Zooticker

24.09.2013, EndZoo
Tigerangriff Zoo Münster: Hat die Zooleitung an lebensrettenden Sicherheitssystemen gespart?
Tierschutzorganisation EndZOO erhebt schwere Vorwürfe

Münster – Der tödliche Unfall im Zoo Münster hätte, nach heutiger Meinung der Tierschutzorganisation EndZOO, vermieden werden können. Denn nach Recherchen der Organisation muss der Zoo mindestens seit 2008 gewusst haben, dass es eine technische Möglichkeit gibt, die ein unabsichtliches Öffnen einer Pfleger-Zugangstür verhindert, wenn ein Schieber eines Geheges (besetzt mit einem Tiger) noch geöffnet ist. Das Risiko eines „menschliche Versagens“ durch Unachtsamkeit oder Vergesslichkeit wäre mit einer solchen Technik in Münster erheblich minimiert worden. Auch zeigten andere Unfälle mehr als deutlich, dass die Zusammenarbeit von IMMER zwei Pflegern nachweislich Leben retten kann. Offenbar lag wohl auch schon seit Langem ein Sicherheitskonzept in den Schubladen der Zooverwaltung, das auch den Einsatz von optischen und akustischen Signalanlagen in diesem Gefahrenbereich vorsah und demzufolge auch für mehr Sicherheit im Raubkatzenrevier gesorgt hätte. EndZOO ruft MitarbeiterInnen des Zoos auf, sich bei EndZOO zu melden (Anonymität wird zugesichert) und von weiteren möglichen Missständen zu berichten.
„Eines ist sicher. Fast jedes deutsche Auto, jedes S-Bahn und jede Tiefgarage ist mit deutlich sicherer Technik ausgerüstet als dieser gefährliche Arbeitsplatz im Zoo Münster. Martin H. hätte es zu Lebzeiten verdient, dass moderne Technik und Warnsysteme auch sein Arbeitsplatzrisiko auf das möglichste Mindestmaß minimiert hätten. Wir von EndZOO können nicht nachvollziehen, warum die Staatsanwaltschaft offenbar nur in Richtung einer technischen Panne der vorhandenen und veralteten Technik ermittelt. Der mögliche Missstand, dass die fast 40 Jahre alte Münsteraner-Tigeranlage nicht schon vor Jahren mit in Deutschland bereits bestehenden Sicherheitssystemen nachgerüstet wurde, wird offenbar völlig außer Acht gelassen“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht abschließend.

1994 rief der Verband Deutscher Zootierpfleger die Deutschen Zootage ins Leben. Am letzten Septemberwochenende machen die teilnehmenden Zoos mit besonderen Aktionen auf sich aufmerksam. So steht der Deutsche Zootag am 29. September im Naturschutz-Tirpark in Görlitz unter dem dem Motto „Vom Fressen und gefressen werden“ und der Kölner Zoo bietet einen Blick hinter die Kulissen. Auch der Frankfurter Zoo bietet Einblicke in den Zooalltag. Die Homepages der beteiligten Zoos weisen auf den Deutschen Zootag hin, vielleicht ist auch ein Zoo in der Nachbarschaft dabei.

Der nächste Tag der offenen Tür im Ansbacher Raubtierasyl findet am 6. Oktober von 13.00 – 17.00 Uhr statt.

25.09.2013, Zoo Augsburg
In den vergangenen Wochen wurden in Augsburg eine Giraffe und ein Alpaka geboren. Geschlüpft sind vier Strauß- und acht Zwergwachteln.
Plumplori Kate (vormals KK, aber inzwischen ist klar, dass es sich um ein Weibchen handelt) wird auch immer größer und hat inzwischen 500 g Gewicht. Inzwischen wurde mit dem Zoo Prag Rücksprache gehalten, die schon mehrmals Plumplori-Nachzuchten hatten. Spätestens im Alter von sechs Monaten trennen sie die Kleinen von den Eltern, da diese eher einzeln lebende Tierart den Nachwuchs dann nicht mehr duldet. So wird eine Zusammengewöhnung mit Kalle und Clay nicht viel Sinn machen. Vielmehr sollte man noch etwas warten und dann einen jungen Mann für sie finden.
Der zukünftige Vogelbestand der begehbaren Voliere kommt langsam in Augsburg an: aus Rheine kamen sechs Kampfläufer und 10 Säbelschnäbler. Zur Verstärkung in der Sichlervoliere kamen aus dem Zoo Köln zwei Rote Sichler und zwei Seidenreiher. Für die ehemalige Schnee-Eulenvoliere kamen zwei Swinhoe-Fasane, die sich derzeit noch in Quarantäne befinden. Außerdem erhielt der Zoo von einem privaten Halter eine weibliche Bartagame.
Ein Grüner Leguan befindet sich derzeit in der Eingewöhnungsphase.
Drei Zwergwachtelpaare wurden an den Zoo Leipzig abgegeben. Die 15 im Zoo geschlüpften Ringelnattern konnten ausgewildert werden.
Verstorben ist Wasserbüffelkuh Lydia, die durch ihre hellen Flecken und blauen Augen sehr hübsch und auffallend war. Es wird eine Virusinfektion vermutet, die aber bisher noch nicht von der Pathologie bestätigt wurde.
Bedauerlicherweise klappte die Aufzucht der drei Streifenhyänen, die einige Tage später geboren wurden nicht. Sie wurden nach einer Woche von der Mutter so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten.
Das Netz der beghebaren Voliere ist inzwischen komplett fertig gestellt. Derzeit laufen weitere Bauarbeiten am Haus (Heizung, Dachluken, etc.). Außerdem wird die Anbindung des Wasserlaufes in der Voliere erstellt. In Zukunft soll das Bachwasser durch die Voliere geleitet werden und dort auch einen kleinen Teich bilden.

26.09.2013, Haus des Meeres Wien
Panther-Schildkröten im Winterquartier
Der Herbst ist da…
…man merkt es an den Temperaturen, der Tageslänge – und daran, dass wir unsere Panther-Schildkröten vom Sommerquartier auf der Terrasse in den Krokipark gebracht haben. Die über 30kg schweren Tiere aus dem tropischen Afrika haben es eben gern warm.
Dort genießen sie nun bis zum Frühsommer wieder – durch die Heizung gesteuerte –Afrikatemperaturen. Das Sonnenlicht dringt durch Spezialgläser, die auch den UV-Anteil durchlassen – und wenn die Sonne nicht scheint, helfen Speziallampen.
Und alle Besucher können es diesen Tieren gleich tun: Verlängern Sie den Sommer in unseren Tropenhäusern. Das feucht-warme Ambiente gepaart mit bunten Vögeln, frechen, frei laufenden Äffchen und vielen anderen Tieren, wie eben den Panther-Schildkröten, lassen einen schnell die trüben Aussichten, die in den kommenden Wochen auf uns zukommen werden, vergessen.

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