Megafauna

Präriemammut (Heinrich Harder)

Präriemammut (Heinrich Harder)

Als Megafauna bezeichnet man den Anteil der Tiere, der in einem Habitat die körperlich größten Organismen stellt. Diese Einteilung ist willkürlich, hält sich aber an allgemein gültige Konventionen. Die nächstkleinere Kategorie ist die Makrofauna und die kleinste die Mikrofauna.
So werden zum Beispiel im Boden lebende Organismen, die größer als 20 mm sind, als Megafauna des Bodens bezeichnet. Damit umfasst die Megafauna des Bodens folgende Tiere: Regenwürmer, große Schnecken, große Gliederfüßer wie die Laufkäfer oder größere Spinnen sowie alle Wirbeltiere, die ganz oder teilweise im Boden leben (Wühlmäuse, Maulwürfe, Kaninchen, diverse Mausarten und weitere Klein- und Großsäuger). Auch bei Wasserbewohnern oder Benthos kann von Megafaunen gesprochen werden.
Zur Abgrenzung der Megafauna bei den landlebenden Wirbeltieren gibt es unterschiedliche Definitionen mit verschiedenen Gewichtsgrenzen zwischen 2 und 1000 kg.
Auf fern gelegenen Inseln treten als Megafauna häufig flugunfähige Vögel auf, was mit der Abwesenheit größerer Landraubtiere über lange Zeiträume erklärt werden kann.

Heckrind, die Abbildzüchtung eines Auerochsen (Tierpark Hellabrunn)

Heckrind, die Abbildzüchtung eines Auerochsen (Tierpark Hellabrunn)

Unter der Megafauna des Känozoikums werden Lebensgemeinschaften dieses Zeitraums verstanden, die von einer überdurchschnittlich großen Zahl von Arten mit mehr als einer Tonne Gewicht geprägt sind. Solche Faunen treten vor allem in großen Lebensräumen ohne Beweglichkeitshindernisse für große Tierarten wie Bäume und Berge auf, etwa Steppen und Tundren.
Prähistorische Megafaunen fanden sich in den afrikanischen Steppen, in den Tundren der Eiszeit, den Steppenlandschaften Asiens, dem prähistorischen Australien, den Prärien der amerikanischen Kontinente und auf großen tropischen Inseln wie Luzon, Madagaskar und Neuseeland.
Die typische Artenzusammensetzung einer Megafauna setzt sich in der Alten Welt und Nordamerika aus Vertretern der Elefanten, Nashörner und Rinder zusammen, in Südamerika treten zunächst vor allem riesenhafte Beuteltiere und Zahnarme auf, bevor über die mittelamerikanische Landbrücke ein Faunenaustausch mit der Megafauna Nordamerikas stattfand.

Ende des Quartärs fand ein Artensterben in den Megafaunen der nördlichen Hemisphäre statt.
In Australien entwickeln vor allem Wombats und Kängurus Riesenformen. Die Megafauna Australiens, bestehend aus 24 bekannten Arten, starben bis auf das Känguru vor etwa 46.000 Jahren aus. Dazu zählen auch das riesige Diprotodon, das bis zu 2800 Kilogramm wog, und der Beutellöwe.

Megafaunen haben sich in der Gegenwart nur in den Steppen Afrikas und im südlichen Asien erhalten.

Megaherbivorentheorie

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