Portrait: Sömmerringgazelle

ohne Rang: Stirnwaffenträger (Pecora)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Tribus: Gazellenartige (Antilopini)
Gattung: Nanger
Art: Sömmerringgazelle (Nanger soemmerringii)
Soemmeringgazelle (Joseph Smit)

Soemmeringgazelle (Joseph Smit)

Die Sömmeringgazelle (benannt nach dem deutschen Arzt und Universalgenie Samuel Thomas von Soemmerring) ist eine große, schwach gezeichnete Gazelle mit einer sehr weißen Unterseite und ausgeprägter Gesichtszeichnung. Der Kopf ist relativ groß mit starken kurzen leierförmig nach hinten geschwungenen Hörnern. Die Spitzen sind hakenförmig nach innen gebogen. Diese Hornform stellt ein markantes Unterscheidungsmerkmal zu allen anderen Gazellen dar. Sie hat verhältnismäßig lange Beine mit kräftigen Hufen und einen relativ kurzen Hals. Der Schwanz ist kurz, gesäumt von hellen kurzen Haaren. Sie besitzt Voraugendrüsen, die jedoch nicht zum Markieren verwendet werden. Schulterhöhe: 81 bis 90 cm. Gewicht: 38 bis 46 kg. Länge: 125 bis 150 cm.

Ihre Verbreitung beschränkt sich (endemisch) auf das Horn von Afrika wo sie einst den größten Teil Somalias und die niedrigen Ausläufer des äthiopischen Hochlandes im Westen und im Osten bevölkerten. Hier versammelten sie sich zu hunderten in den offenen Ebenen. Der heutige Bestand, soweit bekannt, beschränkt sich auf kleine inselartige Vorkommen. Sie bevorzugen sowohl hügeliges Land mit verstreuten immergrünen Büschen und Akazien als auch die offene Grassteppe.

Sömmerringgazellen sind ausgesprochen gesellig. Die Tiere leben in kleinen gemischten Gruppen mit 5 bis 20 (10 – 15) Individuen. Gelegentlich schließen sich mehrere Gruppen zu einigen Dutzend oder gar mehr als 100 Tieren zusammen. Dies ist vor allem auf den saisonalen Wanderungen der Fall. Augrund der Gefährdung sind sehr große Herden freilich selten geworden. Eine Gruppe setzt sich aus mehreren Weibchen, einem Männchen und Jungtieren zusammen. Die Herden, insbesondere die Männchen, verhalten sich vor allem während der Paarungszeit ausgesprochen territorial. Die Reviermarkierung erfolgt durch die Abgabe von Kot und Urin. Nicht selten kommt es unter rivalisierenden Männchen zu heftigen Duellen, bei denen die Hörner als Waffen eingesetzt werden. Dabei verhaken sich die nach innen verdrehten Hörner ineinander. Ziel ist es, einen Kontrahenten aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Die Geschlechtsreife erreichen Sömmerringgazellen mit rund 18 Monaten. Die Paarungszeit der meisten Populationen beginnt im September und kann sich bis in den November erstrecken. Während der Paarungszeit legen Männchen ein besonderes territoriales Verhalten an den Tag und kämpfen mit Artgenossen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Die Reviere werden mit Urin markiert und gegenüber Artgenossen verteidigt. Uneingeschränkter Zugang zum Revier eines Männchen haben nur empfängnisbereite Weibchen. Die Lebensweise kann daher als polygam bezeichnet werden, da sich ein Männchen mit allen Weibchen einer Herde paart. Nach einer Trächtigkeit von rund 195 bis 198 Tagen bringt das Weibchen ein, sehr selten auch zwei Jungtiere zur Welt. Hochtragende Weibchen sondern sich von ihrer Herde zum Werfen ab. Die ersten Tage bleibt das Jungtier im hohen Gras der Savanne verborgen und wird von der Mutter aus einiger Entfernung bewacht. Ist ein Feind in der Nähe, so lenkt die Mutter die Aufmerksamkeit auf sich und leitet den Räuber vom Jungtier weg. Nach 3 bis 4 Wochen ist das Jungtier kräftig genug, um der Mutter und der Herde zu folgen. Die Entwöhnung von der Muttermilch erfolgt im Alter von gut 6 Monaten.

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