Tiere des Jahres 2014

Europäischer Stör (Illustrations de Ichtyologie ou histoire naturelle générale et particulière des Poissons)

Europäischer Stör (Illustrations de Ichtyologie ou histoire naturelle générale et particulière des Poissons)

Vogel des Jahres: Grünspecht
Reptil/Lurch des Jahres: Gelbbauchunke
Fisch des Jahres: Stör
Wildtier des Jahres: Wisent
Nutztier des Jahres: Dülmener Wildpferd

Insekt des Jahres: Goldschildfliege
Spinne des Jahres: Gemeine Baldachinspinne
Schmetterling des Jahres: Wolfsmilchschwärmer
Weichtier des Jahres: Knoblauch-Glanzschnecke
Libelle des Jahres: Kleine Moosjungfer
Höhlentier des Jahres: Höhlenassel

07.11.2013, Deutscher Angelfischverband
FISCH DES JAHRES 2014 – DER STÖR

Atlantischer Stör (Duane Raver U.S. Fish and Wildlife Service)

Atlantischer Stör (Duane Raver U.S. Fish and Wildlife Service)

Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) den Stör zum Fisch des Jahres 2014 gewählt.
Zwei Störarten waren bis in den Anfang des letzten Jahrhunderts in unseren Flüssen heimisch: der Europäische Stör (Acipenser sturio) in Elbe und Rhein und der Atlantische Stör (Acipenser oxyrhinchus) in der Oder. Inzwischen gelten beide Arten als ausgestorben. Der Verlust von Laichplätzen durch die Veränderungen der Gewässerstruktur, Aufstiegshindernisse durch Gewässerverbauungen sowie Verschmutzung und Überfischung sind Hauptursachen für das Verschwinden des Störs.
Der Stör ist ein Wanderfisch, der im Meer lebt, aber zum Laichen wie Lachs und Meerforelle in die Flussläufe aufsteigt. Ohne vom Meer in die Flüsse zu wandern, können Störe keine sich selbst reproduzierenden Bestände aufbauen. Der Deutsche Angelfischerverband hat den Stör als Fisch des Jahres gewählt, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Verbau unserer Fließgewässer durch Wehre und Wasserkraftanlagen die Wiederansiedlung von wandernden heimischen Fischarten verhindert. Bei der anstehenden Novelle des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) muss der Fischartenschutz mehr Beachtung finden als bisher: Kein weiterer Verbau unserer Flüsse und Bäche, Investitionen in Fischtreppen und Umgehungsläufe, um den Fischen das Wandern zu ermöglichen.
Der Europäische Stör (A. sturio) war mit einer Maximallänge von über 5 Metern einst unsere größte heimische Fischart. Während des letzten Jahrhunderts sind seine Bestände drastisch zurückgegangen. In Deutschland gilt er als verschollen oder gar ausgestorben. Der Verlust von Laichplätzen durch die Veränderungen der Gewässerstruktur, Aufstiegshindernisse durch Gewässerverbauungen sowie Verschmutzung und Überfischung sind Hauptursachen für das Verschwinden des Störs.
Mit einem stammesgeschichtlichen Alter von 250 Millionen Jahren sind Störe älter als die Dinosaurier und zählen zu den urtümlichsten Wirbeltieren auf unserem Planeten. Seine lange Schnauze, die 5 Reihen von Knochenplatten auf seinem Körper, die weit nach hinten gerückte Rückenflosse und seine haifischähnliche, asymmetrische Schwanzflosse verleihen dem Stör ein einzigartiges Erscheinungsbild. Seine Nahrung, die hauptsächlich aus Würmern, Weichtieren, Krebsen und kleinen Fischen besteht, sucht er am Gewässergrund. Vier lange Barteln helfen dabei, Essbares mit dem vorstülpbaren Maul aufzunehmen.
Der Europäische Stör ist ein Wanderfisch, der den größten Teil seines Lebens im Meer oder im Brackwasser verbringt. Zum Laichen steigt er, wie beispielsweise der Lachs, die Flüsse auf (anadrome Wanderung). Die Eiablage erfolgt im Frühsommer in der Strömung auf Kiesgrund. Die erwachsenen Tiere wandern danach wieder ins Meer oder Brackwasser zurück. Die Jungtiere bleiben im ersten Lebensjahr im Süßwasser und ziehen dabei langsam flussabwärts. Nach zum Teil langen Wanderungen im Meer werden die Männchen mit 9-13 Jahren, die Weibchen mit 11-18 Jahren geschlechtsreif.
Das Verbreitungsgebiet des Störs reichte von der Ostatlantikküste über Nordskandinavien bis Marokko, es gab ihn im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Seine Laichwanderung führte ihn in Rhein und Elbe jeweils bis in die Oberläufe. Noch in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde ein Stör in der Vechte, ein Nebenfluss der Ems, gefangen. Heute kommt der Europäische Stör nur noch selten im Nordostatlantik vor, von wo aus er in die Gironde in Frankreich zum Laichen aufsteigt. Das Gironde-Garonne-Dordogne Flusssystem stellt somit sein letztes Fortpflanzungsgebiet in Europa dar.
Forscher, Behörden, Angler und Artenschützer arbeiten seit Gründung der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. 1994 gemeinsam daran, in deutschen Gewässern wieder sich selbst reproduzierende Bestände zu etablieren. Ursprünglich sollten dazu Störe aus dem Bestand der südfranzösischen Gironde in der Oder ausgesetzt werden. Begleitende genetische Untersuchungen von Museumsexemplaren, die aus der Ostsee stammten, wiesen darauf hin, dass es sich bei diesen Exemplaren um einen amerikanischen Verwandten, den Atlantischen Stör (A. oxyrinchus), handelte. Er wanderte vor ungefähr 1200 Jahren über den Atlantik in die Ostsee und ihre Zuflüsse ein und wurde bei uns heimisch.
Zum Erhalt und der Wiedereinbürgerung sind vielfach mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz seit 1996 eine Reihe von Vorhaben realisiert worden, die die Wiedereinbürgerung der beiden Arten in Nord- und Ostsee zum Gegenstand hatten. Die Arbeiten wurden durch die Gesellschaft zur Rettung des Störs koordiniert und wissenschaftlich vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin (IGB) und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern begleitet. Das Vorhaben wurde 2013 als Beispielsprojekt der UN-Dekade der Biodiversität ausgezeichnet. Im Nordseeeinzugsgebiet wird mit dem Europäischen Stör (A. sturio) besetzt, im Ostseeeinzugsgebiet mit dem Atlantischen Stör (A. oxyrinchus).
Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) unterstützt die Versuche, die unternommen werden, um den Stör als natürlichen und angestammten Bewohner unserer heimischen Gewässer zu retten. Schließlich wäre es mehr als schade, wenn er in Zukunft als ausgestorbene Art nur noch in unserer Erinnerung oder als seltenes Museumsstück existent wäre. Zudem ist der Stör durch die Vielzahl der genutzten Lebensräume und seine positive Verankerung in der Gesellschaft eine ideale Schirmart, um die Anforderungen der Flussfischarten für ein nachhaltiges Management auch zum Nutzen anderer, weniger charismatischer Arten, zu kommunizieren.

