Gojira

Mal was ganz anderes …


Morgen ist deutschlandweit der Kinostart des zweiten Godzilla-Films. Der letzte aus dem Jahre 1998 dürfte dem einen oder anderen noch gut im Gedächtnis sein. Natürlich war die Emmerich-Verfilmung nicht der erste Godzilla-Film, aber der erste amerikanische und jetzt bekommen wir den zweiten ameikanischen Godzillafilm zu sehen, diesmal nicht von Roland Emmerich, sondern von Gareth Edwards, der 2010 seinen ersten Spielfilm MONSTERS herausbrachte.
Ich weiß nicht, ob ich mir den neuen Godzilla anschauen werde ist fraglich (im TV vermutlich schon, aber ob ich ins Kino gehe bezweifle ich), ich bin ein großer Fan der japanischen Filme, mit Emmerichs Godzilla kann ich nichts anfangen (höchstens wenn er in FINAL WARS, meiner Meinung nach der beste japanische Godzilla-Film, vermöbelt wird).

Ich will hier keine Filmkritik schreiben (weder über die amerikanischen, noch über die japanischen), sondern nur das Monster vorstellen, welches schon seit Jahrzehnten nicht nur die Japaner begeistert. Und irgendwie passt es ja auch zum Thema dieses Blogs auch wenn der BEUTELWOLF-BLOG nicht zum MONSTER-BLOG mutieren wird. Aber ich denke nicht, dass ein Ausflug in die Kinowelt schaden dürfte (vor allem, nachdem ich vor Jahren bereits ein Spiel vorgestellt habe).

Godzilla (jap. ゴジラ, Gojira) (ausgesprochen englisch [ɡɒdˈzɪlə], japanisch [ɡoꜜdʑiɽa]) ist das bekannteste japanisches Filmmonster. Inspiriert durch seinen Erfolg folgten zahlreiche andere Monster, die meist nicht an den Erfolg des Riesendinos heranreichten. Andere Monster aus dem Godzilla-Universum erfreuen sich dagegen großer Beliebtheit, etwa der mehrköpfige King Gidorah oder die Motte Mothra.

Die Grundidee zum Film stammt vom Produzenten Tomoyuki Tanaka. Als Inspiration gilt hierbei der Vorfall des japanischen Fischerbootes Glücklicher Drache V (jap. 第五福竜丸, Dai-go Fukuryū-maru). Dieses Boot geriet am 1. März 1954 in den Einflussbereich von Castle Bravo, einem amerikanischen Nuklearwaffentest, bei dem die US Army am Tag zuvor ihre stärkste nukleare Waffe auf dem Bikini-Atoll zündete. Durch die unerwartete Stärke der Bombe und die ungünstigen Witterungsbedingungen wurden Boot und Mannschaft schwer verstrahlt. Der Funker Aikichi Kuboyama verstarb am 23. September 1954 daran. Die anderen Besatzungsmitglieder überlebten zunächst. Sechs von ihnen erkrankten später an Leberkrebs. Der Vorfall sorgte für enorme Empörung in der japanischen Bevölkerung.

Der erste Godzilla-Film von 1954 (Gojira) ist in der japanischen Originalversion ein nicht nur tricktechnisch beeindruckendes, sondern auch hinsichtlich der Handlung und Dramatik durchdachtes Werk, das sich als eine Allegorie auf das japanische Trauma der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki oder aber als direkte Reaktion auf das Atomunglück von Dai-go Fukuryū-maru deuten lässt. Es existiert neben der japanischen Originalversion von Regisseur Ishirō Honda eine umgeschnittene internationale Fassung, für die Terry O. Morse einige zusätzliche Szenen mit Raymond Burr als Reporter drehte. Honda ließ sich bei diesem ersten Film von dem erfolgreichen amerikanischen Monsterfilm Panik in New York (The Beast From 20000 Fathoms, 1953), mit Trickaufnahmen von Ray Harryhausen, inspirieren.

