Biodiversitäts-Hotspots

Als Biodiversitäts-Hotspots werden Regionen der Erde bezeichnet, in denen eine große Zahl an endemischen Pflanzen- und Tierarten vorkommt und deren Natur in besonderem Maße bedroht ist.
Die meisten dieser Regionen liegen um den Äquator verteilt. Die Länder, in denen sich Hotspots finden, bedecken weniger als 10 Prozent der Erdoberfläche, sind aber Heimat von 70 Prozent der weltweiten Fülle des Lebens (der Lebewesen). Die gemeinsame Fläche der insgesamt 34 ernannten Hotspot-Regionen entspricht bloß 2,3 % der Gesamtlandfläche der Erde. Ursprünglich bedeckten die 34 Hotspots einmal 15,7 % der Landoberfläche der Erde. 86 % des Habitats der Hotspots wurden jedoch durch den Menschen zerstört. 2,3 % der weltweiten Landfläche beherbergt 50 % aller Pflanzenarten, 55 % aller Süßwasserfischarten und 77 % (22.022) aller Landwirbeltiere. Ausgehend von der beobachteten Zahl der Landwirbeltiere in den Hotspots wird die Gesamtzahl aller vorkommenden Arten in den Hotspots jedoch weit höher geschätzt. In Bezug auf den Endemismus in den Hotspots wurde festgestellt, dass 42% aller Landwirbeltiere und 50 % der weltweiten Flora nur in den 34 ermittelten Biodiversitäts-Hotspots vorkommen.

Biodiversitäts-Hotspots

Europa
Kaukasus
Irano-Anatolian (Irak-Anatolien)
Mittelmeerraum (Mediterranean Basin)
Zentralasiatische Gebirgskette (Ural)

Asien-Pazifik
East Melanesian Islands
Ost-Himalaya
Indo-Burma
Japan
Gebirgskette von Südwest-China (Mountains of Southwest China)
Neukaledonien
Neuseeland
Philippinen
Polynesien-Mikronesien
Südwestaustralien
Sunda (Sundaland)
Wallacea
Western Ghats und Sri Lanka

Afrika
Kapflora (Cape Floristic Region)
Coastal Forests of Eastern Africa
Region in den Afrikanischen Bergen und im Süden der Arabischen Halbinsel (Eastern Afromontane)
Guinean Forests of West Africa – Guineischer Wald Westafrikas
Horn von Afrika
Madagaskar und die Inseln des Indischen Ozeans
Maputaland-Pondoland-Albany
Succulent Karoo

Nord- und Zentralamerika
California Floristic Province
Karibische Inseln
Subtropische Bergwälder Mexikos und im Südwesten der USA (Madrean Pine-Oak Woodlands)
Mesoamerika

Südamerika
Mata Atlântica (Atlantic Forest)
Cerrado
Valdivianischer Regenwald (Chilean Winter Rainfall-Valdivian Forests)
Tumbes-Chocó-Magdalena
Tropical Andes

Deutschlandweit wurden anhand von Daten zu den FFH-Lebensraumtypen und zum Vorkommen verschiedener Artengruppen 30 Hotspots der Biodiversität identifiziert. Sie weisen eine besonders hohe Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume auf. Die Hotspot-Regionen sind über ganz Deutschland verteilt und umfassen ca. 11% der Landesfläche. Die naturraumtypische Vielfalt von Landschaften, Lebensräumen und Lebensgemeinschaften sowie die gebietstypische, natürlich und historisch entstandene Artenvielfalt dieser Gebiete soll erhalten bleiben. Aufgrund dessen soll für jeden Hotspot ein Konzept erarbeitet und beispielhafte Maßnahmen umgesetzt werden. Eine langfristige Sicherung der Hotspots soll durch „Regionale Partnerschaften“ aus Städten und Gemeinden, Naturschutzakteuren sowie Wirtschafts- und Sozialpartnern erreicht werden.

Nachdem die Regionen mit besonderes hohem Artenreichtum und einer besonders prekären Schutzsituation identifiziert worden waren, wurden verschiedene Programme aufgelegt. Das Konzept der Hotspots ist mittlerweile Bestandteil vieler weltweit tätiger Institutionen wie der MacArthur and Moore Foundations, der Weltbank und der Global Environment Facility. Daneben arbeiten viele NGOs am Schutz der Hotspots. Insgesamt wurden bisher 750 Millionen Dollar (2003) in die Umsetzung der Strategie investiert. Dies ist die größte Summe, die jemals in ein Naturschutz-Projekt investiert wurde.
Die These der Hotspots basiert auf dem Fakt, dass Naturschützer nicht alle bedrohten Arten mit den bestehenden finanziellen Mitteln aus Spendengeldern schützen können. Deshalb mussten die Aktivisten Prioritäten bei der Planung ihrer Maßnahmen setzen: Wo kann mit dem vorhandenen Geld der größte „Schutzwert“ erzielt werden?
Die Biodiversitäts-Hotspots sind in den meisten Fällen in sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungs- und Schwellenländern verortet. Deshalb ist in den meisten Fällen logistische und finanzielle Unterstützung von westlichen Staaten und Organisationen Teil der Strategie.

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