Portrait: Bengalenuhu

Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Uhus (Bubo)
Art: Bengalenuhu (Bubo bengalensis)
Bengalenuhu (Greifvogelpark Grafenwiesen)

Bengalenuhu (Greifvogelpark Grafenwiesen)

Der Bengalenuhu erreicht eine Körperlänge von 50 bis 55 Zentimeter, eine Flügellänge von 38 bis 44 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 130 bis 150 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.150 bis 1.500 Gramm, zuweilen auch bis zu 1.900 Gramm. Das Gefieder ist sehr variabel gefärbt und weist eine hellbraune, braune oder auch eine rostbraune Grundfärbung auf. Insgesamt ist das Gefieder durch eine dunkler Bänderung gekennzeichnet. Zur Bauchseite hin wird das Gefieder etwas heller und weist ebenfalls eine dunkle Bänderung auf. Besonders hell ist der Kinn- und Kehlbereich gefärbt. Die Beine, die bis zu den Zehen befiedert sind, enden in stark gekrümmte lange Klauen, die schwarz gefärbt sind. Ihren sehr großen Kopf können Bengalenuhus bis zu 270 Grad drehen, was eine sehr gute Rundumsicht ermöglicht. Der Oberkopf ist durch lange Federohren gekennzeichnet, die bei Gefahr oder Erregung aufgestellt werden können. Die sehr großen Augen weisen runde dunkel gefärbte Pupillen und eine orangerote bis orangegelbe gefärbte Iris auf. Die für Eulen charakteristische Gesichtsscheibe ist deutlich heller gefärbt als das Obergefieder, wobei die Kanten dunkel gesäumt sein können. Der stark gekrümmte Schnabel ist dunkelgrau bis schwarzgrau oder schiefergrau gefärbt.

Das Verbreitungsgebiet des Bengalenuhu nimmt einen großen Teil des indischen Subkontinent vom Westhimalaya über Indien, Nepal, Kaschmir, Assam und Burma ein. Dabei bevorzugt er steinige Halbwüsten mit offener Vegetation. Bekannt ist er auch als Bewohner von ältere Mangoplantagen in der Nähe von menschlichen Behausungen.

Im Normalfall jagt der Bengalenuhu von einem Ansitz, manchmal fliegt er allerdings auch nahe dem Boden auf der Suche nach Beute. Dabei erbeutet er vor allem Ratten und Mäuse sowie Vögel bis zur Größe eines Pfauen. Weitere Beutetiere sind Reptilien, Frösche, Krebstiere und große Insekten.

Bengalenuhu (Schwarzwaldzoo Waldkirch)

Bengalenuhu (Schwarzwaldzoo Waldkirch)

Bengalenuhus erreichen die Geschlechtsreife durchschnittlich im Alter von zwei, spätestes nach drei Jahren. Die Paarungs- und Brutzeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten von Ende Januar bis in den April oder Mai hinein. Bengalenuhus leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch. Sie schließen sich während der Fortpflanzungsperiode paarweise zusammen und legen eine territoriale Lebensweise an den Tag. Das Nest entsteht in einer flachen Mulde an geschützter Stelle. Meist wird das Nest in Felsspalten, natürlichen Felsen oder in windgeschützten Klippen angelegt. Die Eiablage beginnt in der Regel ab dem frühen Februar. Das Weibchen legt zwischen 2 und 4 weißliche Eier, die eine Größe von 5,4 mal 4,4 Zentimeter aufweisen. Die Eier werden vom Weibchen alleine über einen Zeitraum von gut 35 Tagen gewärmt. Die Größe des Geleges hängt stark vom Nahrungsangebot ab. In Mangelzeiten kann es durchaus vorkommen, dass Bengalenuhus auf ein Gelege völlig verzichten. Die geschlüpften Küken sind ausgesprochen hilflos und werden in den ersten zwei Wochen von der Mutter gehudert. Das Männchen sorgt während dieser Zeit für den Nachschub an Nahrung. Zumeist stehen Mäuse auf der Speisekarte. Die Beutetiere werden anfangs in mundgerechte Happen zerteilt und verfüttert. Später verschlingen die Jungvögel auch ganze Mäuse. Die Jungvögel erreichen im Alter von etwa zwei Monaten die Flugfähigkeit. Sie bleiben jedoch noch weitere acht bis zehn Monate bei den Eltern und werden auch noch weiter mit Nahrung versorgt. Während dieser Zeit erlernen sie von den Eltern alle Fähigkeiten, die sie für ihr späteres Erwachsenenleben brauchen. Die Junguhus erreichen die Unabhängigkeit mit etwa 10 bis 12 Monaten. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt unter günstigen Umständen bei 20 Jahren. In Gefangenschaft ist eine Lebenserwartung von 50 bis 60 Jahren möglich.

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