Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

29.07.2013, WWF
Mehr Tiger für Asien
Aktuellen Bestandsschätzungen zufolge ist es in Nepal gelungen den Tigerbestand seit 2009 um etwa 60 Prozent auf heute knapp 200 Tiere zu erhöhen. Das teilte die Regierung in Kathmandu anlässlich des Internationalen Tag des Tigers am 29. Juli mit. Begründet wird der Anstieg durch ein Anwachsen der Tigerzahl, aber auch verbesserte Zählmethoden.
Die Umweltschutzorganisation WWF lobt die intensiven Schutzbemühungen Nepals und forderte zugleich von den weiteren zwölf asiatischen Staaten, in denen heute wild lebende Tiger vorkommen, ebenfalls umfassende und wissenschaftlich fundierte Bestandszählungen. Nur auf diese Weise lasse sich seriös überprüfen, ob die Schutzbemühungen und der Kampf gegen die Wilderei erste Erfolge zeigten. Vor drei Jahren hatte sich die internationale Staatengemeinschaft in der Deklaration von St. Petersburg verpflichtet, bis 2022 die Zahl der wild lebenden Tiger zu verdoppeln und dazu umfassende Naturschutzmaßnahmen umzusetzen.
Zum Zeitpunkt der Tiger-Deklaration gab es einen Gesamtbestand von schätzungsweise 3.200 Tigern. In den zwölf Jahren bis 2022 soll die Zahl auf mehr als 6.000 Exemplare steigen. „Dieses ambitionierte Ziel kann nur erreicht werden mit dem Schutz der Lebensräume der Großkatzen und dem Kampf gegen die Wilderei von Tigern und ihren Beutetieren“, so der WWF anlässlich des „Global Tiger Days“ in einer Mitteilung. Man werde darauf achten, dass die Vertragsstaaten die ambitionierten Ziele auch verwirklichen, heißt es darin weiter.
Hintergrund Bestandszählung
Die genaue Anzahl der Tiger ist in vielen Gegenden schwer nachzuweisen, da sie oft in unzugänglichen Waldgebieten leben. Das bringt sehr hohe Kosten mit sich, die bisher in vielen Ländern in andere Naturschutzmaßnahmen investiert wurden. Mit modernen Beobachtungstechniken, neuer Ausrüstung und billigeren Kamerafallen können Tierzählungen zunehmend leichter gelingen. Der WWF arbeitet seit vielen Jahren für die Rettung der wild lebenden Tiger. Seit den 1980er Jahren sind die Bestände aber bedrohlich bis 2010 auf nahezu ein Drittel geschrumpft. Daher kämpft der WWF in einer weltweiten Kampagne für die Finanzierung und Durchführung von zahlreichen Tigerprojekten in allen 13 Tigerstaaten.

30.07.2013, Naturschutzbund Deutschland
Vor 35 Jahren: Untere Havel wird zum Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung
Berlin – Der NABU hat anlässlich der Ausweisung der Unteren Havelniederung als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung vor 35 Jahren eine bessere Umsetzung der Ramsar-Konvention gefordert. Das rund 5.800 Hektar große Deichvorland beiderseits der Havel zwischen Hohennauen und Havelberg in den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg besitzt seit 1978, insbesondere aufgrund seiner Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Wat- und Wasservögel, sowie als CO2-Speicher großflächigen Schutzstatus. „Von den mehr als 200 nationalen Feuchtgebieten, die den Ramsar-Kriterien entsprechen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nur 34 ausgewiesen. Dabei sind 95 Prozent der Moore in Deutschland bereits entwässert oder zerstört“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Die Bundesrepublik sollte ihre Vorbildfunktion gegenüber anderen Ramsar-Mitgliedsstaaten wahrnehmen und mehr nationale Gebiete wie die Untere Havelniederung ausweisen“, forderte Tschimpke.
Neben der Havel, dem Schollener See und dem Gülper See prägen zahlreiche Auen- und Kleingewässer, Nebenflüsse und Altarme der Havel sowie ausgedehnte Feuchtwiesen unterbrochen von Sandrücken, Gebüschen und Ufergehölzen diese Landschaft. Die natürlichen Hochwässer der Havel und ihrer Nebenflüsse sowie der Rückstau der nahen Elbe führen jährlich, insbesondere im Winter und Frühjahr, zu großflächigen Überflutungen. Das über weite Flächen gering besiedelte Gebiet und das verzweigte Gewässersystem bilden die Grundlage für die reiche Artenvielfalt. Der Schutz vieler hier vorkommender Tier- und Pflanzenarten hat überregionale Bedeutung, unter anderem das Vorkommen bedrohter Pflanzen wie Brenndolde und Lungenenzian, Vogelarten wie Fischadler und Schwarzstorch und der FFH-Richtlinie unterliegenden Arten wie Biber, Fischotter, Rotbauchunke und Moorfrosch.
„Die Untere Havelniederung ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Mit ihrer Renaturierung schützen wir nicht nur mehr als 1.100 bedrohte und geschützte Arten, sondern sichern auch die Flächen, die sowohl vor Hochwasser schützen, als auch große Mengen an Kohlenstoff binden „Es besteht dringender Handlungsbedarf, den Schutz und die Renaturierung unserer Feuchtgebiete im Sinne des Klima-, Hochwasser- und Naturschutzes voranzutreiben“, sagte NABU-Havelprojektleiter Rocco Buchta.

