2. Zooreise 2014 – Tag 1: Von Gradierwerken und Dschungelparadiesen

Nachdem wir 2013 Zoourlaub im Schnee gemacht hatten (siehe hier), hatten wir den Vorsatz gefasst Ostern doch lieber zu Hause zu bleiben. Aber nachdem Ostern in diesem Jahr etwas später war, wurde dieser Vorsatz über Bord geworfen und eine Reise geplant.
Inzwischen wurde diese Reise wieder umgeworfen (wie an anderen Stellen bereits zu lesen war, z. B. hier).
Die Goethestadt Bad Lauchstädt war unser Ziel, allerdings nur zum Schlafen (und zum Essen), denn von dort sollten unsere Tagesausflüge stattfinden.
Für die Hinfahrt waren Besuche im Wildpark Mehlmeisel, im idea Dschungelparadies und im Tierpark Bad Kösen geplant.

Der Wildpark Mehlmeisel existiert seit dem 12. April und ging aus einem Wildgehege (Rothirsche und Wildschweine) hervor. Er liegt irgendwo am AdW oder jwd und wir konnten tatsächlich Schnee sehen. Nicht viel, aber immerhin. Allerdings gibt es noch nicht viel zu sehen, mehr als Rothirsche und Wildschweine zwar, aber viele der Gehege sind noch nicht einmal fertig. Der Besuch hat sich nicht gelohnt, aber vielleicht sieht das im nächsten Jahr ganz anders aus, dann wenn die Baustellen keine Baustellen mehr sind.
Die zweite Enttäuschung der Reise folgte im Anschluss: Das idea Dschungelparadies in Neuenmarkt. Früher eine Schmetterlingshalle, jetzt mit allerlei Tieren freilebend in einer Halle: Diverse Reptilien (Schildkröten, Tejus), Weißbüschelaffen und diverse Hühnervögel (Zwergwachteln, Goldfasan). Nun ja, unter einer Dschungelhalle hätte ich etwas spektakuläreres erwartet und Zwergwachteln und Kanarienvögel gehören nicht unbedingt zu den Tieren die ich in Dschungelhallen erwarten würde.
Die ersten beiden Besuche konnte man als Reinfall verbuchen, ich hoffte auf Besseres und wurde wenigstens nicht enttäuscht.
Bevor wir dem Tierpark in Bad Kösen einen Besuch abstatteten machten wir einen kurzen Abstecher zum McD und nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause fuhren wir nach Eisenberg, welches in der Nähe lag und auch einen kleinen Tierpark beherbergte.
Damit endeten wenigstens die Enttäuschungen, der Tierpark in Eisenberg erwies sich als Kleinod. Zwei Euro Eintritt und 25 Cent für die Fotografiererlaubnis, das ist nicht die Welt und im Vergleich zu den vorangegangenen Besuchen war das Preis-Leistungsverhältnis mehr als gerecht. Die erste Überraschung war die Sichtung von Ägyptischen Langohrigeln, die wir bisher noch nie gesehen hatten und hier gleich drei sehr aktive.
Nach dieser angenehmen Überraschung(der Zoo) und den amüsanten Igeln ging es weiter nach Bad Kösen. Ich habe Bilder vom Zoo gesehen und hatte bestimmte Vorstellungen davon, aber die Bilder waren schon einige Jahre alt, der Zoo litt immens unter der Flut 2013 und so war doch alles anders als erwartet. Ich war angenehm überrascht und nebenbei haben wir auch noch unser Allgemeinwissen erweitert:
Vom Tierpark aus kann man eine Mauer sehen, und eine anwesende sehr nette Tierpflegerin konnte uns Auskunft darüber geben, was das war. Von wegen Mauer, es handelte sich um ein Gradierwerk. Wir hatten noch nie davon gehört, wurden aufgeklärt und inzwischen habe ich mein Wissen, dank Wikipedia erweitert:
Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist. Das Verb „gradieren“ bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“. Im Falle eines Gradierwerks wird der Salzgehalt im Wasser erhöht, indem Sole durch das Reisig hindurchgeleitet wird, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet. Außerdem lagern sich Verunreinigungen der Sole an den Dornen ab; dadurch wird die Qualität des erzeugten Salzes erhöht.
Gradierwerke werden in Deutschland heute oft zu Kurzwecken betrieben und sind deshalb besonders häufig in Kurorten vorzufinden. Durch die herabrieselnde Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerks mit Soletröpfchen und Salzaerosol angereichert, die Wassertröpfchen binden Partikel in der Luft. Dies wirkt sich ähnlich wie bei Seeluft beispielsweise bei Pollenallergikern und Asthmatikern und anderen positiv aus. Durch das Einatmen salzhaltiger Luft werden die Atemwege befeuchtet und die Wandungen der Atemorgane positiv beeinflusst. Des Weiteren besitzen die feinen Salzkristalle eine sekretlösende Wirkung, reinigen die Atemwege intensiv von Bakterien und lassen die Schleimhäute abschwellen. Viele Ärzte und Heilpraktiker empfehlen aus diesen Gründen einen längeren Aufenthalt an der See oder in Kurorten, welche sich den Effekt der Gradierwerke zu Nutzen gemacht haben.

Das Gradierwek in Bad Kösen hat eine Länge von 325 Metern, das längste in Deutschland befindet sich in Bad Dürrenberg mit 636 Metern.
Danach setzten wir unseren Weg zu unserem Hotel, dem Hotel Lindenhof in Bad Lauchstädt.
Im Groupon-Angebot gab es ein Überraschungsmenü am Anreisetag.
Ich mag zwar kein Schweinefleisch (außer es handelt sich um Wildschwein), aber langsam scheine ich den Geschmack zumindest tolerieren zu können. Das Hauptgericht bestand aus Schweinemedaillons und war ziemlich lecker. Und nachdem uns das Essen zugesagt hatte und auch das, was es sonst so auf der Speisekarte gab, beschlossen wir auch die restlichen Abende dort zu essen. Was wir dann auch taten.
Von Bad Lauchstädt selber haben wir nicht viel gesehen, höchstens ein verhülltes Goethe-Theater. (1802 wohnte Goethe über vier Wochen in Lauchstädt und besorgte die Einweihung des Theaters mit dem Vorspiel „Was wir bringen“ und der Aufführung von Mozarts Oper Titus. Mehrfach kam er in den folgenden Jahren wieder, und besonders seine Frau Christiane war eine gern gesehene Besucherin. So schnell kommt man an den Zusatz Goethestadt…)

Wildpark Mehlmeisel
idea Dschungelparadies
Tierpark Eisenberg
Tierpark Bad Kösen

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