Kryptiden der Welt 2

Furia infernalis
Als Furia infernalis beziehungsweise mit den deutschen Namen Höllenfurie, Tollwurm, Brandwurm oder Höllenfliege wurde im 18. und 19. Jahrhundert ein angeblich existierendes kleines Tier bezeichnet, das als Wurm oder Insekt in einigen Gebieten Nordschwedens, Finnlands sowie der baltischen Region Livland vorkommen und durch Beißen oder Stechen schwerwiegende Wunden verursachen sollte. Der Glauben an dieses Tier war vor allem in der Folklore der genannten Regionen weit verbreitet, darüber hinaus liegen jedoch auch Beschreibungen durch verschiedene wissenschaftlich tätige Autoren wie Daniel Solander und Carl von Linné vor. Die Existenz der Furia infernalis wurde jedoch nie bestätigt. Aus heutiger Sicht sind die Symptome, die einer Verletzung durch dieses Tier zugeschrieben wurden, durch andere medizinische Ursachen erklärbar.

Irkulyen
Der Irkulyen (andere Schreibweise auch Irkujiem) ist ein sagenhafter Riesenbär, der auf der russischen Halbinsel Kamtschatka leben soll. Seine Existenz ist umstritten. Die einheimischen Korjaken beschreiben ihn als ein langbeiniges, schnelles Tier, doppelt so groß wie andere Bären. Irkulyen oder auch Irkuijen bedeutet „mit heruntergelassener Hose“, was sich auf die ebenfalls häufig beschriebenen Fetttaschen an den Hinterbeinen bezieht. Ein anderer Name, Kainijn-Kutho, bedeutet „göttlicher Bär“. Er ist identisch mit dem Bergman’s Bear.
1920 untersuchte der schwedische Zoologe Sten Bergman das Fell eines riesigen Kamtschatka-Bären. Die von ihm festgestellten Unterschiede zu sonstigen Bären waren kürzere und dunklere Haare, außerdem war das Tier sehr groß. Bergman fand auch Fußspuren gigantischen Ausmaßes. Sie sollen 37 cm lang und 25 cm breit gewesen sein. In seiner Beschreibung von 1936, wobei er das Tier Ursus arctos piscator nennt, schätzt er den Bären auf bis zu 700 kg.
Rodion Siwobolow, ein Jäger, der an der Küste des Beringmeeres im nördlichen Kamtschatka lebt, erfuhr von den Einheimischen von diesem Tier und behauptet selber eines erlegt zu haben. Am 25. August 1989 entdeckte er das Tier, fotografierte es mehrmals und erlegte es dann mit einigen Schüssen. Der erfahrene Jäger, der schon 69 Braunbären geschossen hatte, fotografierte den Kadaver nochmals und später das abgezogene Fell mit ihm als Größenvergleich. Ihm fiel die enorme Größe des Tieres und sein, im Verhältnis zum Körper, kleiner Kopf auf. Siwobolow ist sich bis heute sicher einen Irkulyen erlegt zu haben.
N.K. Vereshchagin war einer der wenigen russischen Biologen, die eine Beschreibung des Tieres von Siwobolow erhielten. Vereshchagin stellte die Theorie auf, es könnte sich beim Irkulyen um den ausgestorbenen Arctodus simus handeln, einen eiszeitlichen Riesenbären. Ein anderer Biologe, Valerij Orlow, vermutete hinter dem mysteriösen Tier den Eisbären. Nachdem Siwobolow ihm Fotos des Felles geschickt hatte, kam Orlow zu dem Schluss, dass es sich bei dem erlegten Tier um einen großen Braunbären gehandelt haben könnte.
Der amerikanische Zoologe und Bärenexperte Paul Ward hält die Existenz eines großen unbekannten Bären auf Kamtschatka für wahrscheinlich.

