Wissenswertes über Knochenzüngler

Arapaima gigas und Arowana (Francis de Laporte de Castelnau)

Arapaima gigas und Arowana (Francis de Laporte de Castelnau)

Die Knochenzünglerartigen sind eine Ordnung urtümlicher Echter Knochenfische, die auf den Südkontinenten (Südamerika, Afrika, Südasien, Australien) verbreitet ist. Dabei handelt es sich um Restvorkommen in einem in der Vergangenheit größeren Verbreitungsgebiet das auch Europa, Nordamerika, Zentral- und Ostasien umfasste. Fast alle Knochenzünglerartigen sind reine Süßwasserfische, lediglich einige Altwelt-Messerfische gehen auch in leichtes Brackwasser. Zu der Ordnung gehören sechs Familien, die in Körpergestalt und Lebensweise sehr verschiedenartig sind.

Namensgebend für die Ordnung ist die mit gut entwickelten Zähnen besetzte Zunge, auch der Parasphenoid (ein unpaarer Deckknochen in der Schädelbasis) ist bezahnt. Beide formen ein Scherengebiss. Die Zungenbezahnung fehlt aber dem Großnilhecht und dem Afrikanischen Knochenzüngler. Parasphenoidzähne tauchen aber auch bei anderen primitiven Knochenfischen auf. Bei allen Knochenzünglern befinden sich jedoch weitere Zähne auf Ectopterygoid und Mesopterygoid (Knochen des Flügelbeins).
Altwelt-Messerfische gleichen mit ihrer langen, sich ständig in Wellen bewegenden Afterflosse den Neuwelt-Messerfischen, mit denen sie aber nicht verwandt sind.
Die Größe varriert zwischen fünf Zentimetern und mehreren Metern. Der größte Vertreter ist Arapaima gigas, von dem Größen von bis zu 4,5 Metern angenommen werden, auch wenn meist nur Längen von zwei Metern belegt sind.

Die Ernährung der Knochenzünglerartigen ist sehr unterschiedlich. Vor allem die großen Knochenzüngler, Messerfische und der Großnilhecht sind Raubfische, die sich vor allem von anderen Fischen ernähren. Osteoglossum-Arten erbeuten im Sprung auch Großinsekten, Frösche und kleine Fledermäuse. Der Schmetterlingsfisch verzehrt Insekten und Spinnen, die auf die Wasseroberfläche gefallen sind (Anflugnahrung), Nilhechte und Elefantenfische suchen ihre Nahrung auf dem Gewässergrund. Der Afrikanische Knochenzüngler ist ein Filtrierer, der nur von Feinplankton und Detritus lebt.

Die Überfamilie Mormyroidea, bestehend aus den Familien der Nilhechte und Großnilhechte, gehört zu den sogenannten elektrischen Fischen.
Im Bereich des Schwanzstiels haben viele Arten vier schwache elektrische Organe, die der Orientierung in trüben, schlammigen Gewässern sowie der Revierabgrenzung dienen. Das elektrische Organ befindet sich in Schwanznähe und setzt sich aus vielen sogenannten Elektrocyten zusammen, die sich phylogenetisch von Muskelzellen herleiten. Die Innervation der Elektrocyten erfolgt caudal. Die gleichzeitige Aktivierung der in Reihe geschalteten Elektrocyten sorgt, infolge der Ladungsumkehr, zuerst an der caudalen, dann an der rostralen Membran der Elektrocyten, für das Entstehen eines elektrischen Feldes. Mit Hilfe des so erzeugten elektrischen Dipolfeldes können die Fische Gegenstände oder Lebewesen, deren Leitfähigkeit sich von der des umgebenden Süßwassers unterscheidet und die sich in der Nähe ihres Körpers befinden, wahrnehmen. Dazu besitzen sie spezielle Elektrorezeptoren, die besonders dicht am Kopfende des Fisches sitzen und Veränderungen der Feldliniendichte an der Körperoberfläche perzipieren.

Die Fossilüberlieferung der Knochenzünglerartigen reicht mit Xixiaichthys aus China bis in die frühe Kreidezeit zurück. Einige fossile Taxa werden in die Familie Saurocephalidae zusammengefasst, deren Fossilüberlieferung vom Hauterivium (Unterkreide) bis zum Bartonium (Eozän) reicht. Palaeonopterus aus der Kreide von Marokko steht den Mormyridae und/oder den Notopteridae nahe und Phareodus aus der eozänen, nordamerikanischen Green-River-Formation ist ein früher Vertreter der Osteoglossidae.

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