Zoopresseschau

Thüringer Zoopark Erfurt 20.11.2013
Hausarrest beendet: Ghalib wieder auf Außenanlage zu sehen
Der Hausarrest ist beendet: Gepard Ghalib, der mit seinem Sprung über den Zaun seiner Anlage für Aufregung sorgte, darf zurück in sein ausbruchsicheres Außengehege. Ab morgen früh ist er dort auch wieder für Besucher zu sehen. Nach Ghalibs „Ausflug“ wurden Baumaßnahmen an Mauer und Zaun des Außengeheges durchgeführt und die immer uneingeschränkt eingehaltenen Sicherheitsbedingungen erweitert. Jetzt ragt ein 1Meter hoher Zaun mit Elektroabweiser im 45-Grad-Winkel auf der Außenmauer. Die Abnahme des Anbaus erfolgte heute durch Dr. Rolf Wagner und Dr. Michael Klimas vom Veterinäramt der Stadt Erfurt, Herrn Marcel Meisegeier von der Arbeitssicherheit der Stadt und durch den Zoodirektor des Thüringer Zooparks Dr. Thomas Kölpin sowie der Kuratorin Dr. Heike Maisch, der Tierärztin Dr. Christiana Hensel und dem Zooinspektor Rudi Toll.

Zooschule Heidelberg 20.11.2013
Zoo-Unterricht lohnt sich auch im Winter!
Zoo-Unterricht der Zooschule Heidelberg richtet sich an Schulklassen aller Schulformen, die am außerschulischen Lernort Zoo zu ausgewählten Themen unterrichtet werden möchten. Im Sommer wird das Angebot gerne von Klassen der 1. bis zur 13. Klassenstufe gebucht. Dass sich der Zoobesuch für Schulklassen auch im Winter lohnt, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Einige Unterrichtseinheiten finden zum großen Teil in den warmen Tierhäusern statt und eignen sich daher ganz besonders in der kalten Jahreszeit. Der Zoo-Unterricht findet nicht in einem geschlossenen Klassenzimmer statt, sondern im Zoo, direkt vor dem Gehege der unterschiedlichen Tierarten. So können Verhaltensweisen, Merkmale und besondere Eigenschaften unmittelbar beobachtet werden. Zoo-Unterricht ist handlungs- und erlebnisorientiert gestaltet und angereichert mit zahlreichen interessanten Materialien. Der Vorteil am Zoo-Unterricht: Gelernt wird hier in Kleingruppen. Der Lernerfolgs ist besonders wirksam, das belegt eine Studie hierzu. Im Winter eignen sich insbesondere folgende Unterrichtseinheiten, da sie in warmen Tierhäusern stattfinden: „Menschenaffen“ (1. – 6. Klasse), „Elefanten“ (5. – 8. Klasse), „Mehr Handys für Gorillas“ (ebenfalls 5. – 8. Klasse) und die „Methoden der Verhaltensbeobachtung für die Oberstufe“. Auch der Zoo-Unterricht „Tiere im Winter“ bietet sich in der kälteren Jahreszeit besonders an und kann hervorragend in den Unterricht im Klassenzimmer integriert werden. Im Rahmen dieses Programms finden u.a. die Überwinterungsstrategien wie Winterruhe und Winterschlaf starke Berücksichtigung. Ein Zoobesuch mit der Schulklasse lohnt sich im Winter aus einem weiteren Grund: Da die meisten Schulklassen den Zoo in den Monaten April bis Juli besuchen und den Tiergarten in den Herbst- und Wintermonaten meiden, herrscht hier meist weniger Trubel und die SchülerInnen haben ausreichend Platz und weniger Ablenkung, die Tiere intensiv zu beobachten. Termine für Zoo-Unterricht können flexibel vereinbart werden.

