Was spukt denn da im Teich herum?

Kammmolch (Brehms Tierleben)

Kammmolch (Brehms Tierleben)

Das Wort Molch lässt sich seit dem 15. Jahrhundert nachweisen und leitet sich vom mittelhochdeutschen mol, molle ab, was ursprünglich Schwanzlurche im Allgemeinen bezeichnete. Heute werden nur solche Schwanzlurche, die in ihrem (Teil-)Lebensraum Gewässer über einen Flossensaum verfügen, als Molche bezeichnet. Andere mit eher terrestrischer Lebensweise werden dagegen oft Salamander genannt. Manche Arten mit Salamander im Namen können allerdings anderen Molchen systematisch näher stehen als anderen Salamandern. Und auch viele Molche verbringen einen Teil des Jahres an Land; ihre Schwänze sind in dieser Zeit nicht mehr seitlich abgeflacht, sondern rundlich.
Der Teichmolch ist der häufigste Molch Deutschlands. Insgesamt gibt es fünf in Deutschland heimische Molcharten. Diese wurden früher in eine gemeinsame Gattung gestellt, infolge neuer molekulargenetischer und morphologischer Untersuchungen hat es sich inzwischen allerdings weitgehend durchgesetzt nur noch die Kammmolchgruppe und die beiden Arten der Marmormolche in der Gattung Triturus zu belassen und die übrigen Arten drei separaten Gattungen zuzuweisen.
Was spukt denn da im Teich herum“ ist ein Gastbeitrag von Sabine.

Jetzt im Juni ist in den Teichen, Seen und Flussläufen die Zeit gekommen, in der die jungen Frösche und Kröten ihr Kaulquappen-Dasein beenden und sich auf die Wanderung über Land machen.
Daher sah ich mir in den vergangenen Wochen die Seen und Tümpel in unserer Gegend gerne genauer an, wenn ich beim Spazierengehen daran vorbei kam. Ich hoffte, Kaulquappen im Wasser zu sehen oder vielleicht schon ein paar Winzlings-Kröten oder -Frösche, die sich aufmachten, das Festland zu „erobern“
Und dabei habe ich kürzlich ganz eigenartige Wesen gesehen – von denen ich zuerst gar nicht wusste, was ich da eigentlich entdeckt hatte – Molche! Das fand ich toll, denn die hatte ich bisher noch nie in der Natur beobachtet.

Besonderheiten im Verhalten
In dem Wasserbecken bei uns im Park gab es eine große Anzahl dieser kleinen „eigenartigen Wesen“. Nach einer Weile erkannte ich, dass es Lurchen mit hohem Rückenkamm und breiten Schwanzflossensäumen waren – Teichmolche.
Dies hier waren erwachsene Molche, die während der Fortpflanzungszeit im Wasser leben. Sie mussten immer wieder an die Oberfläche kommen, um ihre Lungen mit Luft zu füllen.
Junge Molche dagegen haben während ihres Larvenstadiums im Wasser äußere Kiemen, über die sie atmen.
Und außerdem sind die Molche auch zur Hautatmung fähig, die während ihrer Winterruhe ausreicht, um sie mit genügend Sauerstoff zu versorgen.
Während ich den kleinen Teich beobachtete, wurde mir klar, warum die Molche ihn sich als „Wohnung“ ausgesucht hatten: es gibt darin keine Fische, die ihnen gefährlich werden könnten! Außerdem ist der Teich am Rand so flach, dass die Molche ihn auch am End ihrer Wasser-Lebensphasen wieder verlassen können.
Denn sie leben überwiegend auf dem Land – bis auf Ausnahmen wiederum…

Schwanzlurche – scheu und geheimnisvoll
Die Molche sind mit den Salamandern verwandt. Sie gab es schon vor mehr als hundert Millionen Jahren. Damals waren sie sehr verbreitet und zum Teil auch beeindruckend groß.
Die Molche, die ich bei uns im Park beobachten konnte, waren jedoch nur recht klein. Ich schätze sie auf insgesamt 8 – 10 cm Körperlänge. Und sie waren sehr scheu! Sie tauchten immer nur ganz kurz und überraschend irgendwo zum Luftholen an der Wasseroberfläche auf. Und verschwanden dann mit schlängelnden Schwanzschlägen genauso hurtig, wie sie erschienen waren.

Molche sind faszinierende Tiere
Obwohl sie so versteckt leben und nicht besonders groß sind, empfinde ich die Molche als sehr faszinierende Tiere! Sie haben wunderschön funkelnde Augen, eigenartig verletzlich aussehende Beine und eine ganz besondere „Lurchen-Haut“. Außerdem sind sie als Larven Kiemenatmer und als erwachsene Tiere mal land- und mal wasserlebend. Mit ihrer erstaunlichen Lebensweise erscheinen sie mir wie Besucher aus einer längst vergangenen Zeit.

Ich finde es beeindruckend, dass es die Lurche schon so lange gibt. Sie hatten viele Veränderungen und auch Krisen zu überstehen. Das verleiht ihnen in meinen Augen etwas Geheimnisvolles …
Haben die kleinen scheuen Tiere vielleicht verborgene Drachenkräfte?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen