Neues aus Rostock

Wirklich Neues gibt es nicht, die letzte Pressemitteilung des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz ist vom Wochenende und wird hier nur der Vollständigkeit nachgetragen. Allerdings ist es so, dass der Zoo Rostock bis auf Weiteres geschlossen ist (zumindest bis alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und man weitere Schritte unternehmen kann)

10.01.2015, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
H5N8: Weiterer Nachweis der Geflügelpest im Zoo Rostock
Aufgrund eines weiteren Nachweises des hochpathogenen Geflügelpestvirus vom Subtyp H5N8 bei einem ‚Roten Sichler‘ – auch bekannt als ‚Roter Ibis‘ – wurden heute weitere 18 Tiere aus Tierseuchenpräventionsgründen getötet.
Bei den getöteten Tieren handelt es sich neben weiteren Ibissen um Nacht- und Seidenreiher.
Darüber hinaus muss der Zoo Rostock bis zur Auswertung aller Untersuchungsergebnisse geschlossen bleiben. „Hier bitte ich um Verständnis für die Maßnahmen des Rostocker Veterinäramtes. Wir versuchen, die teilweise seltenen Arten im Zoo zu schützen, damit der Verlust für die biologische Vielfalt möglichst gering bleibt. Doch es ist auch klar, dass wir bei weiteren Funden weitere Tötungen vornehmen müssen“, mahnte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V.
Die epidemiologischen Untersuchungen gehen indes vor Ort weiter. Es werden unter anderem Personen- und Transportverkehr, Futter, Einstreu analysiert und ausgewertet. „Einen Eintragsweg konnten wir bisher nicht eindeutig nachweisen oder ausschließen, da alle relevanten Proben bisher negativ waren. Das heißt, dass wir in alle, ich betone alle Richtungen weiter forschen müssen“, unterstrich Dr. Backhaus.

Der erste wissenschaftlich dokumentierte Ausbruch von H5N8 geschah im November 1983 in einer Geflügelhaltung in Irland. Damals wurden 8000 Puten und 28.000 Hühnerküken getötet, ferner 270.000 Enten, was 97 Prozent des zu diesem Zeitpunkt in Irland kommerziell gehaltenen Entenbestands entsprach. Danach kam es zwischen 1998 und 2011 wiederholt zu Ausbrüchen in den USA. Im Dezember 2014 wurde aus den USA bekannt, dass ein privat gehaltener Gerfalke sich im Verlauf der Jagd auf frei fliegende Wildvögel mit H5N8 infiziert hatte.
Eine besonders aggressive (HPAI, Highly Pathogenic Avian Influenza) Variante des Subtyps H5N8 wurde erstmals Anfang 2014 in Korea nachgewiesen, wo mehrere Millionen Hühner und Enten getötet wurden; auch Baikalenten und andere Zugvögel waren infiziert und starben. Ein Jahr zuvor war der Nachweis von H5N8 aus einem chinesischen Entenbestand publiziert worden, im Januar 2015 trat der Subtyp erstmals auch in mehreren Geflügelbeständen auf Taiwan auf.
In Deutschland wurde H5N8 erstmals Anfang November 2014 in einem großen Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern (Osterhuber Agrar in Heinrichswalde) nachgewiesen. Mitte November 2014 trat dieser Subtyp in einem Legehennenbetrieb im niederländischen Oudewater, Ortsteil Hekendorp, auf; die 150.000 Tiere des Betriebs wurden vorsorglich getötet. Wenig später wurde das Virus in einem Pekingenten-Bestand in Nafferton im Osten von Yorkshire (England) entdeckt. Die Farm wird betrieben von Cherry Valley Foods, der größten britischen Entenzuchtfirma, die auch Standorte in China und Deutschland hat. Später wurden erneut Infektionen in den Niederlanden diagnostiziert (Ter Aar, Kamperveen bei Kampen). Auf der Ostseeinsel Rügen bei Ummanz wurde H5N8 im November 2014 erstmals in Europa bei einem Wildvogel, einer im Rahmen der Überwachungsmaßnahmen geschossenen Krickente, festgestellt.
Mitte Dezember 2014 wurde des Virus auf einem Geflügelhofbetrieb im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen und in Porto Viro (Italien) nachgewiesen.
Im Dezember wurde das Virus in der russischen Teilrepublik Jakutien auch bei einer abgeschossenen, wilden Pfeifente nachgewiesen.

Update (14.01.2015): Der Zoo hat teilweise wieder geöffnet. Das Areal um das Darwineum kann wieder (zum halben Eintrittspreis) besucht werden. Allerdings würden Seuchenmatten ausgelegt. Hunde sind derzeit nicht erlaubt. Inzwischen liegen auch die Ergebnisse aller Proben der 562 untersuchten Vögel vor. Ein weiterer Grippefall konnte nicht nachgewiesen werden.

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