Zoo Magdeburg 20.11.2013
Vortrag im Zoo: Dschibuti -­ bizarre Natur am Horn von Afrika
Schroffe Lavafelder, vulkanische Bergketten aber auch Mangroven-gesäumte Küstenstreifen prägen das kleine ostafrikanische Land am Horn von Afrika. Dr. Jens-Ove Heckel, Zoodirektor des Landauer Zoos nimmt am 29.11.2011 alle interessierte Naturliebhaber mit auf eine eindrucksvolle Bilderreise durch ein Land der Extreme – vom 150 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Salzsee bis hin zu sehr seltenen Tierarten wie der Giraffengazelle, dem Dschibuti-Frankolin oder der Beira-Antilope. Es lohnt genauer hinzuschauen, wie selbst unter extremen Klimaverhältnissen Tier- und Pflanzenarten ihre spezifischen Lebensräume erobert und bis heute behauptet haben; ein bezauberndes und gefährdetes Kleinod. Seit mehreren Jahren unterstützt der Zoo Landau Naturschutzprojekte in Dschibuti, um die Umweltbildung insbesondere an den dschibutischen Grundschulen zu etablieren. Im Rahmen der „UNESCO Dekade – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurde das Landauer Projekt „Umweltbildung für Dschibuti“ ausgezeichnet. Anfang 2013 entstand unter der Regie des bekannten Filmautors Dr. Paul Schwarz ein 30-minütiger Dokumentarfilm, der im Anschluss an diesem Bildervortrag gezeigt wird. Dr. Jens-Ove Heckel ist vielfältig im Natur- und Artenschutz aktiv, u.a. als Vorsitzender der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP). Der Vortrag findet um 17 Uhr im Zooeingangsgebäude statt und kann kostenfrei besucht werden.

Zoo Osnabrück 20.11.2013
Internationaler Zoo-Experte zu Gast im Zoo Osnabrück
Anthony Sheridan stellt aktualisiertes Zoo-Ranking vor – Der international anerkannte Zoo-Experte Anthony Sheridan ist am 2. Dezember 2013 um 19 Uhr zu Gast im Zoo Osnabrück. In einem Vortrag stellt er sein europaweites Zoo-Ranking und die Aktualisierung zu seinem Buch „Das A und O im Zoo“ vor. Sheridan führte umfassende Studien zu den 92 führenden Zoos in 21 Ländern Europas durch – unter anderem im Zoo Osnabrück, der im aktuellen Ranking Platz Zwei belegt. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten und ist kostenfrei. Anmeldungen bitte unter zoo@zoo-osnabrueck.de oder unter Tel.: 0541-95105-0. Anmeldeschluss ist Mittwoch, der 27.11.2013. Der Veranstaltungsort richtet sich nach der Teilnehmeranzahl. Teilnehmer melden sich bitte am Veranstaltungstag an der Hauptkasse.

Tiergarten Nürnberg 20.11.2013
Tiergartenvortrag über bedrohte Küstenotter
Die in Peru lebenden und dort vom Aussterben bedrohten Küstenotter stehen im Mittelpunkt des nächsten Vortrags im Tiergarten der Stadt Nürnberg. Der Biologe Dr. Juan Valqui vom Yaqu Pacha-Team in Peru berichtet am Donnerstag, 28. November 2013, um 19.30 Uhr im Naturkundehaus des Tiergartens über die Forschungen der im Tiergarten ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha in Peru. Der Eintritt zum Vortrag ist frei. An der südamerikanischen Pazifikküste trifft eine der trockensten Wüsten der Welt auf eines der produktivsten Meere unseres Planeten – ein biogeographischer Widerspruch. Die Höhlen und Felsen an dieser Küste sind der Lebensraum des kleinsten Meeressäugers: des Küstenotters (Lontra felina). Die starke Pelzjagd, die bis in die 1980er Jahre erlaubt war, hat den Gesamtbestand des Küstenotters stark dezimiert. Heutzutage gefährdet der Einfluss anderer menschlicher Aktivitäten (Urbanisierung, Verschmutzung und intensive Fischerei) den Erhalt der Art. Das „Proyecto Lontra felina“ wird seit 2008 von Yaqu Pacha unterstützt und bemüht sich, sowohl über Forschung als auch mit umfassender Umweltarbeit (vor allem an Schulen in Fischerorten Perus) den Wissensstand über den Küstenotter zu verbessern. Das Charisma des kleinen Meeressäugers wird genutzt, um den Schutz des gesamten Küstenökosystems mit all seinen Arten zu erwirken.