 

In Deutschland kamen die Godzilla-Filme in den 1970er Jahren mit teilweise sinnentstellender Synchronisation ins Kino, die die marktschreierischen Verleihtitel in die Handlung zu integrieren suchten. Dabei wurden oftmals Frankenstein und King Kong in die Verleihtitel integriert, obwohl die entsprechenden Monster in der Regel nicht in den Filmen mitspielten. Während King Kong schlicht das zu dieser Zeit wohl bekannteste Synonym für amoklaufende Riesenmonster war – jedenfalls bekannter als Godzilla -, bezieht sich Frankenstein nur indirekt auf Mary Shelleys Romanfigur. Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht, in dem ein 50 Meter hohes, atomar verstrahltes Frankenstein-Monster gegen ein weiteres Urzeitungeheuer kämpfen durfte, war im Sommer 1967 so erfolgreich an den deutschen Kinokassen, dass nahezu alle folgenden Filme, die die japanischen Riesenmonster zum Thema hatten, entsprechend eingedeutscht wurden, um an diesen Erfolg anzuknüpfen; sogar unter Verwendung des gleichen „Frankenstein“-Schriftzugs.

Tricktechnisch wurde in den Godzilla-Filmen mit Suitmation gearbeitet, was bedeutet, dass ein Schauspieler die Rolle des Monsters in einem oft zentnerschweren Gummikostüm spielt. Die für die Filme charakteristischen Zerstörungsszenen von Städten wurden in detailliert ausgestatteten Modellen gedreht. Da mit der Suitmation eine eigene Ästhetik erreicht wird, die allerdings von westlichen, an amerikanische Tricktechnik gewohnte Zuschauer oft als „billig“ verstanden wird, findet diese auch in den neueren japanischen Godzilla-Produktionen der 1990er Jahre immer noch Anwendung, zusätzlich ergänzt durch zahlreiche Computereffekte.

1998 kam ein amerikanischer Godzilla-Film des deutschen Regisseurs Roland Emmerich mit Visual Effects von Volker Engel ins Kino, der eine völlig neue und andere Version der Riesenechse brachte. Die Handlung wurde von Tokio nach New York City verlegt. Der Film war zwar ein kommerzieller Erfolg, wird aber von Fans des japanischen Godzillas nicht als Teil der Reihe akzeptiert. So ist unter Fans für das Emmerich-Monster die Kurzform GINO gebräuchlich: “Godzilla In Name Only” (Godzilla nur dem Namen nach). Der amerikanische Godzilla wurde unter anderem auch im japanischen Godzilla-Film, Godzilla: Final Wars, parodiert. In einem Kampf zwischen dem echten und dem amerikanischen Godzilla, der in diesem Film Zilla genannt wird, schleudert der echte Godzilla Zilla mit dem Schwanz in das Opernhaus von Sydney und vernichtet ihn anschließend mit seinem radioaktiven Strahl. Das Ganze wird, wie auch schon der Anfang des Trailers, von We’re all to blame (dt. „Wir haben alle [daran] Schuld“) von der Band Sum 41 untermalt.

Die insgesamt 28 japanischen Godzilla-Filme unterteilen sich in drei lose zusammenhängende Serien mit jeweils weitgehend voneinander unabhängiger Chronologie: 1954–1975 (15 Filme), 1984–1995 (7 Filme) und 1999–2004 (6 Filme). Nach Veröffentlichung des bislang letzten Beitrags, Godzilla: Final Wars, ließ die verantwortliche Produktionsgesellschaft Toho verlautbaren, dass es für mindestens zehn Jahre keinen weiteren Godzilla-Film geben würde.

Dann wird es mal wieder Zeit einen Schauspieler in ein Monsterkostüm zu stecken und irgendetwas zerstören zu lassen.

1954: Godzilla
1955: Godzilla kehrt zurück
1962: Die Rückkehr des King Kong
1964: Godzilla und die Urweltraupen
1964: Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah
1965: Befehl aus dem Dunkel
1966: Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer
1967: Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn
1968: Frankenstein und die Monster aus dem All
1969: Godzilla – Attack All Monsters
1971: Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster
1972: Frankensteins Höllenbrut
1973: King Kong – Dämonen aus dem Weltall
1974: King Kong gegen Godzilla
1975: Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong

1984: Godzilla – Die Rückkehr des Monsters
1989: Godzilla, der Urgigant
1991: Godzilla – Duell der Megasaurier
1992: Godzilla – Kampf der Sauriermutanten
1993: Godzilla gegen MechaGodzilla II
1994: Godzilla gegen SpaceGodzilla
1995: Godzilla gegen Destoroyah

1999: Godzilla 2000: Millennium
2000: Godzilla vs. Megaguirus
2001: Godzilla, Mothra and King Ghidorah
2002: Godzilla against MechaGodzilla
2003: Godzilla: Tokyo SOS
2004: Godzilla: Final Wars

Godzilla-Filme, die außerhalb Japans produziert wurden
1998: Godzilla
2014: Godzilla

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen