Berliner Zoodirektoren: Hans Frädrich

Hans Frädrich (* 4. Juli 1937 in Göttingen; † 13. September 2003 in Berlin) studierte in Göttingen, München und Toulouse die Fächer Biologie und Romanistik. In München hörte er Vorlesungen bei Konrad Lorenz, wodurch sein Wunsch gestärkt wurde, Tiergärtner zu werden. Nachdem Richard Faust und Bernhard Grzimek ihm Untersuchungen im Frankfurter Zoo sowie im Freiland in Kenia ermöglicht hatten, promovierte Frädrich 1964 mit seiner Dissertation Zur Biologie und Ethologie des Warzenschweines unter Berücksichtigung des Verhaltens anderer Suiden zum Dr. rer. nat. Seine tiergärtnerische Laufbahn begann, nach Schülerpraktika beim Tierhandelshaus Ruhe, dem damaligen Betreiber des Zoos Hannover, und Warzenschweinbeobachtungen im Zoo Münster, als Volontärassistent am Zoo Frankfurt zum 1. Januar 1964. Zwei Jahre später wurde er mit der Planung einer Außenstelle des Frankfurter Zoos im Taunus beauftragt, wechselte aber noch im selben Jahr an den Zoo Berlin. Dort wurde er 1972 wissenschaftlicher Oberassistent, 1974 Prokurist, 1975 stellvertretendes Vorstandsmitglied, 1986 ordentliches Vorstandsmitglied und vom 1. September 1991 bis 4. Juli 2002 schließlich Vorstandsvorsitzender und Direktor des Berliner Zoos und seines Aquariums. Er war seit 2000 Mitglied des Montagsklubs, eines der ältesten geselligen bürgerlichen Vereine in Berlin. Hans Frädrich war ein besonders liebenswürdiger Mensch: kenntnisreich und fleißig, dabei bescheiden und zurückhaltend sowie sachorientiert und fair. Er starb nach langer Krankheit in Berlin.
Während Frädrichs Direktorat erlebte der Berliner Zoo zahlreiche gelungene Um- und Neubauten. Flusspferdhaus, Siamesisches Rinderhaus sowie Pinguinhaus sind davon besonders hervorzuheben. Aber auch aus der zweiten Reihe beeinflusste er die Entwicklung des Berliner Zoos bereits maßgeblich. So wird die Ausdehnung des Berliner Zoos auf das beispielhaft gestaltete Erweiterungsgelände vor allem seinem Verhandlungsgeschick zugeschrieben.
Die Naturforschung verdankt Hans Frädrich wesentliche Beiträge zur Verhaltensbiologie der wildlebenden Schweine. Er war außerdem viele Jahre Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde und zeichnete von 1977 bis 2002 als Mitherausgeber der Zeitschrift Bongo des Berliner Zoos verantwortlich.

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