19.11.2013, Zoo Dresden
Koalas in Dresden angekommen

Eröffnung der Anlage am 22. November ab 12:00 Uhr
Koala Mullaya Wir freuen uns sehr, nach langer Wartezeit endlich die Koalas im Zoo Dresden begrüßen zu können. Seit Fertigstellung des Prof. Brandes-Hauses vor drei Jahren haben wir auf diesen Moment hingearbeitet, unsere Haltungsgenehmigungen von der australischen Regierung und vom Zoo San Diego (USA) eingeholt, drei Tierpfleger zur Schulung über Umgang und Pflege der Tiere in den Zoo Duisburg geschickt und geduldig abgewartet, dass der Koala-Zoonachwuchs groß genug ist, um nach Dresden umziehen zu können.
Unsere zwei jungen Koala-Männchen Iraga (geb. 2011) und Mullaya (geb. 2012) bezogen gestern Nachmittag ihr neues Quartier im Prof. Brandes-Haus. Nach einer Erkundungsrunde der Klettermöglichkeiten in ihrer Anlage, ließen sie sich gleich die angebotenen Eukalyptusblätter schmecken. Ein gutes Zeichen, dass sie die Reise vom Zoo Duisburg nach Dresden gut überstanden hatten. Begleitet werden die Koalas von einem erfahrenen Koala-Pfleger aus dem Zoo Duisburg, der in der ersten Woche die Eingewöhnung und Pflegerarbeiten in unserem Team unterstützt.
Die beiden Neuankömmlinge gewöhnen sich nun drei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei uns ein. Daher ist ein Teil des Prof. Brandes-Hauses derzeit für unsere Besucher nicht zugänglich. Der Weg zu Leistenkrokodil Max und vielen anderen Bewohnern des Hauses ist jedoch weiterhin frei.
Ab Freitag 22. November, 12:00 Uhr können die Koalas dann von allen Interessierten besucht werden.

Zoo Vivarium Darmstadt 19.11.2013
Workshop zu Schopfmakaken im Zoo Vivarium: Lions Förderverein Justus von Liebig e.V. spendet 500 Euro
Der Zoo Vivarium bietet an vier Tagen jeweils einen dreistündigen Workshop zum Thema „Schopfmakaken – Haltung, Zucht und Lebensweise“ an. Termine sind Freitag (29. November), 13. Dezember (Freitag) und 20. Dezember (Freitag) jeweils von 14 bis 17 Uhr sowie Samstag (7. Dezember) von 10 bis 13 Uhr.Der Zoopädagoge Frank Velte stellt die Situation Schopfmakaken auf Sulawesi dar und informiert über die Haltung dieser Primaten im Zoo Vivarium. Der Workshop ist für alle Tierinteressierten ab der 5. Schulklasse geeignet. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind ab Donnerstag (21.) telefonisch unter 06151/13 33 91 möglich. Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils acht Personen begrenzt. Gesponsert wird der Workshop durch den Lions Förderverein Justus von Liebig e.V., der einen Betrag von 500 Euro zur Verfügung stellt. Abzüglich einer Kostenpauschale von 5 Euro pro Person, die der Zoo Vivarium einbehält, leitet der Zoo Vivarium die Spende direkt weiter an das Macaca Nigra Projekt. Dieses wurde im April 2006 ins Leben gerufen, um die Ökologie, das Fortpflanzungs- und Sozialverhalten von Schopfmakaken in ihrem natürlichen Lebensraum zu erforschen und die Erhaltung dieser faszinierenden und vom Aussterben bedrohten Art zu fördern. Es ist ein gemeinsames Projekt des Deutschen Primatenzentrums (DPZ), der Indonesischen Bogor Agricultural University (IPB), West-Java und der Universität Sam Ratulangi (UNSRAT), Nord-Sulawesi. Angesiedelt ist das Projekt im Tangkoko-Batuangus Naturschutzgebiet auf Sulawesi. In Deutschland werden Schopfmakaken nur in ganz wenigen Zoos gehalten. Um den Bestand auf europäischer Ebene zu koordinieren und zu erhalten gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese Primaten an dem sich auch der Zoo Vivarium beteiligt. Im EEP wird jede Tierart von einem Zoo betreut, ein Zucht-Koordinator führt das Zuchtbuch der Population.