31.07.2013, WWF
Naturschutz im Angesicht des Todes
Der Einsatz für Umweltschutz und bedrohte Arten wird immer gefährlicher. Davor warnt die Naturschutzorganisation WWF anlässlich des Welttags des Rangers am 31. Juli. Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben laut der International Ranger Federation mindestens 82 Ranger beim Einsatz für die Natur ihr Leben verloren. Mindestens 60 davon kamen gewaltsam ums Leben. Unfälle, wie Feuer oder Tierattacken, waren dagegen die Ausnahme.
„Ohne den weltweiten, oft lebensgefährlichen Einsatz von Rangern, würde es um bedrohte Arten wie Tiger, Elefanten oder Nashörner weitaus schlechter stehen“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Zugleich warnte er davor, dass das Leben der Ranger in vielen Regionen der Erde durch professionelle, paramilitärisch organisierte Wilderer immer stärker gefährdet sei. Vor allem in Teilen Afrikas herrsche derzeit ein blutiger Krieg um wertvolle, aber geschützte Naturressourcen, wie etwa Elfenbein, Nashorn oder Tropenhölzer.
„Die Todeszahlen bei Rangern sind innerhalb eines Jahres um ein Drittel nach oben geschnellt. Naturschutzkriminalität ist längst kein Wirtschaftsdelikt mehr. Wilderei muss international endlich geächtet und als schwere Straftat geahndet und bekämpft werden“, so die Forderung des WWF. Auf dem Spiel stünden nicht nur das Überleben bedrohter Arten, sondern das Leben jener, die die Natur und damit auch die Lebensgrundlage vieler Millionen Menschen zu schützen versuchten.
So spielten sich nach WWF-Einschätzung in Südafrikas Krüger Nationalpark inzwischen „kriegsähnliche Szenen“ ab. Bis 24. Juli wurden diesen Jahres wurden in Südafrika bereits 514 Nashörner gewildert, davon 321 Tiere allein in dem bekannten Park. Um dem Einhalt zu gebieten, beriefen die Südafrikanischen Nationalparks Generalmajor Johan Jooste Ende 2012 zum höchsten Nashorn-Schützer, der 550 Rangern und Soldaten vorsteht.
Prekär auch die Lage in der Zentralafrikanischen Republik. Im Mai drangen schwer bewaffnete Wilderer in den von der UNESCO als Welterbe anerkannten Dzanga-Ndoki Nationalpark ein und töten auf der bekannten „Elefanten-Lichtung“ 26 Dickhäuter. Den WWF-Mitarbeitern und Wildhütern war in letzter Sekunde die Flucht gelungen. Bisher konnten nur die einheimischen EcoGuards zurückkehren. Für ausländische Mitarbeiter ist eine Wideraufnahme ihrer Arbeit nach Umsturz der Regierung in der ZAR derzeit noch nicht möglich.

