Zooticker

Im Zoo der Minis in Aue sind drei Karakale auf die Welt gekommen (gesehen habe ich sie auch schon).
Im Raritätenzoo Ebbs kamen neben einigen Schafen und Hängebauchschweinen auch einen jungen Katta (geboren am 30. März) und ein junges Bennettkänguru zur Welt.
Zwei der drei Braunbärenjungen aus dem Freigelände des Bayrischen Waldes sind seit dem 19. April nicht mehr gesehen worden. Die Vermutung liegt nahe, dass sie gestorben sind.
Im Vogelpark Abensberg gibt es keine Greifvögelvorführungen mehr (Gründe sind mir nicht bekannt). Diese werden durch „Tierfütterungen mit Tierpflegerin Ina“ ersetzt.
Der nächste Tag der offenen Tür in der Raubtierauffangstation in Ansbach ist am Sonntag, 04. Mai 2014 zwischen 13.00 und 17.00 Uhr.
Neu im Wildpark Poing sind Waldrappen.

17.04.2014, Haus des Meeres, Wien
Neu: Dreifarbwarane im HdM
Auch heute noch, in einer Zeit, in der im Allgemeinen angenommen wird, der Mensch hätte alle Geheimnisse unserer Welt gelüftet, hält die Natur noch unzählige Überraschungen für uns bereit. Und so werden weiterhin beinahe täglich neue Arten entdeckt. Zugegeben, die meisten sind winzig, oft mikroskopisch klein, wie Käfer und andere Insekten. Sehr selten stößt die Wissenschaft noch auf größere, ihr völlig unbekannte Lebewesen, die es meist durch ihre extrem versteckte Lebensweise in menschenleeren und unzugänglichen Teilen der Welt geschafft haben, sich so lange dem menschlichen Entdeckergeist zu entziehen. Unsere Dreifarbwarane, lateinisch Varanus yuwonoi, sind ein Beispiel dafür. Obwohl diese recht bunte Echse mit 1,80m Länge zu den großen Reptilien gehört, wurde sie im Jahre 1998 erstmals wissenschaftlich beschrieben.
Der Dreifarbwaran lebt ausschließlich in einem kleinen Areal auf der indonesischen Molukkeninsel Halmahera, wo er die steilen Berghänge des Regenwaldes bewohnt. Seine Lebensweise in der Wildnis ist noch völlig unerforscht, vermutlich hält er sich gerne in den Bäumen auf und ernährt sich von Vögeln, kleinen Säugern und anderen Tieren passender Größe. Er ist ein perfekter Kletterkünstler, sein langer Schwanz dient dabei als Balancehilfe. Bei der Jagd oder Flucht zeigt dieser intelligente Waran eine enorme Geschwindigkeit und Sprungkraft. Dies macht ihn zu einem hochentwickelten Raubtier, dem kaum ein Beutetier oder Fressfeind gewachsen ist.
Unser Pärchen stammt aus einer Zuchtfarm in Indonesien und ermöglicht uns in Zukunft hoffentlich, ein paar der zahlreichen Rätsel, die uns diese Tierart aufgibt, zu lösen. Besonders die Fortpflanzung solch seltener und bedrohter Arten liegt hier natürlich im Fokus. Aber auch der pädagogische Aspekt für unsere Besucher, dass täglich unzählige unbekannte Tier- und Pflanzenarten noch vor ihrer Entdeckung ausgerottet werden, darf nicht unterschätzt werden.

22.04.2014, Wildpark Tambach
In der Woche vor Ostern sind 4 Hirsche im WildPark Tambach verendet. Gestorben sind der weiße Hirsch Gandolf, zwei Rothirsche und ein Sikahirsch.. Es bestand der Verdacht, dass die Tiere vorsätzlich vergiftet worden sind, da Fremdfutter an der Futterstelle im Wintergatter gefunden worden ist. Die Untersuchungen durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, die nähere Erkenntnisse über die tatsächliche Todesursache liefern, laufen derzeit noch. Eine Vergiftung wird ausgeschlossen, die vermutete Todesursache ist das Füttern mit ungeeignetem Futter durch Besucher.
(siehe auch hier)