Zoo Heidelberg 19.11.2013
Zoo Heidelberg: Neue Tierart mit „duftigem“ Namen
Der Zoo Heidelberg beherbergt seit Kurzem eine neue Tierart: Am vergangenen Wochenende sind zwei junge Stinktiere an den Neckar gezogen und machen es sich in ihrem naturnah gestalteten neuen Gehege im Raubtierhaus so richtig gemütlich. Die von den Tierpflegern „Hugo“ und „Chanel“ getauften Stinktiere verbrachten gleich die erste Nacht gemeinsam in einer ihrer Schlafboxen. Schon kurz nach dem Kennenlernen scheint es zwischen Hugo und Chanel, den beiden jungen Streifenskunks oder Streifenstinktieren, mächtig gefunkt zu haben. Wie die Pfleger des Raubtierreviers berichten, nutzte das frisch gebackene Pärchen gleich die erste Nacht in neuer Umgebung, um alles auffindbare Heu einzusammeln und eine der Schlafboxen komplett damit einzurichten. Als die Tierpfleger das Dach der Box vorsichtig öffneten, blickten sie auf einen riesigen, die gesamte Box ausfüllenden Heuberg, der sich ob der tief in ihm vergrabenen, schlafenden Skunks sanft auf- und ab bewegte.Der sieben Monate alte Hugo ist bislang noch etwas schüchtern und kommt vom Zoo „Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen“; die kecke und zutrauliche Chanel, die schon am ersten Tag ihre Mahlzeit vor den Augen der Besucher einnahm, wurde im April im Tierpark Berlin geboren. Die beiden jungen Skunks haben nun Zeit, ihr von den Pflegern des Reviers artgerecht gestaltetes Gehege mit Sandboden, Kiefern, Wurzeln, verschiedenen Gräsern und fünf komfortablen Rückzugsboxen ausgiebig zu erkunden. Eine von Pfleger Dirk Eichmann fantasievoll gebaute Box ist für die Besucher sogar einsehbar und kann innen mit unterschiedlichen Farben beleuchtet werden. Die Familie der Stinktiere umfasst vier Gattungen mit insgesamt zwölf Arten. Die Streifenskunks leben in Nord- und Mittelamerika. Die kleinen Raubtiere haben ein schönes, kontrastreiches Fell, die Grundfarbe ist schwarz oder dunkelbraun, Gesicht, Körper und Schwanz sind mit weißen Streifen versehen. Dank ihrer attraktiven Färbung und ihres hübschen Äußeren sind Stinktiere populäre Darsteller in Trickfilmen. Ein charakteristisches Merkmal aller Vertreter der Skunks sind die ausgeprägten, paarigen Analdrüsen, die ein streng riechendes Sekret absondern, das sie bis zu sechs Meter weit verspritzen können. Dieses sehr spezielle Verteidigungsverhalten wenden die Tiere aber nur im Notfall an, denn die beiden Drüsen enthalten Sekret nur für etwa fünf bis sechs „Schüsse“. Danach dauert es zirka zehn Tage, bis sie wieder aufgefüllt sind. Deshalb greifen sie bei einer Bedrohung zunächst zu einschüchternden Drohgebärden. Dabei stampfen und trommeln sie mit ihren Pfoten, schütteln ihren Körper und fauchen mit nach rückwärts gewandtem Kopf den Feind an. Als letzte, geruchsfreie Warnung beugen sie den Schwanz nach vorne und präsentieren dem Angreifer ihr Hinterteil. Die Flecken-Skunks begeben sich dazu sogar in den Handstand. Zeigt sich der potentielle Angreifer selbst davon unbeeindruckt, versprühen sie ihr übelriechendes Sekret, wobei sie meist auf das Gesicht des Angreifers zielen. Die meisten derart attackierten Tiere sind klug genug und lernen aus einer Begegnung mit einem Skunk. Größere Säugetiere wie Kojoten und Pumas greifen sie daher selten an. Greifvögel lassen sich von dem Sekret weniger abschrecken, da ihr Geruchssinn nicht so stark ausgeprägt ist.

