Zooticker

Der neue Tiergarten ist da.
Unter den Themen befinden ich unter anderem Berichte über Flusspferde in deutschen Zoos, japanische Schauaquarien und den Thüringer Zoopark aus Sicht der Zooplaner. Interessant dürfte auch der Überblick über die Preisentwicklungen in den deutschscprachigen Zoos sein.

23.06.2014, Tiergarten Worms
Walachenschafe „heimliche Stars“ bei der Mittsommernachtsführung
Auch in diesem Jahr war die jährliche Mittsommernachtsführung rund um die nacht- und dämmerungsaktiven Tiere des Tierparks wieder ein voller Erfolg. Rund 60 Besucher erfuhren eine Menge Wissenswertes über Uhu, Schneeeule, Dammwild und andere Tiergartenbewohner. Dank zweier „Überraschungsgäste“ gab es auch eine Menge zu lachen.
Heimliche Stars des Abends waren nämlich zwei wollige Vierbeiner, die eigentlich im Programm gar nicht vorgesehen waren, mit ihrer vorwitzigen Art aber immer wieder für Gelächter sorgen. Lucky und Emilia, zwei junge Walachenschafe, freuen sich nämlich diebisch über ihren außerplanmäßig verlängerten Ausgang und wissen neben den beiden Revierleiterinnen Frau Demmer (Bauernhof) und Frau Rheinhardt (Eurasien) auch ganz gut die Besucher zu unterhalten. „So nah hab ich die ja noch nie gesehen“, entfährt es einer Besucherin am Wolfsgehege und ähnliches dürfte sich auch Emilia denken, so Nase an Nase mit dem größten der fünf im Tierpark lebenden Wölfe.
Wolf im Schafspelz oder Schaf im Wolfspelz?
„Ein Wolf im Schafspelz?“, mag sich der große Graue dabei fragen, denn so ganz geheuer erscheint ihm die Situation hinter der Glaswand nicht, zumal Emilia sehr zum Entzücken der Besucher nicht eine Spur von Unsicherheit erkennen lässt. Was Frau Demmer zum gesunden Speiseplan der Wölfe erklärt scheint sie ganz offensichtlich nicht mitzubekommen.
Vorbei an den listigen Polarfüchsen, die in freier Wildbahn laut Demmer ganz gern mal den Eisbären hinterherlaufen um an deren großer Beute teilzuhaben und der weißen Schneeeule, die entsprechend ihrer Farbe auch tagaktiv ist, geht es dann zur Amurkatze. Die lässt sich allerdings auch von den immer noch lärmenden Aras, die noch so gar nichts von Nachtruhe zu halten scheinen, nicht beeindrucken. Im Gegensatz zu den Erdmännchen, die eigens noch einmal den ganzen Familientrupp zusammengetrommelt haben um die späte Besucherschar mindestens ebenso neugierig zu begutachten.
Krönender Schluss des Abends ist die Wolfsfütterung, bei der Emilia und Lucky jetzt doch wohlweislich Abstand halten und lieber das Grünzeug der umliegenden Anlage inspizieren, während die Wölfe wild schnappend versuchen möglichst große Fleischstücke zu ergattern und weit in die Höhe springen. „Leben die noch“, ruft ein Junge beim Anblick der beiden Futterhähne, wird aber sofort beruhigt, dass im Tierpark niemals lebende Tiere verfüttert werden und auch die beiden Hähne von einem Hühnerhof stammen. Fasziniert betrachtet er dann, wie Wölfe sich im Rudel verhalten und ganz klare Regeln untereinander gelten. Jetzt müssen nur noch Emilia und Lucky wieder zu ihrer Herde gebracht werden bevor die durchweg begeisterten jungen und älteren Besucher mit vielen neuen Eindrücken die Heimreise antreten.

