder ist schwarz gebändert, während die Unterseite schwarz gefleckt ist. Beim Männchen ist das Rückengefieder grün mit einem kupferfarbenen Metallglanz. Der Nacken und der Kopf sind grau und das restliche Federkleid hat eine hellblaue über hellgraue bis graue Farbe. Bei beiden gleich ist die grüne Kopfhaube auf dem großen gerundeten Kopf. Die Schnäbel sind grauschwarz bis schwarz gefärbt. Jungvögel ähneln in der Gefiederfarbe dem Weibchen, haben jedoch ein matteres Gefieder. Die Beine sind im Verhältnis zum Körper relativ kurz.
Von den Rackenvögeln unterscheidet sich der Kurol u. a. durch zwei Besonderheiten: Am Bürzel befinden sich Puderdunen, und ihre äußeren Vorderzehen, die nach hinten gedreht werden können, sind nicht mit den beiden anderen Zehen verwachsen.

Kurol, Weibchen (John Gerrard Keulemans)

Kurol, Weibchen (John Gerrard Keulemans)

Die agilen Kurole sind gute Flieger und jagen wie die meisten Racken ihre Beute von einer Warte aus, begeben sich dabei aber kaum auf den Boden. Geduldig warten sie auf ihre Beute auf freien Ästen in den Baumwipfeln und beobachten dabei aufmerksam jede Bewegung in ihrer Umgebung. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, vorwiegend haarige Raupen, Käfer und Heuschrecken, und aus kleinen baumbewohnenden Reptilien wie Chamäleons. Sie ziehen paarweise, manchmal in kleineren Gruppen, in Buschsavannen und in den tropischen und subtropischen Waldgebieten umher. Mit einer großen Bandbreite an flötenden und trillernden Rufen machen sie schon in weiter Entfernung auf sich aufmerksam.

In der Balzzeit vollführen die Männchen atemberaubende akrobatische Flugkunststückchen. Mit steilen Abstürzen und Loopings versuchen sie das Weibchen zu beeindrucken. Genistet wird in Baumhöhlen, in die das Weibchen ein bis drei weiße Eier legt. Artgenossen werden nicht in der Nähe des Nestes geduldet.

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