Zoophilie, Domian, PETA und der Zoo Leipzig

Zoophilie (gr ζώον zóon „Lebewesen“, „Tier“ und φιλία philia „Liebe, Freundschaft, Wohlwollen“) bezeichnet das sexuelle Hingezogensein zu Tieren. Zoophilie kann sexuelle Handlungen beinhalten, aber auch Vorlieben, die nur sekundär, manchmal gar unbewusst der sexuellen Befriedigung des Menschen dienen. Der Begriff wurde erstmals 1896 von dem Wiener Psychiater Richard von Krafft-Ebing in seinem Werk Psychopathia sexualis benutzt. Der Begriff wird umgangssprachlich mit Sodomie gleichgesetzt.

Wirklich neu ist diese Geschichte nicht und leider berichte ich zu spät, so dass einige Dokumente bereits wieder gelöscht wurden (und ich nicht so geschickt bin, sie aus den Weiten des Internets zu rekonstruieren). Aber das spielt keine große Rolle, der Grundkonflikt bleibt.
Angefangen hat alles bei Domians Nachtshow, eine Livetelefonsendung, die bereits seit Jahrzehnten im WDR-Fernsehen und bei 1LIVE gezeigt wird:

Der interessante Teil beginnt bei 39:00.

Am Freitag teilte PETA mit, Hinweise darauf zu haben, dass es sich bei dem Zoo um den in Leipzig handeln könnte. Die Organisation erstattete Anzeige beim Veterinäramt Leipzig. Die Behörde soll prüfen, ob der Ordnungswidrigkeits-Tatbestand der sexuellen Handlung mit Tieren erfüllt worden sei, ließen die Tierschützer per Pressemeldung wissen, da der Zoo anscheinend grundsätzlich Anfragen der Organisation ignoriert. Die Vermutung von PETA basiert auf eine andere Sendung „Elefant, Tiger & Co.“ Dort wurde im November über einen „jungen“ Schimpansen namens Alex berichtet. Dieser wurde jedoch bereits 2001 in Leipzig geboren. Auch ist beim Zoo keine Tierpflegerinazubi namens Lena angestellt.

Der Zoo reagierte darauf folgendermaßen:

05. Februar 2014
Zoo Leipzig wehrt sich gegen haltlose Vorwürfe – Zivil- und strafrechtlich Schritte gegen PETA e. V. eingeleitet
Der Zoo Leipzig hat am Mittwochnachmittag zivil- und strafrechtliche Schritte gegen die Tierschutzorganisation PETA e. V. eingeleitet. PETA hatte am vergangenen Freitag beim Leipziger Veterinäramt vorsorglich eine Anzeige gegen eine unbekannte Zoomitarbeiterin wegen des Verdachts auf Zoophilie erstattet, nachdem eine Anruferin namens Lena in der WDR-Talksendung Domian am 30. Januar ihre sexuellen Gefühle für einen Affen gestanden hatte. „Die von PETA erhobenen Vorwürfe sind vollkommen gegenstandslos und entbehren jeglicher Grundlage. Deshalb haben wir uns entschieden, sowohl eine Abmahnung als auch eine Strafanzeige gegen PETA auf den Weg zu bringen“, erläutert Leipzigs Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold.
Der Zoo Leipzig beschäftigt weder eine Mitarbeiterin mit dem Namen Lena, noch hat er im letzten Jahr einen dreijährigen Schimpansen mit dem Namen Alex erhalten. Außerdem haben die Tierpfleger des Zoos keinen direkten Kontakt zu den in Pongoland lebenden Menschenaffen. „PETA hat zu keinem Zeitpunkt ihrer Recherche beim Zoo Leipzig nachgefragt, sondern ihre Vermutungen sofort öffentlich gemacht und damit eine Falschmeldung billigend in Kauf genommen“, ergänzt Prof. Dr. Junhold. Mit den rechtlichen Schritten möchte sich der Zoo Leipzig gegen derartige rufschädigende Aktionen wehren.
Die vermeintliche Anruferin Lena hat sich zwischenzeitlich in einem Online-Forum zu erkennen gegeben und zugegeben, dass der Inhalt des Anrufs nicht wahrheits­gemäß, sondern vollkommen frei erfunden war.
Prof. Dr. Jörg Junhold

Die „Beichte“ von Lena findet man hier.

PETA reagierte daraufhin mit der Entfernung der Pressemitteilung von ihrer Webseite.
„Da wir keinen Einblick in die Personal- und Tierbestandslisten im Zoo Leipzig haben, wurde unser Verdacht, der sich nicht erhärtet hat, ausdrücklich als Vermutung geäußert“, sagt Peter Höffken, „Kampagnenleiter Tiere in der Unterhaltungsbranche“ gegenüber der Leipziger Internet Zeitung (siehe hier).

Ich bin gespannt, wie es weiter geht, bzw. hoffe, dass es irgendwelche Konsequenzen für die Tierrechtsorganisation gibt. In diesem Fall hat sich PETA wohl ein Eigentor geschossen, bzw. zu schnell gehandelt. Ein paar Tage mehr recherchiert hätten auch niemandem geschadet.
Aber wenn man böse sein möchte, könnte man behaupten, dass das bei einem Zoo ja egal ist, da gibt es genug, was nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Die Meinung von PETA zu Zoos dürfte ja allgemein bekannt sein.

Update, 24.02.2014
Zoo Leipzig gewinnt Rechtsstreit gegen die Tierschutzorganisation PETA e.V.
PETA hat die Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unter zeichnet, die der Organisation untersagt, jegliche Zoophilie-Behauptungen gegenüber dem Zoo Leipzig aufzustellen.
Der Zoo Leipzig hat im Rechtsstreit mit der Tierschutzorganisation PETA e. V. einen Erfolg erzielt: Die Tierschutzorganisation hatte dem Zoo Leipzig vorgeworfen, eine Auszubildende zu beschäftigen, die eine Liebe zu einem im Zoo beheimateten Schimpansen hegt. „Die von PETA erhobenen Vorwürfe waren völlig aus der Luft gegriffen. Das übereilte Vorgehen der Organisation ließ außerdem darauf schließen, dass PETA eine Rufschädigung unseres Zoos leichtfertig in Kauf genommen hat. Dagegen mussten wir rechtlich vorgehen“, erläutert Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold.
Der Zoo hatte sich am 5. Februar 2014 entschieden, sowohl eine Abmahnung als auch eine Strafanzeige gegen PETA auf den Weg zu bringen. PETA hatte am 31. Januar 2014 beim Leipziger Veterinäramt vorsorglich eine Anzeige gegen eine unbekannte Zoomitarbeiterin des Zoo Leipzig wegen des Verdachts auf Zoophilie erstattet, nachdem eine Anruferin namens Lena in der WDR-Talksendung Domian am 30. Januar ihre sexuellen Gefühle für einen Affen gestanden hatte. Die von PETA erhobenen Vorwürfe entbehrten jeglicher Grundlage. Zudem hatte die vermeintliche Anruferin Lena sich bereits am 31. Januar in einem Online-Forum zu erkennen gegeben und gestanden, dass der Inhalt des Anrufs vollkommen frei erfunden war.
Der Zoo Leipzig beschäftigt weder eine Mitarbeiterin mit dem Namen Lena, noch hat er im letzten Jahr einen dreijährigen Schimpansen mit dem Namen Alex erhalten. Außerdem haben die Tierpfleger des Zoos keinen direkten Kontakt zu den in Pongoland lebenden Menschenaffen.

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