Zoopresseschau

Zoo Osnabrück 11.09.2013
Zoo Osnabrück trauert um Schimpansin Zamana – Chronisches Leiden führte zu Kreislaufversagen
Die Mitarbeiter des Osnabrücker Zoos trauern um Schimpansin Zamana, die letzte Woche von Basel nach Osnabrück zog. Sie wurde Montagmorgen tot aufgefunden. Die Autopsie wies eine chronische Veränderung von Niere und Lunge auf. „Der Todesfall von Zamana hat uns völlig unerwartet getroffen und erschüttert uns“, berichtet „Takamanda“-Revierleiter und Schimpansenexperte Wolfgang Festl. Schimpansin Zamana war am vergangenen Mittwochabend im Zoo Osnabrück aus Basel eingetroffen, nachdem die Osnabrücker Menschenaffen Kisha und Kume gen Basel und Leipzig aufgebrochen waren. Seit dem hatte der Tierpfleger jede Minute im Schimpansenhaus verbracht – nachts schlief er auf einer Liege im Tierpflegergang. Festl besprach jeden Schritt der Zusammenführung mit einem Tierpfleger aus Basel, der Zamana kannte. „Die Zusammenführung von Schimpansen ist nicht einfach. Auch in der Wildbahn gibt es dabei jede Menge Auseinandersetzungen, denn die Menschenaffen sind sehr emotional und werden auch handgreiflich“, beschreibt Festl. Das Kennenlernen lief laut Festl für Schimpansen normal: „Natürlich gab es auch Geschrei und die ein oder andere heftige Auseinandersetzung – aber für die lebhaften Schimpansen war das alles im Rahmen. Chef Tatu war Zamana auch recht freundlich gesonnen und noch am Sonntag kam unsere Schimpansin Vanessa zu Zamana zur Fellpflege, das sogenannte Groomen.“ Zamana wirkte ruhig, schlief nachts und fraß regelmäßig. Festl fand das Tier am Montagmorgen um fünf Uhr leblos im Schlafbereich. Eine Herzlungenmassage blieb erfolglos. – Chronische Veränderungen von Lunge und Niere – Die Autopsie wurde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover durchgeführt, wie der Osnabrücker Zoodirektor Prof. Michael Böer erläutert: „Die Testergebnisse lagen am späten Mittwochnachmittag vor und zeigten eine chronische Veränderung von Lunge und Niere sowie geschwollene Lymphknoten. Das bedeutet, dass der Organismus des Tieres bereits geschwächt war, als Zamana bei uns ankam. Der Zustand war jedoch klinisch nicht auffällig, sodass weder die Baseler Kollegen noch wir etwas feststellen konnten.“ Die neue Situation in Osnabrück habe dann dazu geführt, dass Zamana an einem Kreislaufversagen gestorben ist. Auch wenn die Zusammenführung verschiedener Schimpansen eine Herausforderung ist, so sei sie dennoch wichtig, betont der Experte: „Westafrikanische Schimpansen sind eine stark bedrohte Tierart. Wir Zoos sind dafür verantwortlich mit professionellem Zuchtmanagement für den Erhalt der Tierart zu sorgen. Deswegen ist es eine essenzielle Aufgabe, die Tiere zwischen den Zoos zu tauschen, um mit gesundem Nachwuchs die Menschenaffen für unsere Kinder und Enkel zu bewahren. Die dabei stattfindenden Transfers und nachfolgenden Eingewöhnungen verlaufen nie ohne Risiko – ganz so wie in der Wildbahn, wenn ein junges Schimpansenweibchen ihren Elternverband verlässt und sich auf der Suche nach einem Partner in fremdes Territorium begibt.“ Der Zoo stand in den letzten Tagen eng in Kontakt mit dem Zoo Basel, um das Geschehene zu besprechen. „Auch die Kollegen in Basel sind traurig, wissen aber, das so etwas passieren kann – auch bei bester Vorbereitung und Betreuung“, so Böer. Eine positive Nachricht: Dem Osnabrücker Schimpansen Kume geht es in seiner neuen Heimat in Basel bislang gut. Das dortige Männchen Eros hat den jungen Erwachsenen unter seine Fittiche genommen.

Zoo Halle 11.09.2013
Hallesche Zootage – Die faszinierende Welt Südamerikas
Bald ist es wieder soweit. Von vielen Zoofans deutschlandweit sehnsüchtig erwartet, veranstalten viele Zoos im September ihre Zootage. Traditionell geben die Zoos an diesem Tag Einblicke in ihre sonst zum Teil weniger sichtbaren Bereiche. Der Bergzoo Halle hat zudem seinen Zootagen einen thematischen Überbau gegeben und kreiert dazu eine Erlebniswelt mit Rahmenprogrammen und Dekorationen. Voriges Jahr ging die Reise im Zoo nach Südostasien. Die diesjährigen halleschen Zootage am 14. Und 15. September 2013 haben sich dem Thema „Die faszinierende Welt Südamerikas“ verschrieben, da einer der Haltungsschwerpunkte des Zoos die Tiere Südamerikas sind. Das gesamte Zooteam wirkt daran mit und lädt die Besucher ein, ihm auf eine Kurzreise auf diesen exotischen Kontinent mit seiner faszinierenden Artenvielfalt und einer Kultur voller Rhythmus und schillernder Farben für 2 Tage zu folgen. Das diesjährige Showprogramm besteht aus einer attraktiven Mischung mit heißen Salsarhythmen aus Kuba, Trommelklängen aus dem Land der Mayas und Azteken, lateinamerikanischen Tänzen, sehnsuchtsvollen Tönen aus den Hochregionen Perus sowie den geheimen Kampfkünsten Brasiliens. Ein vielfältiges Rahmenprogramm zum Staunen und Mitmachen sowie eine passende Dekoration mit Pflanzen und Blumen der südamerikanischen Flora, versetzt den Besucher dabei in eine andere Welt. An verschiedenen Erlebnisstationen können die Besucher Ihre ganz eigenen südamerikanischen Erfahrungen machen. Von südamerikanischen Handelswaren, über Bastelangebote, Blasrohrschießen wie im brasilianischen Dschungel bis hin zur interaktiven Station an der die Besucher vieles über südamerikanische Früchte und Gemüsesorten lernen können, ist für jeden etwas dabei. Natürlich bildet die südamerikanische Tierwelt einen weiteren Schwerpunkt. An den Anlagen welche südamerikanische Flora und Fauna beheimaten, erwarten Tierpfleger die Besucher mit spannenden Geschichten und viel Wissenswertem über Ihre Schützlinge. Am Faultierhaus zum Beispiel gibt es umfassende Informationen zur Haltung und Lebensweise dieser seltenen und bedrohten Tiere. Der Zoologische Garten Halle unterstützt bereits seit vielen Jahren die Arbeit der Auffangstation für Faultiere AIUNAU in Medellín (Kolumbien). Die Station nimmt beschlagnahmte Dreifinger- und Zweifingerfaultiere, aber auch Gürteltiere und Ameisenbären auf, welche dann aufgezogen und später wieder ausgewildert werden. Aufklärungskampagnen bilden einen weiteren Schwerpunkt in der Arbeit der AIUNAU-Station.

Zoo Basel 11.09.2013
Training für Seelöwen – die Jungen schauen zu
Am 19. Juni ist im Zoo Basel eine Seelöwin zur Welt gekommen, die in den Becken seit Kurzem ihre ersten Sprünge übt. So hohe Sprünge wie ihr Vater schafft sie aber noch lange nicht, denn dazu braucht es ein langes Training. Die akrobatischen Sprünge des „Grossen“ lassen sich um 16:00 bei der Showfütterung beobachten. Wer etwas Glück hat, entdeckt dabei auch die kleine Kelsey, wie sie im kleinen Becken ihre Sprünge übt.