23.04.2014, Zoo Augsburg
Ein Hornrabe ist im Brutapparat geschlüpft, und das zweite Ei sieht auch noch vielversprechend aus. Erstmals schlüpften zwei Silberschnabeltangaren von denen auch ein Jungtier ausflog. Leider verstarb es nach wenigen Tagen, weil es von den Eltern nicht ausreichend versorgt wurde. Die berechtigte Hoffnung besteht, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Auch zwei Blutschnabelweber sind aufgezogen worden und haben das Nest bereits verlassen. Bei den Trauerschwänen schwimmen vier Küken mit den Eltern auf dem Weiher.
Bei den Degus ist anscheinend die Talsohle erreicht und die Anzahl der Jungtiere wird langsam unübersichtlich. Ein Wasserbüffelstier wurde geboren, und ebenfalls ein kleiner Kapuziner, der allerdings nach wenigen Tagen verstarb. Die Mutter des Jungtieres ist 36 Jahre alt, so dass zu vermuten ist, dass sie möglicherweise nicht mehr genügend Milch hatte.
Das vor kurzem eingetroffene Blessbockmännchen Temba befindet sich noch im Stall, da er langsam an Gras gewöhnt werden muss, denn das kennt er vom Zoo Heidelberg her nicht. Vier Zwerggürtelschweife kamen aus dem Zoo Frankfurt.
Vier Witwenpfeifgänse kamen außerdem aus dem Zoo Zlin Lesna (CZ).
Aus Frankfurt kam das Sumatratigerweibchen Berani. Beranis neuer Gefährte Dhjala wird voraussichtlich am Sonntag in Augsburg eintreffen. Der ebenfalls einjährige Kater wird aus dem Zoo Champrépus in der französischen Normandie importiert.
Vier Straußwachteln gingen in den Zoo Duisburg. Der Vogelpark Olching bekam einen Edelpapagei und eine Amazonasente. Bei den Erdmännchen kam es erwartungsmäßig zu einigen Unruhen nach dem Zugang der vier Damen aus Erfurt. Insgesamt wurden ein Männchen und drei der Mädchen aus der Gruppe vertrieben. Für sie sind allerdings schon neue Halter gefunden: Die drei Erdmännchenweibchen wurden bereits an den Zoo Schmiding abgegeben, während das Männchen am kommenden Dienstag in den Zoo Frankfurt abreist.
Nashornbulle Kifarou ist bereits in den Zoo Duisburg abgereist und hat sich dort offenbar schon gut eingelebt. Außerdem wurden 10 Kamerunschafe und fünf Zwergziegen abgegeben.
Bei den Gleitbeutlern kam es in den letzten Wochen zu einigen Todesfällen unter den Männchen. Und es starb das Weibchen der Rüsselspringer.

Inka-Grünhäher (Zoo Augsburg)

Inka-Grünhäher (Zoo Augsburg)

In der Tropenhalle verstarb der Grünhäher aus Altersgründen. Vielen Besuchern ist er sicherlich aufgefallen, da er immer auf einem Ast im vorderen Bereich des Käfigs gesessen hat. Ein Nandu ist ebenfalls verstorben.
In der Vogelvoliere ist der Bodenbelag im Haus fertig gestellt. Nach Ostern beginnt der Bau der Außenvolieren hinter dem Haus, und außerdem werden die Wände im Innenraum gefliest.
Am neuen Eselstall sind die Plattformen vor den Gehegen gepflastert worden und mit der Ausgestaltung des Außengeheges wurde begonnen.
Dauerbesucher haben sich vielleicht außerdem gefragt was denn auf dem Afrika-Panorama mit den Erdbewegungen passiert. Vor der Ankunft des neuen Bullen soll der Boden auf Vordermann gebracht werden. Die Oberfläche ist durch die fünf Nashörner inzwischen so verdichtet, dass kaum mehr Gras wächst, und der Boden immer mehr verschlammt. Durch die Firma Wiesmüller wurde die obere Schichte abgetragen und mit einer wasserdurchlässigen Oberfläche versehen. Im Laufe der nächsten Woche sind die Bauarbeiten abgeschlossen und der neue Bulle kann kommen.
(siehe auch hier)

