Neues aus Wissenschaft und Naturschutz

17.03.2014, Dachverband Deutscher Avifaunisten
„Berichte zum Vogelschutz“ Band 49/50 erschienen
Aktuelle Entwicklungen und wichtige Themen des Vogelschutzes in Deutschland werden in der jüngst erschienenen Ausgabe der Berichte zum Vogelschutz (Band 49/50) behandelt. Der 200-seitige, vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) und NABU herausgegebene Band umfasst fünf Originalbeiträge, unter denen die erste Rote Liste wandernder Vogelarten sicherlich die größte Aufmerksamkeit erhalten dürfte (siehe hier).
Wetlands International gibt in mehrjährigem Turnus die Waterbird Population Estimates heraus. 2012 erschien die fünfte Auflage. Diese enthält aktualisierte Bestandstrends und -größen sowie die sog. 1 %-Werte für Feuchtgebiete internationaler Bedeutung für 2.305 biogeographische Populationen von 871 Wasservogelarten weltweit. Johannes Wahl und Thomas Heinicke fassen die für die Anwendung in Deutschland relevanten Veränderungen in ihrem Beitrag zusammen und geben einen aktuellen Überblick über die für Deutschland maßgeblichen 1 %-Werte. Zwei Artikel widmen sich dem Thema Vogelschlag an Glasflächen. Wolfgang Fiedler und Hans-Willy Ley stellen die Ergebnisse von Flugtunnel-Tests im Rahmen der Entwicklung von Glasscheiben mit UV-Signatur zur Vermeidung von Vogelschlag vor. Ortwin Elle und Kollegen beleuchten das Thema Vogelschlagrisiko an spiegelnden und transparenten Glasscheiben in Städten. Darüber hinaus geht es im Beitrag von Ralf Joest und Hubertus Illner um Vogelschutz in der Agrarlandschaft. Sie beschäftigen sich mit den festgelegten Erhaltungszielen des EU-Vogelschutzgebiets „Hellwegbörde“ u.a. vor dem Hintergrund der Aufhebung der der verpflichtenden Flächenstilllegung und der Zunahme des Anbaus von Energiepflanzen. Ein humoristischer Beitrag von Hans-Günther Bauer über „Ornietypen“, zwei Diskussionsbeiträge zum Thema invasive Arten sowie mehrere Meldungen zu (inter)nationalen Naturschutzthemen und Buchbesprechungen runden den Band ab.
Der Band der Berichte zum Vogelschutz kann über die Homepage des DRV unter www.drv-web.de/zeitschrift/aktuellesinfo/ oder per Mail an bzv@lbv.de zum Preis von 15 Euro zzgl. Versandkosten bezogen werden. Oder Sie schließen gleich ein Abo ab: Dann erhalten Sie den Band zum ermäßigten Preis von 11 Euro (und bleiben auch künftig durch die einmal jährlich erscheinenden Berichte immer auf dem Laufenden bei wichtigen Themen des Vogelschutzes).

18.03.2014, Universität Wien
Seeanemone ist genetisch halb Tier, halb Pflanze
Das Team um den Evolutions- und Entwicklungsbiologen Ulrich Technau von der Universität Wien fand heraus, dass die Seeanemone einerseits eine ähnlich komplexe „Gen-Landkarte“ besitzt wie die Fruchtfliege oder andere tierische Modellorganismen. Das legt nahe, dass dieses Prinzip von Genregulation bereits 600 Millionen Jahre alt ist und auf gemeinsame Vorfahren von Mensch, Fliege und Seeanemone zurückgeht. Andererseits hat sie mit Pflanzen die Art der Proteinregulation durch „microRNAs“ gemeinsam. Diese überraschenden evolutionären Einsichten publizieren die ForscherInnen in zwei Artikeln im renommierten Fachjournal „Genome Research“.
Wie wir aussehen, welche Form wir haben und wie unser Körper funktioniert, ist neben Umwelteinflüssen weitgehend das Werk unserer Gene. Diese sind jedoch selten Einzelspieler, vielmehr wirken sie im Team und regulieren sich in ihrer Aktivität und Expression gegenseitig in gen-regulatorischen Netzwerken.
Einfache Organismen mit komplexem Genmaterial
Im letzten Jahrzehnt haben Genomsequenzierungen von Menschen und vielen Tieren gezeigt, dass anatomisch einfache Organismen wie die Seeanemone erstaunlicherweise ein ähnlich komplexes Genrepertoire wie höhere Modellorganismen aufweisen. Dies legte den Schluss nahe, dass es nicht die An- oder Abwesenheit einzelner Gene ist, die über Unterschiede der morphologischen Komplexität entscheidet. WissenschafterInnen entwickelten die Hypothese, dass genregulatorische Netzwerke von simplen Organismen wie der Seeanemone einfacher gestrickt sind als die des Menschen oder anderer komplexer Tiere.
Ein Maß für die Komplexität von Genregulation ist die Verteilung und Dichte von regulatorischen Sequenzen im Genom. An diesen Motiven, „Enhancer“ und „Promotoren“ genannt, können sich sogenannte Transkriptionsfaktoren mit der DNA in spezifischer Weise binden und die Expression von Zielgenen regulieren. „Diese kurzen Motive in einem Ozean von Nukleotiden zu finden, ist jedoch alles andere als trivial“, erklärt Ulrich Technau, Professor am Department für Molekulare Evolution und Entwicklung der Universität Wien.
Während die Gene also gewissermaßen die Worte in der Sprache der Genetik sind, stellen die „Enhancer“ und „Promotoren“ die Grammatik dar. Diese genregulatorischen Sequenzen korrelieren mit bestimmten chemischen, epigenetischen Modifikationen der mit der DNA überall verwobenen Histon-Proteine, dem Chromatin. Durch eine ausgefeilte molekularbiologische Methode, der Chromatin-Immunpräzipitation, konnte die Hertha-Firnberg-Stipendiatin Michaela Schwaiger in der Gruppe von Ulrich Technau die „Enhancer“ und „Promotoren“ im gesamten Genom der Seeanemone identifizieren und mit den Karten komplexer Organismen vergleichen.
Genregulation vergleichbar mit tierischen Organismen
„Da die Seeanemone eine ähnlich komplexe ‚Landkarte‘ von genregulatorischen Elementen besitzt wie die Fruchtfliege oder andere tierische Modellorganismen, liegt für uns der Schluss nahe, dass dieses Prinzip von komplexer Genregulation auf gemeinsame Vorfahren von Mensch, Fliege und Seeanemone zurückgeht“, so Michaela Schwaiger.
