Portrait: Japanischer Serau

ohne Rang: Stirnwaffenträger (Pecora)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Tribus: Ziegenartige (Caprini)
Gattung: Seraue (Capricornis)
Art: Japanischer Serau (Capricornis crispus)
Japanischer Serau (Tiergarten Schönbrunn)

Japanischer Serau (Tiergarten Schönbrunn)

Japanische Seraue ähneln in ihrem Äußeren den Ziegen. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von rund 130 Zentimetern, der Schwanz ist ein kurzer Stummel von rund 10 Zentimetern Länge und die Schulterhöhe beträgt rund 65 Zentimeter. Das Gewicht erwachsener Tiere variiert zwischen 30 und 45 Kilogramm, wobei es zwischen den Geschlechtern kaum einen Geschlechtsdimorphismus gibt. Ihr Fell ist lang und dicht, die Grundfärbung ist graubraun oder schwarz. Im Gegensatz zu den anderen Serauarten ist es jedoch nicht einfärbig, sondern mit eingesprenkelten weißen Haaren versetzt. Die Fellfärbung ist auch regional variabel, so sind Tiere im Norden des Verbreitungsgebietes meist heller gefärbt. Die Beine sind stets dunkelbraun oder schwarz, die Kehle meist weiß, was einen „bart“ähnlichen Eindruck erweckt.
Beide Geschlechter tragen am Kopf kurze, leicht nach hinten gebogene Hörner. Diese werden rund 8 bis 15 Zentimeter lang und sind an der Basis rund 3 Zentimeter dick. Die braunen Ohren sind lang und zugespitzt, der Nasenrücken ist braun und unbehaart. Wie alle Seraue haben Japanische Seraue äußerst auffällige, vor den Augen gelegene Duftdrüsen. Diese sondern ein nach Essig riechendes Sekret ab, das zur Territorialmarkierung eingesetzt wird.

Japanische Seraue leben auf drei der vier japanischen Hauptinseln, auf Honshū, Shikoku und Kyūshū. Die meisten Exemplare leben auf Honshū, wo sie vor allem im nördlichen und mittleren Teil zu finden sind. Auf Shikoku kommen sie im südöstlichen Landesteil vor und auf Kyūshū leben in sie in mehreren kleineren Regionen im Osten der Insel. Schätzungen auf den gesamten Lebensraum in Japan belaufen sich auf rund 40.000 Quadratkilometer.
Ihr Lebensraum sind in erster Linie bewaldete Bergregionen bis in 2700 Meter Seehöhe, wo sie sich meist in zerklüfteten, mit Nadelwäldern bestandenen Gebieten finden.

Japanische Seraus sind Pflanzenfresser. Sie nehmen unter anderem Gräser, Knospen, Laub- und Nadelblätter und zu Boden gefallene Eicheln zu sich.

Japanischer Serau (Zoo Magdeburg)

Japanischer Serau (Zoo Magdeburg)

Die Fortbewegung der Japanischen Seraus ist eher langsam und bedächtig, dafür sind sie auch in unwegsamen Gelände trittsicher. Um besser voranzukommen, legen sie auch Trampelpfade an. Diese Tiere begeben sich vor allem am frühen Morgen und am späten Abend auf Nahrungssuche, die Zeit dazwischen verbringen sie oft in Höhlen oder unter Felsüberhängen.
Japanische Serau leben überwiegend einzelgängerisch, manchmal finden sie sich auch in Paaren oder kleinen Gruppen. Es sind territoriale Tiere, die ihr Revier gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen verteidigen. Die Grenzen ihrer Territorien werden mit Kot und mit dem Sekret ihrer Drüsen markiert. Die Reviergröße hängt in erster Linie vom Nahrungsangebot ab, im Durchschnitt beträgt sie für Einzeltiere 1,3 bis 4,4 Hektar, für Gruppen 9,7 bis 21,7 Hektar.

Der Japanische Serau erreicht die Geschlechtsreife mit 30 bis 36 Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in seinen natürlichen Lebensräumen über September und Ende November. Japanische Seraus führen in der Regel eine monogame Saisonnehe. Eher selten kommt es zu einer polygamen Lebensweise, bei der ein Männchen mehrere Weibchen begattet. Nach einer Tragezeit von 210 bis 215 Tagen bringt das Weibchen an einer geschützten Stelle ein, selten auch zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere bleiben in der Regel ein Jahr im Familienverband. Die Säugezeit erstreckt sich über rund fünf bis sechs Monaten. Der Japanische Serau hat in Freiheit eine Lebenserwartung von acht bis zehn Jahren.

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