31.07.2013, Deutsche Wildtier Stiftung
Hoch oder Tief? Für den „Wetter-Frosch“ geht es bergab!
Der Bestandsrückgang bei Laubfröschen ist dramatisch

Hamburg (ots) – Gehen die Temperaturen jetzt rauf oder runter? Ist ein Hoch oder doch ein Tief zu erwarten? Früher fragten die Menschen den „Wetter-Frosch“! Der Laubfrosch hat als grasgrüner Kletterer eine Art meteorologische Karriere gemacht. „Da er ein ausgesprochener Sonnenanbeter ist, klettert er in der Natur bei schönem Wetter der Sonne entgegen“, erläutert Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Deshalb wurde er früher oft in Einweckgläser gesperrt. Ist der Laubfrosch eine kleine Holzleiter hochgeklettert, haben alle von dem tierischen Wetterpropheten Hochdruck und viel Sonne erwartet.“
Für Laubfrösche liegen die „sonnigen Zeiten“ lange zurück. Laubfrösche (Hyla arborea) gehören heute zu den Amphibien, die durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, durch Umweltgifte und die Trockenlegung von Feuchtgebieten, durch Überdüngung in der Landwirtschaft und den Verlust von Wiesen, Weihern und kleinen Gewässern sehr selten geworden sind. „Der Laubfrosch wird vom Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art geführt“, sagt Eva Goris. „Auch seine Popularität konnte ihn nicht vor seinem Schicksal schützen.“ Dabei ist der grüne Hüpfer so bekannt wie kein anderer Frosch. Ihm fehlt nur die „Krone“, ansonsten sieht er genauso aus, wie Kinder sich den „Froschkönig“ in Grimms Märchen vorstellen. Er ist klein (3-4 cm), hat aber ein großes Maul: Seine Schalblase verstärkt die Resonanz und er ist auch in über einem Kilometer Entfernung laut und deutlich zu hören. Wer am lautesten quakt, hat Glück bei den Frosch-Frauen. Und so legen sich die Laubfrösche während der Paarungs- und Laichzeit (April bis Mai) mächtig ins Zeug.
Den Hochsommer verbringen Laubfrösche am liebsten in Hecken, Hochstauden und Büschen. Im Herbst suchen sie sich dann ein frostfreies Überwinterungsquartier. Wenn der Storch sie nicht vorher frisst, können Laubfrösche bis zu fünf Jahre alt werden. Klettern können die kleinen Wetterpropheten übrigens aufgrund von Haftballen, die sie auf die Oberfläche von Blättern und Ästen pressen. Zusätzlich zu diesen gut sichtbaren Saugnäpfen sondern sie eine Art „Haftcreme“ ab. Diese Gewebeflüssigkeit hilft ihnen, selbst glatte Flächen zu erklimmen. „Damit der Froschkönig sein Reich nicht verliert, hat der Schutz von Lebensräumen allerhöchste Priorität“, sagt die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Dass wildtierfreundliche Landwirtschaft möglich ist, beweist die Deutsche Wildtier Stiftung in Klepelshagen im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern: „Auf unseren Wiesen und in den Weihern in Wildtierland Gut Klepelshagen finden alljährlich im Frühjahr Frosch-Konzerte statt…!“

01.08.2013, Universität Rostock
Der Vielfalt des Lebens auf der Spur – Jahrestagung der internationalen Willi-Hennig-Society
Vom 3. bis 7. August 2013 findet an der Universität Rostock die Jahrestagung der internationalen Willi-Hennig-Society statt. Die 1980 in den USA gegründete Willi-Hennig-Society, die die renommierte Zeitschrift „Cladistics“ herausgibt, tagt damit erst das zweite Mal in Deutschland.
Zu der Veranstaltung werden 80 Teilnehmer aus 17 Ländern erwartet. „Uns freut die große Internationalität der Teilnehmer“ so Ko-Organisator Christian Wirkner von der Rostocker Zoologie. Besondere Schwerpunkte der Tagung, sind Evolutionäre Morphologie, Biogeographie und Phylogenomik. Dabei kommen zoologische und botanische Aspekte gleichermaßen zum Tragen. Besonderer Anlass ist der 100. Geburtstag des Namenspatrons der Gesellschaft, des deutschen Insektenkundlers Willi Hennig (1913 – 1976). „Willi Hennig hat die biologische Systematik revolutioniert und aus ihr eine harte Naturwissenschaft gemacht“, so der Rostocker Zoologieprofessor Stefan Richter, auf dessen Einladung die Gesellschaft in Rostock zusammenkommt. Hennigs Erkenntnis, dass nur eine reale (stammesgeschichtliche) Verwandtschaft Kriterium einer Klassifikation sein darf, hat sich allgemein durchgesetzt. „Heute sind es überwiegend genomische Daten, die zur Rekonstruktion der Evolution herangezogen werden, aber auch die Morphologie hat ihre Bedeutung für das Verständnis der Vielfalt des Lebens keineswegs verloren“ so Richter, der auch Mitglied des Vorstandes der Hennig Society ist. Ein Höhepunkt der Tagung stellt der Vortrag des Harvard Professors Gonzalo Giribet, einer der profiliertesten Systematiker weltweit, dar, der die neusten Erkenntnisse zur Evolution des Tierreiches präsentieren wird (öffentlicher Vortrag in englischer Sprache am Sonntag, dem 4. August 2013 um 19:00 Uhr im Barocksaal der Stadt Rostock).
Weitere Hinweise