Zoo Berlin 18.11.2013
Gute Eltern erst im Alter von 25 Jahren: Nachwuchs im Nest der Andenkondore!
Als vor zwei Jahren nach mehr als 20jähriger Zuchtunterbrechung wieder ein Andenkondor in Berlin aufgezogen werden konnte, war die Freude riesig. Allerdings wurde dieser ungewöhnliche Zuchterfolg damals noch durch einen kleinen Wermutstropfen getrübt; denn nicht die Eltern hatten den Jungvogel herangezogen, sondern die Tierpfleger-Crew der Fasanerie. Nach einem Folgejahr ohne Bruterfolg wurde im Juli 2013 ein zum Entdeckungszeitpunkt etwa 10 Tage altes Küken im Nest der Altvögel gemeldet. Dies war trotz aller Hoffnung eine kleine Sensation. Die Eltern, die 1988 in Berlin sowie in Hannover geschlüpft waren, leben bereits seit 1989 zusammen. 2007 zeigten sie erste Fortpflanzungsaktivitäten und 2008 bebrüteten sie ihr erstes Ei, doch erst im Alter von nunmehr 25 Jahren ziehen beide Geier ihren ersten Nachwuchs auf. Beim „Liebes-“ und Fortpflanzungsverhalten der fliegenden Riesenvögel scheint Zeit keine Rolle zu spielen. Andenkondore schlüpfen nach etwa 2monatiger Brutzeit. Im Berliner Zoo richteten sich die Kondore ihr spartanisch ausgestattetes Nest in einer Felshöhle inmitten der geräumigen Südamerikavoliere ein, die sich in der Nähe des Landwehrkanals befindet. Um den möglichen Bruterfolg nicht unnötig zu gefährden, wurden nur wenige Sichtkontrollen am Nest durchgeführt. Zwischenzeitlich schien es bereits so, als hätten die Geier ihr Gelege aufgegeben, doch in dem warmen Ei befand sich zu diesem Zeitpunkt noch ein lebender Embryo. Die Entscheidung, das Ei im Nest zu belassen und die Altvögel von nun an noch weniger zu beunruhigen war letztendlich vollkommen richtig. Zwar konnte so kein exakter Schlupftermin registriert werden und auch das Heranwachsen des Jungvogels, das sich verborgen im Dunkel der Felsnische oder unter den Fittichen der Eltern vollzog, wurde nur sporadisch durch Sichten aus der Ferne dokumentiert. Seit wenigen Tagen verlässt der weibliche Jungvogel, der noch überwiegend mit grauen Jugenddunen bedeckt ist, tagsüber seine Schlupfstätte, um in der Voliere herumzuwandern. Jetzt im Alter von knapp 6 Monaten ist der jüngste Kondor fast flugfähig. Und fast täglich wird man von zookundigen Besuchern auf den Jungvogel angesprochen, die von seiner Existenz bislang noch nicht gewusst hatten. Dies ist der richtige Zeitpunkt, auch die Pressevertreter auf dieses – zumindest aus ornithologischer Sicht –herausragende Ereignis der Saison aufmerksam zu machen.

