Wissenswertes über giftige Säugetiere

Schnabeltier (Cambridge Natural History_Mammalia, Frank E. Beddard)

Schnabeltier (Cambridge Natural History_Mammalia, Frank E. Beddard)

Früher zählte man nur zahlreiche Wirbellose, Fische, Schlangen und die Gilakrustenechse zu den giftigen Tieren. Das einzige bekannte Säugetier mit Gift war das Schnabeltier. Inzwischen hat man unter den Wirbeltieren einige Arten entdeckt, die ebenfalls Gift produzieren können. Darunter andere Schuppenkriechtiere und Vögel.
Es existieren mehrere Definitionen, was ein Tier zum Gifttier macht. Dabei muss das Gift (beispielsweise durch besondere Düsen) selbst produziert werden. Das Gift kann aktiv (beispielsweise durch einen Biss) oder passiv (über die Haut wirken)

Ein Großteil der giftigen Säugetiere ist unter den Insektenfressern zu finden.
Schlitzrüssler produzieren in der Unterkiefer-Speicheldrüse ein Nervengift, das ihnen erlaubt, relativ große Beutetiere zu überwältigen. Der giftige Speichel wird durch eine tiefe Furche an der Innenseite des zweiten unteren Schneidezahns in die Wunden der Beutetiere geleitet.
Von einigen Gattungen der Spitzmäuse (Wasserspitzmäuse und Amerikanische Kurzschwanzspitzmäuse) ist bekannt, dass sie in der Unterkieferspeicheldrüse das Gift BLTX (Blarina-Toxin) produzieren, das ihnen erlaubt, relativ große Beutetiere wie Frösche und Wühlmäuse zu überwältigen. Auch für den Menschen können Spitzmausbisse deswegen sehr schmerzhaft sein.
Der Speichel des Europäischen Maulwurfs (und vermutlich andere Vertreter der Maulwürfe auch) besitzt ein Gift, das ausreicht Regenwürmer und kleinere Tiere zu lähmen.

Sunda-Plumplori (Brehms Tierleben)

Sunda-Plumplori (Brehms Tierleben)

Auch unter den Primaten finden sich giftige Tiere. Eine Drüse am Arm der Plumploris produziert ein Sekret, das in Verbindung mit Speichel seine Giftigkeit entfaltet. Sie schlecken sich ab, das Gift vertreibt so etliche potentielle Fressfeinde, es kann aber auch mit Bissen übertragen werden.
Plumploris sind beliebte Haustiere in Japan, China und Südostasien. Die Tiere sind leicht zu fangen. Nach dem Fangen werden den Tieren meist ihre Zähne abgeknipst oder gezogen, was oft zu schweren Entzündungen oder sogar zum Tod führt.

Igel und die Mähnenratte tragen giftige Substanzen auf ihr Fell, bzw. die Stacheln auf und werden dadurch weniger attraktiv als Beutetier.
Mähnenratten kauen die Rinde der hochgiftigen Pflanze Acokanthera schimperi und trägt ihren toxischen Speichel dann auf die Haare ihres auffallenden Rückenkamms auf. Die dort befindlichen Haare besitzen einen doppelten Haarschaft, von denen der außenliegende Poren aufweist, welche den Speichel besonders gut aufnehmen.
Igel nutzen giftige Substanzen, einschließlich von Krötenhäuten, um die Abwehr ihrer Stacheln zu erhöhen. Auch von Tenreks ist bekannt, dass sie ihr Fell auf ähnliche Weise behandelt.
Aber weder Igel, noch Tenreks oder die Mähnenratte sind echte giftige Säugetiere.

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