01.08.2013, Bund Deutscher Tierfreunde
Zebrastreifen schützen Pferde vor Bremsen und Fliegen
Bund Deutscher Tierfreunde testet Zebrastreifen-Methode – Frisch gestrichene Pferde auf dem Gnadenhof – Experten sind sich uneinig
Die Methode scheint zu wirken: Frisch mit Zebrastreifen gestrichene Pferde sind offenbar vor Mücken, Fliegen und Bremsen sicherer als unbemalte Artgenossen. Der Bund Deutscher Tierfreunde e.V. mit Sitz in Kamp-Lintfort in Nordrhein-Westfalen testete die für Tiere völlig ungefährliche Methode auf seinem Gnadenhof in Weeze am Niederrhein. Das Ergebnis – ohne wissenschaftlichen Anspruch – zeigt: Die Zebrastreifen scheinen tatsächlich die Plagegeister abzuhalten. Beate Mühlenberg, Leiterin des Tierheims: „Es sind deutlich weniger Fliegen und Bremsen am Pferd“. Wissenschaftlich gibt es zwar noch keine Beweise und die Experten sind sich uneinig, doch der Test untermauert die Zebrastreifen-Methode.
Ungarische und schwedische Biologen stellten vor etwa einem Jahr fest, dass Zebras ihre Streifen im Fell offensichtlich auch als Schutz vor Insekten dienen. In Schweden kamen sie zu dem Schluss, dass besonders schmale Streifen Bremsen abzuschrecken scheinen. Der überregionale Bund Deutscher Tierfreunde testete die Methode in diesem Sommer auf dem Gnadenhof in Weeze an dem weißen Wallach Posi. Und zur Überraschung aller Beteiligten, fühlte sich Posi tatsächlich wohler. Die Plagegeister mieden ihn im Gegensatz zu den anderen Pferden. Der Bund Deutscher Tierfreunde setzte eine aus einem (Paraffin freien) Kohle-Wasser-Gemisch hergestellte Farbe ein. Bei dunklen Pferden wird ein Mehl-Wasser-Gemisch empfohlen. Auch abwaschbare Fingerfarbe ist geeignet.
Im Internet kursieren inzwischen bereits Musterbeschreibungen und es wird über das Thema gefachsimpelt. Wer die Methode versucht hat, ist zumeist auch zufrieden. Und es stellte sich ein für das Pferd angenehmer Nebeneffekt ein: Das Bemalen wirkte wie eine Massage. Auf dem Gnadenhof von Bund Deutscher Tierfreunde genossen die Tiere jedenfalls die Prozedur. Und die Tiere werden auch relativ schnell wieder von Zebra-Pferden zu Pferden – ein kräftiger Regenschauer genügt.