MicroRNAs wichtig für Entwicklungsprozesse beim Menschen…
Neben der Kontrolle der Transkription von DNA in RNA kann die Genexpression aber auch noch danach, auf der post-transkriptionellen Ebene, d.h. bei der Übersetzung der RNA in Proteine, reguliert werden. Hierbei spielen „microRNAs“ eine wichtige Rolle. MicroRNAs sind kurze RNAs, die an Ziel-RNAs binden und ihre Translation hemmen können. In den letzten Jahren hat man bei vielen Tieren 100-200, beim Menschen sogar über 1000 verschiedene miRNAs identifiziert, von denen etliche eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und vor allem in Entwicklungsprozessen spielen. Mutationen in manchen miRNAs sind mit schweren Fehlentwicklungen und auch Krebs assoziiert. Jede miRNA kann in sequenz-spezifischer Weise an bis zu 100 verschiedene RNAs binden. „Man geht daher davon aus, dass 30-50 Prozent aller menschlichen protein-kodierenden Transkripte durch miRNAs reguliert werden“, erklärt Ulrich Technau. Unklar ist jedoch, wie tierische miRNAs in der Evolution entstanden sind.
… und bei Pflanzen
miRNAs hat man auch in Pflanzen entdeckt, doch man geht davon aus, dass sie unabhängig entstanden sind, weil sie (1) keinerlei Sequenzähnlichkeit zu tierischen miRNAs haben, (2) einen anderen Entstehungsweg haben und (3) einen gänzlich anderen Wirkmechanismus haben als die bislang untersuchten Tiere: Pflanzliche miRNAs binden mit hoher Sequenzspezifität an sehr wenige Ziel-RNAs und leiten mithilfe von Argonaute-Proteinen die spezifische Spaltung der RNA ein. In Kollaboration mit amerikanischen, französischen und norwegischen Gruppen haben Ulrich Technau und sein Team insgesamt 87 miRNAs aus der Seeanemone isolieren können.
Die große Überraschung war aber, dass die Seeanemonen-miRNA alle Charakteristika von pflanzlichen miRNAs haben: Sie weisen eine fast perfekte Komplementarität zu ihren Ziel-RNAs auf, die daraufhin dann gespalten und nicht wie in anderen Tieren gehemmt werden. Zudem fanden die Forscher ein Protein, HYL-1, dass bei Pflanzen essentiell für die Biogenese der miRNAs ist und dass man zuvor in keinem der tierischen Modellorganismen gefunden hat. Vergleicht man die Sequenzen der miRNAs, so findet man je eine miRNA mit Ähnlichkeit zu einer pflanzlichen und tierischen miRNA.
Nachdem also das Genom, das Genrepertoire und die Genregulation auf DNA-Ebene der Seeanemone dem der Wirbeltiere erstaunlich ähnlich ist, ist die post-transkriptionelle Regulation so wie in Pflanzen und geht vermutlich auf einen gemeinsamen Vorfahren mit Pflanzen zurück. Diese Befunde sind der erste qualitative Unterschied zwischen den Nesseltieren und den „höheren“ Tieren und geben einen Einblick, wie wichtige Ebenen der Genregulation unterschiedlich evolvieren können.
Publikationen in „Genome Research“:
Schwaiger, M., Schönauer, A., Rendeiro, A.F., Pribitzer,C., Schauer, A., Gilles, A.F., Schinko, J.B., Renfer, E., Fredman, D., and Technau, U. Evolutionary conservation of the eumetazoan gene regulatory landscape. In: Genome Research.
DOI: 10.1101/gr.162529.113
Moran, Y., Fredman, D., Praher, D., Xi, L.M., Meng Wee, Z., Rentzsch, F., Zamore, P. Technau, U., and Seitz, H. (2014). Cnidarian microRNAs frequently regulate their targets by cleavage. In: Genome Research.
DOI: 10.1101/gr.162503.113

18.03.2014, Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen
Ameisen pflanzen den Regenwald von morgen
Tropische Bergregenwälder sind bedroht und oft auf kleine Inseln in ansonsten entwaldeten Landschaften zurückgedrängt. Für die Renaturierung solcher Flächen spielt die Ausbreitung der Waldbäume eine entscheidende Rolle. Die meisten Baumarten werden von Vögeln und Säugetieren, aber auch unscheinbaren Akteure wie Ameisen ausgebreitet. Ein Team des LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Universität Halle-Wittenberg belegt heute im Fachmagazin Journal of Ecology die Bedeutung dieser bislang wenig beachteten Ökosystemfunktion für die Renaturierung von Bergregenwäldern. Ameisen können diese in Gang setzen, in dem sie Samen an für die Baumetablierung geeignete Orte verschleppen.
Am bolivianischen Ostabhang der Anden finden sich in den Yungas, einer von langgezogenen Tälern geprägten Landschaft nahe La Paz, noch Restbestände des ursprünglichen Bergregenwaldes. Durch die hier praktizierte Brandrodung und den weit verbreiteten Kokaanbau sind die Wälder zerstückelt, die Waldreste von einer offenen, weitgehend degradierten Kulturlandschaft umgeben. Hier untersuchten die Biologen, wie Ameisen zur Ausbreitung einer häufigen Waldbaumart (Clusia trochiformis) beitragen und testeten, ob diese Ökosystemfunktion die Wiederbesiedlung und Renaturierung der entwaldeten Gebiete fördert.
Primäre Ausbreiter von Clusia-Samen sind Vögel, die die nahrhaften Früchte auf dem Baum verzehren und die Samen ausscheiden. Der rote, fettreiche Samenmantel ist eine willkommene Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten – auch für Ameisen, die zu Boden gefallene Samen in ihre Nester oder Verstecke schleppen, ohne sie dabei zu zerstören. Die Mechanismen dieser sogenannten sekundären Samenausbreitung sind bekannt, doch gibt es bislang kaum Untersuchungen zu ihrer Bedeutung für die Renaturierung entwaldeter Gebiete. Die aktuelle Studie zeigt, dass Ameisen den Samenfraß durch Nagetiere reduzieren und gleichzeitig den Keimungserfolg der Samen erhöhen – wichtige Informationen, um die Bedeutung dieser Ökosystemfunktion für die Renaturierung der Wälder zu bestimmen.
Im Untersuchungsgebiet in den Anden liegen zwei rund 3.000 Hektar große Inseln ursprünglichen Bergregenwaldes, die von Koka-Feldern und degradiertem Brachland mit Farn- und Strauchvegetation umgeben sind. Das Mikroklima ist hier wesentlich trockener als im Regenwald und hemmt die Etablierung von Waldbäumen. Hier verteilten die Wissenschaftler 1.440 Clusia-Samen auf insgesamt 72 Depots an sechs Orten. An jedem Ort untersuchten sie den inneren Bergregenwald sowie die degradierten Habitate nahe und fern des Waldrandes. Um neben dem Einfluss der Ameisen auch den Einfluss vonNagetieren zu messen, hatten die Biologen einen Teil der Depots mit Drahtkäfigen abgeschirmt, um die Nagetiere von diesen Depots fernzuhalten.
