Portrait: Rotfuß-Seriema

Rotfuß-Seriema (Vogelpark Olching)

Rotfuß-Seriema (Vogelpark Olching)

Der Rotfuß-Seriema ist größer als der Schwarzfuß-Seriema und erreicht eine Scheitelhöhe von rund 85 bis 90 Zentimeter sowie eine Länge von 100 Zentimeter. Vom Aussehen her ähneln Rotfuß-Seriemas den Trappen. Der Hals ist lang und das Gefieder ist recht buschig. Das Gefieder ist graubraun mit leicht gelblichem Einschlag. Das gesamte Gefieder ist mit dunklen Wellen duchzogen. Die Unterseite ist insgesamt etwas heller gefärbt. Die abgerundeten Schwingen und der Schwanz haben eine schwarz-weiße Bänderung. Die sehr langen und dünnen Beine und der Schnabel sind orangerot gefärbt. Die Zehen sind sehr kurz und nur schwach entwickelt. Der kräftige Schnabel endet mit einer stark gebogenen Spitze, die leicht an einen Greifvogelschnabel erinnert. Markantes Zeichen der Seriemas ist ein Federbüschel oberhalb des Schnabelansatzes.

Rotfuß-Seriemas sind eher schlechte Flieger. Sie bewegen sich von daher die meiste Zeit am Boden fort. Am Boden gelten sie als ausgesprochen gute Läufer. Zu ihren Schlafplätzen, die sich auf niedrigen Bäumen befinden, fliegen sie. Sie leben für gewöhnlich paarweise oder außerhalb der Paarungszeit auch in kleinen Gesellschaften. Derartige Gesellschaften bestehen in der Regel aus kleinen Familieneinheiten. Rotfuß-Seriemas sind Standvögel, im Winter kann es jedoch zu nahrungsbedingten Wanderungen kommen. Während der Paarungszeit gelten Rotfuß-Seriemas als durchaus territorial. Ein Pärchen besetzt ein Revier und verteidigt dieses gegen Artgenossen und Fleischfresser. Ihre Rufe, die an ein Kläffen eines jungen Hundes erinnern, ertönen vor allem während der Paarungszeit. Die Rufe dienen zum einen der Balz und zum anderen der Revierabgrenzung.

Rotfuß-Seriemas sind in den tropischen und subtropischen Teilen Südamerikas zu Hause. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Sie bewohnen vorzugsweise offene Busch- und Waldgebiete. Oft sind sie auch in Höhenlagen der Andenausläufer anzutreffen. Sichtungen in Höhen von gut 2.000 Metern über NN sind verbürgt. Im Winter werden derartige Höhenlagen in Richtung der Täler jedoch verlassen.

Rotfuß-Seriemas jagen grundsätzlich nur am Boden. Dabei gehen sie nach Insekten, kleinen Reptilien wie kleinen Schlangen sowie keinen Säugetieren auf die Jagd. Darüber hinaus fressen sie ab und an auch Früchte, Beeren und fettreiche Sämereien.

Rotfuß-Seriema (Zoo Plzen)

Rotfuß-Seriema (Zoo Plzen)

Die Balz der Rotfuß-Seriemas ist durch hüpfende Tänze des Männchens geprägt. Der Tanz erfolgt mit ausgebreiteten Flügeln und gefächertem Schwanz. Rotfuß-Seriemas bauen ihre Nester in mittleren Höhen von zwei bis vier Metern in Astgabeln von Bäumen oder größeren Büschen. Dabei gelten sie als sehr standorttreu. Die relativ kleinen Nester werden aus Reisig gebaut. Das Weibchen legt durchschnittlich zwei bis drei Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 24 Tagen ausgebrütet werden. Die Eier weisen eine grünlichweiße Färbung und kräftig braune Sprenkel auf. Die geschlüpften Jungvögel haben ein graubraunes Dunenkleid. Bereits nach zwei Wochen verlassen sie erstmals das Nest und werden fortan von den Eltern geführt. Gefüttert werden die Jungvögel von beiden Elternteilen.

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