Kongamato
Der Kongamato soll eine Flügelspannweite von etwa 1,20 bis 2,10 Meter erreichen. Der Flugsaurier besitzt keine Federn, sondern eine glatte rot oder schwarz gefärbte Haut und einen langen Schnabel, gespickt mit Zähnen. Seinen Namen „Überwältiger der Boote“ gaben die Einheimischen dem Tier, da es auf seiner Jagd angeblich die Kanus der Fischer zum Kentern bringe. Außerdem soll das Wesen jedem, der es ansieht, den Tod bringen.
Der erste Bericht über den Kongamato wurde 1923 von dem britischen Abenteurer Frank H. Melland aufgezeichnet. Der Stamm der Kaonde berichtete dem Briten von dem seltsamen „Dämon der Sümpfe“. Als Melland der einheimischen Bevölkerung Zeichnungen von Flugsauriern zeigte, identifizierten sie diese angeblich ohne zu zögern als Kongamato.
Zwei Jahre später berichtet der Pressekorrespondent J. Ward Price aus England von einer unheimlichen Begegnung. Mit dem späteren König Eduard VIII. war er in den damaligen britischen Kolonien in Afrika unterwegs. Während dieser Reise begegneten sie einem Einheimischen, der weit in die gefürchteten Jiundu-Sümpfe vorgedrungen war. Es schien ein Wunder zu sein, dass dieser Mann überhaupt mit dem Leben davongekommen war, denn irgendetwas hatte ihn dort attackiert und schwer verletzt. Die klaffende Fleischwunde auf seinem Rücken hatte ihm nach seinen Aussagen ein großer Vogel zugefügt, der ihn in den Sümpfen angegriffen hatte. Auffällig war, dass der Verletzte behauptete, der Vogel habe fürchterliche Zähne im Schnabel getragen. Als man dem Verletzten später Bilder prähistorischer Flugsaurier zeigte, ergriff er in Panik die Flucht.
Weitere Sichtungen berichteten der Ingenieur J. P. F. Brown 1956 aus Zaire und ein Ehepaar namens Gregor aus Südrhodesien.
1957 erschien in der Gegend, in der auch Brown seine Flugsaurier gesehen haben will, ein Mann mit schweren Brustverletzungen im Krankenhaus und behauptete in den Bangweulu-Sümpfen von einem großen Vogel angegriffen worden zu sein. Als ihn die Ärzte baten, den Angreifer zu zeichnen, skizzierte er die Umrisse eines Flugsauriers. In den späten 1950er Jahren tauchte auch ein angebliches Foto eines Kongamato auf, das sich jedoch später als Fälschung herausstellte.
Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um Sichtungen einheimischer Storcharten wie den Schuhschnabel-Storch, der in Zaires Sümpfen lebt, handeln könnte. Allerdings sind keine Fälle bekannt, in denen sich diese Tiere dem Menschen gegenüber aggressiv verhalten hätten. Eine zweite Erklärung ist, dass es sich um ein noch nicht klassifiziertes großes Fledertier handeln könnte. Doch auch die Überzeugung, dass in den schlecht erforschten Sumpfregionen wirklich ein Flugsaurier überlebt haben könnte, hält sich unter manchen Kryptozoologen.

Lagarfljótwurm
Der Lagarfljótwurm (isländisch Lagarfljótsormurinn), auch isländisches Wurmmonster genannt, ist ein Tier, das angeblich im Lagarfljót, einem See nahe der isländischen Stadt Egilsstaðir, leben soll. Ähnlich dem schottischen Nessie wird auch der Lagarfljótwurm als eine Art Seeschlange beschrieben, deren Länge zwischen 10 und 90 Metern variieren soll. Die Vorstellung vom Lagarfljótwurm geht auf eine Sage zurück, die in Jón Árnasons Sammlung isländischer Volksmärchen und Legenden enthalten ist. Seit dem Jahr 1345 werden Sichtungen des Wurmes in verschiedenen Schriftstücken erwähnt.
Jón Árnasons zwischen 1862 und 1864 erschienene Sammlung enthält die Geschichte eines Mädchens, das in der Nähe des Lagarfljót wohnte. Es legte eine goldene Brosche zusammen mit einem kleinen Wurm in eine Schachtel, in der Hoffnung, auf diese Weise das Gold zu vermehren. Statt des Goldes wuchs jedoch der Wurm und das Mädchen warf die Schachtel in Panik in den Lagarfljót. Dort wuchs der Wurm weiter, konnte aber von Zauberern an Kopf und Schwanz gekettet auf dem Grund des Sees festgesetzt werden.
Im Jahr 1345 wurden Sichtungen des Wurms erstmals niedergeschrieben, 1589 auch vom damaligen Bischof Oddur Einarsson. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Wurm unter anderem als riesiges Monster, das Boote oder sogar Häuser zerstört, oder als Vorbote für kommendes Unglück beschrieben.
Auch im 20. Jahrhundert wurde der Wurm weiterhin angeblich an verschiedenen Orten im und auch am Wasser gesehen. Im Februar 2012 filmte ein Bauer ein großes schwimmendes Objekt in einem in den Lagarfljót fließenden Fluss. Das Video erlangte Bekanntheit im Internet und in internationalen Medien, nachdem es vom isländischen Fernsehsender Ríkisútvarpið (RUV) ausgestrahlt worden war.
Da es an einigen Stellen am Grund des Sees zum Austritt von Gas kommt, könnten ungewöhnliche Bewegungen an der Oberfläche entstehen. Eine weitere Theorie sind Bewegungen, die durch Strömungen und Zuflüsse des Sees verursacht werden.