Gut versteckt: Ameisen verringern Samenraub und fördern Keimung
„Die Ameisen kamen innerhalb weniger Stunden und transportierten etwa 60 Prozent aller angebotenen Samen ab“, berichtet Silvia Gallegos, Leitautorin der Studie und Doktorandin der Universität Halle-Wittenberg und am BiK-F. 48 Stunden sowie einen Monat nach Anlegen der Depots suchten die Biologen in einem Radius von 2,5 Metern nach den Samen. Mehr als 80 Prozent der abtransportierten Samen fanden sie wieder. Bei den meisten Samen hatten die Ameisen den Samenmantel entfernt. Dadurch reduzierten sie die Gefahr eines Pilzbefalls – und erhöhten die Wahrscheinlichkeit, dass die Samen keimten.
Aber dies ist nicht der einzige positive Einfluss der Ameisen: „Gerade in den degradierten Habitaten fanden wir, dass die abtransportierten Samen seltener gefressen wurden und häufiger keimten als die nicht bewegten Samen“, erklärt Dr. Matthias Schleuning, Wissenschaftler am BiK-F. Die Ameisen entfernten den Samenmantel oft erst in ihren Nestern oder auf dem Weg dorthin – unter der schützenden Streuschicht. Die dort abgelegten Samen wurden deshalb seltener durch Nagetiere oder andere Samenräuber entdeckt und fanden zudem feuchtere und somit besonders günstige Bedingungen für die Keimung vor. Der Effekt in den gerodeten Habitaten war deutlich: einen Monat nach Beginn des Experiments hatten sich aus den ausgebreiteten Samen etwa fünfmal so viele Keimlinge entwickelt wie aus den nicht bewegten Samen. Je weiter die Ameisen die Samen bewegt hatten, desto höher war die Chance, dass sich Clusia-Keimlinge etabliert hatten.
Ameisendienste künftig noch wichtiger
Ameisen begünstigen somit die Ausbreitung und Etablierung der untersuchten Baumart. Und auf diese könnten weitere Tier- und Pflanzenarten folgen, deren Ansiedlung durch die Clusia-Bäume erleichtert wird. „Unser Wissen können wir nutzen, um Clusia bei der Etablierung in den gerodeten Gebieten zu unterstützen und so die Renaturierung der entwaldeten Gebiete voranzutreiben“, betont Silvia Gallegos. Die Dienstleistung der Ameisen in den entwaldeten Gebieten lässt einen schnellen und nachhaltigen Besiedlungserfolg erwarten. Mittelfristig werden so wieder Lebensbedingungen für eine ganze Reihe anderer Tier- und Pflanzenarten des Ökosystems Bergregenwaldes geschaffen. Schleuning fasst zusammen: „Angesichts einer wahrscheinlichen Zunahme von Trockenperioden in den Anden wird die Ökosystemfunktion der Ameisen für die Regenerierung von Bergregenwäldern in der Zukunft noch wichtiger werden.“
Publikation:
Gallegos, S. C., Hensen, I., & M. Schleuning: Secondary dispersal by ants pro-motes forest regeneration after deforestation
Journal of Ecology, DOI 10.1111/1365-2745.12226

19.03.2014, Deutsches Primatenzentrum GmbH – Leibniz-Institut für Primatenforschung
Nachtaffen betrügen nicht – Zum ersten Mal genetische Monogamie bei Affen nachgewiesen
Echte Monogamie ist sehr selten. Selbst bei Tierarten, die als treu gelten, wurden in Vaterschaftstest immer wieder Kuckuckskinder nachgewiesen. Maren Huck und ihre Kollegen haben jetzt eine Affenart gefunden, die tatsächlich hundertprozentig treu zu sein scheint: der Azara-Nachtaffe (Aotus azarae). Die Biologen konnten zeigen, dass alle 35 untersuchten Jungtiere tatsächlich von den Eltern abstammen, die sie auch aufziehen. Eine Analyse von 15 paarlebenden Säugetieren zeigte zudem, dass es einen starken Zusammenhang gibt zwischen Treue und dem Engagement der Männchen bei der Aufzucht der Jungtiere (Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences).
„Wir sind die ersten, die echte Treue bei Affen nachweisen konnten. Überhaupt gibt es nur vier Studien an Säugetieren, die genetische Monogamie zeigen“, sagt Maren Huck. Die Biologin hat die Nachtaffen Argentiniens während ihrer Zeit als DFG-Stipendiatin am Deutschen Primatenzentrum zusammen mit Kollegen von der University of Pennsylvania, USA, untersucht. Nachtaffen-Männchen sind nicht nur treu, sondern auch fürsorgliche Väter. „Wenn der Vater sicher sein kann, dass der Nachwuchs seine Gene trägt, dann lohnt es sich auch, viel in die Jungenaufzucht zu investieren“, so Huck.
Vaterschaftstests belegen echte Treue
Nachtaffen-Paare binden sich sehr eng aneinander und die Männchen übernehmen einen großen Teil der Jungenaufzucht: Sie spielen mit dem Nachwuchs und tragen ihn herum. Dies war seit längerem bekannt, man wusste nur nicht, ob die sozialen Eltern auch wirklich die genetischen Eltern der Jungtiere sind. Um dies zu überprüfen, sammelten die Wissenschaftler Proben von 128 Tieren. So erhielten sie genetische Analysen von 35 Jungtieren und 17 sich fortpflanzenden Paaren sowie von einigen weiteren Paaren und Einzeltieren. „In den 18 Jahren, in denen das Nachtaffen-Projekt läuft, haben wir kein einziges Mal ein Fremdgehen beobachtet. Allerdings waren wir doch überrascht, dass wir tatsächlich kein einziges Kuckuckskind gefunden haben“, sagt Eduardo Fernandez-Duque, Professor an der University of Pennsylvania und Direktor des Nachtaffen-Projekts in Argentinien.
Vorbildliche Väter
Um herauszufinden, wie genetische Monogamie entstanden ist und unter welchen Bedingungen sie vorkommt, haben die Forscher 15 monogam lebende Säugetierarten verglichen, darunter neben Primaten auch Spitzhörnchen, Antilopen und Kusus. Es stellte sich heraus, dass im Allgemeinen die Arten besonders treu sind, bei denen die Männchen viel zur Jungenaufzucht beitragen. Auch die Stärke der Paarbeziehung, gemessen daran, wie viel Zeit die Tiere miteinander verbringen, spielte eine Rolle. Allerdings wissen die Forscher nicht, was zuerst da war: die fürsorglichen Väter oder die genetische Monogamie. „Es spielen sicherlich auch noch andere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel haben manche Tiere aufgrund ihrer Ernährungsweise mehr Gelegenheiten zum Fremdgehen als andere“, so Maren Huck. Ein guter Vater zu sein kann auch einfach eine Strategie der Männchen sein, um für Weibchen besonders attraktiv zu erscheinen.
