Portrait: Uracoan-Klapperschlange

Uracoan-Klapperschlange (Tierpark Hellabrunn)

Uracoan-Klapperschlange (Tierpark Hellabrunn)

Die Uracoan-Klapperschlange erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 90 bis 140 Zentimeter. Körperlängen von mehr als 150 Zentimeter sind ausgesprochen selten. Weibchen bleiben meist deutlich kleiner und leichter als Männchen. Der Körperbau ist ausgesprochen kräftig und massig und weist einen leicht dreieckigen Querschnitt auf. Der Kopf ist groß und setzt sich sichtbar vom Körper ab. Die Grundfärbung reicht meist von olivgrün, olivbraun und bräunlich bis hin zu hellbraun. Rücken und Schwanz sind mit einer Quermusterung versehen. Hier und da ist eine weißliche Sprengelung zu erkennen. Die Beschuppung ist zudem deutlich gekielt. Die Sprenkelung geht in der Regel in die Querstreifung über. Ventral zeigt sich eine cremefarbene Färbung, die durch rotbraunen Flecken unterbrochen ist. Am Ende des Schwanzes befindet sich eine für Klapperschlangen typiche Rassel. Die Pupillen der Augen sind senkrecht geschlitzt. Zwischen der Nasenspitze und den Augen befinden sich die Grubenorgane.

Uracoan-Klapperschlangen leben einzelgängerisch. Die Geschlechter finden nur kurz zur Paarungszeit zueinander. Während dieser Zeit kommt es unter den Männchen regelmäßig zu heftigen Kommentkämpfen. Dabei richten sich die Schlangen auf und versuchen den Gegner durch Stöße zu Boden zu ringen. Die aktivste Zeit haben Uracoan-Klapperschlangen in den frühen Abendstunden. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Wie alle Klapperschlangen, so ist auch die Uracoan-Klapperschlange hoch giftig. Sie besitzt zwei lange Giftzähne, die in einer Schleimhaut im Gaumen liegen. Beim Biss werden die Zähne nach vorne geklappt. Die Giftzähne sind wie eine Kanüle hohl. Durch den Hohlraum wird das Gift injiziert. Das verabreichte Gift wirkt sowohl hämotoxisch als auch neurotoxisch. Beim Menschen kann das Gift ohne sofortige Behandlung zum Tode führen. Das Gift enthält verschiedene Toxine – zum einen ein Neurotoxin, welches die Herz- und Lungenfunktion unterdrückt und zum anderen ein Haemotoxin, das schädigend auf die Blutgefäße und andere Gewebe wirkt. Die Sterblichkeitsrate für Menschen liegt bei fast 40 Prozent. Erwachsene Schlangen habe keine Feinde, da sie in ihrem Lebensraum an der Spitze der Nahrungskette stehen. Jungschlangen werden hin und wieder von Füchsen oder Greifvögeln erbeutet.

Die Uracoan-Klapperschlange bewohnt offene, nur leicht bewaldete Baum- und Strauchsavannen mit überwiegend niedriger oder grasartiger Vegetation. Verlassene Nagetierbauten oder ähnlich geschützte Plätze dienen der Uracoan-Klapperschlange dabei meist als Rückzugspunkt.
Das Verbreitungsgebiet der Schlange erstreckt sich über den Nordosten Venezuelas.

Die Uracoan-Klapperschlange ernährt sich als Lauerjäger überwiegend von kleinen Säugetieren. Dazu gehören insbesondere Mäuse, Ratten, Eichhörnchen und Kaninchen. Gelegentlich werden auch Vögel erbeutet. Die Schlange findet ihre Beute zum einen über ihren Geruchssinn und zum anderen über das sogenannte Grubenorgan. Grubenorgane sind wärmeempfindliche Rezeptoren, mit denen die Uracoan-Klapperschlange ihre Beute über die Wärmeabstrahlung lokalisiert. Die Grubenorgane liegen in etwa zwischen den Nasenlöchern und den Augen. Das Beutetier wird gebissen. Dabei wird ein hochwirksames Toxin verabreicht, an dem das Beutetier stirbt. Wie für Schlangen üblich, wird die Beute mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen.

Die Geschlechtsreife wird mit rund drei Jahren erreicht. Die Uracoan-Klapperschlange gehört zu den lebendgebärenden Schlangen, das heißt, die Eier reifen im Leib des Weibchens heran. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Spätsommer. Im Frühjahr des Folgejahres bringt das Weibchen nach einer Tragezeit von 120 bis 160 Tagen zwischen vier und fünfzehn Jungtiere zur Welt. Sie weisen eine Schlupflänge von 30 bis 35 Zentimeter auf. Kurz nach dem Schlupf erfolgt die erste Häutung. Die Uracoan-Klapperschlange kann ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.

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