Familie Heck

Ludwig Heck

Ludwig Heck

Ludwig Heck wurde am 11. August 1860 als einziger Sohn des Oberlehrers Georg Heck in Darmstadt geboren. Er studierte in Straßburg, Darmstadt, Gießen, Berlin und Leipzig. Nach der Promotion zum Dr. phil. am 4. Juli 1885 an der Universität Leipzig wurde Heck ab 1. Juni 1886 zum Direktor des Kölner Zoos bestellt. Zum 1. Juni 1888 wechselte er als Direktor an den Zoologischen Garten Berlin, den er bis zum 31. Dezember 1931 leitete. Am 17. Juli 1888 vermählte sich Heck mit Margarete Nauwerk. Aus der Ehe gingen zwei Töchter und die Söhne Lutz Heck und Heinz Heck hervor. Bis ins hohe Alter geistig rege, starb Ludwig Heck am 17. Juli 1951 im Münchener Tierpark Hellabrunn.
Da Heck sich als Forscher mit der zoologischen Rassenkunde beschäftigte, war er auch an der Entwicklung der Gedankengebäude der Rassenlehre und des Sozialdarwinismus beteiligt.

Ludwig Georg Heinrich Heck, genannt Lutz Heck kam am 23. April 1892 als drittes Kind von Zoodirektor Geheimrat Ludwig Heck und seiner Frau Margarete, geborene Nauwerk, im Zoologischen Garten Berlin zur Welt. Nach dem Studium an den Universitäten von Berlin, wo er 1922 zum Dr. phil. promovierte, Freiburg im Breisgau sowie von Königsberg i. Pr. wurde er Assistent und schließlich stellvertretender Direktor des Zoos in Halle/Saale. 1924 übernahm er die Assistentenstelle und 1927 die stellvertretende Leitung des Zoologischen Gartens von Berlin. Im Jahre 1932 wurde er Nachfolger seines Vaters als wissenschaftlicher Direktor und hatte diese Funktion inne bis zur Zerstörung des Zoologischen Gartens 1945.
Unter seiner Leitung wurde der Zoo umfassend modernisiert. Es gab erstmals Freianlagen ohne Trenngitter. Schon 1925 hatte er die Errichtung des ersten Tierkinderzoos veranlasst. 1938 wurde der promovierte Zoologe ehrenhalber zum Professor ernannt. Im selben Jahr wurde er Leiter der Abteilung Naturschutz im Reichsforstamt. Heck, der bereits ab dem 1. Juni 1933 Förderndes Mitglied der SS gewesen war, trat am 1. Mai 1937 auch in die NSDAP ein.
Zusammen mit seinem Bruder Heinz Heck, dem Leiter des Tierparks Hellabrunn in München, unternahm Heck Versuche, aus von ihnen als ursprünglich erachteten Rinderrassen ein dem Auerochsen ähnliches Rind zu züchten. Diese Zuchtmethode ist heute als Abbildzüchtung bekannt. Obwohl der Erfolg in wissenschaftlicher Literatur bereits früh als unzureichend bezeichnet wurde, präsentierten die Hecks ihre Rinder publikumsträchtig als „rückgezüchteten Auerochsen“, eine Fehlbezeichnung, die man auch heute noch oft in Tierparks findet. Die heutigen Heckrinder gehen auf die Versuche seines Bruders Heinz Heck in München zurück, da die Berliner Linie am Ende des Zweiten Weltkriegs verloren ging. Bereits im Jahre 1934 setzte er sich für die erfolgreiche Wiedereinbürgerung des Alpensteinbocks bei Berchtesgaden ein.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde nach Heck gefahndet, da er auf einer „Auslieferungsliste der Russen“ stand. Der Hintergrund dieser Fahndung war, dass er „irgendwelche Tiere ad usum Hermanni aus Rußland importiert“ haben sollte. Als seine direkte Nachfolgerin wurde 1945 als erste deutsche Zoo-Direktorin Katharina Heinroth ernannt. Sein Sohn Lutz Heck jun. war später Direktor des Tierparks Hellabrunn in München.
1972 wurde er zum Ehrenmitglied des Nassauischen Vereins für Naturkunde ernannt.
1978 erhielt er den DJV-Literaturpreis für sein mehr als 40 Jahre währendes schriftstellerisches Lebenswerk
Als eine besondere Ehrung erhielt er 1940 die silberne Leibniz-Medaille durch die Preußische Akademie der Wissenschaften und 1984 wurde ihm zu Ehren eine Bronzebüste des Künstlers Heinz Spilker im Zoo von Berlin aufgestellt.
Lutz Heck starb am 6. April 1983 im Alter von 90 Jahren in Wiesbaden.