Der Europäisches Stör war bereits 2001 Fisch des Jahres.

Tiere des Jahres in deutschen Zoos
Der Atlantische Stör ist im Aquarium des Berliner Zoos, im Tierpark Lutherstadt Wittenberg, im Ozeaneum von Stralsund, im Multimar Wattforum von Tönning, im Müritzeum in Waren und im Sylt Aquarium in Westerland zu finden.
Der Europäische Stör wird in Bleckede (Biosphaerium Elbtalaue), Furth im Wald-Sengebühl (Wildgehege Steinbruchsee),
Gotha (Tierpark), Helgoland (Aquarium), Jaderberg (Jaderpark), Lutherstadt Wittenberg (Tierpark), Potsdam (Biosphäre) und in Ulm (Tiergarten Friedrichsau) gezeigt.
Der Grünspecht ist ein relativ häufiger Vogel in Deutschland. Mit etwas Glück kann man ihn ohne Probleme in der freien Natur beobachten, sogar im Siedlungsraum. In deutschen Zoos wird man ihn dagegen auch nur freilebend zu Gesicht bekommen. Europaweit ist er (laut Zootierliste) nur in Sant Alessio con Vialone (Parco Faunistico) zu finden.
Die Gelbbauchunke dagegen ist in 16 deutschen Einrichtungen zu finden, darunter dem Zoologischen Garten Berlin, dem Zoo Augsburg, dem Frankfurter Zoo, der Stuttgarter Wilhelma oder dem Opel-Zoo in Kronberg. Auch im Alpenzoo Innsbruck und dem Tiergarten Schönbrunn (Wien) werden sie gezeigt.
Die Dülmener Wildpferde kann man wild im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen sehen. Alljährlich am letzten Samstag im Mai werden die Jährlingshengste eingefangen. Weitere Informationen findet man hier. In Zoos findet man die Pferde nur im Allwetterzoo Münster und der Stuttgarter Wilhelma.
Wisente findet man in 70 deutschen Tier- und Wildparks.
Wie es bei den Wirbellosen aussieht, weiß ich nicht, darüber schweigt auch die Zootierliste. Aus eigenen Sichtungen weiß ich aber, dass man im Vivarium Darmstadt die Raupen des Wolfsmilchschwärmer sehen kann.

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