Portrait: Minischwein

Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Familie: Echte Schweine (Suidae)
Gattung: Sus
Art: Wildschwein(Sus scrofa)
Unterart: Hausschwein (Sus scrofa domestica)
Rasse: Minischwein
Hängebauchschwein (Raritätenzoo Ebbs)

Hängebauchschwein (Raritätenzoo Ebbs)

Als Minischweine (auch Teacup pigs und Mini-Pig genannt) bezeichnet man kleinwüchsige Hausschweine. Neben vielen originären Minischweinrassen bestimmter Regionen werden unter dem Begriff Minischwein vor allem Rassen und Linien zusammengefasst, die speziell für Versuchszwecke oder für die Hobbyhaltung gezüchtet wurden. Auch das (vietnamesische) Hängebauchschwein zählt zu den Minischweinen. Eine weitere berühmte Rasse ist das Göttinger Minischwein.
Bezeichnungen wie „Bergsträsser Knirps“ oder „Wiesenauer Minischwein“ sind keine Garantie für Rassestandards und können allenfalls als Zuchtlinie gewertet werden. Die Namen weisen lediglich auf die Herkunft der Tiere hin und sind von den Züchtern selbst gewählt.

Grundsätzlich stammen alle domestizierten Schweine, also auch die Minischweine, vom Europäischen oder Asiatischen Wildschwein ab. Minischweine werden etwa 65 kg schwer und 12-15 Jahre alt. Größe und Körpergewicht sind von Rasse zu Rasse unterschiedlich.

Bereits im griechischen Altertum hat sich der Mensch die physiologischen und anatomischen Ähnlichkeiten zwischen Schwein und Mensch zu Nutze gemacht, um bestimmte humanmedizinische Zusammenhänge zu erforschen. Kleine Schweinerassen entstanden allerdings erst wesentlich später. Eine der ersten Rassen ist das Minnesota-Minischwein, welches in den 1940er Jahren in den USA entwickelt wurde. Nach ihm folgten viele andere. Das Ziel aller Züchter war es, ein handliches Versuchstier zu züchten, welches auf Grund der anatomischen Ähnlichkeiten zum Menschen mit anderen Versuchstieren der großen Gruppe der Nicht-Nager konkurrenzfähig ist. Die Vorteile gegenüber großen Schweinen sind der geringere Platzbedarf, die bessere Handhabung während der Versuche, geringere Futterkosten und vor allem niedrigere Versuchskosten, da bei der Entwicklung neuer Medikamente die Dosierung nach dem Körpergewicht erfolgt.

Minischweine sind wie alle ihre Artgenossen grundsätzlich Allesfresser. Das Füttern von Fleisch und Küchenresten ist jedoch aufgrund der Gefahr einer Seuchenübertragung gesetzlich verboten.

Hängebauchschwein (Wildfreizeitpark Oberreith)

Hängebauchschwein (Wildfreizeitpark Oberreith)

Die Heimtierhaltung von Minischweinen begann vor einigen Jahren in Amerika und verbreitet sich zunehmend auch in Europa. Problematisch ist dabei, dass diese Tiere trotz ihrer geringen Größe und der Bindung an den Menschen gesetzlich im Nutztierstatus stehen und sämtlichen Bestimmungen unterliegen, die für die Landwirtschaft gelten. Das beinhaltet entsprechende Vorschriften bei der Einzäunung des Geländes, der Fütterung, der Meldung bei behördlichen Institutionen sowie staatlich angeordnete Keulungen im Seuchenfall.
Grundsätzlich sollte keine reine Wohnungshaltung erfolgen. Das Minischwein hat ähnliche Bedürfnisse wie ein normales, großes Schwein. Deshalb benötigen sie einen Auslauf, der mindestens 100 m² pro Schwein misst. So ist eine trockene Stallung im Außenbereich ebenso wichtig wie Stroh und eine Weide bzw. ein Garten. Einzelhaltung ist aufgrund der Schweinehaltungshygieneverordnung nicht erlaubt, wird im Hobbybereich aber oft praktiziert. Minischweine sind – wie alle Schweine – soziale Tiere und brauchen die Nähe zu Artgenossen. Auch das Zusammenleben mit Hunden, Katzen oder anderen Haustieren ist in der Regel möglich, wenn man sie früh genug mit ihnen in Kontakt bringt. Ihre wildlebenden Artverwandten, die Wildschweine, leben in familiären Gruppen, den sogenannten Rotten, in denen eine feste Rangordnung herrscht. Bei der Haustierhaltung ist deshalb darauf zu achten, den Schweinen zu zeigen, dass man sozusagen der Rangerste, also der Rottenführer ist.
Um die Schweine zu beschäftigen, empfiehlt sich das sogenannte Klickertraining. Hierbei wird, wenn man dem Schwein beispielsweise beibringen möchte, einen Ball zu kullern, jede richtige Handlung des Schweines mit einem Klick, der mit Hilfe eines Klickers erzeugt wird, und einem anschließenden Leckerli belohnt. Wenn es dann den Ball berührt hat, bekommt es ein paar mehr Leckerlis als zuvor.

Impfungen gegen Tollwut in tollwutgefährdeten Gebieten und Rotlauf sollten möglichst regelmäßig durchgeführt werden.

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