Kryptiden der Welt 9: Affenmenschen II

Nguoi Rung
Als Nguoi Rung (auch Batutut oder Ujit) (Waldmensch oder Wilder Mensch) wird ein nach örtlichen Legenden existierendes Fabelwesen (Kryptid) aus Nordvietnam bezeichnet. Obwohl die Erzählungen sich der Körpergröße, Fellfarbe und Sozialwesen des Kryptides nach unterscheiden, behaupten alle Berichte, dass der Nguoi Rung ein aufrecht gehender, etwa 2m großer Affenmensch sei.
Zum Schlafen sucht er angeblich Grotten oder Felsspalten auf. Legenden einheimischer Völker berichten, dass der Kryptid gezielt Feuerstellen aufsuche, aber auch selbst in der Lage sei ein Feuer zu entzünden. Er soll nicht nur schnell laufen können, sondern auch behände auf Bäumen klettern. Nguoi Rungs sollen Menschen gegenüber aggressiv sein, diese anfallen, sogar töten und auch verzehren.
Im Rahmen des Vietnamkrieges fanden erstmals angebliche Sichtungen des Nguoi Rungs durch Soldaten statt, die auch in der westlichen Welt Gehör fanden. Es kursieren Gerüchte, dass US-Soldaten Nguoi Rungs geschossen haben sollen.
Nennenswert ist in diesem Zusammenhang der Bericht um den „Minnesota Iceman“. Im Jahr 1968 wurden die beiden Kryptozoologen Ivan Sanderson und Bernard Heuvelmans auf Meldungen aufmerksam, dass auf einer US-amerikanischen Wanderausstellung ein toter, in einen Eisblock eingelassener „Affenmensch“ gezeigt würde. Nach einer oberflächlichen Untersuchung des Wesens gab Heuvelmans einen medienwirksamen Artikel heraus, der es als neue Art der Gattung Homo, „Homo pongoides“, beschrieb. Er nahm an, es handele sich um einen Nguoi Rung, der von amerikanischen Soldaten aus Vietnam ausgeflogen und im Anschluss daran versteckt gehalten wurde. Später wurde der „Minnesota-Iceman“ als Fälschung identifiziert. Es handelte sich um eine Gummipuppe.
Da sie angeblich den Umgang mit Feuer beherrschen, spekulieren einige Kryptozoologen, dass es sich bei den Nguoi Rungs um überlebende Homo erectus handeln könnte.

Skunk Ape
Als Skunk Ape (dt. Stinktier-Affe) wird ein nach örtlichen Legenden angeblich existierendes affenartiges Wesen aus Florida bezeichnet. Das Wesen wird als bis zu drei Meter groß und bis zu 600 Kilogramm schwer beschrieben und sein Lebensraum soll sich in den Everglades befinden. Der Skunk Ape ist ein Kryptid, seine tatsächliche Existenz wird als äußerst zweifelhaft gesehen. Die Parkverwaltung des Everglades-Nationalpark betrachtet den Skunk Ape als erfunden.
Der Skunk Ape beherrscht angeblich den aufrechten Gang und gleicht im Habitus anderen Affenmenschen wie dem Bigfoot. Im Gegensatz zu diesen habe der Skunk Ape aber ein sanftmütiges Wesen. Charakteristisch für den Skunk Ape sei sein Gestank – von dem sich auch der Name ableitet − und sein dichtes, braunes Fell.
Die ersten Sichtungen des Kryptiden stammen aus der Kolonialzeit, die meisten um 1920–1930, da Teile der Everglades abgeholzt wurden. Danach geriet der Skunk Ape in Vergessenheit, bis 1997 der Kryptid angeblich am Rande einer Vorstadt spazieren ging.

Yeren
Der Yeren (seltener auch Xueren, Yeh Ren, Yiren) ist ein sagenhafter Affenmensch, der die Bergwälder der Provinz Hubei, seltener auch andere Regionen Chinas, bewohnen soll. Der Yeren ist ein Kryptid, seine Existenz ist nicht belegt und wird als höchst zweifelhaft angesehen. Als mögliche Erklärung für den Yeren-Mythos werden unter anderem später verklärte Sichtungen des Goldstumpfnasenaffen herangezogen.
Sein Name lässt sich mit Wilder Mann aus dem Chinesischen übersetzen.
Verschiedene Berichte geben unterschiedliche Auskunft über das angebliche Aussehen des Yeren. Immer wird er als großer, aufrecht gehender Menschenaffe mit langen, herabhängenden Armen beschrieben. Yeren sollen, den meisten Berichten zufolge, stehend eine Höhe von zwei Meter erreichen. Vereinzelt findet man jedoch auch Angaben, denen nach das Wesen deutlich größer, bis annähernd drei Meter oder wesentlich kleiner, knapp ein Meter groß sein soll.
Mit Ausnahme der Augen- und Nasenpartie des Gesichts soll der Yeren am ganzen Körper ein dichtes Fell besitzen. Die Fellfarbe wird zumeist als rot, seltener als braun oder auch gräulich angegeben. Das Gesicht des Yeren wird häufig als menschenähnlich beschrieben. Seine Ohren sollen groß sein, seine Stirn wird als höher als bei anderen Menschenaffen beschrieben.
In seinem Erscheinungsbild gleicht der Yeren daher maßgeblich anderen legendären Affenmenschen, wie dem Yeti, dem Bigfoot oder dem Yowie.
Yeren werden allgemein als dem Menschen gegenüber aggressiv beschrieben. Einigen Berichten zufolge, soll der Yeren Menschen auch getötet und verzehrt haben. Sogar Entführungen und Vergewaltigungen von Frauen werden mit Yeren in Verbindung gebracht. Es existieren vereinzelte Schilderungen von auf diese Art entstandenen Mensch-Yeren-Hybriden. Vergleichbare Berichte finden sich im Bezug auf den kaukasischen Alma, ebenfalls ein wissenschaftlich nicht belegter Affenmensch. Auch Aussagen, nach denen der Yeren sich in der Gegenwart des Menschen friedlich verhalten soll, sind bekannt.
In der chinesischen Hubei-Provinz ist der Yeren seit über 2000 Jahren Bestandteil der Folklore. Beschreibungen affenartiger Wesen, die mit dem Yeren in Verbindung gebracht wurden finden sich bereits beim antiken chinesischen Schriftsteller Qu Yuan. Die ersten später als solche dokumentierten Sichtungen stellten sich in den 1940er Jahren ein. Keine dieser Sichtungen kann jedoch als wissenschaftlich reputabel angesehen werden.
Bestrebungen die Existenz des Yeren zu beweisen blieben, wie auch bei anderen vermeintlichen Affenmenschen, erfolglos. Nennenswert in diesem Zusammenhang sind mehr als 100 Teilnehmer umfassende Großexpeditionen, die in den Jahren 1976 und 1977 in Hubei stattfanden. Nachdem im Mai 1976 die Sichtung eines seltsamen Wesens mit rotem Fell in der Nähe des Shennongjia-Waldes proklamiert wurde, zeigte sich ein verstärktes öffentliches Interesse an der Existenz des Yeren. Binnen kurzer Zeit organisierten sich Gruppen von Wissenschaftlern, Reportern und des Militärs die mehrere großangelegte Suchaktionen starteten und die Bevölkerung der Region zu dem Kryptiden befragten. Tatsächliche Hinweise auf dessen Existenz blieben trotz des Umfangs des Unterfangens aus.
Angebliche Yeren-Kadaver wurden bei Untersuchungen durchgehend als bekannte Affenarten identifiziert. So wurde beispielsweise im Jahr 1980 die Meldung herausgegeben, man hätte die Existenz des Yeren anhand von in Sole konservierten Händen eines 1957 geschossenen Exemplars nachgewiesen. Später konnten diese jedoch eindeutig einem Makaken zugeordnet werden.
Daher wird der Yeren allgemein als Fabelwesen und nicht als real existierende Primatenart angesehen. Ursächlich für die Yeren-Legende könnten, sowohl in der Antike wie auch in der Neuzeit, Sichtungen des Goldstumpfnasenaffen sein, die im Nachhinein verklärt worden sind.
Einige Kryptozoologen machen darauf aufmerksam, dass der Yeren-Mythos, wie auch der um den Yeti und andere Affenmenschen, auf bis in die historische Zeit überlebende Gigantopithecus-Populationen zurückgehen könnte. Diese großen Menschenaffen sind fossil in der Volksrepublik China nachgewiesen, die jüngsten Funde wurden auf ein Alter von 100.000 Jahren datiert. Die vermeintliche Größe des Yeren und sein häufig beschriebenes rotes Fell führten außerdem zu der Vermutung, dass es sich bei ihm um eine bisher unentdeckte Art von Orang-Utan auf dem asiatischen Festland handeln könnte.

Yowie
Der Yowie (auch Yahoo) ist ein angeblich existierendes Wesen (Kryptid) aus dem Osten Australiens. Es soll sich um einen großen, zweibeinigen Menschenaffen, daher einen Affenmenschen, handeln. Der Yowie ist seit Jahrhunderten Bestandteil der Folklore der Aborigines. Seit der Kolonisierung Australiens wurden immer wieder Meldungen über Sichtungen des Wesens durch Europäer proklamiert. Auch gegenwärtig finden sich immer noch Berichte über angebliche Sichtungen des Yowie. Die tatsächliche Existenz des Wesens gilt als äußerst zweifelhaft. Anders als bei anderen Affenmenschen finden sich keine nahe liegenden Erklärungen für den Ursprung des Yowie-Mythos. Gelegentlich wird der Yowie mit dem Bunyip oder dem neuseeländischen Moehau gleichgesetzt.
Der Yowie wird zumeist als sehr großer, bipeder Affenmensch beschrieben, seltener soll er sich auf allen Vieren bewegen. Sein Körper soll ein dichtes, braunes oder schwarzes Fell tragen, seine Füße seien von erheblicher Größe. Aufrecht stehend soll ein Yowie etwa 2m groß sein. Vereinzelte Berichte geben sogar eine Größe von 3m oder mehr an. Außerdem soll er einen besonders übel riechenden Gestank verbreiten. Berichte über das Aussehen des Yowie lassen Ähnlichkeiten zu denen von anderen sagenhaften Affenmenschen wie dem Bigfoot, dem Yeti oder dem Yeren erkennen.
Verschiedene Berichte beschreiben das Verhalten des Yowie als dem Menschen gegenüber aggressiv. Einige angebliche Yowie-Beobachter gaben auch an, von dem Wesen angefallen worden zu sein. Andere stellen den Yowie hingegen als friedlich oder sogar scheu dar. Während andere Affenmenschen in dem Ruf stehen die menschliche Zivilisation zu meiden, soll der Yowie auch Siedlungsgebiete aufsuchen. Einer entsprechenden Meldung nach, soll ein Yowie sogar in eine Metzgerei eingedrungen sein, aus der er anschließend ein unzerlegtes, 500kg schweres Rind entwendet haben soll.
Der Yowie taucht als sagenhafte, bösartige Gestalt in den Volkslegenden der Aborigines auf. Er wird häufig mit dem Bunyip, einem anderen Sagenwesen der Aborigines in Verbindung gebracht oder mit diesem, als eine lokale Variation, gleichgesetzt. Beide Wesen wurden nach der Besiedlung Australiens durch Europäer Gegenstand mehrerer proklamierter Sichtungen wodurch sie Einzug in die Kryptozoologie erhielten.
Die erste als solche bestätigte Yowie-Sichtung fand 1881 statt. Auch davor, bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert soll es Berichte über große affenartige Wesen in Australien gegeben haben. Bis in die Gegenwart nahm die Anzahl der Yowie-Sichtungen stetig zu. In den Blue Mountains in New South Wales sind mittlerweile über 3200 angebliche Sichtungen dokumentiert. Keiner der Berichte über die Existenz des Yowie ließ sich jedoch wissenschaftlich bestätigen.
Belege für freilebende Primaten (mit Ausnahme des modernen Menschen) finden sich weder gegenwärtig noch fossil auf dem australischen Kontinent. Dieser Umstand macht es ausgesprochen schwierig die Existenz des Yowies zu belegen oder herzuleiten. Außerdem finden sich in der gegenwärtigen Fauna Australiens keine Großtiere, denen man in bestimmten Situationen Eigenschaften des Yowie zusprechen könnte.
Eine vielzitierte Aborigine-Legende, die mit dem Yowie assoziiert wird, berichtet davon, dass die australischen Ureinwohner, als sie den Kontinent erstmals erreichten, dort auf Gruppen aggressiver Affenmenschen stießen, welche letztendlich von den Aborigines bezwungen wurden. Nach der Überzeugung einiger Kryptozoologen überlebten Kleingruppen dieser angeblichen Menschenaffen und werden heute vereinzelt als Yowies gesichtet. Diese Vermutung bezieht sich jedoch allein auf eine unbestätigte Sage und steht auf keiner wissenschaftlichen Basis. Tatsächliche Hinweise auf die angenommenen Menschenaffen existieren nicht.
Als weiterer Erklärungsansatz gilt, dass Yowies bis in die Gegenwart überlebende Exemplare des Gigantopithecus seien. Diese Gattung ist fossil auf dem asiatischen Kontinent nachgewiesen und beinhaltet die größten bekannten Menschenaffen. Gigantopithecus wird auch häufig als ursächlich für den Mythos um den Yeti oder zur Erklärung der Sichtungen anderer Affenmenschen herangezogen. Abgesehen davon, dass Gigantopithecus wahrscheinlich vor etwa 100.000 Jahren ausstarb, ist es unwahrscheinlich, dass er je den australischen Kontinent erreichte (siehe: Wallace-Linie). Entsprechende Fossilfunde in Australien oder Südostasien fehlen ebenfalls. Aufgrund mangelnder überzeugender wissenschaftlicher Belege wird die Existenz des Yowie generell als ausgesprochen unwahrscheinlich eingestuft.

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Kryptiden der Welt 10
Unbekanntes Afrika

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