„Paarbindungen, man könnte auch Liebe sagen, sind in allen menschlichen Gesellschaften vorhanden, während Vaterschaft variabler ist“, sagt Eduardo Fernandez-Duque. „Die Nachtaffen-Studie legt nahe, dass, unter bestimmten ökologischen Bedingungen, die Nähe zu einem Partner dazu führt, dass die Partner mehr Zeit miteinander verbringen und dies dann bewirkt, dass die Väter sich stärker in die Jungenaufzucht einbringen und dass sie eine größere Gewissheit darüber haben, ob sie der genetische Vater sind. Dies führt dann zu genetischer Monogamie.“
Originalpublikation
Huck M, Fernandez-Duque E, Babb P, Schurr T. 2014 Correlates of genetic monogamy in socially monogamous mammals: insights from Azara’s owl monkeys. Proc. R. Soc. B 20140195. http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2014.0195

19.03.2014, Eberhard Karls Universität Tübingen
Dem Tiefseefisch tief in die Augen geschaut
Anatom der Universität Tübingen entdeckt bisher unbekannten Typ von Spiegelaugen bei dem Gespensterfisch Rhynchohyalus natalensis
Wissenschaftler haben einen Tiefseefisch mit einer einzigartigen und neuen Augenform entdeckt: Der Rhynchohyalus natalensis, ein Gespensterfisch, lebt in 800 bis 1000 Metern Tiefe und besitzt als Erweiterung seiner nach oben gerichteten Röhrenaugen sogenannte „Spiegelaugen“, wie Professor Hans-Joachim Wagner vom Anatomischen Institut der Universität Tübingen berichtet. Der Wissenschaftler hatte das 18 Zentimeter lange Exemplar aus der südlichen Tasmanischen See zwischen Australien und Neuseeland im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts untersucht.
Sein Befund war unerwartet: Spiegelaugen sind sonst nur bei Wirbellosen wie Muscheln oder Krebstieren bekannt ‒ und bisher bei einem einzigen Wirbeltier, dem Tiefseefisch Dolichopteryx longipes. Durch eine Art „Spiegeloptik“ aus Guaninkristallen ermöglichen sie diesen Tiefseebewohnern ein fokussiertes Bild auf einer Nebenretina abzubilden und auf diesem Wege das eingeschränkte Gesichtsfeld der „Röhrenaugen“ wesentlich zu erweitern.
Der neu untersuchte Rhynchohyalus natalensis ist somit das zweite bekannte Wirbeltier überhaupt, das Spiegelaugen besitzt. Doch als Wagner dem Gespensterfisch noch tiefer in die Augen schaute, erwartete ihn eine weitere Überraschung: Obwohl die Fische eng miteinander verwandt sind, sind die Spiegelstrukturen in den Augen völlig unterschiedlich aufgebaut und haben sich aus verschiedenen Geweben entwickelt. Demnach hat sich bei zwei verwandten Arten auf verschiedenen Wegen eine ähnliche Lösung gefunden, um die Funktion der „Röhrenaugen“ zu ergänzen und das Gesichtsfeld der Tiefseebewohner zu erweitern.
Da nur wenig Sonnenlicht in den Tiefen des Ozeans ankommt, haben manche Tiefseefische die nach oben gerichteten Röhrenaugen entwickelt. So sehen sie in Richtung Wasseroberfläche und nehmen zum Beispiel andere Tiere als Silhouetten gegen das restliche Sonnenlicht wahr. Bis in einige Hundert Meter tief unter die Wasseroberfläche dringt nur noch sehr wenig Sonnenlicht vor – allerdings ist es dort nicht so dunkel, wie man lange angenommen hat, weil viele Organismen in der Tiefe selbst Licht erzeugen (Biolumineszenz). Wie Wagner bereits erforscht hatte, sind die Augen des Gespensterfischs Dolichopteryx longipes optimal an diese Bedingungen angepasst: Mit den konventionellen Röhrenaugen werden Objekte oberhalb wahrgenommen, während in seitlichen Aussackungen der Röhrenaugen mit den Spiegeln zusätzlich auch das gesehen werden kann, was seitlich und unterhalb von ihm passiert.
Beim dem neu untersuchten Gespensterfisch ähnelten die Augen nur oberflächlich denen seines Verwandten: Bei Dolichopteryx longipes entstammen die Kristalle des Spiegels aus einer Pigmentschicht der Netzhaut. Sie haben abhängig von ihrer Position im Spiegel verschiedene Reflexionswinkel; im seitlichen Querschnitt besitzt der Spiegel mehrere Stufen. Bei Rhynchohyalus natalensis hingegen sind die Kristalle anders angeordnet. „Hier bildet sich der Spiegel aus der Silberhaut des Auges, die Kristalle im Spiegel sind fast parallel zur Spiegeloberfläche orientiert“, beschreibt Anatom Wagner. Mithilfe von Modellen konnte er feststellen, dass diese Art Spiegel ein helles, recht scharfes Bild auf der Netzhaut des Fisches erzeugt. „Offenbar ist ein weites Gesichtsfeld auch in der Tiefsee von Vorteil, wenn sich ähnliche Strukturen unabhängig voneinander entwickeln.“
Publikation:
Julian Partridge, Ron Douglas, Justin Marshall, Wen-Sung Chung, Thomas Jordan, Hans-Joachim Wagner: “Reflecting optics in the diverticular eye of a deep-sea barreleye fish (Rhynchohyalus natalensis).” Proceedings of the Royal Society B, 19. März 2014.

19.03.2014, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Wildkatze erobert sich in NRW immer mehr Lebensräume zurück
Erfolg für Naturschutz – Parlamentarischer Staatssekretär Horst Becker besucht Projekt „Wildkatzensprung“ in Lohmar
Düsseldorf (agrar-PR) – Die Wildkatze erobert sich Lebensräume zurück und ist damit eines der erfolgreichen Artenschutzprojekte in NRW. In großen, zusammenhängenden Waldgebieten wie dem Rothaargebirge, dem Egge-Gebirge oder der Eifel hat sie sich wieder angesiedelt. Allein im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel leben heute wieder an die 250 Wildkatzen. In der gesamten Eifel wird ihr Bestand auf 1.000 Tiere geschätzt. Bei Untersuchungen in Ostwestfalen konnten über 50 Tiere nachgewiesen werden. „Die Wildkatze ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein ambitionierter Naturschutz Früchte tragen kann. Jahrzehntelang war die Wildkatze akut vom Aussterben bedroht, nun hat sich die Bestandssituation in den letzten Jahren verbessert“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Horst Becker, bei einem Besuch im Wald zwischen Lohmar und Siegburg. Auch dort werden derzeit wissenschaftliche Untersuchungen zur rechtsrheinischen Verbreitung der Wildkatze mit Lockstöcken durchgeführt, von denen Staatssekretär Becker einen unter fachkundiger Anleitung aufstellte. Im Rahmen des Projektes „Wildkatzensprung“ erfasst der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in mehreren Gebieten in Nordrhein-Westfalen das Vorkommen der scheuen Tiere. Mit Hilfe dieser Erfassungen wird eine bundesweite Gendatenbank erstellt, welche Rückschlüsse auf die Populationen ermöglicht.