Zoo Basel 11.09.2013
Die Schimpansen-Familie erhält Zuwachs aus Deutschland
Der Zoo Basel hat drei neue Schimpansen aus den Zoos Leipzig und Osnabrück erhalten. Mit Kume (10), Fifi (20) und Gertruida (20) kommen nach über 30 Jahren erstmals wieder nicht verwandte Tiere in die Schimpansen -Familie. Im Gegenzug haben die zwei Basler Weibchen Quamisha (20) und Zamana (11) den Zoo in Richtung Deutschland verlassen. Bei der Zucht sorgt dies für die gewünschte genetische Vielfalt. Für die Tiere bedeutet es ein neues, behutsames Kennenlernen.

Tiergarten Schönbrunn Wien 11.09.2013
NAMENSWAHL FÜR DEN ELEFANTEN-NACHWUCHS
Genau vor einer Woche ist im Tiergarten Schönbrunn ein Elefanten-Weibchen zur Welt gekommen. Nun soll der dickhäutige Nachwuchs mit Hilfe der Besucherinnen und Besucher einen Namen bekommen. Drei Namensvorschläge haben sich die Elefantenpflegerinnen und –pfleger überlegt, die ab sofort auf der Internetseite des Zoos zur Wahl stehen. Für einen der folgenden drei Namen können Elefantenfans bis zum 22. September 2013 ihre Stimme abgeben: Iqhwa (sprich Ikwa), Umndeni und Phinda (sprich Pinda). „Wir haben drei südafrikanische Namen ausgesucht, die sich deutlich von den Namen unserer anderen Elefanten unterscheiden“, erklärt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. „Ich habe auch einen geheimen Favoriten und bin gespannt, welcher Name gewählt wird.“ Für das kleine Elefanten-Mädchen zählt allerdings nur eines: die fürsorgliche Betreuung durch seine Mutter Tonga. „Das Jungtier wird von seiner Mutter und seiner Halbschwester Mongu stets beschützerisch in die Mitte genommen. Oft steht es auch unter dem Bauch der Mutter und wirkt trotz seiner 90 Zentimeter Schulterhöhe richtig winzig.“ Das am 4. September geborene Jungtier ist der erste Elefant weltweit, der durch künstliche Besamung mit tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurde. Sein Vater ist ein Wildbulle im fernen Südafrika. Bei der Suche nach passenden Namensvorschlägen wurde auf diese Besonderheit Bezug genommen. So bedeutet „Iqhwa“ in der Sprache der Zulus so viel wie „Eis“, was auf das gefrorene Sperma hinweist. „Umndeni“ heißt übersetzt „Familie“, da es nun eine siebenköpfige Herde in Schönbrunn gibt. „Phinda“ ist das Reservat, in dem der Vater des Elefantenbabys lebt.

Zoo Heidelberg 11.09.2013
Speckgesunder Nachwuchs bei den Mähnenrobben. Der kleine Pedro ist schon ein echter Dickkopf
Bei den Mähnenrobben im Zoo Heidelberg gibt es Nachwuchs: Bereits am 21. Juli brachte Robbenweibchen Holly nach einer Tragzeit von knapp einem Jahr ihr erstes Jungtier zur Welt. Der Nachwuchs ist ein Bulle und hat von den Pflegern den Namen „Pedro“ bekommen. Sobald das Robbenbaby an Land und im Wasser geschickt genug ist, kommt es gemeinsam mit seiner Mutter zur Gruppe. Bis dahin können Zoobesucher den knuffigen Wonneproppen im „Mutter-Kind-Becken“ bei seinen Tauch- und Schwimmübungen beobachten. Die Fütterung der mächtigen Mähnenrobben gehört zu den Highlights bei einem Besuch im Zoo Heidelberg. Seit Kurzem aber stiehlt ein kleiner, schwarzer Wonneproppen den „Großen“ die Schau. Es handelt sich um das gerade mal acht Wochen alte Mähnenrobbenbaby „Pedro“. Der kleine Bulle ist quicklebendig und übt mit seiner Mutter Holly im Mutter-Kind-Becken schwimmen und tauchen, denn das will gelernt sein. Entgegen der allgemeinen Annahme können junge Seelöwen nicht von Anfang an gut schwimmen. So wird eine junge Robbe in den ersten drei Wochen fast komplett an Land versorgt. Erst nach dem ersten Haarwechsel fängt es an, der Mutter ins Wasser zu folgen. Auch der Speiseplan sieht für einige Zeit keinen Fisch vor. Mähnenrobbenjunge werden von ihren Müttern fast ein ganzes Jahr lang gesäugt, bevor die Kleinen lernen, selbst Fisch zu fressen. Die Milch von Mähnenrobben enthält 35 Prozent Fett. So nimmt es kein Wunder, dass Pedro sein Geburtsgewicht von acht Kilo schon mehr als verdoppelt hat und die Speckröllchen an seinem kleinen Leib zunehmen. Pedro ist das erste Kind der vierjährigen Holly und das zweite Kind von Papa Atos, dem mächtigen Mähnenrobbenbullen und Chef der Gruppe. Generell werden nach der Geburt Mutter und Kind zunächst für einige Wochen im Robbenhaus und auf der separaten Außenanlage von der übrigen Gruppe getrennt gehalten, um den beiden eine ungestörte Aufzucht zu gönnen und das Risiko eines Unfalls zu vermeiden. Erst dann dürfen Mutter und Kind zurück in die Mähnenrobbengruppe. „Diese Integration ist jedes Mal mit einigem Risiko verbunden“, sagt Jörg Kubacki, Leiter des Robben- und Raubtierreviers. „Im allgemeinen Tumult einer großen Mähnenrobbengruppe kann es passieren, dass das kleinste Jungtier sich verletzt oder beim Spielen mit den anderen im Wasser ertrinkt. Daher ist es wichtig, dass die junge Robbe sowohl an Land wie auch im Wasser schon möglichst sicher und geschickt ist, bevor es zu den Artgenossen in die Gruppe kommt“.

Tiergarten Nürnberg 11.09.2013
Schabrackentapir – Paar soll neuen Zuchterfolg bringen
Mit der Aufnahme eines Schabrackentapirs aus England hat der Tiergarten der Stadt Nürnberg den Grundstein für eine neue Tapirfamilie am Schmaus enbuck gelegt. Manado wurde am 14. Januar 2013 im englischen Zoo Port Lympne geboren. Am 5. August 2013 kam er in den Tiergarten Nürnberg. Zur Eingewöhnung blieb er die erste Zeit alleine im Gehege. Seit dem 4. September 2013 ist Manado mit dem Nürnberger Tapir weibchen Pinola gemeinsam auf der Anlage. Beide Tiere verstehen sich so gut, dass der Tiergarten hofft, mit dem neuen Paar an seine früheren Zuchterfolge anknüpfen zu können. Nach dem Tod des alten Weibchens vor mehr als einem Jahr hatten zuletzt nur noch das weibliche Jungtier Pinola und sein Vater Pi in der Anlage für Schabrackentapire in Nürnberg gelebt. Mit Erreichen der Geschlechtsreife von Pinola wurde ihr Vater Pi am 30. Juli 2013 zur Zucht an den spanischen Zoo Fuengirola abgegeben. So konnte Platz für einen blutsfremden Partner für Pinola geschaffen werden. Seit 1964 gab es im Tiergarten Nürnberg mit fünf unterschiedlichen Paaren bereits 15 erfolgreiche Aufzuchten bei den Schabrackentapiren. Aufgrund dieser guten Zuchterfolge über Jahrzehnte hin weg ist dem Tiergarten Nürnberg das Europäische Arterhaltungsprogramm (EEP) für diese Art übertragen worden. Der Tiergarten hat 50 Schabrackentapire in diesem Programm erfasst und koordiniert ihre Zucht. Dazu gehört die Vermittlung von Partnerschaften und, bei unverträglichen Paaren, gegebenenfalls die Organisation eines Partnertauschs. Die Vorfahren der Tapire lebten schon vor rund 60 Millionen Jahren in den Urwäldern und ähnelten ihren heute lebenden Verwandten. Damit sind die mit Pferden und Nashörnern verwandten Tapire „lebende Fossilien“. Ein typisches Kennzeichen der Tiere sind die zu einem kleinen Rüssel verwachsene Oberlippe und Nase. Damit greifen sie und rupfen Blätter und Zweige ab. Außerdem tasten die Tapire mit dem Rüssel. Der Kopf der Tiere ist relativ lang und schlank.