Zoo Leipzig 18.11.2013
Winterruhe – Fehlanzeige: Geschäftiger Baubetrieb im Zoo Leipzig – Fortschritte beim Masterplan 2020
Alle guten Dinge sind drei… Im Zoo Leipzig wird derzeit mit Hochdruck an der dritten – und letzten – Phase des Masterplanes 2020 gearbeitet. Diese sieht die Umgestaltung der verbliebenen alten Gehege in naturnahe und artgemäße Anlagen sowie den Neubau von Gehegen vor. Im Bau befindlich sind derzeit bereits drei Projekte: Für die stark vom Aussterben bedrohten Amurleoparden entsteht seit April eine übernetzte Anlage im Stil eines Felshangs mit Wasserlauf neben der Tiger-Taiga – das Leoparden-Tal soll zum Start in die nächste Sommersaison im Frühjahr 2014 für die Besucher eröffnet werden. Im Dezember werden die Bauarbeiten abgeschlossen, so dass für die Raubkatzen bis zur Eröffnung eine angemessene Eingewöhnungszeit realisiert werden kann. Neuer Ausgangsbereich & Modernisierung Kongreßhalle – Die Entwicklung der Besucherzahl in den letzten Jahren erfordert einen separaten Ausgangsbereich, der um eine begehbare Flamingolagune und einen Zooshop ergänzt und im Sommer 2014 eröffnet werden soll. Die vorbereitenden Abbruch- und Gründungsarbeiten sind nahezu abgeschlossen, so dass im weiteren Verlauf mit den Rohbauten begonnen werden kann. Zudem wird zeitgleich mit den originären Zooprojekten derzeit die historische Kongreßhalle an der Pfaffendorfer Straße durch den Zoo Leipzig als Bauherr saniert. Zum 1.000-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung der Stadt Leipzig soll das alte Bauwerk 2015 als modernes Veranstaltungszentrum wieder in Betrieb gehen. Aktuell laufen der Ausbau der Säle im Südflügel und im Neubau, die Entkernung des Weißen Saales sowie die Gründungsarbeiten für das neue Zoo-Restaurant Palmensaal. Fortsetzung folgt – Während der erste von fünf Bauabschnitten in der Masterplan-Phase III bereits große Fortschritte macht und für das nächste Jahr zwei Eröffnungen verspricht, laufen parallel dazu bereits die Planungen für den zweiten Abschnitt, der den Umbau der Bärenburg zu einem Abenteuerspielplatz und Terrassencafe, die Errichtung einer Kiwara-Kopje für Nashörner sowie die Umgestaltung des Gründer-Gartens vorsieht. „Wir sind auf unserem Weg in die Zukunft bereits ein gutes Stück vorangekommen. Aber die ausstehenden Bereiche verlangen auch weiterhin die konsequente Fortsetzung des Masterplanes“, betont Zoodirektor Prof. Jörg Junhold. Nur so könne die Besucherattraktivität langfristig gefestigt und die qualitativ hochwertige Arbeit im Sinne des Artenschutzes und des Bildungsauftrages gesichert werden.

Zoo Osnabrück 18.11.2013
Neuer Tiger-Tempelgarten im Zoo nimmt Gestalt an
Aussichtssteg ermöglicht faszinierende Einblicke von oben Ein verfallener asiatischer Tempelgarten, der von Tigern, Binturongs und Siamangs erobert wurde – so soll sie einmal aussehen, die neue Tigeranlage im Zentrum des Osnabrücker Zoos, die im Frühjahr 2014 eröffnet wird. Das Grundgerüst ist bereits fertig. Die Mauern ragen in den Herbsthimmel und auch das Highlight der neuen Anlage ist schon von weitem zu sehen: der fünf Meter hohe und 19 Meter lange Aussichtssteg, der bis in die Mitte der circa 1 Million Euro teuren Anlage hineinragt. Der Steg ist zwar für Besucher zurzeit noch nicht begehbar, lässt aber bereits von unten die tolle Aussicht erahnen. „Wir liegen mit dem Bau gut im Zeitplan. Momentan gehen wir davon aus, dass das Gehege für die Tiger bereits an