Giraffentötung Zoo Kopenhagen: Legale und offizielle Euthanasie auch ein deutscher Zoowunsch

Auch die Tierrechtsorganisation EndZOO äußert sich zur Giraffentötung. Aufgrund der Aktualität (und des doch sehr heiß diskutierten Themas) habe ich mich entschlossen, der PM der Organisation einen eigenen Beitrag zu widmen und weder bis zum nächsten Zooticker zu warten, bzw. meinen eigenen Giraffenbeitrag zu ergänzen.

EndZOO fordert gesetzlichen Zuchtstopp statt überzählige Todeskandidaten

Dänemark/Deutschland – Die Tötung einer jungen und gesunden „Überschuss“-Giraffe im dänischen Zoo von Kopenhagen hat einen internationalen Aufschrei und Protest von Tierfreunden ausgelöst. Dass sich aber auch deutschsprachige Zoos seit Jahren eine legale und offizielle Euthanasie im deutschen Tierschutzgesetz für sich wünschen, ist wenig oder kaum bekannt. Auch deutsche Zoos haben ebenso erhebliche Probleme mit so genannten „überzähligen“ oder „Problem“-Tieren. Oft sind es Individuen aus unkontrollierter Zucht, auch lästig gewordene Besuchermagnete, meist männlichen Geschlechtes, Handaufzuchten, Hybride oder Nachzuchten mit Inzest- oder Inzuchthintergrund. Aktuell hat sich Kai Perret (Direktor der Zoo-Gefangenschaft in Magdeburg) auf der „Zookunft-Tagung 2014“ in Dresden, am vergangen Wochenende, erneut für „klarere Auslegung“ des „vernünftigen Tötungsgrundes“ im Tierschutzgesetz stark gemacht. Perret stand 2010 wegen der fragwürdigen „Tötung ohne vernünftigen Grund“ von drei Tigerbabys vor Gericht und kam mit einer Verwarnung und Geldstrafe davon. Die Tierschutzorganisation EndZOO spricht sich aus aktuellem Anlass nun für noch härtere Strafen für die Tötung von gesunden so genannten „Überschuss-Tieren“ aus. Zudem muss nach Ansicht der Tierschützer das Tierschutzgesetz so verändert werden, dass die Zucht von „überzähligem“ Nachwuchs bereits im Vorfeld effektiv verhindert werde. Auch spricht sich die zookritische Organisation deutlich gegen eine zoofreundlichere Auslegung des „vernünftigen Grund“ im Tierschutzgesetz aus. „Einen gesetzlichen und damit legalen Zoo-Tötungsfreibrief wird es mit EndZOO nicht geben. Aber jeder Zoobesucher muss sich schon heute im Klaren sein, wie die heute geäußerten Zoowünsche dann später in der Realität aussehen werden. Erst bewusst und unkontrolliert auf Masse süße Tierbabys züchten, dann als Kassenfüller und vermeintlichen Arten- und Tierschutz-Botschafter ausbeuten, danach zum Ballast erklären, anschließend als Todeskandidaten deklarieren und dann Totspritzen oder Kopfschuss verpassen. Zoos sind dann offizielle und legale Schlachthöfe für Kuscheltiere. Der neue Slogan des Weltzooverbandes wird dann auch umgeschrieben werden müssen: Wer Tiere kennt, wird Tiere schlachten lernen“, so Zoo-Experte und EndZOO-Sprecher Frank Albrecht kritisch.

Abschließend noch ein paar Videoberichte (ohne Verbindung zu EndZOO):

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