Sperlingsvögel in der Elbmarsch

Dieser Gastbeitrag stammt von meiner vermutlich intensivsten Leserin. Andere Leser sind bestimmt schon auf sie gestoßen, schließlich sind Kommentare dünn gesät, aber wenn es einen gibt, dann von Sabine. Ich hoffe das klingt nicht negativ, es sollte eher das Gegenteil sein, ich freue mich über Kommentare und würde mir natürlich mehr wünschen. Aber der nachfolgende Beitrag ist nicht von mir, deswegen schweige ich und überlasse Sabine in Wort und Bild das Terrain.

Guten Tag und hallo zusammen,
ich bin Sabine und möchte mich vorstellen.
Manchmal habe ich mich schon gefragt: ist der Beutelwolf wirklich ausgestorben? Ich mag es noch nicht recht glauben! Daher wurde ich neugierig, als ich vor einiger Zeit auf den „Beutelwolf“-Blog stieß.
Ich bereitete mich gerade auf eine Prüfung vor – ich bin Heilpraktikerin – und konnte deshalb manchmal nachts nicht schlafen. Dann surfe ich gerne. – Berichte über Tiere und Natur sind mein Hobby.
Als ich dann ein bisschen auf den Seiten herumstöberte, war ich von der Themenvielfalt des Blog wirklich sehr beeindruckt.
Positiv finde ich auch die gut verständliche Darstellung der oft recht komplexen Themen bei „Tylacosmilus“. Und die wissenschaftlichen Beiträge sind überaus informativ!
Ich bin gespannt, wie´s in Zukunft weitergeht.
Apropos Zukunft: Bioethiker von der Stanford Law School halten die Wiedererweckung von ausgestorbenen Arten für wahrscheinlich. Na, ich drücke dem Beutelwolf die Daumen!

Sperlingsvögel in der Elbmarsch
Wie steht es um die Sperlingsvögel bei uns im Norden? Dazu wollte ich die Fachleute in der Carl-Zeiss Vogelstation in Wedel befragen. Sie liegt nicht weit von meinem Wohnort Hamburg-Altona in einem etwa 17,5 Hektar großen Schutzgebiet. Rundherum sind Apfelplantagen und Weiden mit Kühen und Schafen, wobei die Schafe zurzeit gerade Lämmer bekommen haben.
Auf dem Schutzgebiet ist ein 11 Hektar großer See, der ursprünglich durch die Entnahme von Marschboden für den Deich entstanden ist. Dieser See ist sehr wichtig für die Ernährung der Vögel, die nach der Eindeichung der Wedeler Marsch in den 1970er Jahren durch das Verschwinden der Feuchtwiesen unter Futtermangel litten.
Nachdem ich das Carl-Zeiss Gelände betreten hatte, ging ich zusammen mit anderen Besuchern zwischen zwei Erdwällen hindurch zur Vogelstation – unbemerkt von den Vögeln. Es ist ein flaches Gebäude aus dicken Holzbohlen, das aussieht, als wolle es sich vor dem Wind ducken, der hier oft heftig von der Elbe her weht.
Im Gebäude konnte ich durch große Fensteröffnungen nach draußen blicken. An den Innenwänden stehen Schaukästen mit Ferngläsern und Regale mit Info-Material über heimische Vogelarten und über den NABU, der diese Station betreibt. Außer diesem Gebäude gibt es für die Besucher noch zwei weitere Beobachtungsstände. Sie befinden sich direkt am Ufer des Sees, so dass man an die Vögel ganz nahe herankommt.
Ich war zusammen mit ungefähr zwanzig anderen Besuchern in dem Gebäude und beobachtete durch ein Fernglas Kanadagänse und zwei Störche, die ganz in der Nähe nach Futter suchten. Außerdem konnte ich Brandgänse und Nonnengänse, sowie ein paar Kiebitze, Uferschnepfen, Bekassinen und Rotschenkel sehen.
Aber ich will ja Sperlingsvögel beobachten. Die halten sich hier etwas im Hintergrund, teilt mir einer der Vogelwarte mit. Er zeigt mir eine Gruppe von Seeschwalben, dann Rohrammern und Schilfrohrsänger am gegenüberliegenden Ufer. Außerdem eine Gruppe Bachstelzen ein bisschen weiter links. Und er erklärt, dass die Feldlerchen eine ganz typische Vogelart für die Gegend sind, sowie Wiesenpieper und Wiesenschafstelze. Die letztere ist gern in der Nähe vom Vieh, weil von Kühen und Schafen z.B. immer besonders viele leckere Insekten aufgescheucht werden.
„Auch Haussperlinge, Schwalben und Buntspechte gibt es hier“, sagt der NABU-Mann. Die würden sich aber mehr landeinwärts in der Nähe der Bauernhöfe aufhalten. „Wegen der Landwirtschaft gibt es in der Wedeler Marsch besonders viele unterschiedliche Vögel“, lerne ich. Denn Sperling, Hausrotschwanz und einige Schwalbenarten sind Gebäudebrüter und brauchen die Bauernhöfe.
Über das Jahr haben Vogelbeobachter rund um die Station 160 Vogelarten gezählt. Davon gehören fast 90 zu den Sperlingsvögeln. Allerdings sind einige hier nur auf dem Durchzug oder nur ganz selten zu sehen, wie z.B. der Pirol.
Dann hörten wir plötzlich ein prasselndes Geräusch. Vom benachbarten See flog ein riesiger Schwarm von Weißwangengänsen auf. Alle schauten dem Schauspiel am Himmel gebannt zu.
Es gibt also eine recht vielfältige Vogelwelt in der Umgebung von Hamburg. Aber die Situation kann sich schnell ändern.
Für einige Sperlingsvögel sind anscheinend die Bauernhöfe in der Gegend sehr wichtig. Ich hoffe, dass diese Art der Landwirtschaft mit Weidehaltung und ohne riesige Monokulturen sich weiterhin lohnt für die Bauern.
Bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte, stoppte ich noch auf ein Eis im benachbarten Bauernhof-Café „Fährmannssand“.
Und tatsächlich kamen doch noch ein paar Haussperlinge an meinen Tisch geflogen! Erst suchten sie auf dem Boden nach Krümeln, dann flogen zwei auf meinen Tisch und pickten – wie süß! – an der Eiswaffel auf meinem Teller. Danach hüpfte einer herum, als suchte er was – nein, mehr hab ich nicht für euch. – und klatsch! plötzlich läuft ein weißliches, schleimig-glibberiges Etwas an meiner Schoko-Eiskugel herunter!
Hee –

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2 Antworten auf Sperlingsvögel in der Elbmarsch

  1. tylacosmilus sagt:

    Interessanter Bericht. Diese Art von Erlebnisberichten könnten durchaus eine Bereicherung für den Blog darstellen.

    Was die Rückkehr des Beutelwolfs anbelangt bezweifle ich, ob das eine gute Idee ist. Ständig sterben Tiere aus (bzw. werden ausgerottet) und solange das nicht verhindert wird (nachdem meist der Mensch Schuld daran trägt) macht es wenig Sinn, bereits ausgestorbene/ausgerottete Tiere mittels Gentechnik wieder zurückzuholen.
    Aber ob der Beutelwolf wirklich ausgerottet wurde ist auch noch nicht 100% sicher (jedenfalls gehen da die Meinungen auseinander)

    Danke für diesen Bericht

  2. Sabine sagt:

    Sweet thanx.

    Gleich werd´ ich rot.

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