25.04.2014, Haus des Meeres, Wien
Nach Ostern: Eier mal ganz anders – bei den Wabenkröten
Im Haus des Meeres zählen die Wabenkröten oder „Pipas“ zu den wohl eigenartigsten Bewohnern, die man bestaunen kann – sofern man sich die Mühe macht, sie in den Wasserbereichen der Chamäleon-Terrarien im 8.Stock ausfindig zu machen.
Die Nachzucht dieser hochinteressanten Amphibien in menschlicher Obhut stellt weltweit immer noch eine Seltenheit dar, besonders jene der Großen Wabenkröte ist bis heute noch kaum jemandem geglückt. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass sich beide Arten bei uns schon seit 10 Jahren wohl fühlen und gerade Eier gelegt haben. Um den werdenden Müttern genug Ruhe zu gönnen, befinden sie sich in der Amphibienzuchtstation unseres Hauses, ihre Artgenossen jedoch können von unseren Besuchern weiterhin im 8. Stock „entdeckt“ werden.
Pipas sind durch ihre eigenartige Gestalt bestens getarnt und auf den ersten Blick kaum als Kröte auszumachen – obwohl sie gut handgroß sind und meist direkt vor der Nase unserer Besucher sitzen. Werden sie dann entdeckt, ist das Erstaunen groß und wird meist mit Kommentaren wie „die sehen ja aus, als wär ein Auto drüber gefahren!“ begleitet. Nicht zu Unrecht, denn die ausschließlich im Wasser lebenden Wabenkröten sind extrem flach, um zwischen toten Blättern am Grunde eines Gewässers mit ihrer Umwelt zu verschmelzen. Derart unsichtbar lauert der gefräßige Räuber dann auf Beute, welche bei der Kleinen Wabenkröte (Pipa parva) aus Würmern, kleinen Krebsen und Insekten besteht. Für die Große Wabenkröte (Pipa pipa) dürfen es aber schon kleinere Fische sein, die blitzschnell und im Ganzen eingesaugt werden. Um ihre Beute auszumachen, sind die winzigen Augen der Wabenkröten fast nutzlos. Absolut unfehlbar allerdings ist dafür der Tastsinn. Dafür besitzen Wabenkröten sternförmige Ausbildungen um die Fingerspitzen, welche feinste Bewegungen im Wasser wahrnehmen. Sie können somit auch in trübem Wasser oder bei völliger Finsternis ihre Beute zielgenau orten.
So ungewöhnlich die Gestalt und Lebensweise der Wabenkröten auch sein mögen, die Fortpflanzung dieses Froschlurches ist noch bemerkenswerter. Wie die meisten Frösche und Kröten umklammert das Männchen ein fortpflanzungsbereites Weibchen. Wabenkröten haben ab diesem Punkt des Ablaichens jedoch eine besondere und akrobatische Technik entwickelt. Das Paar vollführt einen Looping mit eingebauter Schraube um die Längsachse, an dessen höchstem Punkt einige Eier abgegeben, befruchtet und zwischen den Tieren aufgefangen werden. Die Eier bleiben auf dem Rücken des Weibchens kleben. Nach vielen weiteren Loopings bedecken dann bis zu 200 weiße Eier den Rücken des Weibchens und die Paarung wird beendet. Innerhalb weniger Stunden schwillt nun die Rückenhaut um ein Vielfaches an und bettet die Eier sicher ein, welche während der nächsten Tage vollständig in die Haut einsinken. In der Sicherheit dieser Brutwaben, die den Tieren auch ihren deutschen Namen geben, durchläuft der Nachwuchs nun die amphibientypischen Entwicklungsstadien. Die Kleine Wabenkröte entlässt gut entwickelte Kaulquappen ins Wasser, bei der Großen Wabenkröte geht die Brutfürsorge sogar so weit, dass die Entwicklung vollständig bis zur fertigen Jungkröte abläuft. Zur Geburt öffnen die kleinen Kröten den Wabendeckel und schwimmen an die Wasseroberfläche, um den ersten Atemzug zu nehmen. Ab diesem Zeitpunkt endet die mütterliche Fürsorge und sie sind auf sich gestellt. Wir hoffen, dass dies auch bei unseren Pipas bald der Fall sein wird.

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