Portrait: Azorengimpel

Azorengimpel (Joseph Wolf)

Azorengimpel (Joseph Wolf)

Der Azorengimpel wurde zeitweise als Unterart des Gimpels betrachtet. Phylogenetischen Studien zufolge unterscheidet er sich jedoch in der mitochondrialen DNA grundlegend von den britischen und nordeuropäischen Exemplaren der Gimpel. Diese Unterschiede seien größer als unter den Arten der Gattung Loxia in Großbritannien, aber für eine vollständige Klärung dieses Sachverhalts muss die DNA der iberischen Vögel miteinbezogen werden. Daher erhielt der Azorengimpel 1993 den Artstatus.

Der Azorengimpel erreicht eine Größe von 17 Zentimetern. Er ist ein plumper Vogel mit kurzen Flügeln und einem langen Schwanz. Der Scheitel, die Gesichtsmaske, der konische Schnabel, der Schwanz und die Flügel sind schwarz. Der Rücken ist braun. Der Nacken und die Oberschwanzdecken sind grau. Die Unterseite ist rosabraun. Die Geschlechter sind kaum zu unterscheiden, bei den Männchen zeigt die Unterseite jedoch eine mehr blassrosa Tönung.

Das Verbreitungsgebiet des Azorengimpels beschränkt sich auf weniger als 60 km² am Pico da Vara im Osten der Azoren-Insel São Miguel.Noch im 19. Jahrhundert war er häufig, da er jedoch in die Obstplantagen der Bauern einfiel, wurde er als Schädling verfolgt. 1927 galt er zunächst als ausgestorben, doch 1968 hat man einige Exemplare an den Hängen des Pico da Vara wiederentdeckt. Heute geht die stärkste Gefährdung durch Lebensraumverlust und Neophyten aus.

Der Azorengimpel ernährt sich von halbreifen und reifen Samen von Wildkräutern.

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