Mapinguari
Der Mapinguari ist einem Mythos der Cario-Indianer zufolge ein Ungeheuer, das in einer Höhle auf ihrem Stammesgebiet im brasilianischen Regenwald lebt, etwa 2300 km entfernt von der Mündung des Amazonas. Die Kreatur soll nur nachts aktiv sein und sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung leben. Auch Menschen sollen ihr schon zum Opfer gefallen sein.
Diese Legende hat in jüngerer Zeit die Aufmerksamkeit der Kryptozoologie auf sich gezogen. David Oren, ein US-amerikanischer Biologe und Anthropologe, sowie sein brasilianischer Kollege Ilton DaSilva kamen anhand von Beschreibungen der Cario-Indianer und durch Untersuchungen von gefundenen Fußabdrücken zu dem Schluss, dass es sich beim Mapinguari um ein bisher für ausgestorben gehaltenes Riesenfaultier handeln könnte.
Sie waren ein Teil der amerikanischen Megafauna, zu deren letzten Überbleibseln der Jaguar und der Tapir gehören, und gelten als seit Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren ausgestorben. Fossilienfunde in den Kalksteinbrüchen von Gainsville (USA) in einer 2 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht belegen, dass die Großtiere zur Zeit ihrer größten Verbreitung vom Amazonasgebiet bis hinauf nach Florida beheimatet waren.
Oren und DaSilva bringen folgende Indizien zur Untermauerung ihrer Hypothese vor, im Amazonas existiere noch heute ein Megatherium als lebendes Fossil:
Übereinstimmungen zwischen versteinerten Fußabdrücken von Riesenfaultieren und angeblichen Mapinguari-Abdrücken vom Amazonas
Bei mehreren Expeditionen in das Stammesgebiet der Cario vernahmen die Forscher nachts laute und fremdartige Tierschreie, die von ihren indianischen Führern dem Mapinguari zugeordnet wurden.
Die Cario erzählen, dass Jäger des Stammes mehrfach versucht hätten, das Tier zu erlegen, dieses den Kugeln ihrer Jagdgewehre aber standgehalten und sogar mehrere erfahrene Jäger getötet habe. Dies scheint den Forschern für ein Megatherium plausibel: Ein 11.000 Jahre altes Riesenfaultierfell aus der Sammlung des Britischen Museums in London zeigt, dass in die Haut dieser Tiere kieselsteingroße Knochenstücke eingebettet waren und so dicht aneinander lagen, dass sie eine Gewehrkugel möglicherweise weit genug abbremsen könnten, um wichtige Organe zu schützen. Auch im Berliner Naturkundemuseum kann man einen solchen Hautrest mit Haaren und eingelagerten runden Knochenstücken sehen.
Mittlerweile sind mehrere Expeditionen geplant, um die anhaltende Existenz des Riesenfaultiers nachzuweisen. Diese Aufgabe wird erschwert durch die Größe des Suchgebietes (etwa 6,5 Millionen Quadratkilometer), das nur zu 40 % erforscht ist, und auch durch den Umstand, dass das gesuchte Tier nachtaktiv wäre.

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Unbekanntes Afrika

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