Rekorde in der Tierwelt – Reptilien

Komodowaran (Zoo Frankfurt)

Komodowaran (Zoo Frankfurt)

Der Komodowaran ist mit einer Maximallänge von drei Metern und einem Gewicht von über 70 kg die größte gegenwärtig lebende Echse.
Die größten lebenden Schlangen sind Netzpython und Grüne Anakonda.
Der Netzpython erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von etwa 5,0 bis 7,0 Metern bei einem Gewicht zwischen 90,0 bis 140,0 Kilogramm. Es gibt aber auch Ausnahmen, so wurde zum Beispiel im Jahr 1912 ein weiblicher Netzpython mit einer Körperlänge von etwa 10,0 Metern gefunden. Darüber hinaus lebte ein weiblicher Netzpython im Highland Park in Pennsylvania mit einer Körperlänge von etwa 8,70 Meter und einem Gewicht von etwa 145,0 Kilogramm.
Die Grüne Anakonda kann über 7 Meter lang werden. Die durchschnittliche Größe eines Weibchen in freier Wildbahn liegt allerdings bei 350 bis 500 cm, die des Männchen bei 188 bis 350 cm. Längen von über 700 cm sind die absolute Ausnahme. Obwohl weibliche Tiere in Gefangenschaft regelmäßig Längen von über 5 Meter erreichen gehören Längenangaben von über 7,5 Metern eher ins Reich der Mythen und Fabeln (Zwar gibt es eine Haut, welche zu einer über 8 Meter langen Anakonda gehört haben soll, jedoch haben Untersuchungen befunden das diese durch Menschenhand gestreckt wurde. Mit einem durchschnittlichen Gewicht von 30 Kg in freier Wildbahn und einem Maximalgewicht von 130 Kg in Gefangenschaft als auch knapp 100 Kg in freier Wildbahn, ist sie die schwerste Schlange der Welt.
Die größte und schwerste Schildkröte ist die Lederschildkröte. Sie erreicht eine Länge von fast 2 Meter Länge und 500 bis 600 Kilogramm Gewicht. Die größte Landschildkröte ist die Galapagos-Riesenschildkröte. Die Tiere messen bis zu 150 cm Länge und wiegen bis 150 kg.
Als längstes Krokodil gilt das Leistenkrokodil. Männliche Leistenkrokodile erreichen meist eine Länge von 4,6–5,2 m, die Weibchen bleiben mit 3,1–3,4 m deutlich kleiner. Insbesondere in durch menschlichen Einfluss angeschlagenen Populationen sind solche Maße bereits selten: Im Bentota Ganga (Sri Lanka) beobachtete Gramentz (2008) von 16 Exemplaren nur ein Exemplar von mehr als 2,5 m Länge. Eine andere Studie untersuchte Leistenkrokodile aus Palau, keines von ihnen war größer als 3,3 m. Oft werden für Leistenkrokodile Maximallängen deutlich über diesen Maßen genannt; praktisch sind jedoch fast nie Körperteile solcher Krokodile als Beweise überliefert. Angeblich erlegte ein Jäger in den 1950er Jahren ein Krokodil, das 8,5 m maß. Webb & Manolis (1989) halten diesen Rekord für die verlässlichste Rekordlänge. Ein männliches Exemplar mit 6,17 m zumindest ist in jüngerer Zeit verbürgt. 4 m lange Leistenkrokodile wiegen im Schnitt 240 kg, extrem große Exemplare können rund 1 t wiegen.

Als die kleinste Echse der Welt gilt Sphaerodactylus ariasae, der eine durchschnittliche Gesamtlänge von 3 cm erreicht. Ohne Schwanz wäre der Gecko nur noch halb so groß. Ein ausgewachsenes Tier bringt es auf ein Gewicht von 0,15 g. Diese Gecko-Art lebt auf der Insel Beata vor der Küste der Dominikanischen Republik in der Karibik.
Tetracheilostoma carlae aus der Familie der Schlankblindschlangen ist die kleinste bekannte Schlange, die auf Barbados endemisch ist. Die Art wurde im Jahr 2008 von Blair Hedges wissenschaftlich beschrieben und nach seiner Frau Carla Ann Hass benannt. Darüber hinaus wurde aber auch bekannt, dass zwei unbeschriebene Museumsexemplare von dieser Schlange existieren, die 1889 und 1963 gesammelt wurden. Die Art ist auf Barbados endemisch. Adulte Tiere haben eine Gesamtlänge von im Mittel 99,4 mm und eine maximale Gesamtlänge von 104,0 mm, der Durchmesser beträgt in der Körpermitte im Mittel 2,51 mm. Das Lebendgewicht des Holotyps betrug 0,6 g.
Die kleinste Schildkröte ist die Gesägte Flachschildkröte aus Südafrika mit einer Rückenpanzerlänge von durchschnittlich ca. 7,5 cm und einem Gewicht von ca. 70 g.
Das kleinste Krokodil ist der Brauen-Glattstirnkaiman mit einer maximalen Körperlänge von etwa 1,50 Metern bei den Männchen und etwa 1,20 Metern bei den Weibchen.