Die Wildkatze war noch im 19. Jahrhundert in Nordrhein-Westfalen in den bergigen Regionen flächig verbreitet. Mit der zunehmenden Indus-trialisierung und dem Verlust von natürlichen Lebensräumen schrumpfte ihr Bestand in NRW drastisch. In den Roten Listen der gefährdeten Arten der Jahre 1986 und 1999 war sie noch als „vom Aussterben bedroht“ gekennzeichnet. In der aktuellen Roten Liste 2011 wurde sie dank der erfolgreichen Artenschutzmaßnahmen nun in die Kategorie 3 „gefährdet“ zurückgestuft. Becker: „Die Erfolge sind erfreulich, aber trotzdem ist die Wildkatze weiterhin gefährdet. Daher müssen wir unsere Anstrengungen im Artenschutz weiter verstärken.“
Insgesamt sind in NRW etwa 45 Prozent der beobachteten Tier- und Pflanzenarten gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.
„Wir sind dabei, die Festplatte unserer Natur unwiederbringlich zu löschen.
Deshalb müssen wir gegensteuern und werden in diesem Jahr die Naturschutzpolitik neu ausrichten. Noch im ersten Halbjahr sollen die Eckpunkte für eine langfristige Biodiversitäts-Strategie zum Schutz der Artenvielfalt vorgelegt werden“, kündigte Becker an.
Das durch das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ und durch das NRW-Umweltministerium geförderte Projekt „Wildkatzensprung“ soll das mögliche Wildkatzenvorkommen in den Wäldern bei Lohmar nun überprüfen.
Wälder im linksrheinischen Bereich wurden bereits im vergangenen Jahr durch den BUND untersucht. Dabei konnten im Kottenforst und in der Ville erfreuliche und in dieser Größenordnung überraschende Neufunde der Wildkatze nachgewiesen werden. Becker: „Ich bin sehr gespannt, welche Ergebnisse dabei herauskommen werden und ob die Wildkatze auch hier wieder heimisch wird.“
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) wird fälschlicherweise oftmals als Vorfahre aller heimischen Hauskatzen bezeichnet. Tatsächlich stammt unsere Hauskatze aber von mehren Linien der sogenannten Libyschen Wildkatze ab. Schon beim Aussehen gibt es Unterschiede zwischen der Europäischen Wildkatze und den heutigen Hauskatzen: Die Wildkatze hat ein gelblichgrau bis bräunlich gefärbtes Rückenfell, das mit einem undeutlichen schwarzen Tigermuster gezeichnet ist. Über die Rückenmitte zieht sich von den Schulterblättern bis zur Schwanzwurzel ein schwarzer Aalstrich. „Sie benötigt große zusammenhängende alte Laub- und Mischwälder mit reichlich Unterwuchs, Windwurfflächen, Waldrändern, ruhigen Dickichten und Wasserstellen. Bevorzugte Nahrungsflächen sind Waldränder, Waldlichtungen, waldnahe Wiesen und Felder, aber auch weiter entfernt gelegene gehölzreiche Offenlandbereiche“, erläuterte Dr. Matthias Kaiser, Experte für Artenschutz im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Darüber hinaus benötigen die Tiere ein ausreichendes Angebot an natürlichen Versteckmöglichkeiten als Schlafplätze und zur Jungenaufzucht, etwa dichtes Gestrüpp, bodennahe Baumhöhlen, Wurzelteller, trockene Felsquartiere, verlassene Fuchs- oder Dachsbaue. Im April kommen die Jungtiere zur Welt, sie verlassen nach spätestens 6 Monaten ihre Mutter.
„Die Wildkatze ist eine hochmobile Art mit einem großen Raumanspruch“, sagte Dr. Hans-Jürgen Schäfer, Abteilungsleiter Naturschutz beim Landesbetrieb Wald und Holz. In der Nordeifel beträgt die Größe der Streifgebiete bei den Katern 1.000 bis 2.000 Hektar, bei den Katzen etwa 500 Hektar. Innerhalb ihres Lebensraumes legen die Tiere Entfernungen von durchschnittlich drei Kilometer pro Nacht im Sommer beziehungsweise elf Kilometer pro Nacht im Winter zurück. „Als Land haben wir zum Schutz der Wildkatze beigetragen, in dem wir im Staatswald mehr als zehn Prozent unserer Wälder komplett aus der Nutzung herausgenommen haben, um sie vollständig für die Verbesserung der Biodiversität einzusetzen. Das schafft auch Lebensräume für die Wildkatze und Arten wie den Schwarzstorch, den Luchs und viele weitere seltene oder verschollene Arten die langsam in unsere Wälder zurückkehren“, erklärte Dr. Schäfer.

19.03.2014, Georg-August-Universität Göttingen
Stabschrecken als einfallsreiche Verwandlungskünstler
Zweige sind nicht gleich Zweige. Den Beweis dafür liefern Stab- und Gespenstschrecken, die sich auf erstaunliche Weise an ihre Umwelt anpassen können. Der Evolutionsbiologe Dr. Sven Bradler von der Universität Göttingen hat in Kooperation mit Paläontologen aus Frankreich und China nun eine neue Stabschrecken-Art entdeckt.
Stabschrecken als einfallsreiche Verwandlungskünstler
Göttinger Wissenschaftler an Fossilienfund in China beteiligt – Erkenntnisse über neue Schreckenart
(pug) Zweige sind nicht gleich Zweige. Den Beweis dafür liefern Stab- und Gespenstschrecken, die sich auf erstaunliche Weise an ihre Umwelt anpassen können. Ein Phänomen, das gemeinhin als Mimese bezeichnet wird. Der Evolutionsbiologe Dr. Sven Bradler von der Universität Göttingen hat in Kooperation mit Paläontologen aus Frankreich und China nun eine neue Stabschrecken-Art entdeckt. Die Wissenschaftler werteten Fossilien aus der Jehol-Gesteinsgruppe im Nordosten Chinas aus und erlangten dadurch neue Erkenntnisse auf dem Forschungsgebiet der Mimese. Offenbar reagierten die Insekten mit der Verwandlung auf Umwelteinflüsse. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift PLoS ONE erschienen.
Die Fossilien stammen aus der Zeit der Unterkreide und sind etwa 125 Millionen Jahre alt. Bisher kamen die weltweit raren Fundstücke der Gruppe Stab- und Gespenstschrecken aus dem deutlich jüngeren, etwa vor 50 Millionen Jahren anzusiedelnden Eozäns. Anhand von drei bemerkenswert gut erhaltenen Individuen – zwei Männchen und einem Weibchen – konnten die Wissenschaftler Details zur frühen Evolution und Biologie dieser Insektengruppe ermitteln. Bislang gingen Evolutionsbiologen davon aus, dass sich die Insekten an ihre Nahrung anpassten. Spätestens seit der Oberkreide, etwa vor 90 Millionen Jahren, waren dies bedecktsamige Blütenpflanzen, die damals und heute evolutiv erfolgreichste Pflanzengruppe. Die auffällige Färbung der ausgeprägten Flügeladern der Stabschrecken lässt nun aber vermuten, dass die Insekten damals blattförmige Organe einer Ginkgo-verwandten Pflanze imitierten, einer nacktsamigen Pflanze. Diese waren lange vor dem Aufstieg der Blütenpflanzen zu finden.