01.08.2013, MA 49-Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien
Zackelschafe beweiden Wiesen in der Oberen Lobau
Durch Beweidung werden Trockenrasen im Nationalpark Donau-Auen gefördert und erhalten.
Wien (OTS) – Wild und urwüchsig wirken sie, die neuen Bewohnerinnen der Oberen Lobau. Die langen gedrehten Hörner und das zottelige Fell verleihen den Zackelschafen, die das Forstamt der Stadt Wien (MA 49) seit heuer zur Pflege der in der Oberen Lobau vorkommenden Trockenrasen eingesetzt hat, ein urtümliches Aussehen.
Das Zackelschaf – eine alte seltene Haustierrasse
Das Zackelschaf ist in Österreich wenig bekannt. Bis zum 18. Jahrhundert war das Zackelschaf die typische Vertreterin seiner Art in der ungarischen Tiefebene. Die Vorfahren des Zackelschafes haben sich vor mehr als 1.000 Jahren von Ägypten aus über Vorderasien bis in den mitteleuropäischen Raum als Haustier verbreitet. Heute ist das Zackelschaf eine vom Aussterben bedrohte Haustierrasse. In den 1950er Jahren begann man in Europa wieder mit der Züchtung, heute ist das ungarische Zackelschaf die letzte erhaltene Art mit Schraubenhörnern. Mittlerweile gibt es in Österreich wieder bereits einige passionierte ZüchterInnen.
Weideprojekt zur Erhaltung wertvoller Lebensräume in der Oberen Lobau
Das Weideprojekt des Forstamtes der Stadt Wien im Nationalpark und Europaschutzgebiet Donau-Auen am Fuchshäufel soll zur Erhaltung und Förderung wertvoller Lebensräume in der Oberen Lobau beitragen.
Die Tiere werden von April bis Oktober vom Schäfer abwechselnd auf verschiedene Beweidungsabschnitte der Trockenrasen geführt, die mit elektrischen Weidezäunen gesichert sind. Derzeit ist eine kleine Herde mit 40 Zackelschafen auf den Weiden. Bis Mitte August wird die Herde mit weiteren seltenen Schafsrassen wie dem Vierhornschaf, der Heidschnucke, dem Brillenschaf und dem Bergschaf aufgestockt. Den Winter verbringen die Schafe in den eigens für sie errichteten Winterquartieren am Rande der Lobau.
Das Forstamt bittet die Besucherinnen und Besucher, die Tiere nicht zu füttern, die Weidetiere sind auch keine Streicheltiere. Im gesamten Nationalpark müssen Hunde an die Leine genommen werden.
Nationalpark Donau-Auen
Das Nationalparkgebiet Donau-Auen umfasst insgesamt 9.300 Hektar, davon besitzt Wien mit der Oberen und Unteren Lobau rund 3.000 Hektar. Die Flächen werden vom Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49) gemäß den Nationalpark-Managementplänen bewirtschaftet und gepflegt.
In den Donau-Auen findet man eine abwechslungsreiche Landschaft, die von Auwäldern bis zu savannenartigen Steppen („Heißländen“) mit einer Vielzahl seltenen Pflanzen wie z. B. Orchideen reicht.

02.08.2013, Dachverband Deutscher Avifaunisten
Bestandstrends häufiger Brutvogelarten in Europa 2013
Der jährliche Bericht „Population Trends of Common European Breeding Birds“ fasst die Daten der europäischen Brutvogelmonitoringprogramme zusammen und wird als praktisches Faltblatt seit 2010 herausgegeben. Herausgeber des Berichtes ist der European Bird Census Council in Zusammenarbeit mit der Royal Society for the Protection of Birds, BirdLife International, der Czech Society for Ornithology und dem Bureau of Statistics of the Netherlands.
Nachdem 2010 Informationen zur Bestandsentwicklung von 137 Arten abgebildet wurden, sind es in diesem Jahr bereits 163 Arten, für die Trends für den Zeitraum 1980-2011 präsentiert werden. Im Vergleich zu letztem Jahr konnten Haubentaucher, Zwergtaucher, Kuhreiher, Seidenreiher, Zwergtrappe, Jagdfasan, Kranich, Austernfischer, Großer Brachvogel, Grünschenkel, Lachmöwe, Häherkuckuck, Rötelschwalbe, Ringdrossel und Spornammer neu aufgenommen werden.
Dies zeigt, dass durch verstärkte Monitoringanstrengungen in immer mehr europäischen Ländern für immer mehr Arten belastbare Daten vorliegen.
Insgesamt steuern nunmehr 27 europäische Staaten Daten aus ihren nationalen Monitoringprogrammen zu den Auswertungen bei, fünf mehr als noch 2010. In diesem Jahr konnten Rumänien und Luxemburg zum ersten Mal Daten beisteuern.
Mehr als 10.000 ehrenamtliche Kartierer beteiligten sich an den Erfassungen. Aus Deutschland stellten Martin Flade, Johannes Schwarz und Sven Trautmann die Daten aus dem DDA-Monitoring häufiger Brutvögel bereit, außerdem lieferte Christoph Grüneberg Daten aus dem Monitoring seltener Brutvögel.
Durchschnittlich haben die Brutbestände aller häufigen Vogelarten über den Betrachtungszeitraum um 13 % leicht abgenommen.
Im betrachteten Zeitraum haben die Bestände von 46 Arten zugenommen, 61 zeigen rückläufige und 45 gleichbleibende Trends. Bei elf Arten ist der Trendverlauf unklar.
Der auf 39 Arten basierende europäische Indikator für die Agrarlandschaft zeigt für den betrachteten Zeitraum eine Abnahme um 53 %.
Stabil (+ 1 %) — wenngleich fluktuierend — zeigt sich der Verlauf des Indikators für häufige europäische Waldvogelarten, der sich auf die Trendentwicklung von insgesamt 33 Arten stützt. Ergänzende Informationen zum „Population Trends of European Common Birds 2012“ sind auf der Homepage des EBCC abrufbar. Dort steht das Faltblatt auch zum Download bereit.

02.08.2013, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen
Bundesforschungsministerium fördert Görlitzer Bodentier-Datenbank mit 4,3 Mio. Euro
Das Görlitzer Senckenberg Museum für Naturkunde hat wiederum einen großen Forschungsauftrag eingeworben. Mit insgesamt 4,3 Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die zweite Phase des bodenzoologischen Datenbankprojektes „Edaphobase“ für vier Jahre.
Bei der Übergabe des Förderbescheids betonte Ministerialdirigent Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF die besondere Bedeutung bodenbiologischer Untersuchungen im globalen Rahmen. Insbesondere sei das Senckenberg Museum dafür prädestiniert seine Forschungsergebnisse in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Dies sei eines der Ziele nationaler Forschungsförderung, die zunehmend an Bedeutung gewännen.
Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer strich in seinem Grußwort die wissenschaftliche Exzellenz des Görlitzer Senckenberg-Standortes heraus und betonte dessen Bedeutung für die regionale Entwicklung und sächsische Wissenschaftslandschaft.
Von der Fördersumme bleiben rund 2 Mio. EUR beim Görlitzer Forschungsinstitut, der Rest verteilt sich auf fünf weitere Projektpartner: RWTH Aachen – Institut für Umweltforschung, gaiac – Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V. Aachen, Botanischer Garten/ Botanisches Museum der FU Berlin, ECT Oekotoxikologie GmbH Flörsheim und Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe.
Edaphobase ist ein wissenschaftliches Datenbank-Projekt zur Verbreitung und Ökologie von Bodentieren. Diese schaffen durch ihre Tätigkeit die Voraussetzung für Bodenfruchtbarkeit und sind somit für den Menschen essenziell.
In der ersten Förderphase von 2009 bis 2012 wurden gemeinsam mit den Projektpartnern des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe und der ECT Oekotoxikologie GmbH in Flörsheim rund 485.000 Datensätze zu Bodentieren aus Publikationen, Sammlungen und Forschungsprojekten erfasst, auf ihre Plausibilität hin überprüft und in eine eigens programmierte Datenbank eingegeben.
In der zweiten Phase stehen nun naturschutzfachliche Anwendungen der Datenbank im Vordergrund, in denen die ökologischen Ansprüche von Bodentierarten sowie die Abhängigkeit der Bodenbiodiversität von Landnutzungsformen in mehreren Bundesländern untersucht werden. In der Datenbank sind zunächst Informationen über ausgewählte Bodentiergruppen in Mitteleuropa enthalten.
Auf diese Daten darf jedermann zugreifen, z.B. für wissenschaftliche Fragestellungen wie die Erstellung Roter Listen für gefährdete Tierarten, aber auch für Untersuchungen zu Auswirkungen von Landschaftsveränderungen oder gar des Klimawandels auf die Bodentiergesellschaften und deren Leistungsfähigkeit. Auch Behörden und Gutachterbüros sollen die Datenbank für ihre Fragestellungen nutzen. Dafür wurden spezielle Ausgabe- und Auswertungsprogramme entwickelt.
Langfristig soll die Datenbank ganz in Federführung Senckenbergs übergehen, da das Museum mit seiner Abteilung Bodenzoologie (Leiter Prof. Dr. Willi Xylander) und den dazu gehörigen sieben Sektionen seit den 1950er Jahren eines der bedeutendsten bodenzoologischen Forschungszentren Europas darstellt. Allein die wissenschaftlichen Sammlungen an Bodentieren des Museums umfassen rund 6,5 Mio. Objekte. Eine Ausweitung der Datenaufnahme über Mitteleuropa hinaus ist geplant.
Edaphobase ist eingebunden in die Global Biodiversity Information Facility (GBIF), eine internationale Initiative, die Daten zur weltweiten Biodiversität über das Internet frei verfügbar machen möchte. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.edaphobase.org.

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