Zoo Kopenhagen: Das Morden geht weiter …

Löwe (Tierpark Hellabrunn)

Löwe (Tierpark Hellabrunn)

Es ist noch gar nicht so lange her, da machte der Zoo in Kopenhagen mehr oder weniger negative Schlagzeilen, indem er einen jungen Giraffenbullen aus Artenschutzgründen tötete.
Nachzulesen ist das auch an verschiedenen Stellen im Beutelwolf-Blog:
Inzestgiraffe getötet und an Löwen verfüttert
Zooticker (15. Februar)
Giraffentötung Zoo Kopenhagen: Legale und offizielle Euthanasie auch ein deutscher Zoowunsch
Zooticker (15. März)

Auch über die Bedeutung von Artenschutz wurde bereits im Beutelwolf-Blog geschrieben (und wird es auch weiterhin), u. a. hier.

Und jetzt gerät der Zoo erneut in die negativen Schlagzeilen.
Am Montag (24.März) wurden vier Löwen getötet, um Platz für eine neue Generation zu machen. Die Zuchtlöwen waren zu alt (14, bzw. 16 Jahre, die beiden Jungtiere (10 Monate) hatten ohne Eltern keine Überlebenschance und wurden ebenfalls getötet. Und wie bei Giraffe Marius wollte niemand die Tiere haben und erneut ist es der Artenschutz, der als Tötungsgrund vorgeschoben wurde.
Allerdings fand die Tötung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was sie aber nicht besser macht.

Auch wenn es jetzt grausam klingt, aber: Aus Artenschutzgründen ist die Tötung meiner Meinung nach durchaus zu rechtfertigen. Meinem Wissen nach handelt es sich bei den Zoolöwen in Kopenhagen um keine reinen Unterarttiere sondern normale Mixlöwen (eine Mischung unterschiedlicher Unterarten, wie sie in vielen anderen Zoos auch gehalten und gezüchtet werden). Wenn (beispielsweise) Angola- oder Berberlöwen nachkämen, könnte ich mit der Tötung leben. Aber das wird so wie es aussieht nicht passieren, da die geschlechtsreifen Weibchen aus Kopenhagen einen Partner bekommen sollen.
So…doch kein Artenschutz. Ob die wahren Gründe ans Tageslicht kommen ist fraglich.
In anderen Zoos dürfen alte Tiere ihren Lebensabend verbringen (spontan fallen mir die Bären in Halle, Nürnberg und München ein) und man wartet auf das Ableben, bis man die besetzten Gehege anderweitig verwendet).
Vermutlich wäre es leichter gewesen, die geschlechtsreifen Töchter zu vermitteln, oder den Vater zu kastrieren.

Ich bin gespannt, ob es Konsequenzen für den Zoo gibt oder ob man alles unter den Tisch kehren wird. Der Tod der Tiere ist in meinen Augen sinnlos. Zoomixlöwen braucht kein Zoo, das hat mit Artenschutz nichts zu tun, und es ist wenig sinnvoll eine alte Generation von Zoomixlöwen durch eine neue zu ersetzen. Deren Nachwuchs müsste ja auch getötet werden, weil man auch dafür keinen Platz finden dürfte.

In dieser Sache ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.

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2 Antworten auf Zoo Kopenhagen: Das Morden geht weiter …

  1. Sabine sagt:

    Ich bin entsetzt! Bisher glaubte ich, es gibt ein Zuchtmanagement in europäischen Zoos.
    Aber dass dieses „Management“ angesichts der sicherlich absehbaren Tötung der Alttiere noch nicht mal den Nachwuchs verhindert hat, führt diesen Glauben ad absurdum.

    • tylacosmilus sagt:

      Der Sinn hinter dieser Aktion ist wirklich mehr als fragwürdig. Dadurch verliert der Kopenhagener Zoo an Glaubwürdigkeit und gibt den Tierrechtsorganisationen noch mehr Stoff für ein Ende aller Zoos einzutreten.

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