Nilkrokodil (Zoo Köln)

Nilkrokodil (Zoo Köln)

Reptilien sind bekannt für ihre Langlebigkeit. Vor allem bei Schildkröten gibt es sehr alte Exemplare.
Aldabra-Riesenschildkröten können ohne Weiteres über 100 Jahre alt werden. Das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geborene Männchen Adwaita erreichte in Gefangenschaft vermutlich eine Lebensspanne von 256 Jahren.
Auch die Europäische Sumpfschildkröte und Meeresschildkröten können über 100 Jahre alt werden.
Die Lebenserwartung von Nilkrokodilen liegt bei etwa 60 Jahren, die von Gangesgavialen bei über 50.
Die meisten Riesenschlangen werden bis zu 20 Jahre alt, aber es soll auch Exemplare geben, die älter werden.
Ringelnattern werden bis zu 20 Jahre alt, Kreuzottern bis zu 15.
Komodowarane können über 50 Jahre alt werden, einheimische Eidechsen erreichen ein Alter von wenigen Jahren.
Furcifer labordi, ein Chamäleon aus dem Südwesten Madagaskars ist das kurzlebigste Landwirbeltier der Erde. In nur zwei Monaten wachsen die Tiere zur Geschlechtsreife heran, müssen dann rasch einen Partner finden und sich fortpflanzen, bevor sie im Alter von vier bis fünf Monaten sterben.

Das giftigste Reptil ist der in Australien beheimatete Inlandtaipan, ein Vertreter der Giftnattern.

Lederschildkröte (Brehms Tierleben)

Lederschildkröte (Brehms Tierleben)

Die Lederschildkröte ist nicht nur die größte und schwerste Schildkröte, sie kann auch am tiefsten tauchen (1200 Meter) und ist das schnellste Reptil im Wasser (35 km/h). Die schnellsten Reptilien auf dem Wasser sind die Basilisken. Auf der Flucht vor Feinden können sie Geschwindigkeiten von ca. 8 km/h erreichen.
Zu den schnellsten Echsen zählt die Sechsstreifige Rennechse, die Geschwindigkeiten von 29 km/h erreichen können. Auch Grüne Leguane sollen bis zu 35 km/h schnell sein.
Die Schwarze Mamba ist mit einer Maximallänge von 4,50 Metern die größte Giftschlange Afrikas. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegen kann, liegt bei bis zu 20 km/h, wodurch diese Art zu den schnellsten Schlangen gehört.
Krokodile können Geschwindigkeiten von 17 km/h (an Land), bzw. 32 km/h (im Wasser) erreichen

Mit den Pterosauriern sind fliegende Reptilien von unserem Planeten verschwunden. Es gibt jedoch Reptilien, die den Gleitflug beherrschen. Dazu gehören die Schmuckbaumnattern, die umgangssprachlich auch als Fliegende Schlangen bezeichnet werden. Flügel haben sie keine, auch keine Flughäute oder andere Hilfsmittel, die einen Gleitflug erlauben könnten. Trotzdem können diese Schlangen weite Strecken im Gleitflug überwinden, in der Luft navigieren und sogar umdrehen. Dabei spreizen die Schlangen beim Flug die Rippen nach außen. Dadurch nimmt die Unterseite die Form einer Tragfläche an, die Breite der Schlange verdoppelt sich.
Auch die Agamen der Gattung Draco, auch als Flugdrachen bezeichnet, können gleiten. Die von freien Rippen gestützte Flankenhaut ermöglicht es den Tieren zwischen Bäumen zu gleiten. Der Gemeine Flugdrache kann auf diese Weise durchschnittlich eine Weite von 20 bis 30 Metern bei einem Höhenverlust 5 bis 8 Meter zurücklegen.

Brückenechsen werden oft als „lebende Fossilien“ bezeichnet. Tatsächlich lassen sich die Wurzeln der Brückenechsen bis in die Trias zurückverfolgen. Dort lebte etwa mit der Gattung der Scheinbrückenechsen (Homoeosaurus) eine Gruppe, die sich kaum von den heutigen Brückenechsen unterschied, Brückenechsen sind somit seit ca. 240 Millionen Jahren ohne große Änderung präsent, die älteste existierende Reptiliengruppe.

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