„Die frühe Form der Blattmimese deutet darauf hin, dass sich die Stabschrecken schon damals als Abwehr gegen Insektenfresser wie Vögel und Säugetiere, die in den Bäumen wohnten, an die Umgebung anpassten. Deren Anwesenheit veranlasste die Stabschrecken vermutlich zu der trickreichen Tarnung“, so Dr. Bradler, der am Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen forscht.
Originalveröffentlichung: Maomin Wang et al: Under cover at pre-angiosperm times: a cloaked phasmatodean insect from the Early Cretaceous Jehol biota. PloS ONE. Doi: 10.1371/journal.pone.0091290

19.03.2014, BirdLife
Zukunft Österreich: Agrarwüste ohne Vögel
Wien (OTS) – Die österreichischen Verhandlungen zum europäischen Programm für Ländliche Entwicklung befinden sich in der Endphase. Die Bundesregierung plant bis Mitte April den fertigen Programmentwurf zur Begutachtung in Brüssel vorzulegen. Sollten die aktuellen Pläne der Agrarpolitik umgesetzt werden, sieht die Vogelschutzorganisation
BirdLife eine Beschleunigung des Vogelsterbens in unserer Kulturlandschaft als vorprogrammiert. „Budgetmittelkürzungen von bis zu 100 Mio. Euro im Agrarumweltprogramm (ÖPUL) sowie Kürzungen von ca. 30% bei den Naturschutzausgaben gefährdet nicht nur die Vogelwelt sondern auch unsere Lebens- und Naturräume mit denen Österreich zumindest touristische alljährlich wirbt“, warnt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife.
Das EU-Programm der Ländlichen Entwicklung ist aufgrund seiner enormen Gesamtsumme und seiner flächendeckenden Wirkung das wichtigste Mittel zur Verwirklichung von Naturschutz- und Umweltzielen. BirdLife Österreich und andere NGOs geben sich daher äußerst alarmiert und warnen insbesondere Bundesminister Andrä Rupprechter vor möglichen Fehlentscheidungen mit dramatischer Folgewirkung für die österreichische Artenvielfalt.
Bereits jetzt ist der Schwund von Feldlerche, Braunkehlchen und Co dramatisch: In Österreich war ein Rückgang von 31,7% alleine zwischen 1998 und 2011 zu verzeichnen. Europaweit ist die Zahl der Vogelarten in der Kulturlandschaft seit 1980 um 52% zurückgegangen, das sind um 300 Millionen Vögel weniger. Die Versprechen der bisherigen
Agrarumweltpolitik haben diese Entwicklung nicht aufhalten können. Z. B. ist das ehemals häufige Rebhuhn mittlerweile in ganz Vorarlberg ausgestorben. Die ebenfalls im Kulturland brütenden Kiebitze und
Feldlerchen verschwindet derzeit aus mehr und mehr Gebieten des Alpenvorlandes. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die mit übermäßigem Gebrauch von Chemikalien und dem Ausräumen der Landschaft einhergeht, ist eine der Hauptursachen für die Zerstörung vieler Ökosysteme in Österreich. „Als Folge der geplanten Mittelkürzungen
bei den Naturschutzmaßnahmen und im ÖPUL-Programm wird das Vogelsterben rund um unsere Felder nicht gestoppt, sondern im Gegenteil sogar beschleunigt“, befürchtet Pfiffinger.
Für die Projektförderung im Naturschutz wurden zuletzt 23 Millionen pro Jahrausgegeben. Angesichts zusätzlicher Aufgaben insbesondere zur verpflichtenden Umsetzung neuer Natura2000 Gebiete fordern die Bundesländer zwei Millionen mehr pro Jahr. Geplant sind derzeit jährlich allerdings nur maximal 17 Millionen, also 32% zu wenig. Zusätzlich will Minister Rupprechter angeblich die Bundesmittelanteile der Naturschutzförderungen von 16,2 Mio. auf 8,1 Mio. pro Jahr zurückfahren. Einen derartigen Budgetausfall würden die meisten Bundesländer nicht ausgleichen können. Damit wären viele dringend notwendige Projekte zum verbesserten Schutz der Natur für viele Jahre in Frage gestellt. „Das inhaltlich in vielen Teilbereichen positive, neue ÖPUL-Förderprogramm darf nicht durch drastische Mittelkürzungen im Natur-und Umweltbereich zu einem ökologischen Feigenblatt verkommen. Ganz im Gegenteil es braucht eine
dringende Mittelaufstockung für Naturschutzmaßnahmen, um den anhaltenden Artenschwund zu stoppen“, so Gerald Pfiffinger.

20.03.2014, Universität Zürich
Amphibien und Saurier waren die neuen Grossraubtiere nach dem Massensterben
Sofort nach dem grössten Massensterben aller Zeiten gab es in den Ozeanen der Untertrias wieder funktionierende und vollständige Nahrungsnetze. Entgegen der bisherigen Annahme fehlten auch die Grossraubtiere nicht. Das letzte Glied der Nahrungskette bildeten grosse Raubfische und Amphibien, später zudem Saurier. Dies zeigen neue Untersuchungen von Paläontologen der Universität Zürich und aus Utah, USA.
Vor 252 Millionen Jahren fand am Ende des Permzeitalters das grösste Massensterben statt. Es löschte beinahe 90 Prozent allen Lebens im Wasser aus. Bisher ging die Forschung davon aus, dass sich die Ökosysteme von dieser Katastrophe über den langen Zeitraum von acht bis neun Millionen Jahren erholten und Grossraubtiere zuoberst an der Nahrungskette erst als Letzte wieder auf den Plan traten. Ein schweizerisch-amerikanisches Paläontologen-Team unter der Leitung von Torsten Scheyer und Carlo Romano von der Universität Zürich weist in ihrer neuen Studie nach, dass sich die Nahrungsnetze in der frühen Trias nicht stufenweise regenerierten. Grossraubtiere wie zum Beispiel krokodilartige Amphibien und später die Vorläufer der bekannten Plesiosaurier und Ichthyosaurier gingen in den Ozeanen bereits kurz nach Ende des Massensterbens auf Beutefang.
Grossraubtiere von Anfang wieder dabei
Spitzenprädatoren – Grossraubtiere zuoberst an der Nahrungskette – sind für die Gesundheit und Stabilität eines Ökosystems äusserst wichtig: Sie merzen kranke und schwache Tiere aus und üben einen konstanten Selektionsdruck auf die Beutetier-Arten aus. Scheyer und Kollegen wollten deshalb wissen, ob nach dem grossen Massensterben die Spitzenprädatoren in den Ozeanen tatsächlich fehlten und wie die Ökosysteme funktionierten.