Ostern 2014 eröffnet werden kann“, freut sich Zoo-Präsident Reinhard Sliwka. Der Anlagenteil der Siamangs und Binturongs werde voraussichtlich zu Pfingsten eröffnet. Ein Stück Asien in Osnabrück – Die neue Anlage wird im Stil des benachbarten Affentempels „Angkor Wat“ errichtet und bildet damit den zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten der Asiatischen Tierwelt. Gestalter Detlef Gehrs entwarf die Anlage: „Ich habe mir eine verfallene, von Tieren bewohnte Tempelruine vorgestellt, wie es sie auch heute noch in Asien gibt. Die Natur erobert sich die von uns Menschen bebaute Welt nach und nach zurück, Tiger schleichen zwischen Mauerresten umher und Siamangs hangeln sich von Ast zu Ast.“ Gerade die Verbindung von Altem, Verfallenem und lebenden Wesen mache den geheimnisvollen Reiz der Anlage aus. „Um den Ruineneffekt täuschend echt nachzubilden, verwandeln unsere Handwerker zurzeit mit viel Fantasie und Geschick das nackte Betongerüst mithilfe von Eisen, Baumatten, Mörtel, Farben und vielen anderen Baustoffen in verfallene Tempelmauern“, erklärt Gehrs. Neues Zuhause für Tiger, Siamangs und Binturongs – In dem asiatischen Tempelgarten werden Sumatra-Tiger und – in einem separaten Bereich – Binturongs, eine Schleichkatzenart, sowie Siamangs, eine Affenart aus der Familie der Gibbons, ein neues Zuhause bekommen. „Das Siamang-Pärchen Nicky und Joseph ist Anfang November aus Tschechien zu uns gereist. Sie leben bis zur Fertigstellung der neuen Anlage im Affenhaus. Eine zweijährige Sumatra-Tigerin wird im Frühjahr aus Warschau an den Schölerberg kommen. Den passenden Partner wählt zurzeit der Zuchtbuchkoordinator in London aus“, berichtet Zoodirektor Prof. Dr. Michael Böer. Mit der Nachzucht aller drei in Südostasien nur noch selten anzutreffenden Arten könne der Zoo Osnabrück einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten. „Unsere Arbeit in den Zoos gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil der natürliche Lebensraum für die Restpopulation von circa 400 Tigern heute schon in mindestens 15 weitestgehend isolierte Areale unterteilt ist und jährlich unvermindert um drei bis fünf Prozent kleiner wird. Mit der neuen Anlage können wir unseren Zoobesuchern die biologische Vielfalt unseres Planeten auf spannende Art und Weise näher bringen und Menschen für unsere Bemühungen bei der dringend notwendigen Erhaltungszucht bedrohter Tiere für kommende Generationen begeistern.“ Für eine ausreichende Sicherheit in der Tigeranlage sei mit 36 Millimeter dicken Panzerglasscheiben, fünfeinhalb Meter hohen Mauern und einem in die Anlage hineinragenden Überhang gesorgt. Auch die Innengestaltung des Geheges sei sehr durchdacht: „Wir orientieren uns bei der Anlagenkonzeption an den Bedürfnissen der Tiere und bauen unter anderem Wärmeplatten ein, legen einen 36 Quadratmeter großen Schwimmteich für die Tiger an und sorgen für eine entsprechende Bepflanzung.“ Mit vier kombinierbaren Innengehegen, einem circa 300 Quadratmeter großen abseitigen Mutter-Kind-Bereich sowie einer über 1.000 Quadratmeter umfassenden Außenanlage für die ganze Tigerfamilie liege der Zoo weit über den derzeit diskutierten neuen Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren für Tiger, so Böer. Die nächsten Schritte – Momentan arbeiten bis zu 14 Handwerker gemeinsam an der Fertigstellung der Anlage. „Die Betonarbeiten sind fast abgeschlossen und auch der Schwimmteich für die Tiger ist schon ausgehoben. Als nächstes stehen Drainagearbeiten an und danach werden wir die Fensterrahmen und Scheiben einsetzen“, erklärt Albert Brokamp, Bauleiter der Firma Scholle, die nächsten Bauschritte. Sollte der Winter einbrechen und die Temperaturen in den Minusbereich fallen, werde der Innenausbau des Tigerhauses starten, erläutert Architekt Heiko Suhre. Bis 2016 „Angkor Wat“ komplett – Die asiatische Erlebniswelt „Angkor Wat“ mit dem Affentempel und dem Tiger-Tempelgarten soll bis 2016 mit dem Umbau des Menschenaffenhauses vervollständigt werden. Orang-Utan Buschi und seine Partnerin Astrid sollen dann ebenfalls ein neues Zuhause im Tempel-Stil bekommen. Um den Umbau finanziell stemmen zu können, hat der Zoo vor kurzem die groß angelegte Spendenkampagne „Wir für Buschi“ gestartet. Während das Osnabrücker „Angkor Wat“ weiter wächst, plant der Zoo bereits darüber hinaus: Im nächsten Schritt der Masterplanung des Zoos solle laut Zoogeschäftsführer Andreas Busemann eine Nordamerika-Landschaft entstehen. Zahlen und Fakten zur Tigeranlage -1.300 Quadratmeter Gesamtfläche -Aussichtssteg für Besucher: 19 Meter lang, 4,5 Meter breit (85,5 Quadratmeter); 5 Meter hoch; Traglast 500 Kilogramm pro Quadratmeters -Panzergläser der Außenanlage: 5,6 Quadratmeter Fläche, 36 Millimeter dick -Insgesamt 350 Kubikmeter Abbruch der alten Anlage -Insgesamt 1.000 Kubikmeter Erdarbeiten -Verbau von 75 Tonnen Bewehrungsstahl -Verbau von 800 Kubikmetern Ortbeton -35 Meter Brücken- und Treppensteg -Über 50 Stück Gehegefenster bzw. Einblicke Tierische Bewohner: -Zwei Sumatra-Tiger -Zwei Binturongs und zwei Siamangs (vergesellschaftet in einem eigenen Gehege)

Zoo Duisburg 18.11.2013
Koalas MULLAYA und IRAGA auf dem Weg nach Dresden
Fast möchte man schreiben, dass in Dresden der Ausnahmezustand herrscht, zumindest im Zoo und bei sächsischen Koala-Fans! Das seit Mitte 2010 eröffnete Prof.-Brandes-Haus erhält in der laufenden Woche seine wohl medienträchtigsten Bewohner: die Koala-Männer IRAGA (geb. 2011; „Frühling“ in der Sprache der Aborigines) und MULLAYA (geb. 2012; übersetzt: Freund) aus dem Zoo Duisburg. Letzterer managt die Population in Europa und konnte den Kollegen nun Tiere vermitteln. Mit ihnen und reichlich Eukalyptus für die lange Autofahrt im Gepäck reist Duisburgs erfahrenster Koala-Pfleger zur Eingewöhnung seiner Schützlinge an und wird bis zur Vorstellung „seiner“ Tiere im Dresdner Zoo bleiben. Die Vorbereitungen waren gewaltig. Seit längerem lässt der Zoo Dresden verschiedenste Eukalyptussorten anbauen, denn ohne ihr Spezialfutter sind sie in Menschenobhut schlichtweg nicht zu halten! Die beiden Männer dürfen sich auf einen reich gedeckten Tisch freuen. Dresdner Tierpfleger absolvierten darüber hinaus mehrwöchige Praktika im Zoo am Kaiserberg, um alle erdenklichen Facetten der Koala-Haltung mitzubekommen. Vom schier endlosen Papierkrieg zwischen den Zoos und den australischen Behörden in den letzten Jahren ganz zu schweigen…Vorerst wird der Zoo Dresden Männer halten, um sich in der Koala-Haltung zu beweisen. In den Folgejahren kann auf eine Zuchtgruppe umgestellt werden. Der Zoo Duisburg wünscht seinen Kollegen alles erdenklich Gute bei der Haltung dieser außergewöhnlichen Tierart!

Dieser Beitrag wurde unter Berlin, Darmstadt, Dresden, Duisburg, Erfurt, Heidelberg, Leipzig, Magdeburg, Nürnberg, Osnabrück, Zoo, Zoopresseschau abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen