Abenteuer Aquarium: Es gibt mehr als nur Würmer

Ein zarte Vallisneria spiralis

Ein zarte Vallisneria spiralis

Es geschieht immer noch nicht viel in meinem Schneckenbecken. Die Schnecken gedeihen, die Wasserpest auch. Die Vallisnerien dürften sich erholt haben. Vier kleine Pflänzchen habe ich gezählt, wobei eine um einiges größer ist als der Rest.
Größere Exemplare der Schnecken gibt es bisher nicht. Auch was die Turmdeckelschnecken anbelangen, so scheint es sich nach wie vor um drei Exemplare zu halten. Sicher sein kann ich aber nicht, da Exemplar drei sehr klein ist und es sich durchaus auch um verschiedene Tiere handeln könnte. Mehr als zwei kleine Schnecken habe ich aber noch nicht gesehen. Meinen Cyclops auch nicht (mehr).
Beim letzten Wasserwechsel habe ich einen halben Liter Mineralwasser ins Becken gekippt. Einfach um zu sehen, was passiert, und um irgend etwas anders als das übliche zu erzählen. Aber da ich den   CO2-Wert nicht messe hat sich kaum etwas geändert. Laut Ratestäbchen (TETRA Test 6n1) gibt Werte wie immer und auch die Messung mit JBL zeigt pH- und GH-Werte wie immer. Obs Pflanzen und Schnecken schadet oder nutzt, kann ich derzeit nicht sagen. Ob überhaupt ein Effekt eintritt?
Das Seemandelblatt wurde ausgetauscht, die Futterzange samt Bananenblatt hängt noch und die Saugnäpfe wurden nun alle ausgetauscht.
Das USB-Mikroskop ist da. Ich habe mich aber noch nicht weiter damit beschäftigt. Aber ich werde in nicht allzu ferner Zukunft darüber berichten.

Triops-Zuchtbecken

Triops-Zuchtbecken

Einen neuen Triopsansatz habe ich auch begonnen. Dazu habe ich eine dieser 1kg-Haribo-Dosen gründlich mit Wasser gereinigt und mit (JA!)Mineralwasser gefüllt. Dann habe ich meinen Zuchtansatz hineingestreut und jetzt warte ich ab. Der Einsatz wurde am Dienstag hineingestreut, aber bisher ist noch nichts zu sehen. Ich beobachte aber weiter.

Ursprünglich wollte ich weitere Wurmarten vorstellen, die sich im Aquarium einfinden können, aber eine kürzliche Entdeckung brachte mich dazu, mich umzuentscheiden.
Es gibt mehr als nur Würmer. Insektenlarven zum Beispiel. Mückenlarven (schwarz, rot, weiß) sind beliebtes Fischfutter, aber manchmal hat man sich Insektenlarven als blinde Passagiere mit ins Becken eingeschleppt.
Mein kleiner Cube läuft ja schon seit ein paar Wochen, aber außer Scheibenwürmer (die übrigens immer noch da sind), habe ich keine weiteren blinden Passagiere (außer Schnecken, die erwünscht sind) entdecken können.
Aus den Augenwinkeln heraus sah es aus wie ein großer weißer Wurm, der an der Aquarienscheibe entlang schlängelte. Bei näherer Betrachtung entpuppte es sich als Insektenlarve (!). Auf Anhieb hätte ich auf Eintagsfliege getippt, aber dann entzog es sich meinen Blicken und ich habe es seit dem nicht mehr wieder gesehen. EIngebildet habe ich mir das Insekt sicher nicht, aber ich kann mir auch nicht erklären, woher es kam.
So viele Insekten sind nicht unterwegs und die meisten werden von den Fliegengittern an den Fenstern abgehalten. Dass es noch blinde Passagier gibt, die mit den Pflanzen hereingekommen sind halte ich auch für unwahrscheinlich.
Aber irgendwoher muss das Tier gekommen sein…Mal schauen ob ich es wieder entdecke oder ob es bereits gestorben ist und Schneckenfutter geworden ist.
Jedenfalls nehme ich das Insekt zum Anlass die Würmer mal beiseite zu legen und ein paar Insektenlarven vorzustellen, die sich hin und wieder im Aquarium einfinden können.
Anders als die meisten Würmer sind Insektenlarven aber meist groß und mehr oder weniger leicht einzusammeln. Und manchmal bereichern sie auch den Speiseplan der beschuppten Insassen (wobei es unwahrscheinlich ist, dass ein Perlhuhnbärbling sich an einer Libellenlarve vergreift.