23.06.2014, Verband der Zoologischen Gärten
Den Verband Deutscher Zoodirektoren gibt es nicht mehr!
Den Verband Deutscher Zoodirektoren e.V. gegründet 1887 (VDZ) gibt es nicht mehr. Er hat sich aber nicht etwa aufgelöst, vielmehr hat er sich zum Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V weiterentwickelt.
An ihrer Jahrestagung, die vom 18. bis 21. Juni 2014 in Münster/Westfalen stattfand, beschlossen die stimmberechtigten Mitglieder des Verbandes bei nur zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen den Verband auf eine neue Grundlage zu stellen.
Der Ursprung des VDZ lässt sich auf das Jahr 1887 zurückführen, als vom 29.-31. Oktober in Berlin die erste Konferenz deutscher zoologischer Gärten stattfand. Nach einem faktischen Erliegen während des Zweiten Weltkriegs und etwelchen Wirren in der Nachkriegszeit wurde der Verband 1951 offiziell neu gegründet und erhielt erstmals eine Satzung. Mitglieder werden konnten die „hauptberuflichen wissenschaftlichen Leiter zoologischer Gärten, Aquarien und ähnlicher Institute“. Bewusst wurde die innerdeutsche Zusammenarbeit gefördert. Nachdem die Kollegen aus der DDR und Ostberlin 1968 zum Austritt gezwungen worden waren, wurden vermehrt Zoodirektoren aus den deutschsprachigen Nachbarländern und -regionen aufgenommen. 1978 öffnete sich der Verband für die wissenschaftlichen Mitarbeiter. Diese konnte ab 1981 als „korrespondierende Mitglieder“ an den wissenschaftlichen Sitzungen der Jahrestagungen teilnehmen. 1987 wurde die Kategorie der „institutionellen Mitglieder“ geschaffen, womit auch Zoos beitreten konnten, die zwar nach wissenschaftlichen Kriterien geleitet wurden, in deren oberster Führungsebene aber keine Zoologen oder Tierärzte vertreten waren.
Die nun beschlossene Satzungsänderung geht auf Vorarbeiten zurück, die der Vorstand 2012 begonnen hat und die sicherstellern sollen, dass nach der Pensionierung des gegenwärtigen Geschäftsführers, der seine Aufgaben weitgehend ehrenamtlich wahrnimmt, eine voll ausgebaute Geschäftsstelle aufgebaut werden kann. An der Jahrestagung 2013 hatte die Mitgliedschaft dem Vorstand ein Mandat erteilt, zu diesem Zweck eine Revision von Satzung und Beitragsordnung vorzubereiten.
Im Rahmen der neuen Satzung bildet die Institution, also der Zoo oder das Aquarium, die Grundlage für die Mitgliedschaft. Die persönlichen M8tgliedschaften der Zoodirektoren entfallen. Vielmehr bezeichnet jede Die Institution aus ihrer obersten Führungsebene einen Vertreter und einen Stellvertreter. Die Kategorie der „korrespondierenden Mitglieder“ wurde beibehalten, die Möglichkeit zur Mitgliedschaft aber auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der oberen und mittleren Führungsebene ausgeweitet. Neu besteht auch die Möglichkeit, dass andere Zooverbände oder zooverwandte Organisationen wie z-B. jene der Zootierpfleger „assoziierte Mitglieder“ werden können.
Festgeschrieben wurde auch, dass im Vorstand stets eine Mitgliedsinstitution aus Österreich und der Schweiz vertreten sein muss, was bereits bestehendem Brauch entspricht. Neu soll auch je eine Vertretung des wissenschaftlichen und des kaufmännischen Mittelbaus Einsitz im erweiterten Vorstand haben.
Ergänzt wurde die neue Satzung durch eine neue Beitragsordnung, nach der die Zoos entsprechend ihrer wirtschaftlichen Stärke Jahresbeiträge in der Höhe von 1’500 bis 15’000 € zu leisten haben. Mit diesen erhöhten Einnahmen soll ab 2016 eine personell verstärkte Geschäftsstelle eingerichtet werden, die einen gegenüber heute umfassenderen Aufgabenbereich wahrnehmen kann.

24.06.2014, Tierpark Bischofswerda
Stachelige Angelegenheit
Im Tier- und Kulturpark Bischofswerda teilen sich Stachelschweine und Frettchen ein Gehege. Wie das Zusammenleben funktioniert, erfahren die Tierparkbesucher am Sonntag, 29.06.2014, um 15 Uhr. Alle Kinder können bei der Fütterung helfen und das Gehege mit lustigen Spiel- und Klettermöglichkeiten ausgestalten, um die schläfrigen Tiere aus den Verstrecken zu locken.

25.06.2014, Zoo Augsburg
Vier kleine Erdmännchen haben von ursprünglich fünf Tieren überlebt, was für ein erstgebärendes Weibchen ein toller Erfolg ist. Inzwischen sind sie auch schon in der Anlage unterwegs und für die Besucher zu sehen.
Außerdem kamen zwei Schneeziegen zur Welt. Die beiden Weibchen sind zwar von unterschiedlichen Müttern, aber trotzdem am gleichen Tag geboren.
Auch im Vogelbestand sind viele Jungtiere geschlüpft. So z.B. 10 Straußwachteln, 20 Mandarinenten, drei Weißstörche und völlig überraschend nach 10 Jahren ohne Nachzucht wieder ein Kormoran.
Zugänge gab es im Berichtszeitraum im Vogelbestand. Es kamen fünf Streifengänse aus dem Zoo Krefeld, sowie ein Kappensäger und eine Moorente vom Vogelpark Olching. Bei den Hühnergänsen und Graukopfgänsen wurde das Paar komplettiert. Von privat kam ein Pärchen Rotflanken-Brillenvögel.
Die beiden letzten weiblichen Fenneks wurden an den Zoo Landau abgegeben, ebenso drei Alpakas an den Tierpark Weißwasser. Das verbliebene Rotstirn-Blatthühnchen fand einen neuen Platz im Tierpark Emmen (Niederlande).
Im Reptilienhaus verstarb ein St. Vincent-Anolis. Die beiden Jungtiere von den Rosa Löfflern verstarben nach wenigen Tagen. Wahrscheinlich wurden sie von den Eltern nicht ausreichend versorgt. Ein Jungvogel der sieben Graukopfkasarkas ist ebenfalls verschwunden, aber die übrigen sechs wachsen sehr schön heran.
Die Esel sind inzwischen umgezogen und haben sich schon gut in ihrem neuen/alten Gehege eingewöhnt.
Die Vogelvoliere wird langsam grün, die Brücke gebaut, der Weg angelegt und in den nächsten Tagen wird die Firma Carl Stahl die Schleusen montieren.
Nashornbulle Bantu ist inzwischen mit den Damen zusammen, und es funktioniert soweit gut. Da die ältere Kuh Baby sehr gut auf die beiden jungen Mädchen aufpasst, hält Bantu vorsichtshalber einen gewissen Abstand ein. Das wird sich aber hoffentlich ändern, wenn eine der Kühe empfängnisbereit wird.

Es wird also mal wieder Zeit für einen Besuch….

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