Tierpark Bochum 10.09.2013
Es grünt in Australien und Afrika – Neue Pflanzen und Tiere für die Tierpark-Terrarien
Im Terrarienhaus des Tierparks grünt es von allen Seiten. Sowohl das Afrika- als auch das Australien-Terrarium wurden durch zahlreiche neue regionstypische Pflanzen ergänzt, sodass sich die darin lebenden Echsen wie zu Hause fühlen. Die naturnahe Neubegrünung der Lebensräume wurde durch eine Kooperation mit dem Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum möglich gemacht.Das Afrikaterrarium zeichnet sich nun nicht mehr nur durch eine sandige Felsenlandschaft aus, sondern vereint auch exotische Gewächse, wie Wachsbäume und Ebenholzgewächse, in dem Lebensraumkonzept. Zoodirektor Ralf Slabik erklärt hoch erfreut: „Wir sind begeistert, dass wir durch die Kooperation mit dem Botanischen Garten unsere Terrarien bereichern konnten, so lassen sich unsere Tiere wie in freier Wildbahn präsentieren.“ Denn passend zur Neugestaltung des Afrikaterrariums sind dort auch ein paar neue Tiere eingezogen. „Bisher lässt sich in der Afrikaanlage ein Trio junger Jemenchamäleons bestaunen“, berichtet Reviertierpflegerin Sandra Krumscheid und ist amüsiert: „Die drei Chamäleon-Damen verstecken sich gerne in den neuen Pflanzen und laden Tierpfleger und Besucher zum Suchspiel ein!“ Bald wird sich noch ein Männchen hinzugesellen – ob er seine Weibchen finden wird…? Jemenchamäleons können bis 60 cm lang werden und zählen somit zu den großen Vertretern der Chamäleons. Natürlich kommen sie im Süden der arabischen Halbinsel vor. Jemenchamäleons sind hauptsächlich Insektenfresser, fressen aber auch Wirbeltiere, wie junge Mäuse. Die Beute wird mit der Zunge „geschossen“. Neben der tierischen Nahrung fressen sie auch Blätter und Früchte, hierdurch ergänzen sie auch ihre Wasserzufuhr. Die Weibchen sind meist etwas kleiner als die Männchen. Erwachsene Tiere tragen einen seitlich abgeflachten, helmartigen Kamm auf dem Kopf. Dieser ist bei männlichen Tieren größer und auffälliger als bei den Weibchen. Chamäleonmännchen sind typische Einzelgänger, die ihr Revier gegen jedes andere Männchen verteidigen. Charakteristisch ist der Farbwechsel der Chamäleons. Die Färbung ist abhängig von der Stimmung und kann stark variieren. Für den Farbwechsel sind verschiedene Hautzellentypen verantwortlich, deren Farbspektrum rötliche, gelbe, schwarze und bläuliche Töne umfasst. Jemenchamäleons stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens. Schräg gegenüber der Chamäleonanlage springt man gerade zu zum nächsten Kontinent. Auch im Australienterrarium grünt es zwischen Sand und roten Felsen. Dort freuen sich die alteingesessenen Bartagamen, Kragenechsen und Blauzungenskinke über die botanische Lebensraumbereicherung. Zu den neuen Pflanzen zählen unter anderem Eukalyptus und Heidegewächse. Durch die Fortführung der Kooperation mit dem Botanischen Garten sollen noch weitere Anlagen durch naturnahe Begrünung bereichert werden. Das Aquarien- und Terrarienhaus des Bochumer Tierparks beeindruckt neben seinen faszinierenden Süß- und Meerwasseraquarien durch zahlreiche Terrarien mit spannenden Tieren wie Echsen, Schlangen, Kaimane und Pfeilgiftfrösche. Die Terrarien sind dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden – die einen leben in felsigen Wüstenlandschaften, andere in einer feuchtschwülen Urwaldatmosphäre. Das Haus wurde 1988 eröffnet und 1996 erweitert, so dass neben den heute lebenden Tieren auch noch die beeindruckende Fossiliensammlung Helmut Leichs ausgestellt werden konnte. So vereint der Innenbereich des Tierparks drei wichtige Themenbereiche auch zu einem zoopädagogischen Gesamtkonzept.

Zoologisch-Botanischer Garten Wilhelma Stuttgart 10.09.2013
Was Sie schon immer über die Wilhelma wissen wollten 20. Wilhelma-Tag – Einblicke erhalten, fragen, mitmachen
Am 15. September findet – wie jedes Jahr eine Woche nach Ende der Sommerferien – wieder ein großer „Wilhelma-Tag“ statt, und das bereits zum 20. Mal. Auch diesmal erhalten die Besucher spannende Einblicke in Bereiche hinter den Kulissen des Zoologisch-Botanischen Gartens, von der Futterküche über die Anzuchthäuser bis hin zur Krankenstation. Außerdem können vor allem die Kinder auf vielerlei Weise selbst aktiv werden, ob beim Basteln von Beschäftigungsmaterial für Affen, beim Baumklettern oder Pflanzentopfen. Zu verdanken ist der Wilhelma-Tag dem Verband der Zoo-Tierpfleger in Deutschland, die vor 20 Jahren einen „Zoo-Tag“ anregten. In der Wilhelma wurde daraus die einzige zoologisch-botanische Spielart, gestaltet wird der Tag von Tierpflegern, Gärtnern und Parkpflegern, Azubis und Wilhelma-Pädagogen in Eigenregie. Nur am Wilhelma-Tag können die Besucher beispielsweise die botanischen Anzuchthäuser hinter den Kulissen besichtigen und Blicke in die Futterküche oder den Behandlungsraum des Tierarztes werfen. Zudem finden sie an den Info-Ständen der Tierpfleger, Gärtner und Parkpfleger reichlich Anschauungsmaterial rund um Tiere, Pflanzen, Futtermittel und Co. und können den Mitarbeitern nach Herzenslust Fragen stellen. Was frisst ein Flamingo, was ein Flusspferd? Müssen Elefanten auch zum Zahnarzt? Wie schnell wächst eine Palme und wann blühen Kakteen? Am Ende des Tages verstehen die Besucher dann viel besser, wie ein Zoologisch-Botanischer Garten funktioniert – und wie aufwändig sein Betrieb ist. In der Wilhelmaschule können sich die Kinder Motive auf die Gesichter schminken lassen und an einem Info-Stand viel über Raubtiere lernen, bevor sie nebenan, am Stand der Parkpflege, beim Baumquiz teilnehmen, Baumscheiben schneiden oder unter professioneller Anleitung der Firma Blattwerk einen Baum erklimmen. Eine feste Größe am Wilhelma-Tag ist inzwischen außerdem der beliebte Tierpfleger-Eignungstest, den die Auszubildenden auf der Ginkgo-Wiese bei den Flamingos durchführen und bei dem die Besucher sowohl ihr zoologisches und botanisches Wissen, als auch ihr Geschick am Schubkarren unter Beweis stellen müssen. Nicht zuletzt gibt es im Betriebshof wieder überzählige Pflanzen Marke Wilhelma-Eigenanbau zu kaufen – praktische Tipps für ihre Pflege inklusive. Auch die Wilhelma-Begleiter des Fördervereins tragen mit Info-Mobilen und kostenlosen Führungen ihren Teil zum Programm bei und die Kinderturnstiftung bietet für Kinder und ihre Eltern eine Führung durch die Bewegungsstationen der Kinderturnwelt in der Wilhelma an.

Tierpark Berlin 09.09.2013
Es boomt bei den Gelbkopfschildkröten im Tierpark Terrarium
Nachdem sich die Gelbkopf-Landschildkröten im Jahre 2008 erstmals im Tierpark Berlin fortpflanzten und auch in den Folgejahren Jungtiere schlüpften, können wir in diesem Jahr geradezu einen Boom verzeichnen. Im Mai 2013 schlüpfte das erste Jungtier. Besonders im Juli und August, aber auch im September folgten inzwischen insgesamt 20 kleine Gelbkopfschildkröten. Die meisten Eier in den Maßen 50 x 40 mm (50 g) wurden auf der Schildkrötenanlage im Krokodilhaus gefunden und in einen Inkubator verbracht. Die Ablage einiger Eier auf der Anlage wurde allerdings übersehen. Die Bedingungen im Krokodilhaus sind aber so naturgemäß, daß trotzdem etliche Jungschildkröten dort schlüpften, sozusagen in „Naturbrut“. Die Jungschildkröten sind beim Schlupf 50 x 47 x 29 mm (Länge x Breite x Höhe) groß und 36 g schwer. Man kann sich kaum vorstellen, wie ein so großes Jungtier überhaupt ins Ei paßt. Die bekannte Zeitigungsdauer beträgt bei dieser Schildkrötenart 100 bis 153 Tage. Man findet jedoch die Eier häufig nicht sofort nach der Ablage, so daß man auf den Schlupf geduldig warten muss. Gelbkopfschildkröten bewohnen mit Büschen bestandenes Grasland des östlichen Vorder- und ganz Hinterindiens. Sie besitzen einen gelblichbraunen, etwa 28 cm erreichenden, hochgewölbten, oben abgeflachten Rückenpanzer. Kopf und Hals sind gelb (namensgebend).

Zoo Dresden 09.09.2013
Zootag! ab 8 Uhr geöffnet +++ zugängliche Futtermeisterei +++ mehr als 20 Tierpflegertreffs
Bereits ab 8 Uhr öffnet der Dresdner Zoo zum Zootag am 15. September seine Pforten. Frühaufsteher erleben dann nicht nur, wie der Zoo so langsam erwacht, sondern können auch den Vogelpflegern bei der Futterzubereitung über die Schultern schauen. Danach gibt es beinahe im Viertelstundentakt interessante Schaufütterungen und Tierpflegertreffpunkte. Nicht verpassen sollten Sie das Wäsche waschen bei den Orang-Utans, das Eierwerfen bei den Zebramangusten und die Fütterung von Leistenkrokodil Max! Die Riesenschildkröten Hugo I + II sind vielleicht zum letzten Mal auf ihrer Außenanlage zu sehen, bevor sie in ihr Winterquartier hinter die Kulissen umziehen. Einzig zum Zootag ist für die Besucher die Futtermeisterei geöffnet. Die Mitarbeiter geben Einblick in ihre tägliche Arbeit und verraten die ein oder andere Lieblingsspeise der Zoobewohner. Drei Mal gibt es die Gelegenheit zu einer Zooführung speziell zum Thema Artenschutz, einer der wichtigsten Aufgaben eines modernen Zoo. So unterstützt der Dresdner Zoo seit einigen Jahren Projekte zum Schutz des Lebensraumes von Schneeleoparden und Humboldt-Pinguinen, deren Bestand in freier Wildbahn stark bedroht ist. Humboldt-Pinguine nun vollzählig im Außenbereich zu sehen Bei den Humboldt-Pinguinen leben sich die acht neuen Tiere aus dem Zoo Pilsen, die erst am letzten Freitag nach Dresden umgezogen sind, gerade in die vorhandene Gruppe ein. Alle 16 Tiere sind nun vollzählig auf der Außenanlage für die Besucher zu sehen.

Zoo Leipzig 09.09.2013
Pandabären erobern den Zoo Leipzig – 50 Jahre WWF Deutschland: Panda-Tour
Rund 160 Pandabären bevölkern heute die Tropenerlebniswelt Gondwanaland im Zoo Leipzig. Stellvertretend für die 1.600 schwarzweißen Bambus-Fresser, die derzeit noch im Freiland leben, symbolisieren die Skulpturen ein Zehntel der verbliebenen Population. Aufgrund der Witterung wurde die Ausstellung kurzfristig in die Tropenhalle verlegt und von den ursprünglich 1600 geplanten Pandas verkleinert. Noch bis 16 Uhr können Zoobesucher die Ausstellung heute besichtigen. Die Aktion ist Teil der 25 Städte umfassenden Deutschlandtour, die der WWF anlässlich seines 50. Geburtstages organisiert hat. Die Umweltschützer mit dem Panda im Logo nehmen ihr Gründungsjubiläum zum Anlass, um auf einer landesweiten Tour ihre Arbeit darzustellen und für den Erhalt bedrohter Arten und Ökosysteme zu demonstrieren. Gemeinsam mit Sylvia Becker (Geschäftsleitung WWF Deutschland) hat Gerd Nötzold, Seniorkurator des Zoo Leipzig, die Ausstellung eröffnet und betont, wie wichtig es sei, die biologische Vielfalt zu erhalten. Dieses Ziel verbinde die Arbeit von Zoos und WWF. „Der Rückgang der Arten ist besorgniserregend. Beide Institutionen, WWF und Zoos, erreichen eine große Öffentlichkeit und können so als Botschafter für den Artenschutz und den Arterhalt dienen. Dieser Verantwortung kommen wir tagtäglich nach und freuen uns, dass die Panda-Tour bei uns Station macht und wir gemeinsam auf die Dringlichkeit des Arterhalts aufmerksam machen“, sagt Seniorkurator Gerd Nötzold. Der WWF will seinen runden Geburtstag nutzen, um mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. „Das Überleben der Tiger in Russland, die Rettung der letzten Pandas, das Wattenmeer oder der zentralafrikanische Regenwald sind auch dank unseres Einsatzes bislang bewahrt worden. Das war nur durch die Unterstützung unserer Förderer und Mitglieder möglich“, so Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Der WWF Deutschland werde seine Rolle als Anwalt der Natur weiter ausbauen. Der Schutz der biologischen Vielfalt müsse einen deutlich höheren, gesellschaftlichen Stellenwert bekommen, so die Forderung des WWF.

Zoo Salzburg 09.09.2013
Am vergangenen Freitag, 6. September, war der zweite Besuch der Reproduktionspezialisten des IZW bei den Salzburger Nashörnern
Im März diesen Jahres haben die Reproduktionsspezialisten Prof. Thomas Hildebrandt, Dr. Frank Göritz und Dr. Robert Hermes des Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtiere (IZW) zwei Salzburger Nashorn-Damen mit dem Sperma vom Nashorn Athos künstlich besamt. Leider kam es noch nicht zum gewünschten Erfolg, da die Weibchen nicht empfängnisbereit waren.- Minutiöse Vorbereitung – Prof. Henning Wiesner, tierärztlicher Leiter des Zoo Salzburg „Wir haben in den vergangenen 6 Wochen den beiden Weibchen Yeti und Tamu spezielle Hormone zur Synchronisation verabreicht, damit beide heute einen Eisprung haben. Das IZW-Team hat vorab vom Bullen neuerlich Sperma gewonnen, mit dem die Weibchen gleich besamt wurden. Jetzt warten wir die Ergebnisse der Kotuntersuchungen der nächsten Monaten ab, und hoffen, dass die zweite künstliche Besamung erfolgreich war.“ – Artenschutz ist eine wesentliche Aufgabe des Zoos – „Wesentliche Aufgaben eines modernen Zoos sind, aktiv im Bereich Tier-, Natur- und Artenschutz zu arbeiten“, berichtete Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner. „Nachwuchs bei unseren Breitmaulnashörnern würde dem Europäischen Zuchtprogramm sehr helfen, den Bestand der in freier Wildbahn von Wilderen stark bedrohten Tierart in Zoos zu sichern. Die Zeit drängt! Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden 203 Tiere illegal getötet. Und das Morden geht auch heuer weiter! Durch die Nachzucht bei unseren Breitmaulnashörnern wollen wir unseren Beitrag für den Erhalt dieser imposanten Tierart leisten.“

