Rezepte mit Seegurken, Quallen …

Diverse „verbotene“ Rezepte mit mehr oder weniger seltsamen Tieren habe ich bereits an mehreren Stellen vorgestellt (z. B. hier), ebenso wie ein Insektenkochbuch. Es gibt aber noch weitaus mehr als Neunaugen und Heuschrecken. Dass man Schnecken, Muscheln und Tintenfische essen kann ist ja hinlänglich bekannt, aber das Meer gibt weitaus mehr her als das (wobei die Schnecken natürlich nicht aus dem Meer kommen, jedenfalls nicht ausschließlich). Vor allem in der asiatischen Küche gibt es einiges zu entdecken.
Man muss sich nur einmal anschauen, was die Japaner für Sushi verwenden.

In Asien werden eingelegte Innereien von Seegurken gerne als Delikatesse verspeist, zum Beispiel das japanische Gericht Konowata. In Spanien gelten die inneren Muskelstränge der Königsseegurke als Delikatesse und werden gekocht mit Nudeln gegessen. Die getrocknete und zwischendurch zwei- bis dreimal gedämpfte und schließlich mehrere Monate geräucherte Seewalze wird Trepang (malaiisch für Seegurke) genannt. Sie wird beispielsweise für die sogenannte Trepang-Suppe verwendet.

Im Japanischen wird der Seeigel als Uni (jap. 海胆 oder 海栗) bezeichnet und ist unter diesem Namen auch auf der Speisekarte zu finden. Dabei handelt es sich um eine Spezialität (Chimmi) der japanischen Küche, die aus den Eiern unterschiedlicher Seeigelarten bestehen kann. Der Geschmack wird als mild, süßlich, fischig und etwas nussig beschrieben, variiert aber von Art zu Art etwas.
Die Eier werden entweder kurz erhitzt gegessen, roh als Sashimi serviert oder als Bestandteil von Sushi verwendet.
In Südfrankreich, Süditalien, Griechenland, Marokko, Chile und Korea, sowie zahlreichen anderen Ländern, sind die fünf Geschlechtsdrüsen der Seeigel, roh oder in Salzwasser gekocht, vor allem als Vorspeise beliebt.

In Japan und Südostasien werden Wurzelmundquallen, vor allem die Art Rhopilema esculenta gegessen. Jährlich werden viele tausend Tonnen gefangen, und getrocknet oder gesalzen verkauft. Es gibt jedoch kein QUALLENGELEE, wie es in der TV-Serie Spongebob Schwammkopf.

Quallensalat
200 Gramm gesalzene Quallen, eine Gurke, ein EL Erdnussbutter, ein EL Sojasauce, Essig, Zucker, Sesamöl, Chiliöl.
Die Quallen werden unter Wasser etwa zwanzig Minuten gespült und danach getrocknet. Danach chneidet man sie in Streifen, blanchiert sie in kochendem Wasser und schreckt sie mit kaltem Wasser ab.
Die in Streifen geschnittene Gurke legt man zusammen mit den Quallen auf einen Teller. Die restlichen Bestandteile werden gemischt und über den Salat gegeben.
Natürlich kann man auch Eisbergsalat oder Radicchio dazugeben. Mit in Streifen geschnittenen roten und gelben Paprika erhält man eine gewisse scharfe Süße.

Geschmorte Seegurke mit Zwiebeln
500 g Seegurken, 100 g Gemüsezwiebeln, 1 Sternanisfrucht, 1 EL Sojasauce, 4 Tassen Gemüsebrühe, 2 EL Reiswein, 1 EL Stärke, 1 EL Chiliöl, 4 EL Butterschmalz
Die Seegurken halbieren oder dritteln. Einen Topf mit Wasser erhitzen und die Seegurken darin garen. Herausnehmen und abtropfen lassen. Die Seegurken in ca 6 cm lange Streifen schneiden.
In einem Wok das Schmalz erhitzen, Sternanis und Zwiebeln anbraten. Wenn die Zwiebeln sich leicht gelb färben, mit Sojasauce ablöschen. Brühe, Reiswein, Seegurken und Salz hinzufügen und schmoren lassen. Abschmecken und mit Stärke binden. Vor dem Servieren mit Chiliöl beträufeln.

Wie Seegurke schmeckt weiß ich nicht, ich habe auch nicht das Bedürfnis sie zu probieren. Quallen sind mehr oder weniger geschmacklos und auch nicht schleimig, wie man vielleicht vermuten würde. Kann man essen, muss man aber nicht.
Und ein relativ einfaches Rezept kann man aus Seeigeln machen. Die Schwierigkeit dürfte nur in der Beschaffung bestehen (wie auch bei Quallen und Seegurken).

Spaghetti mit Seeigeln
350 g Spaghetti, 24 Seeigel, Olivenöl
Seeigel vom Sand reinigen. Das rote Fleisch herausnehmen und in einer Schüssel mit Olivenöl vermischen, bis eine einheitliche Masse entsteht. Die gekochten Spaghetti werden abgegossen und zusammen mit 2 – 3 EL Olivenöl in einer zuvor erhitzten Pfanne gegeben und zusammen mit der Seeigel-Paste einige Minuten bei starker Hitze vermengt.

Die Rezepte eignen sich für zwei, aber auch für vier Personen. Man muss sie nur den Essgewohnheiten der Esser anpassen.
Seegurken erhält man meist im getrockneten Zustand. Vor der Zubereitung muss man sie einen Tag lang in warmem Wasser einweichen, das regelmäßig gewechselt werden muss, und danach noch mehrere Stunden kochen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen