Arten der Terrorvögel

Innerhalb der Unterfamilie Phorusrhacinae finden sich mittelgroße bis sehr große Arten, mit einer Körperhöhe von 2 bis über 3 Meter. Zu ihnen gehören die bekanntesten Terrorvögel.

Titanis walleri (Dmitry Bogdanov)

Titanis walleri (Dmitry Bogdanov)

Titanis walleri
Titanis walleri ist der einzige bisher beschriebene Vertreter der Gattung Titanis. Er wurde mit 2,5 m Scheitelhöhe und einem geschätzten Gewicht von bis zu 150 kg beschrieben. Die Wissenschaft nimmt an, dass Titanis ein aktiver Jäger war und dabei Geschwindigkeiten bis zu 65 Km/h erreichte. Möglicherweise lag auch ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vor. Eine wesentliche Besonderheit, neben dem späten und nördlichen Vorkommen war die Morphologie der Flügel. Diese waren wie üblich stark zurückgebildet, hatten aber freibewegliche Krallen über dem Handgelenk. Darüber hinaus war Titanis aber seinen südamerikanischen nächsten Verwandten sehr ähnlich. Der Hals soll etwas kräftiger ausgebildet gewesen sein und die mittlere Zehe bzw. Fußkralle war deutlich vergrößert.
Durch die Entstehung des Isthmus von Panama, d. h. der Bildung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika, breiteten sich die Terrorvögel auch nach Nordamerika aus. Nachgewiesen wurden die Vögel durch Funde in Nordflorida. Als stratigraphisch jüngster Fund sind aus Nordflorida 2,5 bis 1,5 Millionen Jahre alte Titanis–Fossilien bekannt.

Devincenzia pozzi
Kraglievich hatte nach fossilen Überresten aus dem Nordosten von Argentinien, aus Schichten des mittleren Miozäns bis zum Pliozän 1931 die Art Phororhacos pozzi beschrieben. 1932 beschrieb er nach Funden eines Tarsometatarsus in Uruguay eine weitere Art Devincenzia gallinali. Cabrera verlieh Phororhacos pozzi bereits 1939 eine neue Gattung Onactornis pozzi, während Brodkorb 1967 Devincenzia gallinali in Frage stellte und diesen mit Brontornis burmeisteri gleichsetzte. Alvarenga Höfling und Marken hatten dann 2003 erkannt, dass es sich um eine Gattung/Art handelt, der sie noch eine Zwischenstellung zwischen Phororhacos und Brontornis zuwiesen. Onactornis ließen sie als Synonym gelten. Heute bildet Devincenzia eine gleichberechtigte Gattung neben Phororhacos, Titanis und Kelenken.
Devincenzia hatte wie seine Verwandten zurückgebildete Flügel und war ein Carnivore, vermutlich ein aktiver Prädator. Seine angenommene Scheitelhöhe bis zu 2,5 m und sein geschätztes Gewicht von bis zu 250 kg machen ihn nach Kelenken zum zweitgrößten bekannten Vertreter der Phorusrhacidae. Er war seinen nächsten Verwandten insgesamt sehr ähnlich. Sein Schädel war etwa mit etwa 0,65 m, ähnlich Phorusrhacos, jedoch war der Tarsometatarsus robuster. Auf Grund seiner Mächtigkeit bestehen auch gewisse Ähnlichkeiten zu dem inzwischen von den Terrorvögeln abgeschiedenen Brontornis.

Kelenken guillermoi
Kelenken ist mit über 3 m Höhe der größte bisher bekannte Vertreter der ausgestorbenen Terrorvögel. Die einzige beschriebene Art, Kelenken guillermoi wurde nach „kelenken“, einem furchterregenden Geist des Tehuelche-Stammes Patagoniens und dem Finder der Fossilien, Guillermo Aguirre-Zabala benannt. Der Holotyp, bestehend aus einem Schädel ohne Unterkiefer, einem Tarsometatarsus (die zusammengewachsenen Mittelfußknochen der Vögel) und einem Zehenknochen, wurde in der argentinischen Provinz Río Negro im nordwestlichen Patagonien gefunden. Die Funde stammen aus dem Mittleren Miozän.
Der Schädel ist gut erhalten, dorsoventral nur etwas zusammengedrückt. Er ist langgestreckt und hat eine Länge von 71,6 cm. Damit ist er der längste bisher gefundene Vogelschädel überhaupt. Der Schnabel macht mehr als die Hälfte der Schädellänge aus (56 %). Von oben gesehen ist der Schädel dreieckig. Er ist deutlich weniger gedrungen als die Schädel kleinerer Phorusrhaciden.
Der Tarsometatarsus hat eine Länge von 43,7 cm, in der Mitte einen Durchmesser von 4,8 cm, an den beiden Enden von über 9 cm.

Phorusrhacos longissimus
Phorusrhacos longissimus ist der einzige Vertreter der Gattung Phgorusrhacos.
Phorusrhacos lebte vermutlich räuberisch als Fleisch- und Aasfresser. Der Vogel erreichte eine Höhe von etwa 2,5 m und war etwa 300 kg schwer. Mit seinen 1,80 m langen Beinen war er vermutlich ein guter Läufer. Dagegen waren die Flügel zurückgebildet. An den Füßen hatte der Vogel sehr starke Krallen. Ebenfalls an eine räuberische Lebensweise angepasst war der kräftige Hakenschnabel.

Paraphysornis brasiliensis

Paraphysornis brasiliensis (© N. Tamura)

Paraphysornis brasiliensis (© N. Tamura)

Paraphysornis brasiliensis ist ein Vertreter der Unterfamilie Physornithinae. Dazu gehören gehören große bis sehr große Arten. Paraphysornis brasiliensis erreicht eine Höhe von etwa 2 m. Die Vögel hatten einen schweren Körperbau, kurze Beine und große Schnäbel und waren möglicherweise Aasfresser.
Ein fast vollständige Fossil von Paraphysornis wurde in Taubaté City (in São Paulo, Brasilien) ​​gefunden.
Ursprünglich gehörten Physornis und Paraphysornis gemeinsam imt Brontornis zur Unterfamilie Brontornithinae. Eine Revision der Gattung Brontornis aus dem Jahr 2007 ergab jedoch eine nähere Verwandtschaft zu den Gänsevögeln, so dass man Physornis und Paraphysornis in die neue Unterfamilie Physornithinae.

Zur Unterfamilie Psilopterinae gehören die kleinsten Arten, mit einer Körperhöhe von ungefähr einem Meter. Sie hatten möglicherweise einen Rest Flugfähigkeit bewahrt. Fossilien aus dieser Gruppe sind 63 bis 3 Millionen Jahre alt. Der kleinste bekannte Terrorvogel Psilopterus lemoinei war so groß wie eine Harpyie und 8 kg schwer.

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