Zoo Osnabrück, 06.09.2013
Luca singt für Luka – Der erste Pop-Song, der für einen Elefanten geschrieben wurde
Inspiriert von der bewegenden Geschichte des Elefantenbullen Luka im Zoo Osnabrück hat die Berliner Musikerin Luca einen Song geschrieben – für Luka. „Wenn mein Elefant tanzt“ wird am 7.9.2013 als Download auf dem Internet-Portal Noisetrade erscheinen (www.noisetrade.com/luca2music); der Song kann kostenlos oder wahlweise gegen eine Spende für ein Elefantenschutzprojekt herunter geladen werden. Luca, die Berliner Musikerin mit Osnabrücker Wurzeln, beschreibt in ihrem Song „Wenn mein Elefant tanzt“ beide Gefühlswelten ihres Namensvetters – ein sanfter Riese und mächtiger Elefantenbulle, wenn die Umstände jeweils entsprechend sind. Sie ist der Überzeugung, dass jeder von uns einen Elefanten in sich trägt, der, wenn er ins Tanzen kommt und zufällig im emotionalen Porzellanladen steht, auch ordentlich viel zerstören kann. Mit einem Augenzwinkern und viel Lebensfreude erzählt sie von der liebevollen Freundschaft zu ihrem „inneren Elefanten“, der zwar nicht immer berechenbar ist, mit dem man aber die verrücktesten Abenteuer erleben kann. Luca geht es in ihrer Aussage vor allem darum, auch mal über sich selbst zu schmunzeln und sich anzunehmen, mit all den kleinen Fehlern und Missgeschicken, die uns im Alltag begleiten. Den Song „Wenn mein Elefant tanzt“, vermutlich der erste Pop-Song, der je für einen Elefanten geschrieben wurde, und das dazu gehörende Video hat Luca im Alleingang in ihrem Berliner Studio produziert. Ein Spät-Sommer-Geschenk, das sie als kostenlosen Download in die Welt schickt, mit der Hoffnung, dass es weiter getragen wird und Freude verbreitet. „Mein Song soll den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und vielleicht auch den ein oder anderen das Tanzbein schwingen lassen. Er soll Mut machen, sich selbst treu zu bleiben, immer wieder aufzustehen und sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn andere ungerecht sind“, sagt die junge Musikerin und fährt fort: „Elefanten sind ein wunderschönes Beispiel für die Ambivalenz zwischen Stärke und Sensibilität. Qualitäten, die einerseits so verschieden und am Ende vielleicht doch ein und dasselbe sind. Ich würde mich freuen, wenn ein bisschen Geld zusammen kommt, um engagierten Menschen zu helfen, diese faszinierende Tierart zu schützen und zu bewahren.“ Wer für den Song eine Spende überweist, unterstützt damit die Organisation „International Elephant Foundation“. Sie setzt sich mit Bildungsprogrammen sowie Schutzprojekten vor Ort für die Erhaltung von Asiatischen und Afrikanischen Elefanten ein. Zooehrenpräsident Reinhard Coppenrath freut sich, dass die junge Musikerin Luca mit ihrem Song hilft, Verständnis für den Dickhäuter und seine Artgenossen zu wecken: „Wir sind eine Familieneinrichtung und da Luca Lieder für die ganze Familie schreibt, finden wir es toll, dass sie unseren Luka und sein Verhalten auf diesem Wege erklärt. So können jung und alt mit viel Spaß verstehen, was es mit Elefantenbullen auf sich hat.“ Und tatsächlich gäbe es ja so manche Parallelen zwischen Menschen und Tieren, die helfen, beide besser zu verstehen, schmunzelt Coppenrath. Elefantenbulle Luka, der Ende Juni 2013 in den Zoo Osnabrück zog, hat eine bewegte Vergangenheit. Im Zoo Osnabrück macht der mit 3,15 Metern größte Elefantenbulle Deutschlands einen ausgeglichenen Eindruck, wie der Osnabrücker Elefantenrevierleiter Detlef Niebler erklärt: „Sowohl in seinem letzten Zuhause in Spanien als auch hier bei uns zeigt er sich vollkommen friedlich. Man muss Elefantenbullen respektvoll begegnen und ihnen ihren Freiraum lassen – dann respektieren sie auch den Menschen.“ Der Zoo Osnabrück setzt seit langem die sogenannte Hands-off-Haltung um, bei der kein direkter Kontakt zum Elefanten stattfindet und die Tiere möglichst selbstbestimmt leben. Nur für medizinische Untersuchungen oder zur Körperpflege führen die Tierpfleger geschützt durch das Gitter ein minimales Training durch. „Die ersten Monate haben gezeigt, dass Luka sich in Osnabrück sehr wohl fühlt. Er ist ruhig, entspannt und gegenüber seinen Artgenossen und auch unserem Team gegenüber bei Körperpflege an den Kontaktbereichen sehr sanftmütig. Und es ist toll, wie er mit den vier Jungbullen umgeht und sie bestimmt, aber ohne Aggressionen, erzieht“, stellte Niebler fest. Allerdings kommen erwachsene Elefantenbullen circa einmal im Jahr in die „Musth“ (sprich: Mast). Dann produzieren sie ein Vielfaches an Testosteron und werden aggressiv. In dieser Phase benötigen sie Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Detlef Niebler freut sich ebenfalls über Lucas Song: „Auch wenn das Lied ja mit einem Augenzwinkern zu sehen ist, trifft der Text durchaus zu – auf das Wesen von Elefanten und von Menschen.“
(siehe auch hier)

Zoo Salzburg, 05.09.2013
Kunstprojekt: ARTenschutz
Sieben Tage lebte der Anifer Künstler Juergen Fux im ehemaligen Luchs-Gehege des Salzburger Zoos. Mit dieser außergewöhnlichen Aktion brachte er das Thema Artenschutz zurück in das Gedächtnis seiner Mitmenschen. Eine Woche in einem Gehege, da gibt es sicher viel zu erzählen. „Am Anfang war es schon ungewohnt“, gibt Juergen Fux gerne zu. In sieben Tagen wollte es der 38-Jährige auf künstlerische Weise schaffen, die Gesellschaft wachzurütteln und das Thema Artenschutz zurück in das Bewusstsein zu bringen. „Etwa die Hälfte der Zoo-Besucher interessierte sich für mein Kunstprojekt und informierte sich darüber. Der Zuspruch zeigt sich auch an über 600 Mails, die ich während meiner Zeit im Gehege bekommen habe“, ist Fux zufrieden. Und für Zoo Salzburg-Geschäftsführerin Sabine Grebner war das Kunstprojekt eine willkommene Möglichkeit, ein wichtiges Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. „Wir freuen uns sehr, dass wir durchwegs positive Rückmeldungen von unseren Besuchern erhielten“, so Grebner. Am letzten Tag des Kunstprojektes übernahm ProSieben-Moderator Jumbo Schreiner die Patenschaft für Fux. Außerdem unterstützte er das Pilotprojekt „eine Reise zur Eule“, das geistig behinderten Kindern hilft, aktiv am Familienleben teilzunehmen. XXL-Tester Jumbo Schreiner war aber nur einer von zahlreichen prominenten Unterstützern. So stellte sich etwa Schauspielerin Anja Kruse, Olympiasieger Felix Gottwald, Landesveterinärdirektor Josef Schöchl oder Mentalist Manuel Horeth in den Dienst der guten Sache. Mit der Ausstellung seiner Werke endete am Donnerstag den 5. September das außergewöhnliche Kunstprojekt ARTenschutz. 14 Bilder schuf Fux während seiner Zeit im Gehege. Vom Verkauf dieser Gemälde kommen 50 Prozent dem Zoo Salzburg und ihrem Artenschutz-Programm zugute. Auch so hofft der Künstler, einen nachhaltigen Beitrag zu leisten.
(Das erklärt den Rumpelkammer-Eindruck des Luchsgegehes bei meinem Besuch im Zoo. Ich wusste zwar von der Aktion, habe mir aber nicht wirklich Gedanken gemacht, wo das sein könnte…manchmal sollte man die Pressemitteilungen der Zoos vielleicht genauer lesen und nicht nur überfliegen)

Weltvogelpark Walsrode, 06.09.2013
Einmaliger Hornvogel-Nachwuchs
Einzigartiger und wunderschöner Hornvogel-Nachwuchs erwartet Sie in unserer Fasanerie. Bei unseren hübschen Helmhornvögeln ist bereits eines der Jungtiere ausgeflogen. Beide Jungtiere sehen aufgrund ihres Gefieders aus wie Männchen. Beim Helmhornvogel (Aceros cassidix) aus Sulawesi, sind Männchen und Weibchen an der Färbung des Kopf- und Halsgefieders besonders deutlich zu unterscheiden. Und bei unseren Schwarzhelm-Hornvögeln (Ceratogymna atrata) oder auch Keulenhornvogel genannt, sind beide Jungtiere frisch ausgeflogen, verstecken sich aber noch in den sicheren Schatten der Sträucher. Schwarzhelm-Hornvögel gehören zu den größten Arten Afrikas, sie leben in Westafrika und ernähren sich zu einem großen Anteil von den Früchten der Ölpalmen. Anders als bei meisten Hornvogelarten wird der Wasserbedarf nicht durch das Futter gedeckt. Sie müssen in der Natur also täglich Wasserlöcher aufsuchen.

