Zooticker

23.10.2013, Zoo Augsburg
„Kiano“ heißt der kleine Giraffenbulle, der inzwischen schon über einen Monat alt und seit seiner Geburt 20 cm gewachsen ist. Zunächst durfte er sich alleine das Afrika-Panorama ansehen, aber seit einigen Tagen sind alle großen Giraffen mit ihm zusammen auf der Anlage. Nach einigen Anfangsproblemen klappt das Zusammensein mittlerweile sehr gut.
Erwartet wurde das Jungtier schon seit Juni, aber inzwischen ist das weibliche Kalb bei den Rotbüffeln auch geboren worden. Gut behütet von der Mutter, dem Vater und dem großen Bruder sind die Rinder derzeit nicht mit den Pavianen auf der Anlage, sondern nutzen ihr separates Außengehege hinter dem Stall. Einen Namen hat das kleine Mädchen auch schon: „Die rote Zora“ wurde sie getauft.
Eine ganze Reihe Vögel haben auch im Berichtszeitraum den Weg in den Zoo Augsburg gefunden. Allen voran ein Moskitokolibri, der derzeit in der Quarantäne der Tropenhalle wohnt. Sobald er im Besucherbereich zu sehen ist, wird auch ein Bild nachgereicht werden.
Außerdem kamen noch 11 Säbelschnäbler und 13 Gouldsamadinen aus der Wilhelma. Endlich ist es uns auch gelungen einen männlichen Abdimstorch für unsere beiden Damen zu erhalten. Er kam aus dem Tierpark Berlin.
Eine männliche Schraubenziege und ein Nandu wurden an die Zoos von Ostrava und Olomouc in Tschechien abgegeben. Der Tierpark Berlin erhielt eine männliche Bernierente im Tausch gegen eine weibliche.
Ein Nasenbär von 2013 mußte leider nach einem Beinbruch eingeschläfert werden. Die anderen fünf Jungtiere dieses Jahres sind derzeit in Quarantäne und warten auf die Abgabe in den Zoo London.
Die beiden Swinhoe-Fasane wurden leider nur wenige Tage nachdem sie in die Voliere einzogen Opfer von Raubzeug. Außerdem starb das Weibchen bei den Hammerköpfen.
Die Bauarbeiten am neuen Eselstall haben in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen. Am 26.11. sollen der Dachstuhl und die Seitenwände durch einen Zimmerermeisterkurs der Handwerkskammer aufgestellt werden, und so mußten vorab die Fundamentplatte und das unten stehende Mauerwerk fertig gestellt werden. Jetzt kann es losgehen mit dem Aufrichten.
An der begehbaren Vogelvoliere sind die ersten Pflanzen eingebracht worden, und alle hoffen, dass der Winter noch auf sich warten läßt, so dass die Gehegefläche und der Bachlauf modelliert werden können.

23.10.13, Endzoo
Zoo Wuppertal: Wiederholt tierquälerische Eisbärenhaltung
EndZOO kritisiert offensichtliche Ignoranz der Veterinärbehörden
Bereits im April 2012 hatte die Tierschutzorganisation EndZOO die beengten Haltungsbedingungen der Eisbären im Wuppertaler Zoo scharf kritisiert und die offensichtliche Tatenlosigkeit der Tierschutzkontrollbehörden verurteilt.
Hintergrund der erneuten Kritik der Tierrechtsorganisation ist der männliche Eisbären-Neuzugang LUKA aus Rhenen und seine extrem beengte Haltung auf der Mutter-Kind-Anlage des Wuppertaler Zoos. Nach Berechnungen der Tierrechtler stehe dem Eisbären eine Fläche von gerade einmal 73 qm zur Verfügung.
Das ohnehin lächerliche Tierschutzgesetz (die so genannten „Leid-Linien“) schreibt aber für die Haltung eines Eisbären eine Fläche von mehr als 260 qm (200 qm Landfläche plus 60 qm Badebecken) vor, deren Größe nicht unterschritten werden darf. EndZOO kritisiert zudem, dass Wuppertal trotz schwieriger Platzsituation für Eisbären in Europa, mit LUKA und Eisbärin ANORI in ein paar Jahren dennoch für Nachwuchs sorgen will.
Eisbären haben im Freiland Streifgebiete von 50.000 bis 500.000 Quadratkilometern. Sie wandern mehr als 50 km pro Tag und 6200 km im Jahr. Ein Eisbär schwamm nachweislich 232 Stunden ohne Unterbrechung und legte dabei 687 km zurück. Aufgrund solcher Fakten bezeichnet EndZOO die Haltung von Eisbären in Gefangenschaft grundsätzlich als „pure Tierquälerei“ und fordert seit Langem das „schnellstmögliche Auslaufen“.
„Es zeugt von absoluter Arroganz und Ignoranz, wenn der Wuppertaler Zoo sich einen dritten Eisbären anschafft jedoch selbst öffentlich zugibt, keine Bedingungen zu haben. Zur Stadler-Medien-Aussage, die Anlage sei nicht optimal, muss man noch einmal ganz deutlich sagen, dass die Haltungsbedingungen für Eisbären im Wuppertaler Zoo eindeutig tierschutzwidrig und damit tierquälerisch sind“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht. „Auch dieser Tierschutz-Skandal verdeutlicht, dass die Behauptung der Zoos, sie seien auch Tierschützer, sich bei genauer Betrachtung als glatte Lüge herausstellt.“

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