Wissenswertes über Hausrinder

Fjällrind (Tierpak Berlin)

Fjäll-Rind (Tierpak Berlin)

Die zahlreichen Hausrinderrassen stammen alle vom Auerochsen ab, wobei nicht restlos geklärt ist, welche Unterarten beteiligt sind oder ob es nicht weitere bereits ausgestorbene Stammväter gibt. Die taurinen Rinder, wie sie in Europa und Amerika häufig sind und die Buckelrinder Asiens und Afrikas gehen auf verschiedene Unterarten zurück.
Manche Rinderrassen entstanden durch Kreuzungen mit taurinen Rindern mit Zebus.
Das Hausrind ist nicht das einzige domestizierte Rind. Auch andere asiatische Rinder wurden domestiziert:
Der Yak
Der Wasserbüffel
Der Banteng
Der Gaur
Bisons werden neuerdings zwar zur Fleischgewinnung auf Farmen gehalten, sind aber noch nicht domestiziert worden.

Der Gayal ist die domestizierte Form des Gaurs, der meist halbwild gehalten wird. In die Dörfer werden die Stirnrinder mit Salzlecken gelockt.
Die Widerristhöhe beträgt ca. 150 cm, sein Gewicht etwa 800 kg. Er ist kurzbeiniger und rundlicher als der Gaur. Die Hörner weisen nach der Seite. Sie sind stumpfkegelig, gerade oder nur schwach aufwärts gebogen. An Kehle und Hals befindet sich eine doppelte Wamme. Die Färbung ist braunschwarz; es kommen weiße Abzeichen, Scheckung aber auch komplette Weißlinge vor.
Der Milchertrag ist beim Gayal sehr gering und spielt daher keine Rolle. Die größte Bedeutung haben diese Rinder als Schlacht- und vor allem als Opfertiere. Manchmal werden sie auch als Zugtiere verwendet.

Während sich vom Gayal und dem Balirind keine unterschiedlichen Rassen gebildet haben sieht es bei Hausrind, Hausyak und Wasserbüffel anders aus.
Da die gezielte Züchtung beim Yak noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, weisen Yak-Rassen insgesamt weniger rassetypische Eigenschaften auf, als dies beispielsweise bei europäischen Landrinderrassen in der Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall war. Daher sind phänotypische Unterschiede beim Hausyak vor allem durch die geographische Trennung weit auseinanderliegender Standorte zu erklären. (siehe auch hier).

Watussi-Rind (Tiergarten Straubing)

Watussi-Rind (Tiergarten Straubing)

Afrikanische Rinderrassen ähneln äußerlich entweder Indischen Zeburindern oder buckellosen Rindern. Ursprünglich wurden auf diesem Kontinent offenbar buckellose Rinder gezüchtet, während Tiere des Zebutyps erstmals vor rund 4000 Jahren eingeführt wurden und erst seit dem frühen Mittelalter (um 700 n. Chr.) im Zuge der Arabischen Invasion vermehrt auftraten. Eigenartigerweise zeigen sowohl die afrikanischen Buckelrinder als auch die afrikanischen buckellosen Rinder weit stärkere mitochondriale Übereinstimmung mit europäischen buckellosen Rassen als mit indischen Zeburindern. Das mitochondriale Genom wird ausschließlich maternal vererbt. Man nimmt daher an, dass männliche Zebus in die ursprünglichen afrikanischen Rassen eingekreuzt worden sind.
Die buckellosen ursprünglichen Rassen Afrikas werden als Sanga-Rinder bezeichnet. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Sanga-Rinder auf ein Domestikationsereignis zurückgehen, das in Afrika stattfand. Demnach wäre der Afrikanische Auerochse unabhängig domestiziert worden.
Es gibt eine große Zahl von Rinderrassen, die für verschiedene Ansprüche gezüchtet werden. (siehe auch hier).

Südeuropäischer Hauswasserbüffel (Zoo Augsburg)

Südeuropäischer Hauswasserbüffel (Zoo Augsburg)

74 Rassen von Hauswasserbüffeln sind bekannt. Sie werden grob in Sumpf- und Flussbüffel unterteilt. Sumpfbüffel dienen vor allem als Arbeitstiere, Flussbüffel in erster Linie als Nahrungs- und Rohstofflieferanten.
Die Sumpfbüffel werden überwiegend in China und Südostasien gezüchtet. Sie helfen bei der Bewirtschaftung der Reisfelder und werden, wenn sie als Arbeitstiere wegen ihres Alters nicht mehr geeignet sind, geschlachtet und gegessen. Für die Milchproduktion spielen sie so gut wie keine Rolle.
Flussbüffel werden hingegen für Milch- und Fleischproduktion gezüchtet. Das Zentrum der Flussbüffelzucht liegt ohne Zweifel in Indien, wo es die meisten Rassen und die ergiebigsten Tiere gibt. Inzwischen wird die Zucht auch in Nordamerika und Europa fortgesetzt.

Mehr über das Balirind erfährt man hier.

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