Die Forscher untersuchten die globale Verteilung von räuberischen Meereswirbeltieren sowie deren Körpergrössen in der frühen und mittleren Trias und kamen zu überraschenden Ergebnissen. «Die marinen Spitzenprädatoren erholten sich nach dem grossen Massensterben und zwar in einem vergleichsweise sehr kurzen Zeitraum», sagt Torsten Scheyer. Die Forscher können zudem ein zweites Postulat widerlegen: Früher nahm man an, dass marine Raubtiere von der unteren zur mittleren Trias kontinuierlich grösser wurden und so letztlich die Spitzenprädatoren entstanden. «Wir zeigen jetzt, dass bereits in der frühen Trias Grossraubtiere in den Meeren jagten», erläutert Carlo Romano. «Die Gesamtlänge der Nahrungsketten wurde durch das Massensterben am Ende des Permzeitalters nicht verkürzt, und es zeigte sich auch kein stufenweiser Wiederaufbau der klassischen Nahrungspyramide von der Basis bis zur Spitze», ergänzt Hugo Bucher. Um besser zu verstehen, wie Nahrungsnetze funktionierten, müssten nicht nur die Gestalt der Nahrungsnetze, sondern auch die Dynamik, das heisst die Evolutionsraten, der teilnehmenden Arten berücksichtigt werden.
Neue Akteure in alten Rollen
So führte das grosse Massensterben am Ende des Perms zu einer völlig neuen Zusammensetzung der Spitzenprädatoren: Dominierten im Perm grosse Raubfische, mussten sich diese nach dem Massensterben die Rolle mit räuberischen krokodilähnlichen Amphibien teilen. Auch ein weiteres Aussterbeereignis rund zwei Millionen Jahre später, die sogenannte End-Smithian-Krise, führte zu Veränderungen in der Gruppe der Spitzenprädatoren: Ab diesem Zeitpunkt standen Fische und erstmals Reptilien wie beispielsweise Corosaurus und später Askeptosaurus an der Spitze der Nahrungsketten.
«Die Rolle der Grossräuber bleibt in den Ökosystemen stets gleich, einzig die Akteure ändern im Lauf der Zeit», fasst Torsten Scheyer die neuen Resultate zusammen. Die Forscher sind überzeugt, dass das Verständnis über die Vorgänge in der Vergangenheit dazu beitragen wird, die Auswirkungen der heutigen Klimaveränderung auf die Ökosysteme besser zu verstehen.
Literatur:
Torsten M. Scheyer, Carlo Romano, Jim Jenks, Hugo Bucher. Early Triassic Marine Biotic Recovery: The Predators’ Perspective. PLOS ONE, March 19, 2014. DOI: 10.1371/journal.pone.0088987

20.03.2014, Universität Ulm
Vogelmalaria und menschliche Waldnutzung: Warum Buchfinken Buchenwälder meiden sollten
Tod, Unfruchtbarkeit und Kleinwuchs drohen Vögeln, die sich mit Parasiten anstecken. Es liegt also nahe, dass sie Infektionsquellen wie Stechmücken meiden und dies womöglich bei der Wahl ihres Lebensraums beachten. Wissenschaftler um Dr. Swen Renner und die damalige Diplomandin Bruntje Lüdtke vom Ulmer Institut für Experimentelle Ökologie haben erstmals den Zusammenhang des Waldtyps mit der Parasitierung durch Vogelmalaria und dem allgemeinen Gesundheitszustand von Mönchsgrasmücken und Buchfinken untersucht. Im Biodiversitätsexploratorium Schwäbische Alb konnten sie zeigen, dass durch Menschen geformte Landschaften einen indirekten Einfluss auf die Parasitierung der Vögel haben.
Viele Zugvögel sind mittlerweile aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und beginnen wie die Daheimgebliebenen mit dem Nestbau. Abholzungen und weitere Eingriffe durch den Menschen machen es den gefiederten Tieren jedoch zunehmend schwer, eine vorteilhafte Umgebung mit genügend Nahrung, Nistplätzen und einem ausreichenden Schutz vor Feinden zu erkennen. Da in der Natur alles mit allem zusammenhängt, hat sich die Forschergruppe um Renner entschlossen, die Dreiecksbeziehung von Waldtyp (Buchen-, Laubmischwald und Fichtenwald), Parasitierung und körperlicher Fitness anhand zweier heimischer Vogelarten zu untersuchen. Die Wahl fiel auf die Mönchsgrasmücke und den Buchfink.
Generell bevorzugen Mönchsgrasmücken Laub- gegenüber Nadelwäldern und verbringen den Winter oft im Mittelmeerraum. Deshalb stehen diese Zugvögel im Verdacht, vermehrt Parasiten als Reisesouvenir mitzubringen. Demgegenüber ziehen lediglich weibliche Buchfinken in den Süden. Was ihren Lebensraum angeht, ist die häufigste Vogelart Mitteleuropas wenig wählerisch. Im Winter ernähren sich die vor Ort gebliebenen Finken von den namensgebenden Bucheckern.
Im Zeitraum April bis Juli 2011 haben die Biologen aus Ulm, Freiburg, Tübingen, Bern und Mexiko mehr als 450 Vögel im Biodiversitätsexploratorium Schwäbische Alb gefangen. Ihre Netze stellten sie an 15 Stationen in Buchen-, Laubmischwäldern und Fichtenwäldern auf. 81 Buchfinken und 70 Mönchsgrasmücken haben sie schließlich gemessen, gewogen und ihnen Blut abgenommen. Im Labor wurde dann getestet, ob die Tiere Vogelmalaria hatten und verschiedene Blutwerte bestimmt, die mit der Immunantwort und Stress zusammenhängen. Insgesamt waren Buchfinken in Buchenwäldern am häufigsten infiziert und Mönchsgrasmücken in Fichtenwäldern (stärkster Befall ebenfalls in Buchenwäldern). Die ungebetenen Gäste, die oft Blutarmut auslösen, hatten allerdings keine großen Auswirkungen auf die körperliche Fitness der Tiere, wohl aber auf ihre Immunreaktion. Die Wissenschaftler liefern mögliche Erklärungen: „Vielleicht bieten von den jeweiligen Vögeln bevorzugte Waldtypen besonders gute Bedingungen, weshalb es zu einer größeren Interaktion der Spezies und mehr Infektionsmöglichkeiten kommt. In beliebten Lebensräumen müssen die Tiere vermehrt ihr Revier verteidigen, was Zeit und Energie kostet. Dieser Stress könnte das Immunsystem schwächen.“ Auf der anderen Seite müssten die Tiere auch in suboptimalen Revieren viel Energie investieren, um überhaupt Nahrung zu finden. Insgesamt ist der Effekt der Landnutzung also noch komplexer als gedacht und widerspricht teils den Erwartungen.
In einem nächsten Schritt sollte der Einfluss menschlicher Eingriffe auf die Krankheitsüberträger, also Insekten und ihre Brutstätten („stehendes Wasser“), untersucht werden. Schon jetzt zeigen die Forscher, dass einheimische Buchfinken und Mönchgrasmücken durchaus mit Vogelmalaria infiziert sind – aber für Menschen keine Gefahr darstellen – und dass menschliche Waldnutzung über Parasitierung Vogelgemeinschaften und ihre Diversität beeinflussen kann. Die Wissenschaftler bestätigen, dass die reiselustigeren Mönchsgrasmücken eher mit Parasiten befallen sind als Buchfinken.
