Abenteuer Aquarium: Es gibt noch mehr als Scheibenwürmer

Viel geschieht gerade nicht in meinem Schneckenbecken. Die Schnecken gedeihen, die Wasserpest auch. Beim letzten Wasserwechsel habe ich sie erneut beschnitten …es werden immer mehr. Auch die Vallisnerien haben sich erholt. Noch sind es wenige und sie sind winzig im Vergleich zum Anfang, aber die neuen Blätter geben Hoffnung, das aus ihnen auch mal größere Pflänzchen werden.
Inzwischen habe ich den defekten Saugnapf durch einen der neuen ersetzt, ich war zu faul alle Saugnäpfe zu ersetzen, aber das werde ich nachholen, irgendwie sieht es komisch aus.
Auch die Futterzange mit einem Bananenblatt hängt (Bzw. klebt) im Becken, aber das interessiert die Schnecken wenig. Wenn ich ehrlich bin, bin ich ein bisschen enttäuscht. Das Seemandelbaumblatt interessiert sie nicht, das Bananenblatt genauso wenig, an die Wasserpest, das Moos und die zarten Vallisnerienblättchen gehen sie nicht ran und der sich langsam bildende Algenteppich auf der LED-Beleuchtung wird mit Nichtachtung gestraft. Was fressen meine Schnecken?
Scheibenwürmer? Die haben sich ein bisschen reduziert und fallen kaum auf. Aber das liegt nicht an den Schnecken. Jedenfalls gehe ich davon aus. Wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt, Scheibenwürmer kommen und gehen.
Auf dem Gebiet der Triopshaltung hat sich nichts getan. Derzeit suche ich noch nach einem passenden Zuchtbehältnis. Und ein USB-Mikroskop sollte auch demnächst bei mir eintrudeln. Darauf bin ich schon gespannt. Vielleicht gibt es dann schöne Fotografien meiner Schnecken und der Scheibenwürmer.
Apropos Scheibenwürmer: Es gibt noch mehr als diese. Ein Aquarium hat noch einiges mehr an ungebetenen Gästen zu bieten.

Öltröpfchenwürmer ähneln Planarien und Scheibenwürmern, gehören aber nicht wie diese zu den Nematoden, sondern zu den Wenigborstern und sind damit Verwandte der Regenwürmer.
Von den Nematoden unterscheiden sie sich durch die Segmente, die ihren Körper teilen und Borsten an der Körperwand besitzen. Im Verhältnis zur Körperlänge sind sie relativ dünn und von weißlicher bis gelblicher Farbe. Sie sind nicht platt (wie Planarien und Scheibenwürmer), mit mehr oder weniger rundem Querschnitt. Sie besitzen kleine Köpfe, die jedoch kleiner sind, als die der Planarien.
Andere Wenigborster sind die als Fischfutter verwendeten Schlammröhrenwürmer (Tubifex) und Enchyträen. Öltröpfchenwürmer bewegen sich sowohl an der Scheibe als auch im freien Wasser. Die üblichen chemischen Methoden der Planarienbekämpfung schaden ihnen nicht. Öltröpfchenwürmer sind keine Schädlinge, eine übermäßige Vermehrung deutet auf andere Probleme hin. Weniger füttern und das sofortige Entfernen toter Tiere und Pflanzenteile ist (wie in vielen anderen Fällen auch) hilfreich.

Wenigborster sind keine häufigen Aquariengäste (die häufigsten habe ich ja bereits vorgestellt) und in den meisten Fällen harmlos oder eben Fischfutter.

Eine Ausnahme stellt Chaetogaster limnaei dar. Diese Art lebt parasitisch von Schnecken. Chatogaster limnaei vaughini ernährt sich im Innern von Schnecken und befällt auch nur Schnecken ab einer bestimmten Mindestgröße. Sie ernährt sich offenbar überwiegend von Nierenzellen der Wirtsschnecke. Die andere Unterart (Ch. l. limnaei) heftet sich an der Außenseite bestimmter Schnecken am Weichkörper und an der Innenseite der Schale fest und kann sich dort frei bewegen. Sie konsumiert verschiedene Kleinorganismen, die sie von ihrem Wirt aus durch Einsaugen fangen kann, wobei außer z.B. Rotatorien und Algen auch Cerkarien und Miracidien (Larven von Saugwürmern) zu ihrer Nahrung zählen. Verschiedentlich wurde der ökologische Zusammenhang dieser gleichsam biologischen Parasitenbekämpfung untersucht. Er scheint unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein, lässt sich aber offensichtlich nicht praktisch anwenden. Manchmal wird die Unterart Ch. l. limnaei auch auf Süßwassermuscheln gefunden, insbesondere auf der Gattung Sphaerium.
Chaeotgaster limnaei limnaei verlässt im Herbst seinen Wirt und geht dann zum Freileben über. Während dieser Phase erfolgt die Vermehrung durch Tierketten, von denen sich dann Einzelexemplare abspalten. Im Frühjahr suchen sich die Würmer neue Wirtstiere. Im Aquarium ist die Lebensdauer begrenzt, eine Bekämpfung ist nicht notwendig.
Mir ist nicht bekannt wie man einen Befall mit C. l. vaughini erkennen kann.

Eine (entfernte) Verwandte der Wenigborster ist die Teichschlange, Stylaria lacustris. Einzeltiere erreichen eine Länge von 10 mm, Tierketten bis 20 mm. Die Teichschlange ist durchsichtig und von bräunlicher Färbung. Am Darm dunkle Pigmentringe. Die Art ist mit zwei Augen ausgestattet. Der lange Fühler am Vorderende ist unpaarig, scharf abgesetzt und beweglich. Teichschlangen können gut schwimmen. Sie ernähren sich von Algen und Detritus und stellen keine Gefahr für die eigentlichen Aquarienbewohner dar.
Auch bei Teichschlangen sind Mittel, die gegen Planarien helfen, wirkungslos. Wenn man die Tiere loswerden will, hilft nur absammeln, aber da es sich bei den Tieren um nützliche Mitbewohner handelt, kann man sie auch im Aquarium lassen. Bei starker Vermehrung helfen die üblichen Methoden (weniger füttern).

Und es gibt noch viel mehr, nicht nur Würmer, aber dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.
Mit den Tierchen aus diesem Beitrag habe ich persönlich noch keine Bekanntschaft geschlossen. Bisher beschränkt sich mein Tierbestand nach wie vor auf Schnecken, Scheibenwürmern und einem Hüpferling (soweit ich weiß).

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