Ich Untertage: Der unterirdische Zoo

Vom 25. April bis 6. Dezember 2015 veranstaltet der Heimatverein Hattingen/Ruhr e. V in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V./ Arbeitskreis Hattingen, dem Bergbau- und Grubenarchäologischen Verein Ruhr e.V. und dem Studienkreis Bochumer Bunker e.V. die Ausstellung HATTINGEN UNTERTAGE: Bergbau, Luftschutz und Versorgung im Museum im Bügeleisenhaus.
Begleitend zur Ausstellung veranstaltet der Heimatverein eine Blogparade zum Thema ICH UNTERTAGE und lädt hier alle Blogger ein einen Beitrag zum Thema UNTERTAGE auf ihren Blogs zu schreiben. Dabei muss man weder aus Hattingen kommen, noch über Hattingen schreiben.
Das finde ich persönlich sehr angenehm, denn ich muss gestehen, dass mir Hattingen vorher nicht viel gesagt hat, dabei ist es die zweitgrößte Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises in Nordrhein-Westfalen (ca 55 000 Einwohner) zwischen Essen, Bochum und Wuppertal. In der Nähe war ich also schon mal.

Und hier mein Beitrag: DER UNTERIRDISCHE ZOO

Zoo unter der Erde (Zoo Dresden)

Zoo unter der Erde (Zoo Dresden)

Einige Zoos besitzen Nachttierhäuser, in denen der Besucher nachtaktive Tiere in Aktion sehen kann: Fledermäuse, verschiedene Nagetiere, kleine Raubtiere. Sehenswerte Nachttierhäuser werden in den Zoos von Frankfurt und Saarbrücken gezeigt, der Zoo in Plzen hat ebenfalls einige Bereiche, die Nachttiere zeigen. Fledermäuse werden auch in anderen Zoos ohne speziellen Nachttierbereich gezeigt.
Aber es gibt einige Zoos, die etwas anderes bieten: Den unterirdischen Zoo. Anders als es bei einem Nachttierhaus der Fall ist, wird man dort unter die Erde geführt und kann Tiere entdecken, die unter der Erde leben, wenn auch nicht unbedingt ständig. Zu diesen Tierarten gehören verschiedene Höhlenbewohner, wie der bekannte Blinde Höhlensalmler, verschiedene Nagetiere und Insekten und andere Kerbtiere.
Zu den Zoos, die den Besucher unter die Erde führen gehören Dresden, Osnabrück und Plzen. Weitere Zoos mag es geben, sind mir aber nicht bekannt.
Seit 2009 zeigt der Zoo Osnabrück auf 500 qm und 100 m Gängen seinen Unterirdischen Zoo. Ratten, Feldhamster und Nacktmulle sind nur ein paar der Tiere, die man in ihren Nestern und Bauen beobachten kann. An Wochenenden und Feiertagen hat man Zugang zu den unter.Welten, einer Ausstellung des benachbarten Museums am Schölerberg. Besucher des Museums haben an diesen Tagen Zugang zum Unterirdischen Zoo. In dieser Hinsicht ergänzen sich Museum und Zoo auf informative und gleichzeitig unterhaltsame Weise.
Der „Zoo unter der Erde“ im Zoo Dresden wurde 1997 eröffnet. Im Gebäude der unter der Erde gelegenen Anlage wird auf etwa 70 m² das Leben von verschiedenen Nagetieren, Amphibien und anderen Kleintieren gezeigt. Der Schauraum ist über eine Treppe oder eine Rutsche zu erreichen. Gleich am Eingang können in einer nachgebildeten Kanalisation Wanderratten beobachtet werden.
2012/13 eröffnete die Unterirdische Welt im Zoo Plzen. Gezeigt werden Relikte aus dem zweiten Weltkrieg, aber auch Fische, Insekten und andere Tiere, die man vor allem in Höhlen findet.
Große Tiere kann man in keinen der unterirdischen Zoos erwarten, aber auch die kleinen Tiere erlauben interessante Beobachtungen und wer nicht weiß, was ein Coruro ist, sollte einem unterirdischen Zoo einen Besuch abstatten. Obwohl…Coruros findet man in Deutschland nur in vier Zoos, nur einer davon hat einen unterirdischen Zoo.
Aber es ist nicht nur der Coruro, der einen unterirdischen Zoo ausmacht. Und sowohl Osnabrück, Plzen und Dresden sind sehenswert, weil es doch etwas anderes ist und man ungewöhnliche Einblicke erhält.

Grottenolm (Brehms Tierleben)

Grottenolm (Brehms Tierleben)

Was aber kein Unterirdischer Zoo, eigentlich gar kein deutscher Zoo, bietet, sind Grottenolme. Diese merkwürdigen Schwanzlurche dürften, neben dem Blinden Höhlensalmler, das bekannteste wasserlebende Höhlentier sein.
Der Grottenolm hat einen aalähnlich gestreckten Körper, der eine Länge von 25 bis 30 Zentimetern (in Einzelfällen bis zu 40 cm) erreichen kann. Der Ruderschwanz ist seitlich abgeflacht und mit Flossensäumen versehen. Die Gliedmaßen sind sehr dünn und reduziert – an den Vorderbeinen befinden sich nur je drei Finger, an den Hinterbeinen je zwei Zehen. Die Haut ist gelblich-weiß, durch durchscheinende Blutgefäße rosa-fleischfarben wirkend, oft mit dunklen Flecken; unter Lichteinfall kann es zu einer dunklen Pigmentierung kommen.
Der Kopf ist länglich-schmal und vorne spatelförmig, die Augen sind degeneriert und unter der Körperhaut verborgen. Die Atmung erfolgt durch Lungen; zusätzlich besitzen Grottenolme aber zeitlebens drei Paare äußerer, roter Kiemenbüschel am Hinterkopf.
Der Grottenolm lebt ausschließlich im dinarischen Karst, im Kalkgebirge östlich der Adria. Die Verbreitung reicht vom äußersten Nordosten Italiens (im Einzugsgebiet des Flusses Isonzo/Soča mit absoluter Nordgrenze in Gradisca d’Isonzo) über Slowenien und das westliche Kroatien (unter Einschluss der Halbinsel Istrien) bis zur Trebišnjica in der Herzegowina.
In Deutschland kann man Grottenolme in der Hermannshöhle in Rübeland bei Wernigerode sehen. Diese Tiere wurden dort allerdings ausgesetzt und dienen als Touristenattraktion. Obwohl ich in diesem Jahr in Wernigerode war, habe ich nicht die Zeit zu einem Höhlenbesuch gefunden. Grottenolme habe ich also auch noch nicht gesehen, obwohl das schon ein Kindheitstraum von mir war. Vielleicht 2015.

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