Tierpark Berlin, 05.09.2013
Jetzt jeden Sonntag Spezialführungen im Tierpark Berlin
Mit Unterstützung des Fördervereins vom Tierpark Berlin und vom Zoo Berlin e.V. finden ab 8. September 2013 jeden Sonntag um 10 Uhr zum regulären Tierpark-Eintritt Spezialführungen durch den Tierpark Berlin statt. Treffpunkt ist der Tierpark-Eingang am Bärenschaufenster (U-Bhf. Tierpark). Damit wurde das Angebot von einer Sonntagsführung im Monat deutlich ausgebaut.

Zoo Berlin, 05.09.2013
Junge Kalifornische Seelöwen im Zoo Berlin – diesmal gleich als Quartett
Robben gehören zu den beliebtesten Tieren in Zoologischen Gärten. Ihre Beweglichkeit und Lernfähigkeit verblüfft immer wieder. Daher bilden die täglichen Trainingseinheiten bei den Fütterungen einen großen Anziehungspunkt für Groß und Klein. Im Juni dieses Jahres mussten die öffentlichen Fütterungen allerdings alle ausfallen und das hatte einen guten Grund: Unsere weiblichen Seelöwen hatten Nachwuchs und bleiben daher mit den Jungtieren zunächst hinter den Kulissen. Junge Seelöwen können zwar schwimmen, verkühlen sich aber schnell. In den ersten Stunden findet die intensive Mutter-Kind-Bindung statt, die es den Müttern erlaubt, ihre Kinder individuell in den großen Gruppen von Seelöwen wieder zu finden. Seit einigen Wochen sind die Jungtiere nun alle auf der Außenanlage zu sehen. Noch sind die jungen Seelöwen auf die Milch der Mütter angewiesen, ihre erste feste Nahrung nehmen sie erst mit knapp einem halben Jahr auf. Die vier Jungtiere Timo, Pablo, Gitana und Luna wurden zwischen dem 8.Juni und 22.Juni von den Müttern Doro, Sandra, Conny und Lucia geboren. Enzo, der stolze Vater, kümmert sich nun eifrig wieder darum, seinen Harem zusammenzuhalten.

Zoo Duisburg, 05.09.2013
Nachwuchs bei den größten Landsäugern Europas
Was ist das größte lebende Landsäugetier in Europa? Vielen Menschen kommt hierbei sofort Meister Petz in den Sinn, doch damit wäre dem Europäischen Wisent mit einem Körpergewicht von bis zu 900 kg Unrecht getan. Der Europäische Wisent ist ein richtiges Kraftpaket mit kräftiger Schulterregion, erhöhtem Widerrist und breit angesetztem, meist gesenktem Kopf, der ehemals weite Teile Osteuropas bevölkerte. Infolge der menschlichen Besiedlung und der damit verbundenen Rodung der Wälder wurde der Wisent zu Beginn des letzten Jahrhunderts in seinem gesamten Verbreitungsgebiet ausgerottet. Lediglich 56 Wisente verblieben in einigen Zoologischen Gärten Europas. Durch gezielte Zuchtbemühungen konnte die Zoopopulation kontinuierlich vergrößert werden, so dass im Jahre 1952 die ersten in Menschenobhut gezüchteten Wisente in dem neu geschaffenen Nationalpark Bialowieza in Polen ausgewildert werden konnten. Weitere Auswilderungsprojekte folgten in den nächsten Jahrzehnten, so dass heute wieder gesunde, sich selbst erhaltende Wisentherden im Freiland anzutreffen sind. Die Rettung des Wisents gilt als ein hervorragendes Beispiel der Arterhaltung in menschlicher Obhut. Umso erfreulicher ist es, dass im Zoo Duisburg die Zucht floriert und dieses Jahr gleich erneut ein Wisentkalb das Licht der Welt erblickte. Die 8jährige Wisentkuh POLIPKA brachte Ende Juli das weibliche Jungtier DULINA zur Welt. Der 11jährige Vater PLUCIK wacht nun noch achtsamer über seine Herde am Kaiserberg. Das Kalb ist tagsüber auf der Außenanlage zu sehen: Entweder misst es seine Kräfte miteinander – im Übrigen lebt auch die einjährige Schwester DULLA noch am Kaiserberg – und tollt herum oder es tankt einen Milch-„Snack“ bei seiner Mutter und döst dann vor sich hin, um neue Kräfte für die nächste Runde zu sammeln. Immer wieder für Verwirrung sorgen die Begriffe Wisent und Bison. Der Wisent ist der nächste Verwandte des nordamerikanischen Bisons. Beide Arten gehen auf eine gemeinsame Ursprungsform zurück, von der sich der Wisent in Europa als Waldbewohner entwickelte, während der Bison die amerikanischen Steppen bevölkerte.

Zoo Heidelberg, 05.09.2013
Zoo Heidelberg: Finissage Shona-Art am 21. September, Bildhauerkunst aus Zimbabwe und Workshops noch bis Ende September
Zoobesucher, Kunstliebhaber und Kaufinteressenten können sich noch bis Ende September 2013 an den beeindruckenden Shona-Art-Skulpturen im Zoo Heidelberg erfreuen und selbst eigene Kunstwerke erschaffen. Ab sofort gewährt Shona Art auf alle ausgestellten Objekte 20 % Rabatt! Ausgenommen von diesem Angebot sind alle kleinen Objekte am Steinbildhauer-Arbeitsplatz auf der Flamingowiese unter einem Verkaufswert von 500 Euro. Die Steinbildhauerworkshops mit den Bildhauern Daina Nyakudya und Tago Tazvitya aus Harare laufen noch bis zum 29. September. Am 21. September wird die Open-Air Ausstellung mit einer feierlichen Finissage beendet. Von 11.00 bis 18.00 Uhr können sich kleine und große Besucher auf vielfältige Angebote freuen. Es stehen Shona-Art Führungen, Bildhauer-Workshops und eine Sonderausstellung mit beeindrucken Gemälden auf dem Programm. Für Getränke und zimbabwische Live-Musik ist gesorgt. Es ist nur der normale Zoo-Eintritt zu entrichten. Der Galerist Bastian Müller aus Witten bietet außerdem am 11. September um 17 Uhr und am 21. September um 12 und 15 Uhr Führungen zur Shona-Kunst an und wird viel Interessantes zu den Skulpturen, Land und Leuten berichten. Treffpunkt ist die Flamingowiese. Anmeldungen zu den kostenlosen Führungen per E-Mail unter info@shona-art.com oder telefonisch unter 02302-9787428. Die Bildhauerei der Shona, der größten Volksgruppe Zimbabwes, begeistert und inspiriert Kunstfreunde und Künstler in vielen Ländern. Sie ist die derzeit renommierteste Form zeitgenössischer Kunst aus Afrika und wurde vom amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek sogar als wichtigste Kunstmanifestation Afrikas der letzten Jahrzehnte geadelt. Zimbabwische Plastiken aus Serpentinstein wurden bereits weltweit in Sammlungen und Museen wie dem „Museum of Modern Art“ in New York oder dem „Musée Rodin“ in Paris ausgestellt. Seit dem Frühjahr 2011 zeigt der Zoo über 50 meist großformatige Skulpturen, welche ausschließlich in Handarbeit erschaffen wurden und eigens für die Ausstellung von Afrika nach Heidelberg verschifft wurden. Die Skulpturen stammen von verschiedenen Künstlern, unter ihnen namhafte Bildhauer wie Fanizani Akuda, Bernard Matemera, Dominic Benhura, Colleen Madamombe und Witness Bonjisi.

