Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

04.10.2013, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Mehr Geld für gefährdete Nutztierrasse Gelbvieh
Für den Erhalt der aus Franken stammenden Rinderrasse Gelbvieh stellt Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zusätzliche Fördermittel bereit.
München (agrar-PR) – Wie Brunner in München mitteilte, soll dazu das bayerische Programm zur Förderung gefährdeter Nutztierrassen ab dem kommenden Jahr um 75.000 Euro aufgestockt werden.
Landwirte, die die auch als „Frankenvieh“ bekannte Rinderrasse halten, können dann pro Kuh und Jahr 50 Euro Zuschuss beantragen. Bislang gab es lediglich eine Einmalprämie für Jungkühe. „Mit der neuen Prämie wollen wir den zusätzlichen wirtschaftlichen Aufwand der Züchter ausgleichen und so den seit Jahren rückläufigen Bestand absichern“, so der Minister.
In Franken gibt es weltweit die einzige zusammenhängende Zuchtpopulation von Gelbvieh: Derzeit sind 2.448 reinrassige Gelbvieh-Milchkühe im Zuchtbuch der anerkannten Züchtervereinigung eingetragen.
Mit seinem Programm zur Förderung gefährdeter einheimischer Nutztierrassen leistet der Freistaat laut Brunner einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt im Agrarbereich. Derzeit wird damit der Erhalt von 16 gefährdeten heimischer Rinder-, Pferde- und Schafrassen gefördert.
Insgesamt wurden allein im vergangenen Jahr 415.000 Euro für die Haltung und Zucht dieser Rassen ausbezahlt. Detaillierte Informationen zum Programm gibt es im Internet unter www.landwirtschaft.bayern.de (Rubrik Agrarpolitik, Förderung, Förderwegweiser).

07.10.2013, Deutsche Wildtier Stiftung
Dickes Fell und viel Luft helfen gegen Kälte
Fellwechsel ist eine haarige Sache: Haustierhalter kennen das Problem, wenn Hund und Katze ein Winterfell bekommen. Im Gegensatz zu Haustieren, die sich hinter den Ofen verkriechen können, brauchen Wildtiere ein wirklich dickes Fell, um draußen zu überleben.
„Feine Wollhaare dienen als dichtes Unterfell der Wärmeisolierung“, erläutert Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Diese gekräuselte Unterwolle ist dicht und kurz. Sie befindet sich unter dem Oberfell. „Mit Luftpolstern zwischen den Haaren schützen sich Wildtiere zusätzlich vor strenger Kälte.“ Wird es knackig kalt, stellen sie obendrein die Haare auf, um noch mehr Luft einzulagern.
Große Tiere kühlen wesentlich langsamer aus als kleine. Das größte Säugetier Deutschlands – der Rothirsch – ist perfekt gegen eisige Temperaturen gewappnet. Sein rötlich-braunes Sommerfell gab ihm den Namen. Nach dem Fellwechsel im Herbst ist er graubraun. Die Deckhaare sind jetzt doppelt so lang wie im Sommerfell. Sie bestehen aus drei Schichten: der Mark- und Rindenschicht sowie dem Oberhäutchen.
Bei Wildschweinen ist der Fellwechsel erst im November abgeschlossen. Beim Scheuern an bestimmten Bäumen, den sogenannten Malbäumen, streifen sie dann auch die alten Haare ab. Die borstigen Deckhaare sind dunkelgrau bis braun-schwarz. „Daher auch der Name Schwarzwild für Wildschweine“, sagt Goris. Wer als Säugetier im Wasser lebt, muss ganz besonders gut vorbereitet sein: Der Fischotter hat mit etwa 50 000 Haaren pro Quadratzentimeter den dichtesten Winterpelz. Fett spielt als Kälteschutzmittel ebenfalls eine wichtige Rolle. Ölige Drüsensekrete wirken wasserabweisend.
Der Fellwechsel wird übrigens über Hormone gesteuert, die wiederum auf die Tageslänge und die Temperatur reagieren. Weniger Licht und weniger Wärme sorgen also für dichte „schöne“ Haare. Wenn das Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, vor seiner Haartransplantation gewusst hätte…

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