Eintagsfliegenlarven fallen kaum auf und werden eher zufällig gesichtet. Oft fällt auch erst die fertige Eintagsfliege auf, wenn sie an der Wasseroberfläche sitzt oder versucht das Aquarium zu verlassen. Auf den ersten Blick sehen Eintagsfliegenlarven den Kleinlibellenlarven ähnlich. Sie unterschieden sich aber von diesen von ihren Kiemenanhängen am Hinterleib.
Die erwachsene Fliege hat eine Lebensdauer von wenigen Stunden. Die Larven dagegen können mehrere Jahre im Wasser leben und ernähren sich größtenteils von abgestorbenen Pflanzenteilen. Somit stellen sie keine Gefahr für die restlichen Bewohner des Aquariums dar.
Die Larven können durch zufällig anhaftende Eier an Pflanzen und Einrichtungsgegenständen aus der Natur oder mit Tümpelfutter ins Aquarium gelangen, oder eine Eintagsfliege legt ihre Eier ins offene Aquarium.
Eintagsfliegenlarven können sich schwimmend oder krabbelnd fortbewegen.

Im Gegensatz zur harmlosen Eintagsfliegenlarve sind Libellenlarven große Räuber, die auch vor Fischen keinen Halt machen.
Großlibellenlarven sind meist bräunlich bis schwarz und haben einen deutlich abgesetzten Kopf und einen rundlichen oder länglichen Hinterleib. Sie erreichen eine Länge von bis zu 40 mm.
Ihr Hinterleib ist von einem pyramidenförmigen Anhängsel aus fünf Schwanzstacheln gekennzeichnet. An der Kopfunterseite besitzen sie eine Fangmaske.
Kleinlibellenlarven werden nur bis 30 mm groß.Sie sind meist bräunlich bis schwarz oder auch grün und haben einen
deutlich abgesetzten Kopf. Der längliche Hinterleib besitzt blattförmige Kiemenanhängsel (die der Einagsfliegenlarven sind fächerförmig). Auch Kleinlibellenlarven besitzen Fangmasken.
Libellenlarven sind sehr gefräßig. Es handelt sich um Lauer- und Anschleichjäger, die fressen was sie mit ihren Fangmasken greifen können, auch Kaulquappen und kleinere Fische.
Libellenlarven sind nachtaktiv und werden eher zufällig entdeckt. Bei Verdacht (Beispielsweise bei rätselhaften Verlusten oder toten, angeknabberten Tieren) kann man nachts mit einer Taschenlampe ins Aquarium leuchten. Dann sollte man sie entdecken können.
Nachdem die Larven eingesammelt wurden ist die weitere „Entsorgung“ gar nicht so einfach. Heimische Libellen stehen unter Naturschutz! Wenn man sich also sicher ist, dass die Tiere mit Tümpelfutter eingeschleppt wurden, sollte man sie baldmöglichst wieder aussetzen.
Bei Libelleneiern oder -larven, die mit möglicherweise in tropischen Gärtnereien gezogenen Wasserpflanzen ins Becken kamen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Diese Tiere darf man auf gar keinen Fall aussetzen, damit es nicht zu Fanenverfälschung kommt. Gleiches gilt (nebenbei bemerkt) auch für Fische. Es gibt schon genug Guppys und Goldfische in freier Wildbahn, nicht zu vergessen Sonnenbarsche, Katzenwelse und andere (siehe hier)

Und es gibt noch viel mehr, was nicht ins Aquarium gehört … und ich werde weiter darüber berichten, ob ich es selbst habe oder nicht (und ich MUSS nicht alles haben)

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