Abenteuer Aquarium: Die Wasserwerte

Fische, Garnelen und Pflanzen stellen bestimmte Ansprüche an ihre Umgebung. Der Aquarianer muss dafür sorgen, dass es seinen Tieren und Pflanzen gut geht und dabei muss auf mehr geachtet werden als die Temperatur.
Natürlich ist die Temperatur wichtig, aber es gibt weit mehr. Nachfolgend gebe ich einen kleinen Überblick über wichtige Werte, und wie man sie senken, bzw. erhöhen kann. Übrigens sollte man die Wasserwerte gut im Auge behalten, das ist vor allem bei Nano-Aquarien wichtig.

Nitrit/Nitrat
Nitrit ist eine Stickstoffverbindung, die durch Zersetzungsprozesse im Aquarium entsteht. Hohe Werte zeigen eine Störung im biologischen Filtersystem an. Idealerweise liegt der Nitrit-Gehalt unter 0,3 mg/l, ist also nicht messbar. Eine wöchentliche Kontrolle des Aquariumwassers ist notwendig, um gefährliche Nitrit-Konzentrationen frühzeitig feststellen zu können. Bei einem erhöhten Nitritwert hilft meist ein Teilwasserwechsel.
Bakterien bauen das gefährliche Nitrit in das hilfreiche Nitrat um, welches von den Pflanzen aufgenommen wird. Werte von bis zu 50 mg/l sind für die meisten Tiere nicht schädlich. Höhere Nitritwerte fördern auch das Algenwachstum.

Phosphat
In natürlichen Gewässern kommt Phosphat nur in sehr geringen Mengen vor. Organische Substanzen, wie Tierkadaver, Futter- und abgelagerte Pflanzenreste, werden durch Mikroorganismen zu Phosphat abgebaut. Phosphat ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, der sich kontinuierlich anreichert. Der Phosphatgehalt im Aquariumwasser sollte so gering wie möglich sein, denn auch hohe Phosphatwerte fördern das Algenwachstum.

Eisen
Eisen ist ein lebenswichtiger Nährstoff für ein gesundes Wasserpflanzenwachstum. Eisen fördert die Bildung von Chlorophyll (Blattgrün). Die Eisenkonzentration im Aquarium sollte zwischen 0,25 und 0,5 mg/l liegen – ein Wert, der für alle Wasserpflanzen gut geeignet ist. Ein Eisenwert unter 0,1mg/l kann langfristig dazu führen, dass die Pflanzen nicht mehr wachsen und die Blätter gelb werden. Käuflich erwerbbare Eisendünger verhindern Mangelerscheinungen und fördern das Pflanzenwachstum.

Die Wasserhärte beeinflusst maßgeblich die organischen Funktionen der Lebewesen im Wasser. Es wird zwischen der Gesamthärte, die durch Erdalkalisalze geprägt ist und der Karbonathärte, die der Pufferung des pH-Wertes dient, unterschieden.

Gesamthärte
Zur Messung der Gesamthärte werden die Mengen der Kalzium- und Magnesiumsalze bestimmt. Ein hoher Anteil sorgt für hartes Wasser, ein geringer für weiches. Bis zu einer Gesamthärte von 10 °dGH wird Wasser als weich, zwischen 10 und 20 °dGH als mittelhart und über 20 °dGH als hart bezeichnet.
Hartes Wasser kann man mit Hilfe von Ionenaustauscher oder Umkehrosmoseanlagen senken. Durch langsames Hinzufügen von Kalzium- oder Magnesiumsulfat, bzw. Verwendung von kalkhaltigem Filtermaterial erhält man härteres Wasser.

Karbonathärte
Neben Kalzium- und Magnesiumsalzen enthält nahezu jedes Wasser weitere Salzbestandteile, wie etwa Bikarbonat. Die Karbonathärte und der pH-Wert sind voneinander abhängig.

ph
Chemisch reines Wasser weist einen pH-Wert von 7 auf und wird als neutral bezeichnet. Säuren und alkalische Komponenten stehen hier im Gleichgewicht. Je mehr Säuren im Wasser vorhanden sind, desto stärker sinkt der pH-Wert unter 7, je mehr Basen, desto stärker steigt er über 7. Der pH-Wert ist eine logarithmische Skala, das bedeutet eine Veränderung des pH-Wertes von 6,5 auf 7,5 ist eine Erhöhung um das Zehnfache. Fische, Wirbellose, Pflanzen und Mikroorganismen reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen des pH-Wertes, deswegen sollte der pH-Wert regelmäßig getestet werden.
Für fast alle Bewohner in Süßwasseraquarien sind pH-Werte zwischen 6,5 und 8,5 gut geeignet, einige Labyrinthfische fühlen sich auch bei einem geringeren ph-Wert wohl.
Der ph-Wert lässt sich auf verschiedene Art verändern. Käuflich erwerbliche Aufbereitunsgmittel regulieren den ph-Wert nach oben oder nach unten. Durch Filterung über Torf lässt sich der ph-Wert senken. Durch langsames Hinzufügen von Natriumkarbonat kann man den ph-Wert erhöhen.

Mit den Tetra 6in1 Teststreifen, die ich mir besorgt habe, kann man die sechs wichtigsten Wasserwerte in nur einem Schritt einfach und schnell überprüfen: pH-Wert, die Karbonat- und Gesamthärte sowie den Gehalt an Nitrit, Nitrat und Chlor, welches im Aquariumwasser nicht vorhanden sein darf, da es sich schädlich auf die Bewohner auswirken könnte.
Bei meinen Messungen konnte weder Chlor, noch Nitrit oder Nitrat nachgewiesen werden. Aber bei ph-Wert, Karbonat- und Gesamthärte war der Teststreifen nicht sehr aussagekräftig, bzw. liess sich nicht ablesen.

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