Farbvarianten bei Katzen

Panther, schwarze Exemplare von Leopard und Jaguar, sind die bekanntesten Farbvarianten unter den Katzen. Danach kommen die umstrittenen weißen Tiger. Aber die Fellfarben der wilden Katzen sind um einiges vielfältiger, auch wenn nicht alle häufig auftreten und man viel Glück haben muss, eine davon zu Gesicht zu bekommen. Panther und weiße Tiger sind keine Seltenheit in deutschen Zoos, aber es gibt noch mehr.


Schwarze Panther, manchmal nur als Panther bezeichnet, sind Leoparden, deren Fell eine durchgehend schwarze Färbung aufweist, statt wie üblich schwarze Rosetten auf einem gold-gelben Grund. Unter günstigen Lichtverhältnissen ist die eigentlich gefleckte Fellzeichnung aber immer noch zu erkennen. Es handelt sich bei diesen Panthern also nicht um eine eigene Art, sondern um eine Form des Melanismus. Neben diesen werden auch schwarze Jaguare als Panther bezeichnet.

Bei den Leoparden entsteht die Schwarzfärbung durch die Vererbung eines rezessiven Gens. Das rezessive Gen kann auch bei den normalfarbenen vorhanden sein, da es durch das dominante Gen, welches für die Gelbfärbung verantwortlich ist, keinen Einfluss auf die Fellfarbe hat. Das bedeutet auch eine mögliche Weitervererbung des rezessiven Gens durch normalfarbene Tiere, so dass schwarze Leoparden in einem Wurf vorhanden sein können, selbst wenn beide Eltern normalfarbig sind. Im Gegensatz zum Leoparden ist das für die Schwarzfärbung verantwortliche Gen beim Jaguar dominant, so dass schwarze Jungtiere nur dann auftreten können, wenn mindestens ein Elterntier schwarz ist. Es bedeutet auch, dass normalfarbige Jungtiere entstehen können, selbst wenn beide Elternteile schwarz sind.
Fellfarben entstehen durch die unterschiedliche Verteilung von Melaninen im Fell, welches von den Melanocyten (Pigmentzellen) an die Fellhaare abgegeben wird. Man unterscheidet bei dem Farbstoff Melanin zwischen dem schwarzen Eumelanin, welches dem Haar eine bräunliche bis schwärzliche Färbung verleiht, und Phäomelanin, welches dem Fell eine gelbliche bis rotbraune Färbung verleiht. Das dominante Gen beim Jaguar sowie das rezessive Gen beim Leoparden bewirken eine höhere Produktion von Eumelanin.
Schwärzlinge treten insbesondere bei südostasiatischen Unterarten des Leoparden wie dem Java-Leoparden vermehrt auf. Man geht deshalb auch davon aus, dass zahlreiche Tiere, die in Zoos als schwarze Panther ohne Unterartstatus gehalten werden, Vertreter des seltenen Java-Leoparden sein dürften.
Der Florida-Panther ist kein schwarzer Panther, sondern nur eine andere Bezeichnung für die in Florida lebenden Pumas. Allerdings kommen Schwärzlinge bei südamerikanischen Pumas vor. Auch von Rohrkatzen und Nebelpardern sind schwarze Exemplare bekannt. Auch von vielen anderen Katzenarten sind Schwärzlinge, die manchmal auch als Panther bezeichnet werden, bekannt: Tigerkatze, Serval, Chilenische Waldkatze, Kleinfleckkatze, Rotluchs.
Angeblich soll es auch schwarze Löwen geben, der Beweis dafür fehlt jedoch (noch).

Bei Katzen mit Fleckenmuster kann die Zeichnung auch stark variieren. Beim Gepard gibt es Exemplare, deren Flecken ein Längsmuster ergeben. Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Unterart, sondern um eine seltene Mutation handelt, die über ein rezessives Gen vererbt wird. In einem Wurf können sich normal gefleckte Geparde zusammen mit Königsgeparden befinden. Königsgeparde sind in ganz Afrika verbreitet, und obwohl sie immer noch große Seltenheit haben, scheint ihre Anzahl in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen zu haben.

Bei einigen Katzen gibt es weiße Exemplare, bei denen es sich aber nicht um Albios handelt, sondern um leuzistische Tiere. Leuzismus (von altgr. λευκός leukós „weiß“) ist eine Defekt-Mutation, die dazu führt, dass das Fell weiß und die darunterliegende Haut rosa ist, da die Haut keine Melanozyten (farbstoffbildende Zellen) enthält. Im Gegensatz dazu sind beim Albinismus die Zellen zwar vorhanden, aber unfähig, den Farbstoff Melanin zu bilden.
Neben den weißen Tigern, gibt es auch weiße Löwen und Nebelparder.

Weißer Tiger (Zoo Aschersleben)

Weißer Tiger (Zoo Aschersleben)

Der Tiger zeigt ein großes Spektrum an Färbungen, die über das übliche schwarz, bzw. weiß hinausgehen:
Eine sehr seltene Farbvariante ist der sogenannte Rötling (Rufino), bei dem das schwarze Pigment der Streifen fehlt. Derartig gefärbte Tiere traten später auch im Nachwuchs von Tigern in Gefangenschaft auf und sind auch unter dem Namen „Goldene Tiger“ bekannt. Sie besitzen eine blassgelbe Grundfarbe mit hellbrauner Streifung. Tiger dieser Farbvariante werden ähnlich wie weiße Tiger besonders in Freizeitparks und bei Schaustellern gezüchtet. Die Farbspielarten, die heute in Gefangenschaft leben, gehen vor allem auf Bengaltiger zurück. Teilweise wurden dabei Sibirische Tiger eingekreuzt, weshalb die oft propagierten „Zuchterfolge“ keinen Beitrag zum Schutz dieser Unterarten darstellen.
Neben weißen und goldenen Tigern existieren Berichte über nahezu schwarze oder blaugraue Exemplare. Daneben gibt es weitere individuelle Besonderheiten im Fellmuster einzelner Tiger. So neigen einige Tiger zu einer starken Streifenreduktion insbesondere im Bereich der vorderen Körperpartie.

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Ein Kommentar zu Farbvarianten bei Katzen

  1. Sabine sagt:

    😉

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