Ihre Studie ist im Online-Journal PLOS ONE erschienen. Sie wurde im Rahmen des Biodiversitätsexploratiums Schwäbische Alb von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Bruntje Lüdtke, Isabelle Moser, Diego Santiago-Alarcon, Markus Fischer, Elisabeth KV. Kalko, H. Martin Schaefer, Marcela Suarez-Rubio, Marco Tschapka, Swen C. Renner. Associations of Forest Type, Parasitism and Body Condition of Two European Passerines, Fringilla coelebs and Sylvia atricapilla. Published: December 05, 2013. DOI: 10.1371/journal.pone.0081395

20.03.2014, Deutsche Wildtier Stiftung
Im Märzen der Bauer…
Wildpflanzen zur Biogasgewinnung erleichtern Jungwild das Überleben
„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt.“ Dieser März zeigt sich nicht nur den Bauern von seiner allerbesten Seite: Die Temperaturen sind fast sommerlich und an den immer länger werdenden Abenden riecht es bereits nach Frühling. Die ersten Zugvögel sind schon seit Wochen aus ihren Winterquartieren zurück, die Igel erwachen aus ihrem Winterschlaf und die ersten Junghasen sind geboren. Doch so schön der März auch ist: Für das Jungwild sind die kommenden Wochen die gefährlichsten des ganzen Jahres.
„Gerade jetzt im Frühling sind Jungtiere und Gelege in der kahlen Landschaft ein leichtes Opfer für Beutegreifer und Nesträuber“, sagt Joachim Wadsack vom Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur. „Vielen Bodenbrütern und jungen Feldhasen fehlt es an Deckung zum Schutz vor ihren Feinden“ erklärt Wadsack. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert daher einen vermehrten Anbau von heimischen Wildpflanzen zur Biogasgewinnung. Denn im Gegensatz zu Mais kann man Wildpflanzenmischungen mehrere Jahre nutzen und sie müssen nicht in jedem Frühjahr neu angesät werden. Nach der sommerlichen Ernte wachsen Wildpflanzen bis zum Winter etwa kniehoch. Der Aufwuchs bietet im darauffolgenden Frühjahr ausreichend Nahrung und Deckung und damit optimale Bedingungen für die Aufzucht von Jungtieren in der ansonsten kahlen Frühlingslandschaft.
„Er setz seine Felder und Wiesen instand. Er pflüget den Boden, er egget und sät, und rührt seine Hände frühmorgens und spät.“
Und die mehrjährigen Wildpflanzenmischungen haben noch einen weiteren Vorteil: Da im Märzen der Bauer seine Wildpflanzenmischungen höchstens einmal düngen muss, fallen ihm keine jungen Feldhasen mehr zum Opfer. Im Gegensatz dazu werden viele junge Hasen beim Pflügen, grubbern oder einsäen von Maisflächen von den landwirtschaftlichen Maschinen zerquetscht. Und nicht zuletzt bedeuten mehrjährige Wildpflanzenmischungen für den Bauern auch einen geringeren Zeit- und Betriebsmitteleinsatz.
Das Netzwerk Lebensraum Feldflur ist ein Zusammenschluss aus 24 Akteuren der Jagd, des Naturschutzes und der Energiewirtschaft. Das Netzwerk setzt sich dafür ein, Mischungen aus verschiedenen Wildpflanzenarten als Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen in der landwirtschaftlichen Praxis zu etablieren.

21.03.2014, NABU
Artenschutz in Deutschland mangelhaft. BUND und NABU legen vergleichende Länderanalyse vor. Größere Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt gefordert
Berlin (ots) – In keinem von dreizehn untersuchten Bundesländern werden Tiere, Pflanzen und Lebensräume so geschützt, dass der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland bis 2020 gestoppt und gefährdete Lebensräume wieder hergestellt werden können. In zehn von 13 Bundesländern wurde weniger als ein Drittel der Naturschutzziele erreicht. Nur in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und dem Saarland sehen die Naturschützer erste Fortschritte beim Schutz seltener Arten. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden Länderanalyse zum Schutz der biologischen Vielfalt, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) veröffentlicht hat.
Die Länder setzten beschlossene Schutzmaßnahmen nur unzureichend um und stellten für den Artenschutz zu wenig Geld bereit, kritisierten die beiden Verbände. Vor allem versagten sie beim Schutz von naturbelassenen Wäldern und bei der Einrichtung neuer, streng geschützter Wildnisgebiete.
Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Es ist ein Armutszeugnis, was die Länder beim Schutz der Artenvielfalt vorweisen können. Es fehlen jegliche Ambitionen, um die selbst gesteckten Ziele beim Erhalt wertvoller Arten und Lebensräume zu erreichen. Positive Ansätze in einzelnen Bundesländern können nicht über den kläglichen Gesamtzustand des Naturschutzes in Deutschland hinwegtäuschen.“
Die Flächenversiegelung durch Industrie- und Verkehrsbauten sowie die industrielle Landwirtschaft schreite weiter voran. Umgepflügt würden sogar bedrohte artenreiche Wiesen und Weiden in Schutzgebieten. Durch den Einsatz von Pestiziden und die damit verbundene Vernichtung von Insekten befänden sich Bienen und Amphibien weiter auf dem Rückzug.
Olaf Tschimpke, NABU-Präsident: „Wir rufen die Länder auf, eine gemeinsame Naturschutzinitiative mit dem Bund zu starten, die echte Fortschritte für die biologische Vielfalt ermöglicht. Der Schutz der Arten und Lebensräume muss ein Kernanliegen der Landesregierungen werden. Erforderlich ist dafür auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Und bei der Umsetzung der Agrarreform müssen die Länder ihren Widerstand gegen mehr Naturschutz aufgeben.“
Der Artenverlust könne bis 2020 nur gestoppt werden, wenn Schutzmaßnahmen tatsächlich konsequent vor Ort durchgeführt würden. Das bedeute auch, dass das europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 von den Ländern endlich ernst genommen werden müsse. Für alle dafür infrage kommenden Gebiete müssten entsprechende Managementpläne erstellt und umgesetzt werden. Mit Naturschutzdaten und Zahlen über die Finanzmittel müsse außerdem deutlich transparenter umgegangen werden.
Die Umweltverbände hatten die Bundesländer – ausgenommen die Stadtstaaten – dahingehend überprüft, in welchem Umfang diese ihre politisch gesetzten Naturschutzziele bisher erreicht hatten. Zu den Zielen zählen unter anderem, Wildnis auf zwei Prozent und Wälder mit dauerhaft natürlicher Entwicklung auf fünf Prozent der Fläche Deutschlands zuzulassen. Außerdem sollte die ökologische Landwirtschaft von zehn auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ausgeweitet werden.
Das BUND- und NABU-Hintergrundpapier „Biodiversitäts-Check der Bundesländer“ samt Länderdossiers finden Sie als pdf zum Download unter: www.bund.net/laenderampel und www.nabu.de/biodiv-ampel2014

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