Portrait: Lisztäffchen

Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Affen (Anthropoidea)
ohne Rang: Neuweltaffen (Platyrrhini)
Familie: Krallenaffen (Callitrichidae)
Gattung: Saguinus
Art: Lisztaffe (Saguinus oedipus)
Lisztäffchen (Zoo Hoyerswerda)

Lisztäffchen (Zoo Hoyerswerda)

Lisztaffen (oder Lisztäffchen) erreichen eine Kopfrumpflänge von 21 bis 26 Zentimetern, der Schwanz ist mit 33 bis 41 Zentimetern länger als der Körper. Das Gewicht beträgt 300 bis 450 Gramm. Ihr Fell ist am Rücken und an den Schultern braun, am Bauch und an den Gliedmaßen weißlich-gelb gefärbt. Wie bei allen Krallenaffen befinden sich an den Fingern und Zehen (mit Ausnahme der Großzehe) Krallen statt Nägeln. Der lange Schwanz ist an der Wurzel rötlich-braun und wird zur Spitze hin schwarz. Herausragendstes Kennzeichen sind die langen, weißen Haare, die vom Kopf über die Schultern hängen. Der gebräuchliche deutschsprachige Name karikiert die Ähnlichkeit seiner Haartracht mit der des österreichisch-ungarischen Komponisten Franz Liszt.

Lisztäffchen sind ausschließlich im nordwestlichen Kolumbien beheimatet, wo sie in der Region an der Karibikküste vorkommen. Ihr Lebensraum sind Wälder, wobei sie sowohl in Regenwäldern als in trockeneren Waldformen zu finden sind. Sie sind dabei auf Gebiete mit dichtem Unterholz angewiesen.

Wie alle Krallenaffen sind die Lisztäffchen tagaktive Baumbewohner. Im Geäst bewegen sie sich auf allen vieren oder springend fort.
Diese Tiere leben in Gruppen von drei bis neun Tieren zusammen, die aus einem dominanten, monogam lebenden Paar, ihrem Nachwuchs und meist noch anderen untergeordneten jüngeren Tieren bestehen. Eine Gruppe bewohnt ein Revier von 7 bis 10 Hektar Größe, welches mit Drüsensekreten markiert wird. Eindringlinge aus anderen Gruppen schüchtern sie ein, indem sie ihren Anal- und Genitalbereich deutlich zur Schau stellen.
Die Nahrung der Lisztäffchen besteht überwiegend aus Insekten und Früchten, daneben nehmen sie auch kleine Wirbeltiere und Baumsäfte zu sich.

Lisztäffchen (Arche Noah-Zoo Braunschweig)

Lisztäffchen (Arche Noah-Zoo Braunschweig)

Lisztäffchen erreichen die Geschlechtsreife mit 18 bis 20 Monaten. Die Fortpflanzungszeit ist an keine bestimmte Jahreszeit gebunden, eine Paarung kann ganzjährig stattfinden. Innerhalb einer Gruppe paart sich nur das ranghöchste Weibchen. Sie bringt nach einer Tragezeit von 140 bis 145 Tagen ein oder zwei Jungtiere zur Welt. Sie haben bereits ein Fell, geöffnete Augen und wiegen etwa 40 bis 45 Gramm. An der Aufzucht beteiligt sich auch in gewissem Maße der Vater. Die Jungtiere werden durchschnittlich zwei bis drei Monate gesäugt.

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