Zooschule Heidelberg, 05.09.2013
„Mit Tieren lässt sich’s gut studieren!“ – Beim Zoo-Unterricht wird Lernen zum Erlebnis
Die Heidelberger Zooschule bietet einen ganz besonderen Unterricht für Schulklassen: Der neue „Zoo-Unterricht“ dauert 90 Minuten, ist für alle Altersstufen geeignet und findet direkt vor dem Gehege statt. Wie könnte Lernen spannender sein? Sowohl inhaltlich als auch formal wurde das alte Konzept gründlich von Daniela Vogt, der pädagogischen Leiterin der Zooschule und ihrem Team überarbeitet. Die Schüler lernen noch mehr über Naturschutz und werden nicht mehr klassenweise unterrichtet, sondern sie arbeiten in kleinen Gruppen zusammen. Diese Neuerung bringt viele Vorteile mit sich – unter anderem kann die Lehrkraft so besser auf den Einzelnen eingehen. Interessierte Lehrer können zwischen verschiedenen Themen wählen, die auch Inhalte der Lehrpläne aufgreifen. In den folgenden Monaten bietet sich besonders „Tiere im Winter“ an. Den „Zoo mit allen Sinnen“ zu erleben ist bei den Schülern der ersten beiden Klassenstufen sehr beliebt. Für sie gibt es nun ganz neue Programme, zum Beispiel „Tiere und ihre Jungen“. Hierbei lernen die Kinder zunächst drei große Tierklassen kennen, nämlich Säugetiere, Vögel und Reptilien. Anhand einfacher Merkmale werden die einzelnen Tierarten den entsprechenden Gruppen zugeordnet. Die Kennzeichen von Nesthockern und Nestflüchtern werden ebenfalls behandelt. Bei einem Rundgang zu Gehegen mit Jungtieren können die Schüler das neu erlernte Wissen direkt anwenden. Die „Menschenaffen“ sind für dritte und vierte Klassen interessant. Durch die eindrucksvollen Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Orang-Utan Uijan, Schimpanse Henry und Silberrücken Bobo erhalten die Kinder einen Überblick über die Menschenaffen, die im Heidelberger Zoo leben. Sie bestimmen deren Merkmale und erkennen Parallelen zu uns Menschen. Außerdem erfahren die Schüler von der Bedrohung der Menschenaffen in ihren Heimatländern und wie sie sich für deren Schutz einsetzen können. Um die afrikanische Tierwelt geht es für Dritt- und Viertklässler bei „Tiere Afrikas“, wo u.a. die Zebras im Vordergrund stehen. In der kalten Jahreszeit bietet sich das Programm „Tiere im Winter“ an, das für Kinder von der dritten bis zur sechsten Klasse entwickelt wurde. Hierbei lernen sie nicht nur Überwinterungsstrategien einheimischer Arten kennen, sondern erfahren auch, wie die tierischen Zoobewohner bei Eis und Schnee versorgt werden. Für die gleiche Altersgruppe ist ebenso das Thema „Raubtiere“ spannend. Während dieser Unterrichtseinheit lernen die Schüler, Raubtiere von anderen Tierarten abzugrenzen. Bei einem Rundgang erkennen sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Tiger, Löwe & Co im Heidelberger Zoo. Dabei veranschaulichen vielfältige Materialien den spannenden Sachverhalt noch zusätzlich. Zu den gefiederten Zoobewohnern geht es für Schüler der fünften und sechsten Klasse. Der Zoo-Unterricht zum Thema „Vögel“ macht die Vielfalt innerhalb dieser Tiergruppe deutlich: u.a. geht es um den Sinn der unterschiedlichen Schnabelformen. Ab der fünften Klasse ist schließlich der „Artenschutz“ empfehlenswert. Zunächst lernen die Schüler die wichtigsten Aufgaben moderner Zoos kennen. Während des Besuchs von bedrohten Arten im Heidelberger Tiergarten werden die Begriffe Aussterben und Ausrottung unterschieden und voneinander abgegrenzt. Die Schüler erarbeiten dabei die verschiedenen Gründe für die Ausrottung von Tierarten. Nicht zuletzt wird ihnen vermittelt, wie sie sich im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten für den Artenschutz einsetzen können. Um den Zusammenhang zwischen Artenschutz und dem eigenen Konsumverhalten geht es in der neuen Unterrichtseinheit „Mehr Handys für Gorillas“, die ab der fünften Klasse gebucht werden kann. „Berufe im Zoo“ richtet sich an Jugendliche von der siebten bis zur 13. Klasse. Vom Tierpfleger und Handwerker über den Veterinär bis hin zur Zooleitung werden die vielfältigen Aufgabenbereiche vorgestellt, die zum jeweiligen Beruf gehören. Ein Besuch auf dem Wirtschaftshof rundet das Angebot ab und stellt für die Schüler im Hinblick auf ihre eigene Zukunft sicher eine willkommene Orientierungshilfe dar. Zu guter Letzt seien schließlich noch die „Elefanten“ erwähnt, ein Programm, das sich an fünfte bis achte Klassen richtet und ebenfalls völlig neu konzipiert wurde. Ein Besuch der Jungbullen-WG ist für viele Schüler sicher besonders reizvoll, zählen die grauen Riesen doch zu den faszinierendsten Tieren, die der Zoo beherbergt. Neben Themen wie Verbreitung und Bedrohung der Elefanten wird auch auf die Hintergründe der besonderen Heidelberger Haltung eingegangen. Durch das Teilen der Schulklassen ergeben sich für die Lehrer noch weitere Wahlmöglichkeiten: So kann sich z.B. die eine Hälfte der Klasse den Menschenaffen widmen, während die andere den Raubtieren auf der Spur ist… Im Anschluss an den „Zoo-Unterricht“ können sich die Schüler austauschen und ihr Wissen jeweils ergänzen. Der „Zoo-Unterricht“ kann das ganze Jahr über gebucht werden. In den Monaten von September bis April ist ein Zoobesuch für Schulklassen besonders zu empfehlen, da hier generell weniger Gruppe im Zoo unterwegs sind. Bei allen Unterrichtsprogrammen steht das erlebnisgebundene, spielerische und handlungsorientierte Lernen im Vordergrund. Deswegen behalten „Zoo-Schüler“ das Gelernte garantiert besser und länger als beim normalen Bio-Unterricht in der Schule. Der Unterricht am „außerschulischen Lernort Zoo“ macht nicht nur Spaß, sondern ist auch besonders effektiv – das wurde jüngst sogar in einer wissenschaftlichen Studie belegt. Die Kosten belaufen sich pro Klasse auf € 50,- für bis zu 15 Schüler, jeder weitere Schüler zahlt € 2,50 (immer zzgl. Zoointritt). Zoo-Unterricht wird sich in Zukunft stetig erweitern. Für LehrerInnen lohnt sich also immer wieder ein Besuch der Website… Nähere Infos zum Zoo-Unterricht sind auf der Website der Zooschule (www.zooschule-heidelberg.de) erhältlich. Beratung und Buchungen sind telefonisch (06221-3955713 zu den Sprechzeiten MO 13-16 Uhr; DI + DO 10-12 sowie 13-16 Uhr) oder per E-Mail (info@zooschule-heidelberg.de) möglich.