Heinz Heck Gedenkstein im Tierpark Hellabrunn

Heinz Heck Gedenkstein im Tierpark Hellabrunn

Heinz Heck kam am 22. Januar 1894 als viertes Kind des Berliner Zoodirektors Geheimrat Ludwig Heck und seiner Frau Margarete, geborene Nauwerk, zur Welt. Er war von 1927 bis 1969 Direktor des Tierparks Hellabrunn in München. Er errichtete beim Wiederaufbau des Zoos 1927 in den Isarauen den ersten Geo-Zoo der Welt.
Heinz Heck war Herausgeber der in München im Eigenverlag erscheinenden Monatszeitschrift „Das Tier und wir“. Große Plakatkünstler wie Siegmund von Sucholdski, Franz-Xaver Jung-Isenheim oder Ludwig Hohlwein schufen für die damals – laut Eigenwerbung – „meistgelesene und billigste Tierzeitschrift Deutschlands“ die Titelentwürfe. Sie enthielt jeweils ein farbiges Umschlagbild, Titelfotos und Aufsätze „von solchen Leuten (…), die auch tatsächlich mit Tieren umgehen“. Von Beginn ihres Erscheinens 1929 bis 1938 führte Heck in einem erhaltenen Verzeichnis akribisch Buch über die Künstler der Titelbilder mit genauer Angabe das Dargestellten.
Er und sein Bruder Lutz Heck sind vor allem für ihre Versuche bekannt, aus von ihnen als ursprünglich erachteten Nutztieren Rassen zu züchten, welche deren ausgestorbenen Stammformen ähneln sollen. Das heutige Heckrind geht auf die Versuche von Heinz Heck zurück, die Tiere seines Bruders gingen verloren. Auch das Heckpferd geht auf diese Versuche zurück, und ging aus Rassen wie dem Konik oder Islandpferden hervor. 1934 setzte er sich für die erfolgreiche Wiedereinbürgerung des Alpensteinbocks bei Berchtesgaden ein.
Einen in der Zeit des Nationalsozialismus angetragenen Professorentitel soll Heck abgelehnt haben. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen und trotz der Systemnähe seines Bruders Lutz soll Heinz Heck außerdem nie Mitglied der NSDAP gewesen sein. Heinz Heck erblindete im Alter vollständig. Er starb am 5. März 1982 in München.

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2 Kommentare zu Familie Heck

  1. Sabine sagt:

    Hallo Martin,
    da wird ein Stück traurige deutsche Geschichte aufgedeckt … na, hoffentlich spielt diese Vergangenheit für heutige Zoos keine Rolle mehr.
    Aber wie kann ich mir das vorstellen, dass ein promovierter Zoologe „zum Sozialdarwinismus forscht“ (am Beispiel von Dr. Ludwig Heck). Hast Du da Informationen?

    • tylacosmilus sagt:

      Hallo Sabine,
      mir war auch nie bewusst welche Rolle die Hecks im Nationalsozialismus gespielt haben. Der Sozialdarwinismus war wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ziemlich populär. Dabei werden Teilaspekte des Darwinismus auf menschliche Gesellschaften angewandt und deren Entwicklung als Folge natürlicher Selektion beim „Kampf ums Dasein“ aufgefasst. Das geht soweit, das gute Erbanlagen gefördert und schlechte ausgelöscht werden sollen. Bei Wikipedia findet man mehr dazu, auch die Bedeutung zum Nationalsozialismus. Dass sich Wissenschaftler fehlleiten lassen, oder sie ihre eigenen Grenzen nicht erkennen kommt immer wieder vor.
      Außerdem erwies sich die Rückzüchtungen der Auerochsen für die Nazis als sehr „wertvoll“, aber das gehört dann eher in den Bereich der Rassenlehre und ist eher den Söhnen „anzulasten“: Die National­sozialisten sahen in dem Versuch, aus „verweichlichtem“ Erbgut eine ursprünglich durchsetzungs­starke und Ehrfurcht­ ge­bie­tende Rasse zu erhalten, Parallelen zu ihrer eigenen Ideologie.
      Besonders von Hermann Göring wurde das Projekt gefördert.

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