Allwetterzoo Münster, 05.09.2013
Erste flauschig-weiße Küken bei den Flamingos im Allwetterzoo Münster nach 16 Jahren „Brutabstinenz“
Am 3. September war die Freude im Allwetterzoo Münster groß: Das erste flauschig-weiße Küken bei den Chileflamingos hatte sich aus dem Ei befreit! Zwei Tage später schlüpfte das zweite von vielleicht 16 Küken. So viele Schlammkegel sind derzeit von Flamingo-Paaren besetzt. Ob alle erfolgreich brüten, zeigt sich in den nächsten Tagen. Warum die Flamingos eine so lange Pause in Sachen Fortpflanzung eingelegt haben, lässt sich schwer feststellen. Vielleicht liegt die neue Lust am Brüten aber an den sieben jungen Flamingos, die in den letzten vier Jahren die münstersche Kolonie verstärkt haben? Während etliche der alten Flamingos sogar schon 40 Jahre alt sind, haben die Neuzugänge erst in diesem Sommer die Geschlechtsreife erlangt, Möglicherweise wurde die Gruppe dadurch zur flamingotypischen Gruppenbalz animiert. Beim gemeinsamen Balzen kommen die Vögel in Brutstimmung und finden sich nur für den Zweck der Fortpflanzung schließlich zu Paaren zusammen. Von den 46 erwachsenen Chileflamingos in Münster hocken derzeit 32 auf selbsterrichteten kegelförmigen Nestern aus Schlamm. Diese hügelförmigen Bauten stehen dicht an dicht in der Flamingo-Anlage, denn die Vögel sind Koloniebrüter. In die Mulde ihres Kegels legt das Flamingoweibchen meist ein einzelnes Ei, das von beiden Partnern rund 30 Tage bebrütet wird. Frisch geschlüpfte Flamingo-Küken sehen zart und flauschig aus und haben ein beinahe weißes Dunengefieder. Ihre Beine sind anfangs rosa gefärbt und der Schnabel ist noch gerade. Sind die Küken etwa sieben bis neun Tage alt, werden ihre Beine dunkler bis hin zur Schwarzfärbung der ausgewachsenen Flamingos. Auch die zarten Dunen färben sich grau, bis sie vom endgültigen Gefieder ersetzt werden. Bis der Schnabel der Küken ebenso gekrümmt ist wie bei den Eltern vergehen rund 48 Tage. Die Flamingo-Küken werden in den ersten zehn Wochen von beiden Eltern mit vorverdautem, flüssigem Futter ernährt, das sie ihnen in den Schnabel träufeln. Dann beginnen die Jungvögel selbständig zu fressen und sind mit etwa zwei Jahren ausgewachsen. Übrigens nehmen Flamingos mit der Nahrung den roten Farbstoff auf, der ihr Gefieder färbt. Er wird während der Mauser in die Federn eingelagert. Im Zoo erhalten die Flamingos ein Spezialfutter, dem Karotinoide zugefügt werden, damit sie rosa bleiben.

Zoo Osnabrück, 05.09.2013
Auf Wiedersehen Kume und Kisha, willkommen Zamana
Es war bereits angekündigt: Die Schimpansen Kume und Kisha haben gestern ihren Heimatzoo in Osnabrück verlassen. Dafür reiste Schimpansenweibchen Zamana an den Schölerberg. Die Gesundheitsuntersuchung vor circa zwei Wochen sowie alle notwendigen Blutuntersuchungen der zwei Schimpansen waren ohne Befund und so mussten sich die Osnabrücker Zoomitarbeiter am gestrigen Mittwoch in der Afrika-Tierwelt „Takamanda“ von ihnen verabschieden: „Wir sind schon traurig, dass Kume und Kisha uns verlassen mussten, aber es ist für sie besser so. Kisha hätte hier keinen passenden Partner finden können und Kume hätte den Druck von seinem Vater aushalten müssen“, erklärt Tierpfleger und Revierleiter Wolfgang Festl. Und so reisten gestern Vormittag das achtjährige Schimpansenweibchen Kisha in den Zoo Leipzig und das achtjährige Schimpansenmännchen Kume in den Zoo Basel. Hier können sie helfen, die bedrohte Tierart der Westafrikanischen Schimpansen zu erhalten. Zwei Osnabrücker Tierpfleger begleiteten ihre Schützlinge und werden die nächsten Tage auch dort als Bezugsperson für die Tiere verbringen. Parallel reiste das elfjährige Schimpansenweibchen Zamana nach Osnabrück als neues Mitglied für die hiesige Schimpansengruppe. „Zamana ist eine junge, hübsche Schimpansin. Sie ist am Ende der Pubertät angelangt und übernimmt nun langsam die Rolle eines erwachsenen Weibchens“, beschreibt der zuständige Kurator Adrian Baumeyer aus dem Zoo Basel. „Sie hält sich normalerweise eher am Rande der Gruppe auf, versucht aber nach und nach in der Hierarchie aufzusteigen.“ Zamana lernte die Osnabrücker Schimpansengruppe erstmals am Donnerstagmorgen kennen. Die Zusammenführung von Schimpansen ist eine besondere Situation, weiß Wolfgang Festl: „Auch in der Wildbahn läuft das nicht immer friedlich ab. Wir müssen genau beobachten, wie die Tiere aufeinander reagieren. Zeigen sie großes Interesse aneinander, können wir sie zusammen lassen. Falls Unruhe aufkommt, müssen wir sie wieder trennen, damit jeder seine Ruhephasen bekommt.“ Das erste Kennenlernen der Menschenaffen in dem für Besucher nicht einsehbaren Schlafbereich verlief recht ruhig: „Sie waren noch voneinander getrennt, aber konnten sich schon sehen. Tatu, der Chef, brüllte einmal, aber ansonsten beäugten sich alle nur neugierig“, berichtet Festl. Wenn alles weiter gut läuft, ist Zamana bereits bald auf der Außenanlage in „Takamanda“ zu sehen.

Wiener Tiergarten Schönbrunn, 05.09.2013
ELEFANTEN-NACHWUCHS IM TIERGARTEN SCHÖNBRUNN
Das Warten im Tiergarten Schönbrunn hat ein Ende: Nach einer Tragzeit von 645 Tagen hat Elefantenkuh Tonga gestern, 04. September, um 19.30 Uhr ihr Junges zur Welt gebracht. Die Geburt ist schnell und problemlos verlaufen. „Tonga ist die Leitkuh unserer Herde und generell ein sehr ausgeglichenes Tier. Sie war während der Geburt gemeinsam mit ihrer Tochter Mongu auf der Außenanlage“, berichtet Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Der kleine Dickhäuter ist ein Weibchen. Für die 28 Jahre alte Tonga, die seit 1998 im Tiergarten lebt, ist es der zweite Nachwuchs. 2003 brachte sie Mongu zur Welt. Tonga umsorgt die Kleine fürsorglich und auch Mongu gibt auf ihr Geschwisterchen Acht. Mit tapsigen Schritten folgt das Jungtier seiner Mutter auf Schritt und Tritt, und wird etwa jede halbe Stunde gesäugt. „Um Tonga und ihrem Nachwuchs die nötige Ruhe zu gönnen, bleib die kleine Gruppe für die nächsten Tage im hinteren Bereich der Anlage“, erklärt Schratter. Die Elefantenpfleger werden sich nun drei Namen überlegen, über die in den nächsten Tagen auf der Website des Zoos abgestimmt werden kann. Für den Tiergarten Schönbrunn, der das Europäische Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten koordiniert, ist es die vierte Geburt eines Afrikanischen Elefanten. Weltweit ist dieser Elefantennachwuchs allerdings eine Sensation. Schratter: „Es ist das erste Kalb, das durch künstliche Besamung mit tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurde. Sein Vater ist Wildbulle im Phinda-Reservat in Afrika und wurde unter Vollnarkose abgesamt.“ Durch eine ganz neue Technik, die von einem Team des Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung entwickelt wurde, konnte das im Busch gewonnene Sperma eingefroren und erfolgreich wieder aufgetaut werden. Künstliche Besamung ist inzwischen bei Afrikanischen Elefanten Routine – allerdings nur mit frischem oder gekühltem Sperma. Um das Sperma eines Wildbullen von Afrika in einen europäischen Zoo zu transportieren, musste es jedoch eingefroren werden. Doch die Samenzellen von Elefanten sind extrem empfindlich. Nur in zwei Fällen hatte eingefrorenes und wieder aufgetautes Material zu einer Befruchtung geführt. Beide Trächtigkeiten endeten jedoch frühzeitig. Diese Methode bietet eine große Chance, um den Genpool der Zooelefanten aufzufrischen und auch andere bedrohte Tierarten in Menschenobhut erfolgreich zu züchten. Der kleine Elefant ist das erfreuliche Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit des Tiergarten Schönbrunn mit dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo– und Wildtierforschung (IZW), dem Zooparc de Beauval und dem Pittsburgh Zoo.

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